Ein Stativ für 25 Euro – kann das gutgehen?

Ein Stativ zum Schnäppchenpreis

Top oder Flop?

Für unsere Wanderung auf Deutschlands höchsten Berg, die Zugspitze, musste ich mir etwas einfallen lassen. In der Regel nehme ich zu geplanten Fotoshootings immer meine gesamte Kameraausrüstung mit. Eine Vollformat-DSLR mit mindestens einem lichtstarken Objektiv, diverse Glasfilter, Akkus, weiteres Zubehör und natürlich mein Stativ. Das ganze wiegt gut und gerne sieben Kilo. Dazu kommen bei langen Bergwanderungen eine Regenjacke, eine Regenhose, eine Daunenjacke und wie bei unserer Tour auf die Zugspitze auch noch Schlafsack und Isomatte. Obwohl einige Hütten auf dem Weg liegen, muss auch genügend Wasser mitgenommen werden. Mit einem 15-Kilo-Rucksack auf den Schultern über 1800 Höhenmeter stemmen, und das bei 30 Grad? Das ist kein Spaß. Es musste also eine Alternative her.

Stativ Mantona Moveo 33

Das Mantona Moveo 33 ist ein extrem leichtes Stativ

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Ein Stativ für 25 Euro?

Ich beschloss also, nur meine Wanderkamera Sony Alpha 6000 mit dem Standardobjektiv 16-50mm mitzunehmen. Dazu einen einzigen Grauverlaufsfilter auf Kunststoff in einer mittleren Stärke. Für die Sony Alpha 6000, die mit Objektiv weniger als 500 Gramm wiegt, brauchte ich aber nicht mein ultrastabiles Carbon-Stativ, das sonst meine DSRL hält. Nach kurzer Recherche stieß ich auf das Mantona Moveo 33. Mit 650 Gramm ist das Stativ ein echtes Leichtgewicht. Noch dazu kostet das Stativ weniger als 25 Euro. Ich traute meinen Augen kaum. Taugt ein Stativ für weniger als 25 Euro überhaupt etwas? Ich war mehr als skeptisch, wagte den Versuch aber trotzdem. Die technischen Daten auf dem Papier lasen sich schließlich ganz gut.

  • Gewicht 650 Gramm
  • Arbeitshöhe 108 cm
  • Maximale Höhe inklusive Mittelsäule 126 cm
  • Packmaß 45 cm
  • Tragkraft 3 Kilo

Der erste Eindruck des Mantona Moveo 33

Ich hatte keine hohen Erwartungen und war wirklich positiv überrascht, als ich das Sativ das erste Mal in der Hand hielt. Das Mantona macht einen wertigen Eindruck und ist wirklich extrem leicht. Die Verarbeitung ist – für 25 Euro – ausgezeichnet. Ich hatte schon befürchtet, dass die Stativbeine eventuell aus Plastik sind. Dem ist aber nicht so, hier ist alles aus Aluminium (oder einem anderen Metall) gefertigt. Die Verschlüsse lassen sich leicht bedienen. Bei meinem Stativ rastet einer der Verschlüsse allerdings nicht richtig ein, der Funktionalität schadet das aber nichts. Die Kamera wird auf den integrierten Stativkopf geschraubt. Der Stativkopf ist aus Plastik, für eine so leichte Kamera wie die Sony Alpha 6000 sollte das aber allemal reichen.

Das Stativ im Einsatz

Die Wanderung auf die Zugspitze ist einfach grandios. Das Stativ passt mit seinen 45 cm locker in jeden größeren Rucksack und das Gewicht spürt man eigentlich nicht. Diesen Teil des Tests hat das Stativ also schon einmal mit Bravour gemeistert. Am Abend wurden wir mit einem grandiosen Sonnenuntergang auf dem Gipfel der Zugspitze für die Anstrengungen belohnt. In der Ferne hatten sich dunkle Gewitterwolken zusammengebraut und hin und wieder zuckten Blitze am Himmel. Durch eine Lücke in der Wolkendecke kam aber auch immer wieder die Sonne zum Vorschein und strahlte die dunklen Gewitterwolken an. Es war einer dieser Sonnenuntergänge, die man mit Glück zwei- oder dreimal im Jahr erlebt. Die Bilder, die entstanden, sind ein Traum. Ohne Stativ wären die Fotos so nicht umsetzbar gewesen.

Stativ Mantona Moveo 33 ausgezogen

Mit nur 650 Gramm ist das Mantona Moveo 33 extrem leicht – trotzdem lässt das Stativ eine Arbeitshöhe von bis 126 cm zu und wirkt dabei nicht wackelig

Im Querformat kommt man mit dem Mantona Moveo wirklich gut aus. Der Stativkopf lässt sich flott und einfach bedienen. Leider ist es kein Kugelkopf, das ist meine größte Kritik. Mit einem Kugelkopf könnte man noch deutlich schneller agieren. Fummelig wird es vor allem, wenn man vom Quer- auf das Hochformat wechseln will. Dann muss man die rote Schraube, die die Kamera hält, lösen, die Kamera drehen und die Schraube wieder festziehen. Erst jetzt kann man am Stativkopf alles so einstellen, dass man im Hochformat fotografieren kann. Will man wieder im Querformat fotografieren, geht die ganze Prozedur erneut von vorne los. Muss es einmal schnell gehen, ist das natürlich ein enormer Nachteil. Hat man hingegen ausreichend Zeit, ist das ganze nicht so dramatisch.

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Stativkopf Mantona Moveo 33

Der Stativkopf ist aus Plastik gefertigt, hält eine leichte Kamera aber gut. Ein Kugelkopf wäre das i-Tüpfelchen gewesen

Ein weiterer Nachteil ist, dass man die Kamera nicht in der horizontalen Ebene verstellen kann. Das heißt, man muss das Stativ wirklich exakt horizontal ausrichten, um ein Bild mit einem geraden Horizont zu schießen. Wenn man aber die Wahl hat, garkein Stativ mitzunehmen oder das Leichtgewicht Mantona Moveo, kann man mit diesen Nachteilen gut leben.

Stativ mit Sony Alpha 6000

Beim morgendlichen Fotoshooting auf der Zugspitze leistet das Stativ gute Arbeit

Jubiläumsgrat im Morgenlicht

Der Jubiläumsgrat im Morgenlicht – ohne Stativ wäre das so nicht umzusetzen gewesen

Mein Fazit zum Mantona Moveo 33

Die Verarbeitungsqualität hat mich wirklich positiv überrascht. Mit 650 Gramm und dem geringen Packmaß kann das Stativ auf jeder Wanderung in den Rucksack. Eine schwere Kamera mit lichtstarken Objektiven hält das Stativ natürlich nicht, dafür ist es aber auch nicht konzipiert. Wer eine Kompaktkamera oder eine leichte(!) DSLM besitzt, kann mit dem Mantona Moveo 33 durchaus arbeiten. Natürlich benötigt man länger, um alles einzustellen und natürlich trotzt das kleine Reisestativ nicht jedem Sturm oder jeder Welle. Für lange Wanderungen, bei denen es wirklich auf jedes Gramm ankommt, ist das aber ein Kompromiss, mit dem man leben kann. Für 25 Euro bekommt man ein extrem leichtes Reisestativ für die kleine Kameraausrüstung, das viele Situationen gut meistert. Das Mantona Moveo 33 ist sicher nicht das Beste, was man kaufen kann, das Preis-Leistungs-Verhältnis ist aber überragend und deswegen eine absolute Kaufempfehlung für alle, die keine Unsummen in ihre Kameraausrüstung investieren wollen.  Meine Empfehlung zum besten Reisestativ für Landschaftsfotografen findet ihr übrigens hier.

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Deine Meinung ist uns wichtig

Ein Stativ für 25 Euro? Was denkst du darüber, kann das wirklich was taugen? Oder kennst du vielleicht eine gute Alternative zu dem hier vorgestellten Stativ? Dann hinterlass doch einen kurzen Kommentar – wir freuen uns 🙂

 

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7 replies
  1. Florian
    Florian says:

    Hi, sehr schöner Artikel, samt Fotos! Vielen Dank für die Inspiration! Ich liebäugel schon seit Längerem mit einem Reisestativ und finde beim Moveo besonders den Preis und das Gewicht äußerst attraktiv! Ich müsste nur mal testen wie sicher ich mir bei der Standfestigkeit mit meiner 70 d bin, da diese doch ein wenig schwerer als viele kompakten DSLRs ist.

    Danke und weiter so 🙂

    Liebe Grüße

    Florian

    Reply
  2. Mike Schlechter
    Mike Schlechter says:

    Hallo Florian,

    ich wollte mich nur eben für den schönen Artikel bedanken. Habe mir daraufhin das Stativ bestellt und soeben ausgepackt.
    Hatte vorher viel, gelesen und rumgeschaut, aber es ist nicht einfach ein leichtes (deutlich unter 1 kg) und halbwegs anständiges, bezahlbares Reisestativ zu finden. Meiner voriger Kauf war ein echter Flopp.
    Erste Festellung ist, dass es tatsächlich ausreichend stabil scheint. Perfekt für unterwegs und meine leichte Lumix DSLM.
    Lustig ist wohl, dass ich es als Mantona Moveo 33 bestellt habe, es aber als Walimex Reisestativ Basic geliefert wurde.
    Für den gefragten Preis aber echt gut.
    Nochmals vielen Dank!

    Reply
  3. Thomas
    Thomas says:

    Ich habe die leidliche Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt ein wenig mehr in die Tasche zu greifen. Man sollte sich immer wieder erinnern, dass man solch einem Produkt evtl mehrere Hundert Euro “anvertraut”. Dann sollte man nicht am falschen Ende sparen.

    Trotzdem gut geschriebener Artikel und schicke Fotos.

    Reply
    • Florian Westermann
      Florian Westermann says:

      Hi Thomas,

      das sehe ich nicht anders. Trotzdem gibt es Leute, die nicht ein paar hundert Euro ausgeben wollen – und da ist dann dieses kleine Stativ allemale besser als gar keins .-)

      Viele Grüße
      Florian

      Reply

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