Sardinien – Tag 4 – Rundwanderung in der Oase Monte Arcosu

Eindrucksvolle Wanderung in der Oase Monte Arcosu

… und die vielleicht beste Pizza Sardiniens

Heute zieht es uns in den Süden. In der Inselmitte hat es die ganze Nacht geregnet, gestürmt und gewittert. Am Morgen sieht es nicht viel besser aus. Im Süden klart der Himmel auf und macht der Sonne Platz. Unser Ziel ist der WWF-Naturpark Monte Arcosu Oasi (GPS: N 39 11.723, E 8 54.591 – Google Maps). Zu erreichen ist das Kleinod nur über eine ziemlich raue Schotterpiste – für Sizilien ist das aber nicht unüblich. Vor Ort treffen wir auf gähnende Leere – nur ein paar Waldarbeiter und ein Ranger sind da. Wir werden auch gleich darauf hingewiesen, dass der Park geschlossen hat. Ein Blick in den Wanderführer* hätte genügt, um zu wissen, dass der Park nur am Wochenende und an Feiertagen geöffnet ist. Die einzige Konsequenz ist, dass wir fünf Euro Eintritt pro Person sparen. Die Warnung, dass die Wanderung auf den Sa Rocca Lada sehr schwierig sei, schlagen wir in den Wind und brechen auf.

Oase-Monte-Arcosu

Der immer sehr gut markierte Wanderweg führt uns durch eine farbenprächtige Schlucht. Wir müssen immer wieder ein Flussbett queren – der Fluss führt zu dieser Jahreszeit allerdings kein Wasser. Nach gut einer Stunde erreichen wir das erste Ziel. Von hier oben haben wir einen herrlichen Blick zurück in die Schlucht. Ein fantastischer Ort, um länger zu verweilen. Das machen wir auch. Wir genießen die Sonne, die Aussicht, die Stille und die absolute Einsamkeit hier draußen.

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Am Himmel ziehen sich inzwischen wieder bedrohlich wirkende Wolken zusammen. Zeit, unsere Wanderung fortzusetzen. Der Weg führt uns nach links (den Weg geradeaus ignoriert ihr) einen Bergrücken nach oben. Schon bald erreichen wir den Grat auf etwa 250 Metern Höhe. Hier führt der Weg über größere Felsen, Probleme macht das aber nicht. Durch die üppige Vegetation erhaschen wir nur selten einen Blick in das Nachbartal. Der Weg führt uns dann recht steil wieder zurück nach unten. Am Ende der Tour gibt es sogar ein Wildgehege – von den sardischen Hirschen ist aber weit und breit nichts zu sehen.

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Uns zieht es weiter zur Küste. Wir steuern die Ruinen von Nora (GPS: N 38 59.175, E 9 00.946 – Google Maps) an. An der Kasse machen wir aber kehrt. Wir sollen 5,50 Euro pro Person zahlen – dabei ist die Ruinenstadt nicht einmal besonders spektakulär. Da haben wir auf Sizilien schon ganz andere historische Städte gesehen – etwa im Tal der Tempel.

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Wir wollen noch ein wenig am Strand chillen – bis zum Sonnenuntergang haben wir ja noch jede Menge Zeit. Es gibt auch in Nora einen tollen Strand, bei Google Earth hatte ich aber weiter westlich einen wahren Südseestrand entdeckt. Nichts wie los. Unsere Fahrt endet allerdings in Teulada. Dass in die Bucht von Porto Scudo (GPS N 38 54.773, E 8 39.887 – Google Maps) und Porto Zafferano (GPS: N 38 53.848, E 8 39.143 – Google Maps) keine Straße führt, hatte ich nicht bedacht. Und auf sieben Kilometer Luftlinie wandern ist uns heute nicht zumute.

Zum Sonnenuntergang verschlägt es uns auf die durch eine Brücke mit Sardinien verbundene Insel Sant’Antioco. Ganz im Westen der Insel habe ich bei Google Earth einen Arch im Meer ausgemacht. Leider ist vor Ort nichts ausgeschildert und die Suche wird zu einem Katz- und Mausspiel. Wir irren ewig in der Gegend rum. Ich habe mit die Koordinaten im Vorfeld nicht genau notiert in der Annahme, der Spot wäre leicht zu erreichen. Wir brauchen rund eine Stunde, bis wir eine abgelegene und leider auch völlig verdreckte Bucht erreichen – aber weit und breit ist kein Arch zu sehen. Ich steige noch einmal etwas auf und siehe da, wir haben den Arch gefunden. Leider sind wir schon etwas spät und die Mücken kriechen auch schon aus ihren Löchern. Der Rückweg zur Straße ist wesentlich einfacher zu finden. Wir haben einfach an einer völlig falschen Stelle geparkt. Wer die Grotta delle Sirene besuchen will, parkt genau hier (GPS: N 38 58.995, E 8 24.499). Den Arch beziehungsweise die Höhle sieht man wohl am besten von diesem Standpunkt (GPS: N 38 58.422, E 8 24.235) aus.

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Die vielleicht beste Pizza auf Sardinien

In Sant’Antioco machen wir Halt bei der erstbesten Pizzeria. Rino Tuttepizza (Google Maps) gibt es seit 1959, ist absolut spartanisch eingerichtet und die Pizzen werden von zwei alten Damen zubereitet. Hier sind fast nur Einhemische zum Essen, ein gutes Zeichen. Was wir für wenig Geld serviert bekommen, sprengt unsere Geschmacksnerven. Wer in der Gegend ist, kommt nicht daran vorbei, das kleine Lokal zu besuchen! Mit vollgeschlagenem Magen geht es an die Rückfahrt. Bis wir zuhause ankommen, habe ich sechs Espresso intus.

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Tourdaten Oase Monte Arcosu:

Datum: September 2015
Gesamtweglänge: 5,3 Kilometer
Höhenmeter: 240 Meter
Reine Gehzeit: 2:00 Stunden

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Sardinien, der Sage nach durch ein Aufstampfen Gottes mit dem Fuß entstanden, ist die größte Insel des Mittelmeeres und zählt zu den beliebtesten Badeinseln Europas. Daß die Insel gebirgig ist, stößt bei Sardinien-Neulingen auf Verwunderung. Daß es dort ungezählte Möglichkeiten für den Wanderer und Bergsteiger gibt, scheint exotisch. Und genau das ist der Reiz Sardinien für einen Bergurlaub zu bereisen, ist ein völlig neues Erlebnis. Anders als bei der Nachbarinsel Korsika, kann sich die Insel zwar keiner großen Höhen rühmen der höchste Gipfel, die Punta La Marmora, mißt gerade einmal 1833 m, dafür aber wartet sie mit anderen Spezialitäten auf. Es sind die tiefen, gewundenen Schluchten, deren Begehung hohe Ansprüche an den Wanderer stellt Torrentismo, hierzulande bekannt als Canyoning, heißt hier das Zauberwort, das immer neue Freunde findet. Höhlenforscher finden in der Unterwelt der karstigen Landschaft ungeahnte Formen. Und so manche Steilwand wartet noch auf ihre Erstbegehung - Kletterer haben die Wahl zwischen Granit, Kalk und Basalt! Doch die genußvollen Wanderungen und Abenteuertouren inmitten der abwechslungsreichen Landschaften sind das i-Tüpfelchen aller bergsportlichen Aktivitäten auf Sardinien. Die Insel überrascht mit beispiellos vielfältigen, paradiesisch verwilderten Szenerien, die von der zerklüfteten Steilküste im Osten über das majestätische Hochgebirge im Zentrum bis zu der sanften Hügellandschaft im Westen reichen - ganz zu schweigen von den üppigen Waldregionen im Süden und den bizarren Granitgebirgen des Nordens.Mithra Omidvar-Gorter, Wanderführerin des DAV Summit Club und einer der besten Kenner der Insel, präsentiert dem Berg- und Naturfreund 50 ausgewählte Wanderungen - die Palette reicht ...

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