Die besten Blogs – Interview mit USA-Experte Fritz Zehrer

Fritz Zehrer im Interview

In meiner Serie „Die besten Blogs“ stelle ich euch regelmäßig lesenswerte Blogs aus den Bereichen Fotografie, Reisen und Wandern vor. Dieses mal: Fritz Zehrer, der den Südwesten der USA wie seine Westentasche kennt

Seit fast drei Jahrzehnten machen Fritz Zehrer und seine Frau den Südwesten der USA unsicher. Im Laufe der Jahre haben die beiden tausende Kilometer zu Fuß erwandert. Die Grundlage für eine Datenbank, die USA Hiking Database, war geschaffen. Sie soll Gleichgesinnten helfen, Wanderideen zu finden und in die Tat umzusetzen. Anfangs war die Dokumentation in die Reiseseite „1st Zehrer’s Place! USA Travel Guide“ (www.zehrer-online.de) eingebunden. Aber nachdem die Anzahl der Hikes dreistellig wurde, war es an der Zeit, eine speziell auf das Thema abgestimmte Internetpräsenz zu schaffen, die eine möglichst umfassende und breite Unterstützung für Wanderer sein sollte. „1st Zehrer’s Place! USA Hiking Database“ (www.ushikes.com) war geboren und bietet inzwischen hunderte Hikes mit Beschreibungen, downloadbaren GPS-Daten und topographischen Karten.

Fritz Zehrer im Südwesten der USA

Der “King of Wings” in New Mexico – fotografiert von Fritz Zehrer

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Fritz, wie bist du auf die Idee gekommen, deine Wanderungen im Internet zu präsentieren?

Nachdem wir in den frühen 1990er Jahren mit unseren Kindern alle touristischen Höhepunkte der USA erkundet hatten, war es an der Zeit, Land und Natur noch näher und noch intensiver kennenzulernen. Wir verließen die asphaltierten Straßen und suchten im Internet nach Wanderwegen in die tiefen Canyons und auf die Berge. Die Informationsquellen waren damals noch rar, aber so entdeckten wir die USA wirklich neu. Immer weiter drangen wir in auch menschenleere Gebiete mit einer nahezu unberührten Natur vor. Es blieb nicht aus, dass wir uns mit dem Thema GPS-Navigation auseinandersetzen mussten. Wir haben damit nicht nur unsere Hikes geplant und sind nach GPS-Wegpunkten und -Routen gewandert, sondern haben unsere Märsche auch aufgezeichnet.

Du bist ein Experte, was den Südwesten der USA angeht. Was fasziniert dich so an dieser Region?

Dass die Natur dort einzigartig ist, das wissen inzwischen viele. Aber für uns kommt noch ein Aspekt hinzu: Ob mitten in Idaho oder im Disneyland für Erwachsene, Las Vegas, – die Vereinigten Staaten sind wie gemacht für einen Urlaub, der Natur und Zivilisation vereint. Die Gegensätze von Einsamkeit und Trubel lassen sich hier ausgezeichnet leben und es ist dieses Zusammenspiel, das für uns einen USA Urlaub immer wieder zu einem ganz besonderen Erlebnis werden lässt.

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Fritz Zehrer und der Südwesten der USA

Gab es schon einmal eine Situation, in der du dachtest, das war jetzt aber zu krass?

Wir sind Wanderer und keine Kletterer, das schränkt in der Regel „krasse“ Situationen erheblich ein. Gleichwohl bergen die Canyons und Berge erhebliches Gefahrenpotential. Es ist einerseits das Wetter, ich denke hier an Springfluten oder Schnee selbst im Sommer und andererseits reicht es schon, wenn man sich ein Bein bricht.

Das Wetter soll und kann vor Ort beobachtet und im Internet recherchiert werden. Wenn man nicht mit einem „es wird schon klappen“ an die Sache rangeht, dann ist man zwar vor Überraschungen nicht gefeit, aber in der Regel ist das Vorsorge genug. Gegen einen Unfall haben wir auch Vorsorge getroffen. Wir haben inzwischen einen sogenannten Personal Locator Beacon dabei. Ein Alarm lässt sich manuell auslösen, der an einen Rettungsleitstelle via Satellit geht. Im Fall der Fälle löst man den Alarm aus. Dieser geht an einen Satelliten, von dort zu einer Empfangsstation auf dem Boden und weiter zu einem Kontrollzentrum. Von diesem wird das Notrufsignal an die zuständige Rettungsleitstelle weitergeleitet. Dann wird dort über das geeignete Rettungsmittel entschieden.

Aller Vorsorge zum Trotz, – erst heuer hatten wir ein wirklich krasses Erlebnis, als uns auf dem Canaan Mountain ein Unwetter nach dem anderen überraschte und wir mit blutigem Ellenbogen und mit letzter Kraft zum Trailhead gekommen sind. Die Fahrt zum Teer glich einer Achterbahn und war alles anderes als ungefährlich.

Was ist für dich das A und O beim Wandern? Also worauf sollte jeder achten, der so wie du längere Wanderungen in der Wildnis unternimmt?

Gut vorbereitet und nicht leichtsinnig zu sein ist entscheidend, – das gilt für die Fitness, die Kleidung und Ausrüstung und die Getränke. Es macht aber aus meiner Sicht keinen Sinn zum Beispiel für das mitzunehmende Wasser Vorschläge zu machen. Ein Mensch braucht mehr, der andere weniger. Man muss durch Übung ein Gefühl dafür entwickeln.

Wenn du nur noch einmal in den Südwesten der USA fahren dürftest – was würdest du dir nochmal anschauen?

Die Coyote Buttes North im Winter!

Welche Wunschziele außerhalb der USA stehen auf deiner Liste?

Alles, was südlich und westlich von München liegt.

Was rätst du jemanden, der das erste Mal in den Südwesten der USA fährt? Worauf sollte man besonders achten?

Plane neben den allseits berühmten touristischen Höhepunkten auch Abstecher in unbekanntere Gegenden ein.

Was kommt auf deinen Reisen immer mit?

Wanderschuhe!

Was wäre das größte Geschenk, was man dir machen könnte?

Klingt zwar abgedroschen, aber so ist es: Genügend lange gesund und fit bleiben!

Welche Reisepläne hast du für die nächste Zukunft?

USA, Motorrad-Urlaub in Südfrankreich und auf Sardinien, London Marathon.

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