USA – Tag 15 – Sonnenaufgang am Toroweap Point

Zum Sonnenaufgang am Toroweap Point – ein überwältigendes Erlebnis

Wer zum Sonnenaufgang am Toroweap Point steht, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus – ein Erlebnis mit Suchtfaktor

Danijel verbringt die Nacht im Zelt, ich habe es mir unterdessen im Auto gemütlich gemacht. Die Nacht ist allerdings kurz – um vier Uhr klingelt der Wecker. Höchste Zeit aufzustehen. Daniel und ich wollen den Sonnenaufgang am Toroweap Point unter keinen Umständen verpassen. Wir lassen deshalb alles stehen und liegen und brechen tief in der Nacht auf.Was wir hier gestern Abend erlebt haben, war einfach atemberaubend. Kaum vorstellbar, dass das noch übertroffen werden kann. Doch was wir hier heute Morgen erleben, ist einfach unbeschreiblich. Wir sitzen, gut vor dem Wind geschützt, noch stundenlang auf einem Felsvorsprung direkt am Abgrund und saugen die Szenerie in uns auf. Noch sind dichte Wolken am Himmel und der Grand Canyon liegt in einem kühlen Licht. Langsam dämmert es, aber noch immer ist der Himmel wolkenverhüllt.

Unser morgendliches Lager am Toroweap Point

Unser morgendliches Lager am Toroweap Point

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USA – Tag 14 – Der Toroweap Point

Grandiose Aussicht am Toroweap Point

Der Toroweap Point ist einer der spektakulärsten Orte im Grand Canyon Nationalpark

Heute steht mir eine lange Fahrt bevor. Bevor ich am Vormittag zum Grand Canyon North Rim aufbreche, fülle ich meine Vorräte auf. Mein Ziel ist der legendäre Toroweap Point im Gebiet des Grand Canyon Nationalparks. Im Vorfeld habe ich viele Horrorgeschichten über die Strecke gelesen – kaputte Reifen sind hier offenbar vorprogrammiert. Der National Park Service weist eindrücklich darauf hin, dass im Falle eines technischen Defekts 1000 bis 2000 Dollar für einen Abschlepper fällig werden und das man sich keinesfalls ohne Ersatzreifen und Wagenheber auf den Weg begeben sollte. Außerdem kann die Strecke bei wolkenbruchartigen Regenfällen für Tage unpassierbar werden – das gilt auch für Geländewagen. Proviant – vor allem Wasser – für mehrere Tage und warme Kleidung müssen für den Fall der Fälle unbedingt ins Auto.

Acht Meilen östlich von Fredonia geht die County Road 109 – die sogenannte Sunshine Route zum Toroweap Point – vom Highway 389 ab. Die Stelle ist nicht zu übersehen – ein großes Werbeschild von einem Abschleppdienst steht direkt an der Abfahrt. Die Sunshine Route ist neben der Clayhole Route und der im Winter wegen Eis und Schnee unpassierbaren Main Street Route eine von drei Strecken, die zum Toroweap Point führen. Die Sunshine Route ist die Strecke, die der National Park Service empfiehlt.

Die Horrorgeschichten aus dem Internet erweisen sich als vollkommen übertrieben. Das größte Stück der 60 Meilen langen Schotterpiste ist zumindest bei Trockenheit vollkommen unproblematisch zu befahren. Hier braucht es nicht einmal ein SUV. Ich brettere genüsslich über die breite Staubpiste, achte aber immer darauf, möglichst keine spitzen Steine zu überfahren. Einen Platten hat man hier schnell – vor allem, wenn man seinen Gasfuß nicht unter Kontrolle hat. Außer ein paar Farmern mit ihren riesigen Pickups begegne ich auf der Strecke niemanden.

Die letzten Meilen zum Toroweap Point

Nach etwa … Meilen erreiche ich die Rangerstation. Hier ändert sich das Straßenbild schlagartig. Dicke spitze Felsbrocken und einige gemeine Felsplatten stellen sich meinem Auto und mir in den Weg. Die letzten … Meilen bis zum Tuweep Campground entsprechen schon eher den Horror-Beschreibungen aus dem Internet. Hier ist ein Auto mit “high clearance” – also ein SUV oder Jeep – Pflicht. Denke ich zumindest, bis ich kurz vor dem Tuweep Campground einen roten Kompaktwagen stehen sehe. Mit einem breiten Grinsen kommt mir Daniel entgegen, als ich das letzte Stück der Straße inspiziere. “How are you?”, fragt er. Schnell stellt sich raus, dass Daniel Schweizer ist und genau wie ich einige Wochen alleine durch den Südwesten der USA reist, immer die Kamera im Anschlag. Mit seinem Pkw kommt Daniel unmöglich die letzten Meter zum Campgroud und wildes campieren ist verboten. Ich biete Daniel aber an, sein Zelt auf meinem Platz aufzubauen.

Inzwischen ist es schon recht spät und wir machen uns zu Fuß auf die Suche nach dem Toroweap Point – vom Tuweep Campground läuft man nämlich noch rund eine halbe Stunde bis zum Grand Canyon. Dazu folgen wir einfach der Schotterpiste, die zu einem weiteren Campground fast direkt am Toroweap Point führt. Diese Übernachtungsmöglichkeit darf allerdings nicht mehr genutzt werden. An der Klippe des Grand Canyon angekommen suchen wir eine ganze Weile nach dem eigentlichen Torpweap Point, werden aber nicht fündig. Erst ein Tipp eines Einheimischen offenbart das Geheimnis – der beste Ausblickspunkt liegt etwas versteckt fast direkt neben dem Grillplatz. Statt von der Straße am Grand Canyon nach rechts abzubiegen, hält man sich links. Vor uns tut sich eine 3000 Fuß – das sind 880 Meter – hohe Steilwand auf. In der Tiefe rauscht der Colorado River und frisst sich unermüdlich in das Gestein. Wir sind beide überwältigt – so haben wir den Grand Canyon nicht nie gesehen. 

Toroweap Point

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USA – Tag 13 – Magie im Antelope Canyon

Der Antelope Canyon: magische Momente garantiert

Der Antelope Canyon ist ein Highlight auf jeder Reise durch den Südwesten der USA

Der Wind pfeifft noch bis tief in die Nacht. Entgegen meiner schlimmsten Befürchtungen werde ich aber nicht mitsamt Auto über die steilen Klippen in den Lake Powell geweht. Mein Wecker reißt mich schon lange vor Sonnenausgang aus dem Schlaf. Der Wind hat sich inzwischen gelegt und mir weht nur noch eine leichte Brise um die Nase. Ich schnappe mir meine Kamera und warte darauf, dass die Sonne am Horizont hervorkommt. Der Himmel leuchtet in den schönsten Farben, aber leider ist einziges Wölkchen zu sehen. Es ist noch ein wenig frisch. Das ändert sich aber, sobald die ersten Sonnenstrahlen die Landschaft erleuchten. Ich genieße die Stille und den atemberaubenden Ausblick vom Altrom Point.

Alstrom Point4

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USA – Tag 12 – Sonnenuntergang am Alstrom Point

Abgelegen und einsam: der Alstrom Point

Der Alstrom Point in Utah ist nur nach einer langen und beschwerlichen Anfahrt zu erreichen

Ich zögere lange, ob ich mich um vier Uhr aus dem Bett quälen und zum Monument Valley aufbrechen soll. Ich lasse es schließlich etwas ruhiger angehen und schlafe aus. Ich breche erst recht spät in Richtung des kleinen Wüstenstädtchens Page auf. Mein Plan ist, am Abend am Alstrom Point, der hoch über dem Lake Powell liegt, zu fotografieren. Bis dahin ist es aber noch Zeit und ich mache am Antelope Canyon Halt. Für den Upper Antelope Canyon, der für seine beeindruckenden Lightbeams bekannt ist, ist die Fototour heute leider schon ausgebucht. Ich versuche es noch am Lower Antelope Canyon, den ich allerdings schon kenne. Vor zwei Jahren waren natürlich auch einige Leute im Canyon, heute bildet sich vor dem Kassenhäuschen aber eine lange Schlange. Mir bleibt ja nicht viel übrig und so geselle ich mich unauffällig dazu. Nach einer halben Stunde stehe ich endlich vor dem alten Indianer, der hier kassiert. Kreditkarten akzeptiere man nicht, lässt er mich wissen – und Bargeld habe ich leider nicht genügend dabei. Also gut, dann fällt der Antelope Canyon heute ins Wasser.

Bei McDonald’s komme ich mit vier Deutschen ins Gespräch, die auf der Durchreise und ganz begeistert von der Gegend sind. Um am Abend am Alstrom Point nicht ohne Abendessen dazustehen, fülle ich meine Vorräte noch beim benachbarten Wal Mart auf. Ein Burgerbrötchen, Burgerfleich und ein Einweggrill wandern in den Einkaufswagen. Das wird ein unvergessliches Erlebnis, ganz alleine hoch über dem Lake Powel zu grillen und die spektakuläre Aussicht zu genießen. Leider kommt alles ganz anders.

Auf dem Weg zum Alstrom Point

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USA – Tag 11 – House on Fire und Monument Valley

Das House on Fire steht in Flammen

Zum House on Fire im Lower Mule Canyon führt eine schöne Wanderung

Am Morgen zieht es mich noch einmal zum Spider Rock. Ich treffe ein junges Paar, das wie ich auf der Reise durch den Südwesten der USA ist. Mit meiner Kamera und dem Stativ erwecke ich natürlich Aufsehen. Wir kommen kurz ins Gespräch, bevor die beiden weiterziehen. Leider sind die Lichtverhältnisse so schlecht, dass kein vernünftiges Bild auf der Kamera landet. Nach der gestrigen Ausbeute macht das aber nichts. Ich genieße einfach die unbeschreibliche Ruhe und die grandiose Aussicht auf den Spider Rock, der mir sprichwörtlich zu Füßen liegt. Vom Canyon de Challey soll es heute ins 90 Meilen entfernte Monument Valley gehen. Ich nehme aber einen Umweg in Kauf, um das House on Fire im Lower Mule Canyon zu besuchen. Beim sogenannten House on Fire handelt es sich um eine alte Ruine der Anasazi-Indianer, die lichterloh brennt, so scheint es zumindest. Bevor ich aber am Parkplatz ankomme, mache ich einen kurzen Stopp in Bluff. Besonders sehenswert ist hier der alte Cow Canyon Trading Post, der an der Kreuzung von Highway 163 und Highway 191 liegt. Errichtet wurde der bestens restaurierte Handelsposten um 1949 herum von Rusty Musselman, dem ersten Sheriff von San Juan County.

Cow Canyon Trading Post

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