Aufmacher-Madeira-Tag-2

Madeira – Tag 2 – Wanderung zu den 25 Quellen

Eine atemberaubende Levadawanderung zu den 25 Quellen

Das Gebiet der 25 Quellen auf Madeira ist Unesco Weltnaturerbe

Fünf Uhr – der Wecker klingelt. Aufstehen oder liegenbleiben? Hey, wir sind nicht jeden Tag auf Madeira, also los. Unser Ziel liegt auf der anderen Seite der Insel am Strand von Ribeira da Janela (GPS: N 32 51.296, W 17 09.209 – Google Maps). Dank der vielen neuen Tunnel, die die alten Küsten- und Bergstraßen ersetzen, kommen wir schnell voran. Viel zu schnell. Wir stehen über eine Stunde vor Sonnenaufgang am Strand und warten darauf, dass sich der Himmel rot färbt. Leider ist es heute Morgen sehr diesig. Die Sonne hat kaum eine Chance, sich durch die dichte Suppe zu kämpfen. Das macht aber nichts, die Szenerie mit den riesigen Lavafelsen im Meer, die wie eine Nadel in den Himmel stechen, zieht uns in ihren Bann.

Felsnadel im Meer auf Madeira

Felsnadel im Meer auf Madeira

Madeira-Flo-und-Biggi

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Madeira zeichnet sich durch ein ganzjährig mildes Klima und eine verschwenderische Blütenpracht aus Strelitzien und Fackellilien, Liebesblumen und Hortensien führten zum Beinamen schwimmende Blumeninsel im Atlantik. Klammheimlich hat sich die atlantische Schönheit zu einem Wanderparadies gemausert.Das erste portugiesische Wort, das Wanderfreunde auf Madeira lernen, dürfte levada heißen. Die Levadas, schmale Bewässerungskanäle, durchziehen in einem ausgeklügelten Netz kreuz und quer die Insel. Auf den neben den Kanalrinnen angelegten Wartungswegen lässt sich Madeira ohne viele Höhenmeter bequem bis in die entlegensten Winkel entdecken. Gut die Hälfte der in diesem Führer vorgestellten Touren sind Levada-Wanderungen. Sie führen durch fruchtbares Kulturland, vorbei an kunstvoll angelegten Terrassen und eindrucksvollen Schluchten. In den noch ursprünglichen Tälern im Inselnorden ist die immergrüne subtropische Vegetation aus Farnwiesen, Laurazeenwäldern und Heidebusch mitunter so üppig, dass man wie durch einen smaragdgrünen Tunnel zu gehen scheint.Doch die Vulkaninsel ist auch ein hervorragendes Revier für Bergwanderer. Das fast 1900 m hohe Zentralmassiv hält Routen für alle Ansprüche bereit. Ausgesprochen alpin ist die Königstour der Insel - die spektakulär in den Fels geschlagene Strecke vom Ariero hinauf zum Pico Ruivo. Neben verschwiegenen Hirtenpfaden und abenteuerlichen Küstensteigen gibt es sogenannte veredas, alte Dorfverbindungswege, die bis vor wenigen Jahrzehnten den einzigen Zugang in abgeschiedene Ortschaften darstellten.Für die dritte Auflage wurde dieser mittlerweile in mehreren Sprachen erschienene Rother Wanderführer gründlich aktualisiert. Die 50 Tourenvorschläge, mit Wanderkärtchen im Maßstab 125.000 bzw. 150.000 sowie anspreche ...

Nach getaner Arbeit fahren wir ein paar Minuten weiter nach Westen bis nach Porto Moniz (GPS: N 32 52.047, W 17 09.968 – Google Maps). Auf Google Earth hatte ich hier ein paar interessante Felsen im Meer ausgemacht. Ich hatte aber keine Ahnung, was uns erwarten würde. Das ganze stellt sich als traumhafte Naturbecken zum Baden heraus. Jetzt im Dezember ist hier natürlich nichts los, ich vermute aber stark, im Sommer geht es hier ordentlich rund.

Badebucht bei Porto Moniz

Badebucht bei Porto Moniz

Wir überlegen, den Ostzipfel Madeiras zu erkunden. Der Norden der Insel ist straßentechnisch noch nicht so gut ausgebaut wie etwa der Süden. Knapp zwei Stunden Fahrzeit zeigt uns das Navi an – das ist uns definitiv zu viel. In weniger als einer Stunde erreichen wir indes das Gebiet der 25 Quellen (GPS: N 32 45.259, W 17 08.000 – Google Maps). In dem Unsco Weltnaturerbe liegen einige der beliebtesten Wanderungen auf Madeira. Umso verwundeter sind wir, dass außer drei Autos und einem Reisebus hier am Morgen noch nichts los ist – aber umso besser.

Madeira-Hochland

Unser erstes Ziel ist der Wasserfall Cascada de Risco (GPS: N 32 45.607, W 17 07.401). Anfangs ist der Weg eine breite Asphaltstraße, die allerdings für den privaten Verkehr gesperrt ist. Es geht sanft, aber stetig nach unten. Immer wieder erhaschen wir Ausblicke auf die grünen Felswände, die das Tal ringsum umgeben. Nach zwei Kilometern verlassen wir die Straße und wandern weiter auf gut ausgebauten Wanderwegen durch dichten Wald. Von hier aus ist es nur noch gut ein Kilometer bis zu unserem ersten Ziel. Die Strecke ist nicht besonders spektakulär, aber trotzdem landschaftlich sehr schön. Nach etwa einer Stunde erreichen wir den Wasserfall. Wir stehen allerdings nicht am Fuße des Wasserfalls, sondern genießen von einer Aussichtsplattform einen atemberaubenden Blick auf den Cascada de Risco und die umliegende Landschaft.

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Der Weg führt noch ein paar Meter weiter in Richtung Wasserfall und an der gegenüberliegenden Canyonwand weiter. Ein Schild weist allerdings darauf hin, das die Strecke aus Sicherheitsgründen gesperrt ist. Und tatsächlich, einige Meter weiter versperrt ein massives Gittertor den Weg.

Wir wandern ein Stück zurück und biegen rechts ab. Von hier an führt der Weg teils auf Stufen recht steil nach unten. Wir folgen immer der Levada. Der Weg ist stellenweise sehr ausgesetzt – aber keine Sorge, an allen heiklen Stellen ist ein Geländer angebracht. Mitunter wird es aber sehr eng, wenn Wanderer entgegenkommen – und das kommt hier recht oft vor. Auf der schmalen Levada zu laufen erfordert außerdem einiges an Konzentration. Dank der tollen Ausblicke vergeht die Zeit bis zu den 25 Fontes, den 25 Quellen, wie im Flug (GPS: N 32 45.936, W 17 07.522). Hier an dem kleinen See unter halb der Wasserfälle legen dutzende Wanderer eine Pause ein. Inzwischen ist hier auch einiges los. Mit einem Weitwinkelobjektiv und einem Polfilter gelingen hier an den 25 Quellen wunderschöne Fotos – auch zur Mittagszeit, solange die Sonne nicht direkt einstrahlt.

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Wir verbringen einige Zeit an den 25 Quellen und treten den Rückweg an. Die Levada führt über eine Steinbrücke über den Canyon. Klar sind wir neugierig, wie es hier weitergeht. Lauf GPS führt der Weg noch einige hundert Meter in einen Canyon hinein. Bald weist ein Schild darauf hin, dass der Weg gesperrt ist. Kurz darauf ist auch wirklich Schluss. Ganz am Ende des Weges versperren ein kleiner Wasserfall und eine Höhle den Weiterweg. Ob die Höhle begangen werden kann, kann ich nicht einschätzen. Wenn, dann jedenfalls wohl nur kriechend.

Nach insgesamt rund zehn Kilometern sind wir wieder am Parkplatz. Die reine Gehzeit für diese tolle Tour solltest du mit gut fünf Stunden veranschlagen. Der erste Teil der Tour zum Cascada de Risco ist für jeden geeignet und absolut unproblematisch zu gehen. Wer mag, kann die Tour sogar mit einem Minibus abkürzen, der am Nachmittag viele Besucher schnell und mühelos zurück zum Parkplatz bringt. Was der Service kostet, kann ich aber nicht sagen. Der Abstecher zu den 25 Quellen erfordert deutlich mehr Kondition und auch ein gewisses Maß an Trittsicherheit.

Ein Video zur Wanderung zu den 25 Quellen auf Madeira gibt es natürlich auch

Am Abend stehen wir an der Jesus-Statue Cristo Rei am Cape Garajau (GPS: N 32 38.316, W 16 51.043 – Google Maps). Die Aussicht auf die Küste und auf Funchal ist atemberaubend. Der Blick wird heute leider von dichtem Dunst getrübt. Der Sonnenaufgang dürfte damit ins Wasser fallen. Doch weit getäuscht. Kurz bevor die Sonne im Meer versinkt, färbt sich der Himmel dramatisch rot – daran hatte heute wirklich keiner mehr geglaubt.

Jesusstatue-Madeira Florian-Westermann-auf-Madeira Cape-Garajau

Zum Abendessen probieren wir Stockfisch mit Banane. Hört sich ungewöhnlich an, ist hier aber ein typisches Essen – das du unbedingt einmal probieren solltest. Der Fisch ist frisch gefangen und super gewürzt. Die Banane dient als Panade und der Geschmack ist nur zu erahnen – wirklich sehr lecker. Probiert haben wir das Gericht im 100Igual in Canico. Wir fanden den Fisch ausgezeichnet, nur ob die Pommes zum traditionellen Gericht gehören, bezweifeln wir. Die 8,50 Euro war das Essen aber definitiv wert.

Reisezeitraum Dezember 2015

Für einen Urlaub auf Madeira empfehlen wir den Rother Wanderführer für Madeira*, die Kompass-Wanderkarte* und den MARCO POLO Reiseführer Madeira*

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