Die besten Blogs – Interview mit dem Bergpixel

Der Bergpixel im Interview

In meiner Serie “Die besten Blogs” stelle ich euch regelmäßig lesenswerte Blogs aus den Bereichen Fotografie, Reisen und Wandern vor. Dieses mal: Bergsteiger Maik Major alias der Bergpixel

Maik Major alias der Bergpixel betreibt unter Bergpixel.de einen Wanderblog mit fabelhaften Landschaftsbildern und tollen Tourenberichten und -ideen aus dem Alpenraum. Kennengelernt haben wir uns auf dem Klettersteig zur Alpspitze – seitdem machen wir zusammen die Berge unsicher. Die Kamera darf dabei natürlich nie fehlen.

Bergpixel

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Maik, wie bist du zum Bloggen gekommen?

Eigentlich waren es meine Follower, die mich dazu animiert haben. Angefangen hat alles mit dem posten meiner Bilder auf Facebook. Da mich daraufhin immer wieder Nachfragen erreichten, wie die Tour war und wie meine Bilder entstanden sind, habe ich mich, entschlossen kleine Erlebnisberichte zu schreiben. Daraus wurden immer größere Geschichten, bei denen ich mich mehr auf meine persönlichen Erfahrungen als auf Daten beziehe.

Was motiviert dich zum Bloggen?

Ich möchte meine Erlebnisse und Geschichten mit meinen Followern teilen und Sie dazu animieren, wieder mehr raus zu gehen. Wenn ich die letzten Jahre Revue passieren lasse, gibt es unzählige wunderschöne Momente – wenn ich nur einen Leser dazu bekomme, dies auch erleben zu wollen, ist es für mich das größte Dankeschön.

Wo fühlst du dich am wohlsten? Strand, Wüste, Gebirge oder Großstadt?

Die Großstadt schließe ich vorab schon mal aus. Durch meinen stressigen Job zieht es mich immer wieder an Plätze, an denen ich die Ruhe genießen kann. Wo es mich gerade hinzieht, hängt von meiner Stimmung ab. Da ich in der Nähe von München wohne, genieße ich den Luxus, eine abwechslungsreiche Natur vor der Haustür zu haben.

Natürlich gilt meine große Leidenschaft den Bergen, aber es gibt auch Zeiten, in denen mich das Wasser magisch anzieht. Es muss nicht jedes Wochenende eine Bergtour sein – ein Tag am See ist mindestens genauso schön. Ich finde, dass die Abwechslung alles so besonders macht. Wenn man Woche für Woche in die Berge geht, verliert das auch seinen Reiz. Wenn ich hingegen mal ein, zwei Wochen Pause einlege, ist die Vorfreude, wieder auf einem Gipfel zu stehen, umso größer. Andersrum ist es genauso: Nach einigen Wochen des Wanderns ist es auch einfach mal schön, einen ruhigen Tag am See zu verbringen.

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Wenn du nur noch einmal Wandern dürftest, wohin würde es dich verschlagen?

Wenn du jetzt ferne Ziele erwartest, muss ich dich leider enttäuschen. Ich würde wohl meine erste richtige Bergtour, von Garmisch über die Höllentalklamm hinauf zur Rinderscharte, noch einmal gehen. Mit dieser Tour fing im Juli 2012 alles an. Damals erlebte ich die Erhabenheit von Mutter Erde zum ersten Mal bewusst. Zusammen mit meinen Eltern ging es an diesem Tag der, aus damaliger Sicht gesehen, riesigen Felswand entgegen und ich spürte erstmal dieses Gefühl der Demut und wie klein und zerbrechlich wir doch sind. Dieses Gefühl ist mir bis heute in Erinnerung geblieben und ich glaube, die Tour wäre für mich ein schöner Ort, mich von dieser Leidenschaft zu verabschieden… Natürlich hoffe ich, dass bis dahin noch viele, viele Jahre vergehen und ich noch mehr traumhafte Orte besuchen kann.

Was war deine größte Enttäuschung beim Wandern?

Ich habe lange nachgedacht und keine Antwort gefunden. Natürlich gab es immer wieder unschöne Situationen wie zum Beispiel schlechtes Wetter oder zu merken, dass man das erhoffte Ziel nicht erreicht. Ich möchte aber nicht von Enttäuschungen sprechen, da ich all diese Erfahrungen als Lernprozess sehe. Wenn man die Tour heute nicht schafft, sollte man sich beim nächsten Mal besser vorbereiten und wenn man dann am Ziel ankommt, ist die Freude größer, als wenn man es beim ersten Versuch geschafft hätte.

Was ist dir wichtig beim Wandern?

Das Gefühl am Abend, etwas besonderes erlebt zu haben. Man sollte immer den Moment und das Erlebte zu schätzen wissen. Es gibt für mich nichts schlimmeres, als abends nach Hause zu kommen und zu denken – naja, es war ganz nett… Zu dieser Einsicht zu gelangen war eine persönliche Entwicklung. Als ich mit dem Wandern begonnen habe, gab es für mich nur ein Ziel: Am Gipfel ankommen und die Tour abzuhacken. Inzwischen sind mir die Erlebnisse wichtiger geworden als das Abhacken der erklommenen Berge. Ich möchte einfach die Zeit bewusst genießen – egal an welchem Ort.

Was ist der größte Luxus, den du dir beim Wandern gönnst?

Tja, was ist Luxus? Für den einen ist es das noble Hotel, in das er am Abend nach der Wanderung eincheckt und für den anderen, so auch für mich, sind es Kleinigkeiten. Ich würde es schon als Luxus bezeichnen, all diese Eindrücke zu erleben. Beim Wandern merkt man wieder, wie wenig der Mensch zum glücklich sein braucht. Wir beide waren ja auch schon tagelang unterwegs und plötzlich wurde eine banale Steckdose zum laden der Akkus zum Luxusobjekt. Eigentlich ist genau dieses bewusste Leben der größte Luxus für mich.

Welcher Gegenstand kommt immer mit?

In dieser Frage werden wir uns wohl einig sein – die Kamera. Als leidenschaftlicher Hobbyfotograf darf diese natürlich nie fehlen.

Was wäre das schönste Geschenk, das man dir machen kann?

Da ich mit materiellen Dingen als Geschenk nicht viel anfangen kann, antworte ich mit der üblichen Antwort: Lass uns einfach eine schöne Zeit haben und einen tollen Tag verbringen. Die bewusste Erinnerung an schöne Momente ist für mich das schönste Geschenk. Was nützt es, wenn man im Alter zurückblickt und man nichts hat, an das man sich erinnern kann? Nach meinem Lebenswandel kann ich sagen: Das Leben ist das schönste Geschenk überhaupt! Es gibt soviel zu entdecken da draußen – also geht raus und entdeckt das Leben!!!

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