Dominica – Tag 5 – Wanderung durch den Dschungel

Dschungelwanderung auf Dominica

Ein kleines Abenteuer im Urwald

Oris holt uns um sieben aus dem Hotel ab. Hier, direkt am Meer, warten wir noch auf unseren Wanderführer Eric, der ein paar Minuten später mit einem nagelneuen Subaru Forester ankommt. Ein schlechter Job scheint es nicht zu sein, auf Dominica Touristen die Schönheit der Natur zu zeigen. Direkt am Ufer sehen wir einen älteren und offenbar leicht verwirrten Mann, der seine Habseligkeiten in einer Tüte umherschleppt. Gerade in der Hauptstadt Roseau sieht man auch sehr viel Armut. Unseren Sandwich, frisch in der Hotelküche zubereitet, brauchen wir wohlgenährten Westeuropäer eigentlich nicht. Der alte Mann freut sich viel mehr als wir über ein leckeres Frühstück. Viel ist es nicht, aber immerhin kann er den Tag heute mit einem Lächeln beginnen.

Dominica wurde von Wirbelsturm Maria 2017 schwer getroffen. Vieles wurde zerstört, vieles aber auch schon wieder aufgebaut. Wir haben uns im Juni 2018 auf Dominica umgesehen. Diese Recherchereise wurde unterstützt von  Discover Dominica.

Die Fotos in diesem Artikel wurden mit der Nikon D810 und der Sony Alpha 6000 geschossen. Was wir sonst noch so dabei haben auf unseren Wanderungen und Reisen? Hier geht es zu unserer Fotoausrüstung.

Wandern auf Segment 3 des Waitukubuli National Trail

Oris fährt uns zum Startpunkt der Wanderung. Von Roseau aus sind wir keine halbe Stunde unterwegs. Segment 3 des Waitukubuli National Trails steht heute auf dem Programm. Die zehn oder elf Meilen schaffen wir leicht in vier bis fünf Stunden, meint Eric. Anders als in den vergangenen Tagen regnet es heute – mal in Strömen, mal nur leicht. Die Regenjacke hält zwar das Wasser von außen ab  – bei der hohen Luftfeuchtigkeit und den hohen Temperaturen schwitzen wir aber auch alles voll. Einen Vorteil hat die Regenjacke aber – doch dazu später mehr.

Die Wanderung beginnt auf rund 450 Metern Höhe und führt uns rasch in den Urwald. Zuerst laufen wir an einer riesigen Baustelle vorbei. Was sofort auffällt sind die vielen Chinesen auf dem Bau. Der Deal ist ganz einfach: Dominica unterstützt die “Ein-China-Politik”, bei der es nur ein China – inklusive Taiwan – gibt. Im Gegenzug machen die Chinesen Geschenke wie Straßen oder Stadien, erklärt uns ein Einheimischer. Das ist Weltpolitik hautnah.

Baustelle

Am Zustieg zu Segment 3 des Waitukubuli National Trail wird gebaut

Wir lassen den Baulärm schnell hinter uns und folgen einer Schotterpiste. Nach wenigen Minuten endet die Piste – und es geht in den Dschungel. Anfangs kommen wir schnell voran, aber schon bald kämpfen wir uns durch brusthohes Gestrüpp. Eric geht voran und beseitigte immer wieder Pflanzen, die direkt auf dem Trail wachsen. Offenbar ist diesen Weg schon lange niemand mehr gelaufen. Nach Wirbelsturm Maria 2017 wurden zwar die umgestürzten Bäume zersägt und der Weg grob freigeräumt. Seitdem ist aber nicht mehr viel passiert. Wir haben immer die Hoffnung, dass die Bedingungen besser werden – das Gegenteil ist der Fall. Wir genießen zwar immer wieder tolle Blicke über den Urwald, sind aber mehr damit beschäftigt, nicht auf den spiegelglatten Steinen auszurutschen oder über eine Schlingpflanze zu stürzen. Dass der Weg inzwischen überhaupt nicht mehr zu erkennen ist, finden wir recht spannend – die meisten Urlauber dürften hier aber entnervt aufgeben.

Schotterpiste

Wir folgen zunächst einer Schotterpiste

Schild Waitukubuli National Trail

Wir befinden uns auf dem Waitukubuli National Trail

Wanderung auf Dominica

Anfangs ist der Wanderweg noch relativ gut begehbar

Mit Eric an der Spitze kämpfen wir uns immer weiter vor. Zu seinem Heimatdorf Giraudel sind es angeblich nur 45 Minuten. Das sagt Eric, kurz nachdem wir den Urwald betreten. Der Geräuschpegel ist unglaublich. Die Vögel veranstalten ein ohrenbetäubendes Konzert, wie man es sich nicht vorstellen kann. Inzwischen sind wir über eine Stunde unterwegs – und Eric schätzt, dass wir eine weitere Stunde bis zu seinem Ort benötigen. Die Hänge sind teilweise abgerutscht und wir müssen kurze Stücke steil nach oben klettern und am Hang queren. Dann gbt es wieder Stellen, die recht stark ausgesetzt sind. Durch die hohe Vegetation sehen wir nicht, wohin wir treten. Ein falscher Tritt kann hier fatal enden.

Urwaldwanderung

Wir schlagen uns immer tiefer in den Dschungel

Urwald

Hier führt der Trail entlang

Kletterpassage Waitukubuli National Trail

An dieser Passage müssen wir ein wenig klettern

Blück über den Dschungel

Trotz aller Strapazen: Der Blick über den Dschungel ist grandios

Waitukubuli National Trail

Hier ist der Weg komplett zerstört. Der “Normal”-Wanderer hätte hier wohl größte Probleme

Uns allen ist klar, dass die Tour bei diesen Bedingungen überhaupt keinen Sinn macht. Wir sind zwar erfahrene Wanderer und uns machen die schlechten Bedingungen nicht viel aus – ein Genuss ist es aber nicht. Nach aktuellem Stand (Juni 2018) ist der Waitukubuli National Trail in Sektion 3 absolut ungangbar für den Ottonormal-Besucher. Die Wege werden wieder in Stand gesetzt, das ist sicher. Derzeit muss man sich auf Dominica aber noch mit ausgewählten Wanderungen begnügen, die auch wieder machbar sind. Laut Eric sind aktuell etwa 20 Prozent aller Trails wieder geöffnet sind.

Das Blumendorf Giraudel

Nach gut zwei Stunden und vier Kilometern durch den Urwald erreichen wir Giraudel. Der Ort ist für die wunderschönen Blumengärten bekannt. Überall blüht es – es ist ein Gedicht. Für uns ist die Wanderung hier zu Ende. Wir schlendern noch ein wenig durch Ort, schauen in die Grundschule – eine große Halle, in der die Kinder unterrichtet werden – und warten auf Oris, der uns zurück ins Hotel nach Roseau fährt.

Blumendorf Giraudel

Wir sind froh, das Blumendorf Giraudel zu erreichen

Schule in Giraudel

Die Schule in Giraudel

Die Seele baumeln lassen

Nach den Strapazen im Urwald lassen wir am Pool die Seele baumeln. Das gehört ja irgendwie auch zu einem Urlaub in der Karibik. Es ist zwar wolkig, trotzdem haben wir angenehme 26 Grad. Es ist eine Wohltat, einfach einmal nichts zu tun und dem Rauschen des Meeres zu lauschen.

Hotelpool Fort Young

Eine Pause im Hotelpool – auch das gehört zu einem Urlaub auf Dominica

Der Markt in Roseau

Am frühen Nachmittag machen wir uns auf den Weg zum Markt in Roseau. Schon auf dem Weg sieht man, dass die Stadt ziemlich von Wirbelsturm Maria getroffen wurde. Überall wird gebaut und gehämmert – und überall stehen noch zerstörte Häuser. Am Markt angekommen werden wir von einem jungen Kerl angesprochen, ob wir “Stoff” brauchen. Wir verneinen höflich und gehen unseres Weges. Auf dem Markt haben die Bauern kleine Stände aufgebaut. Es gibt unzählige Knollengewächse, aber auch bereits wieder etwas Obst. Maria hat viele Obstbäume zerstört, weshalb Obst auf Dominica noch Mangelware ist. Wir kaufen eine Ananas und ein paar Mangos – letztere zu finden ist nicht selbstverständlich. Die Ananas ist zuckersüß – so eine leckere Frucht findet man in Deutschland kaum.

Markt in Roseau

Auf dem Markt in Roseau

Knollengewächse

Obst gibt es kaum, dafür viele Knollen

Roseau

Wir schlendern noch ein wenig durch die Stadt

Wir streifen noch ein wenig durch die engen Gassen. Plötzlich hält ein Wagen mit schwarz getönten Scheiben neben uns. Das Fenster fährt runter, am Steuer sitzt ein grimmig dreinschauender Typ von der Gestalt eines Ochsen. “What’s up man” wirft uns der Typ im krassen Slang entgegen. Wir reagieren nicht und hoffen, der Wagen setzt jetzt nicht auch noch zurück. Tut er nicht! Trotzdem fühlen wir uns hier nicht wirklich wohl. Wir laufen noch ein wenig durch die Stadt, beschließen dann aber, umzukehren. Die Stadt gefällt uns nicht wirklich. Trotzdem ist es ein Erlebnis, durch die Gassen zu schlendern oder mit den Bauern auf dem Markt über Knollen zu sprechen. Knollen gibt es auf Dominica nämlich echt viele.

Deine Meinung ist uns wichtig

Warst du auch schon auf Dominica? Welche Orte haben dir besonders gut gefallen? Vielleicht hast du ja auch noch den einen oder anderen Tipp für eine Dominica-Reise? Hinterlass doch einen kurzen Kommentar – wir freuen uns!

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