Aufmacher-Jochen-Schweizer

Interview mit Abenteurer Jochen Schweizer

Abenteurer und Unternehmer Jochen Schweizer über Afrika, das Reisen und was er auf eine einsame Insel mitnehmen würde

Als Stuntman und Abenteurer ist Jochen Schweizer Action-Fans schon lange ein Begriff. Als Juror und Investor in der VOX-Sendung “Die Höhle der Löwen” wurde Schweizer einem breiten Publikum bekannt. Der Adrenalin-Junkie bezwang im Kanu die schwierigsten Flüsse Europas und zahlte dafür fast mit dem Leben. Nur mit Glück, eisernem Willen und Nervenstärke überlebte er einen schweren Unfall auf dem Wasser. Für Filmemacher und Designer Willy Bogner stürzte sich der heute 58-jährige an einem Bungee-Seil eine Staumauer in die Tiefe. Schweizer gilt als Wegbereiter des Bungee-Jumpings in Deutschland. Aus seiner Berufung machte er schließlich einen Beruf. Seine Firma Jochen Schweizer setzt heute rund 70 Millionen Euro im Jahr mit Erlebnissen um. Viele seiner Abenteuer schrieb er in seinem Buch “Warum Menschen fliegen können müssen“* nieder. Mit dem Titel “Der perfekte Augenblick – Leben mit mehr Glück, Erfolg und Stärke“* ist seit Anfang Oktober sein zweites Buch erhältlich.

Jochen, du bist nach dem Abitur mit deinem Motorrad durch Afrika gereist. Wie kommst du heute ins Büro? Auch mit dem Motorrad?

Wenn es möglich ist, ja. Aber meist komme ich mit dem Auto. Wenn mich dann trotzdem die Lust packt, dann steht in meinem Büro meine fahrbereite Ducati Dharma, die ich jedes Jahr ein paar Mal auf die Straße bringe.

Jochen Schweizer neben seinen Söhnen Tino und Max in Kamabodscha (2015)

Jochen Schweizer neben seinen Söhnen Tino und Max in Kambodscha (2015)

War das auch dein größtes Abenteuer bisher, oder gibt es noch andere spannende Reisen, an die du oft zurückdenkst?

Es war definitiv ein großes Abenteuer, dem viele weitere folgten. Nach Süden habe ich die Sahara zusammen mit meinem Freund Caspar durchquert. Er ist aus Togo dann aber direkt zurück nach Deutschland geflogen, im Gegensatz zu mir hatte er einen Studienplatz. Ich habe mich dann nach einem längeren Aufenthalt und vielen einmaligen Erlebnissen wieder allein auf den Rückweg gemacht über die Tanezrouftpiste. Ich kann niemandem empfehlen, die Sahara alleine auf dem Motorrad zu durchqueren und schon gar nicht über die „Piste Bidon cinque“. Darüber hinaus habe ich viele großartige Erinnerungen an Reisen. In Vanuatu habe ich zum Beispiel 1993 auf der Insel Pentecost als Gast das traditionelle gol beobachten dürfen. Die Ureinwohner springen seit Jahrhunderten von bis zu 30 Meter hohen selbstgebauten Holztürmen. Gesichert nur mit elastischen Lianen, die sie um die Fußgelenke wickeln. Diese Form des „ freien Falls in Bodennähe“ ist die beeindruckende ursprüngliche Form des Bungee-Springens. Und erst dieses Frühjahr bin ich mit meinen beiden Söhnen mit dem Motorrad einige 1000 Kilometer durch Kambodscha gefahren. Einige meiner früheren Reiseerlebnisse beschreibe ich detailliert in meinem ersten Buch „Warum Menschen fliegen können müssen“.

Jochen Schweizer in Vanuatu mit den Ureinwohnern der Insel Pentecost (1993)

Jochen Schweizer in Vanuatu mit den Ureinwohnern der Insel Pentecost (1993)

Wie haben dich diese Erfahrungen verändert?

Ich bin davon überzeugt, dass Erlebnisse Menschen prägen. Jede Reise ist ein Erlebnis und ich wäre ohne sie sicher nicht der Mensch, der ich heute bin.

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Du hast nicht nur das Bungee-Jumping nach Deutschland gebracht, sondern hast als Stuntman auch zahlreiche Rekorde aufgestellt – wie etwa einen Bungee-Sprung mit 1050 Metern Fallhöhe aus einem Helikopter. Ist das nicht ein wenig lebensmüde?

Nein. Als Stuntman habe ich 20 Jahre bei guter Gesundheit überlebt. Bei jedem Stunt, genauso wie bei jedem Erlebnis, geht es darum, das Risiko einzuschätzen und es so sicher als möglich zu machen. Jedes Detail des Sprungs haben wir vorher mehrere Male durchgespielt, es gab Testsprünge und ich habe persönlich kurz vor dem Sprung noch einmal jede Verbindung geprüft. Es war definitiv an der Grenze des damals machbaren, aber ich habe das Risiko für beherrschbar gehalten und behielt Recht.

Wenn du die Zeit noch einmal zurückdrehen könntest, würdest du heute noch einmal etwas anders machen? Und wenn ja, was?

Nein, ich bereue nichts. Ohne meine Fehler wäre ich heute nicht der Mann, der ich jetzt bin. Denn die Fehler, die ich gemacht habe, haben mich in schwierige Situationen gebracht, die ich eben meistern musste.

Du bist viel unterwegs. Was bedeutet dir das Reisen? Hat man nicht irgendwann die ganze Welt gesehen?

Reisen gehört zu meinem Leben wie Kajakfahren, Joga, mein Unternehmen und meine Familie. Auf jeder Reise entdecke ich Neues, lerne das Bekannte einzuordnen und manchmal wieder mehr zu schätzen. Ich hatte in meinem Leben das Glück schon viele Länder und Orte zu sehen, ich weiß aber, dass es noch viele Orte gibt, die ich noch nicht kenne. Gleichzeitig habe ich mir in Norwegen und Österreich Rückzugsorte geschaffen, an die ich immer wieder gerne zurückkehre um Energie zu tanken.

Ich kann mir vorstellen, dass Reisen für dich auch Stress bedeuten kann, weil du viele Termine wahrnehmen musst. Kannst du dann überhaupt deine Umgebung richtig genießen?

Wenn ich geschäftlich unterwegs bin, dann empfinde ich das nicht als Reisen im eigentlichen Sinn. Oft sehe ich an den Orten nur Flughafen oder Bahnhof und erlebe eine Taxifahrt durch die Stadt bis zum Zielort. Von Genuss kann man hier nicht sprechen. Deswegen plane ich, wenn es zeitlich möglich ist, immer gerne einen Extratag ein, den ich unverplant am jeweiligen Ort verbringe, wenn er interessant zu sein scheint. Neulich hielt ich eine Rede in Lissabon – flog danach aber nicht sofort zurück, sondern blieb noch eine Nacht und einen Tag und ließ mich durch die Stadt treiben.

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Gibt es ein Land, das dich immer wieder in seinen Bann zieht?

Ja, Norwegen. Ich habe mir dort vor 30 Jahren einen Felsen über dem Meer gekauft, mit einer alten Fischerhütte darauf. Dorthin ziehe ich mich immer wieder zurück, um Kraft zu sammeln.

Du wirst auf einer einsamen Insel ausgesetzt – welche drei Dinge nimmst du mit, um zu überleben?

Ein Messer, ein Survival Kit und Angelzeug.

Wer jetzt auch Lust auf Abenteuer bekommen hat, wird auf Jochen-Schweizer.de* fündig. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Fallschirm Tandemsprung*, Indoor Skydiving* oder einer rasanten Runde in einem Formel-Rennwagen*? Ich bin mir sicher, bei Jochen Schweizer findet jeder das passende Erlebnis.

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