Die schönsten Burgen und Schlösser in Europa
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Schöne Burgen und Schlösser in Europa: Das sind unsere Top 50 [mit Karte]

Europa begeistert mit imposanten Burgen, mystischen Burgruinen und märchenhaften Schlössern. Alleine in Deutschland schätzt man die Zahl der Burgen auf sage und schreibe 25.000 – in Europa sind es noch etliche mehr.

Von vielen der einstigen Wehr- und Prunkanlagen sind nicht mehr als ein paar Fundamente übrig - oder sie sind ganz verschwunden. Andere Burgen und Schlösser hingegen haben den Lauf der Jahrhunderte überstanden oder wurden neu aufgebaut.

In diesem Artikel stellen wie dir die schönsten Burgen und Schlösser in Europa vor. Neben bekannten Burgen und Schlössern wie die Burg Eltz oder das Schloss Neuschwanstein findest du hier viele Geheimtipps, von denen du bestimmt noch nie etwas gehört hast. Tauche ein ins düstere Mittelalter und in die Zeit der Könige, der Ritter und der großen Kreuzzüge, aber auch in die Romanik, Gotik, Renaissance und den Barock.

Aktualisiert am 29.07.2022

Karte: Europas schönste Burgen & Schlösser im Überblick

Dänemark

Schloss Kronborg: Home of Hamlet 

„Sein oder Nichtsein“ – als Shakespeare um 1600 diese berühmten Worte für seinen Hamlet schrieb, hatte er eine ganz konkrete Location für das Drama vor Augen – Schloss Kronborg im dänischen Helsingør.

Ob der berühmte Poet jemals wirklich dort war, ist ungeklärt. Fest steht aber, dass Dänemark damals das mächtigste Königreich weit und breit war und sich mit Kronborg ein Renaissance-Schmuckstück schuf, das in seiner Pracht unerreicht war.

An der schmalsten Stelle des Öresunds erinnerten donnernde Kanonenschüsse die vorbeifahrenden Schiffe, auch ja den Zoll nicht zu vergessen, während drinnen Friedrich der Zweite mit beherztem Griff in die die gut gefüllten Schatztruhen rauschende Feste schmiss.

Zwischen eleganten Giebeln und reich verzierten Fassaden versammelte er zudem Künstler und geniale Denker wie den Astronomen Tycho Brahe. Und als er seine Königin Sofie zum Traualtar führte, trug sie ein Kleid aus karmesinrotem Samt, über das damals die ganze bekannte Welt sprach.

Legendär auch der „Kanonentoast“: Wenn der Monarch einen Toast ausbrachte, ertönten Pauken im Saal. Darauf antworteten die Trompeter auf dem Turm. Und diese Trompetenklänge wiederum gaben das Signal für einen ohrenbetäubenden Kanonensalut. Hamlet-Kenner wissen natürlich sofort Bescheid: Hier lässt König Claudius die Kanonen ebenfalls auf diese Weise donnern.

Auch heute noch lassen sich Besucher von der höfischen Pracht inspirieren und folgen den Spuren Hamlets zwischen den goldenen Turmspitzen, der Flaggenbastion und dem Tanzsaal. Die wahren Shakespeare-Fans suchen sich dafür am besten den Monat August aus, wenn das Theater-Ensemble „Hamlet Scenen“ zum Shakespeare-Festival einlädt.

Denn eine authentischere Kulisse für das berühmte „To be or not to be“ gibt es wohl nirgends sonst auf der Welt …

Autorin: Ines von Entdeckerstorys

Schloss Kronborg in Dänemark
Kronborg in Dänemark ist eines der imposantesten Schlösser Europas – Foto: Entdeckerstorys

Schloss Rosenborg

Christiansborg, Amalienborg, Rosenborg… Was Schlösser und Burgen angeht, gibt es in Kopenhagen ja eine breite Auswahl. Wenn ich dir aber nur eines der drei Schlösser in Dänemarks hipper Hauptstadt ans Herz legen kann, dann würde ich mich für Rosenborg entscheiden.

Rosenborg wurde 1606-1607 als Lustschloss erbaut und ist im Gegensatz zu den beiden anderen Kopenhagener Schlössern auch von außen total hübsch. Dazu trägt nicht zuletzt die kleine Parkanlage bei, die das Schloss umgibt. Die beiden Hauptattraktionen von Rosenborg sind definitiv der große Rittersaal mit Krönungsthron im oberen Stockwerk und die dänischen Kronjuwelen im Keller des Schlosses!

Wenn du wie ich ein großer Fan bist von ausführlichen Infotafeln und Erklärungen dazu, warum alle Schlösser immer sieben Wohnzimmer und fünf Schlafzimmer für eine Person haben, dann wird dich Rosenborg leider auch ein bisschen enttäuschen. Denn es wird in den einzelnen Räumen nicht wirklich erklärt, wofür diese früher genutzt wurden und wie die Räume miteinander in Beziehung stehen (etwas, was ich in Schlössern immer super spannend finde). Stattdessen sind die Räume im Schloss einzelnen Mitgliedern der Königsfamilie gewidmet und beinhalten Informationen über das Leben und Wirken der Personen.

Trotzdem hat mir Rosenborg in Kopenhagen sehr gut gefallen und deshalb ist es mein Tipp für alle, die Schlösser und Burgen lieben.

Autorin: Imke von Crappy Radio Stations

Schloss Rosenborg in Kopenhagen
Schloss Rosenborg gehört zu den Top-Sehenswürdigkeiten in Kopenhagen – Foto: Crappy Radio Stations

Deutschland

Altes Schloß Hohenbaden

Hoch über Baden-Baden, da thront die Ruine Altes Schloß Hohenbaden, im Mittelalter Sitz der Marktgrafen von Baden. Von den 100 Räumen, die es zu seiner Hochzeit hatte, ist heute nicht mehr viel zu sehen. Gut, dazu mag beitragen, dass es schon 1479 nicht mehr als Residenz genutzt wurde, sondern nur mehr als Wittwensitz. Und auch schon im Jahr 1599 abfackelte und es bis Anfang des 19. Jahrhunderts niemanden mehr wirklich kümmerte, was mit der Ruine geschehen soll.

Rund 45-60 Minuten läuft man von der Ortsmitte von Baden-Baden hoch zu der tollen Burgruine Schloß Hohenbaden. Es geht stetig aufwärts, mit etwas Glück siehst Du unterwegs wie wir auch ein paar Eichhörnchen :)

Nach etwas mehr als der Hälfte der Strecke bietet sich die Waldschenke als Einkehrpunkt auf der Wanderung nach oben an, ein gemütliches Bier mit toller Aussicht geniessen. Kurz vor der Ruine kommt noch die Bernharduskapelle, dann ein letzter steiler Anstieg. Jetzt ist es an der Zeit, sich zu entscheiden: Erst Einkehren oder erst besichtigen? Wir haben uns erst das Gelände angeschaut und die Aussicht genossen, die sich hier oben bietet. Und dann die Gelegenheit genutzt, einen leckeren Wurstsalat im Fidelitas zu genießen!

Du hast noch nicht genug mit dem Besuch der Burgruine für diesen Tag? Dann wandere doch einfach weiter, vorbei an den Battertfelsen zur Merkurbergbahn und fahre dort hoch. Das ist übrigens die längste Standseilbahn in Deutschland. Mehr dazu (und natürlich auch weitere Essenstipps) gibt es in meinem Artikel “ Was kann man an einem Tag in Baden-Baden machen? Eine Menge!“ Und zwei Hotel Empfehlungen gebe ich euch in zwei weiteren beitragen im Blog auch – und einen zusätzlichen Wandertipp :)

Autor: Hubert vom Travellerblog

Burg Eltz: der Insta-Hotspot in Deutschland

Eine der bekanntesten und sicher auch schönsten Burgen der Welt darf in diesem Artikel auf keinen Fall fehlen: Burg Eltz. Das weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannte Märchenschloss mit seinen pittoresken Erkern und Türmchen liegt tief  versunken in den Wäldern der Eifel und ist in den vergangenen Jahren befeuert durch die sozialen Medien zu einem der beliebtesten Hotspots Deutschlands für Touristen aus aller Welt geworden.

Deswegen gilt für einen Besuch der Burg Eltz: Der frühe Vogel fängt den Wurm! Wer hübsche Fotos vor dem menschenleeren Schloss machen möchte, sollte unbedingt zum Sonnenaufgang (oder am Abend zum Sonnenuntergang) da sein, denn tagsüber ist es teils proppenvoll.

Ein Besuch der Burg Eltz lohnt sich aber nicht nur für ein Fotoshooting, sondern auch die Besichtigung der Burganlage ist super spannend. Denn die Burg ist in ihrer mehr als 800 Jahre alten Geschichte nicht durch Kriege, Eroberer oder Naturkatastrophen zerstört worden, sondern war über all die Jahrhunderte hinweg immer im Besitz der Familie Eltz, sie sich gut um sie gekümmert und sie vor dem Verfall geschützt hat  – im Inneren der Gemäuer lässt sich diese Geschichte hautnah erleben.

Wer seinen Besuch mit einer Wanderung verbinden möchte, dem empfehle ich den Traumpfad Eltzer Burgpanorama. Auf gut zwölf Kilometern Länge erlebt man eine abwechslungsreise Wanderung mit der Burg Eltz als Highlight; der Wanderweg wurde sogar als einer der schönsten Deutschlands gekürt.

Autorin: Katrin von Before We Die

Blick auf Burg Eltz vom Wanderweg
Allen Outdoor-Fans lege ich den Traumpfad Eltzer Burgpanorama ans Herz – Foto: Before We Die

Burghausen: Die längste Burg der Welt

Direkt an der Grenze zwischen Deutschland und Österreich thront die 1051 Meter lange Burg über der Altstadt von Burghausen, eingebettet zwischen der Salzach und dem Naturbadesee Wöhrsee. Klar, dass die größte Burg der Welt auf der Liste der schönsten Burgen Europas nicht fehlen darf.

Im Innenhof der Hauptburg befindet sich das Besucherzentrum und das Stadtmuseum. Hier erfährst du viel Wissenswertes zur Geschichte der Burg und zur denkmalgeschützten Altstadt von Burghausen.

Der Bereich der Hauptburg soll bereits während der Bronzezeit besiedelt gewesen sein. Desweiteren gibt es Funde aus der Kelten- und Römerzeit. Der älteste Teil der heutigen Burg stammt aus dem 11. Jahrhundert, wobei die Blütezeit Burghausens zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert lag. Rund um den Innenhof waren die Gemächer des Fürstenehepaares, ein riesiger Speisesaal, Vorratsräume sowie das Wichtigste – die Schatzkammer – untergebracht.

Als Bergfried wird der Wehrturm einer mittelalterlichen Burg bezeichnet. Im Falle eines Angriffs wurden hierher die adeligen Frauen und Kinder gebracht und bis zum letzten Blutstropfen verteidigt. Das Treppenhaus des Bergfrieds ist eng und steil, um den Angreifern das Vordringen zu erschweren. Zusätzlich wurde durch das sogenannte Mordloch heiße Flüssigkeit, wie zum Beispiel Pech, gegossen.

Abseits der grausamen Geschichte kann man heute vom Bergfried aus einen einmaligen Ausblick über die Burg zu Burghausen genießen.

Fun-Fact am Rande: Die Burg zu Burghausen diente bereits mehrmals als Filmkulisse. Unter anderem wurde hier auch „Wickie auf großer Fahrt“ gedreht.

Autorin: Carmen von Chamy travels

Blick auf Burg Burghausen
Die Burg zu Burghausen ist Europas längste Festungsanlage – Foto: Chamy travels
Die Festungsanlage Burghausen
Damit gehört die Wehranlage zu den beeindruckendsten in ganz Europa – Foto: Chamy travels

Burg Hohenzollern

Burg Hohenzollern thront majestätisch auf dem Zollerberg bei Hechingen, rund eine Fahrstunde von Stuttgart entfernt. Sie ist eine der beeindruckendsten Burganlagen Deutschlands und gehört sogar zu den meistbesuchten in ganz Europa.

Bereits im 11. Jahrhundert gab es in dieser exponierten Lage auf dem 855 Meter hohen Berg eine Burg. Diese wurde leider völlig zerstört. Auch von einer zweiten Burg waren Anfang des 19. Jahrhunderts nur noch Ruinen übrig. Die heutige Burganlage wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts mit mehreren Türmen als imposante Ritterburg erbaut.

Bis heute ist Burg Hohenzollern im Privatbesitz des Hauses Hohenzollern. Aus dieser Dynastie stammten die Könige von Preußen und auch die Deutschen Kaiser.

Bei einem geführten Besuch durch die Burg kannst du die prachtvoll ausgestatteten Räume und die riesige Kunstsammlung bewundern. Eine der Hauptattraktionen ist die preußische Königskrone. Nach der Führung lässt sich das Burgflair im Biergarten oder im Schlosscafé weiter genießen.

Mit unseren Kindern waren wir vor einigen Jahren bei einer wirklich genialen Kinderführung auf der Zollernburg. Die Kids durften sich wie Prinzen und Prinzessinnen in rote Mäntelchen kleiden und spannenden Geschichten über Ritter und Burggespenster lauschen. Auch wir Eltern hatten riesigen Spaß!

Kinder liegen der Familie Hohenzollern besonders am Herzen: Seit vielen Jahrzehnten lädt die Prinzessin Kira von Preußen Stiftung sozial benachteiligte Kinder zu Ferien auf der Burg ein.

Auf Burg Hohenzollern gibt es das ganze Jahr über Veranstaltungen für die Öffentlichkeit. Zwei der absoluten Highlights sind die Open-Air Theateraufführungen und der romantische kleine Weihnachtsmarkt im Burghof.

Einen echten Postkarten-Blick auf die trutzige Burg hast du übrigens vom Zeller Horn bei Albstadt. Dorthin gelangst du mit einer kleinen Wanderung entlang des atemberaubenden Albtraufs. Ausgangspunkt ist das Wanderheim Nägelehaus auf dem Raichberg. In unserem Blogbeitrag erzählen wir dir mehr über die Wanderung auf dem Traufgang Zollernburg-Panorama.

Autorin: Sanne von Travelsanne

Burg Hohenzollern
Burg Hohenzollern ist eine der beeindruckendsten Burganlagen Deutschlands und gehört zu den meistbesuchten in ganz Europa – Foto: Travelsanne

Burg Nideggen

Die mittelalterliche Burg Nideggen thront auf einem Felsen in Nideggen in der nördlichen Eifel im Naturpark Hohes Venn-Eifel zwischen Köln und Aachen. Sie entstand im 12. Jahrhundert auf Veranlassung ihres Hausherrn, des Grafen von Jülich, und ist größtenteils erhalten. In der Dauerausstellung oder in verschiedenen Wechselausstellungen des Burgmuseums kannst Du in ihre Geschichte eintauchen.

Mehr über die Vergangenheit des historischen Bauwerks lernst Du auch im Rahmen einer Führung oder bei einem Workshop. Darüber hinaus kannst Du an der Erlebnisführung „Handwerk und Überleben“ teilnehmen. Hier erfährst Du, wie die Menschen vor 800 bis 1.000 Jahren gelebt haben. Dabei wirst Du auch Alltagsgegenstände aus der damaligen Zeit kennenlernen.

Im Anschluss an eine Führung kannst Du Dich im Verlies im Bergfried, wie der ehemalige imposante Wohn- und Wehrturm genannt wird, kulinarisch ins Mittelalter begeben. Schlemmen kannst Du ebenfalls im Burgrestaurant oder im Sommer auch im Biergarten im beeindruckenden Hof der Burg.

Wenn Du nach einem Abendessen noch mehr Zeit auf dem Burggelände verbringen möchtest, kannst Du eine Nacht in der Dürener Hütte, einem Fachwerkhaus am inneren Burgtor, verbringen. Wenn Du es ganz romantisch magst, kannst Du Dich in der Burg sogar standesamtlich trauen lassen.

Autorin: Vanessa von The Travelling Colognian

Burg Nideggen
Burg Nideggen entführt dich ins Mittelalter – Foto: The Travelling Colognian

Festung Ehrenbreitstein in Koblenz

Auf geht es entlang des Mosel Ufers zum Deutschen Eck. Auf dem Weg dorthin entdecke ich eine Schautafel, die die Festungsbaukunst des 19. Jahrhunderts in Koblenz ganz anschaulich erklärt.

Vorgeschlagen wird die Feste Ehrenbreitstein, Fort Asterstein. Feste Kaiser Franz und das Fort von Großfürst Konstantin. Puh, für welche Feste soll ich mich entscheiden? Feste Ehrenbreitstein.

Wenige Meter davon entfernt eröffnet sich der Blick auf das monumentale Reiterstandbild des ersten Deutschen Kaisers Wilhelm I. Genau an dieser Stelle treffen sich Mosel und Rhein. Feste Ehrenbreitstein stand als nächstes auf dem Programm.

Über den Rhein gespannt führt eine Seilbahn hoch hinauf zur Feste. Am Kassenhäuschen kaufte ich Tickets für den Eintritt in die Feste und für die Seilbahn.
Das aufmerksame und sehr hilfsbereite Personal der Seilbahn, hat die Möglichkeit die Geschwindigkeit kurzfristig zu drosseln, so ist der Einstieg in die Gondel für Rollator, Rollstuhl oder Buggy problemlos möglich. Die Gondel bietet ausreichend Platz für einen Rollstuhlfahrer.

Oben angekommen bietet sich dem Besucher die Möglichkeit einen Rundweg mit 13 verschiedenen Stationen individuell zu besuchen. Die Feste ist mit Rollstuhl, Rollator und Buggy ohne Probleme zu befahren.

In den einzelnen Gebäuden befinden sich behindertengerechte Toiletten und Wickelräume für die kleinen Gäste. Von Oben reicht der Blick auf Koblenz und die Umgebung bis quasi zum Horizont.

Autorin: Eva Katharina von Ahoi und Moin Moin

Festung Rosenberg

Eine der am besten erhaltenen Festungsanlagen Deutschlands liegt oberhalb der malerischen Stadt Kronach im Frankenwald, ganz im Norden Bayerns. Im 13. Jahrhundert erstmals erwähnt, wurde die Festung Rosenberg im Laufe der Jahrhunderte stark verändert, aber nie eingenommen.

Im Dreißigjährigen Krieg belagerten die Schweden Kronach von 1632 bis 1634 und mussten unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Die Festung Rosenberg ist mit 23,6 Hektar Größe eine der größten Befestigungsanlagen Deutschlands und lohnt einen längeren Besuch: Beeindruckend hohe Mauern, Gräben, verschiedenste Gebäude und Toranlagen sind gut erhalten und erlauben einen Blick in die Geschichte der Burg.

Wer sich etwas auskennt, kann die verschiedenen Bauphasen erkennen, vom Mittelalter bis zum Spätbarock. Empfehlenswert ist eine Führung, bei der man auch in das unterirdische Gangsystem geführt wird.

Wer vom Besichtigen und Staunen müde ist, findet in der Bastion Marie einen schönen Biergarten mit Blick auf die Altstadt oder eine Cafeteria im Sandsteingewölbe des Wallgrabens. Seit kurzem befindet sich auch ein Hotel innerhalb der Burgmauern.

Tipp zum Fotografieren: Am schönsten sieht die Burg von oben aus. Man sieht die Burg aber auch gut – wie auf dem Foto – wenn man von Kronach aus in Richtung Ziegelerden fährt.

Autorin: Barbara von Barbaras Spielwiese

Festung Rosenberg
Festung Rosenberg ist eine der der größten Befestigungsanlagen Deutschlands – Foto: Barbaras Spielwiese

Hundisburg: Barocke Pracht in der Nähe von Magdeburg

Das Schloss Hundisburg befindet sich im Landkreis Börde im nördlichen Sachsen-Anhalt, nur eine halbe Stunde Fahrtzeit entfernt von der Landeshauptstadt Magdeburg. Wenn man das Schloss mit seinem wunderschönen Barockgarten heute betrachtet, kann man sich seine wechselvolle Geschichte kaum vorstellen: noch bis in die 90er Jahre war das Hauptgebäude nur mehr eine ausgebrannte Ruine.

Eine erste Burg wurde an dieser Stelle bereits in Aufzeichnungen aus dem 10. Jahrhundert erwähnt – das Barockschloss und der Garten in seiner Pracht entstanden dann später gegen Ende des 17. Jahrhunderts und wurden später noch um einen Landschaftsgarten im englischen Stil erweitert.

Den zweiten Weltkrieg überstand das Schloss, Ende 1945 zerstörte jedoch ein verheerender Brand große Teile des Hauptgebäudes. Später wurde der wundervolle Barockgarten als Fußballplatz zweckentfremdet.

Erst in den 90er Jahren begannen Sanierung und Neuanlage von Schloss und Garten. Heute erinnert nichts mehr an die verfallende Ruine und den Fußballplatz. Schau es dir gern selbst einmal in einem 360-Grad-Panorama von Schloß und Barockgarten Hundisburg an.

Nicht nur für die Magdeburger ist das Schloss ein beliebtes Ausflugsziel. Diverse Events finden alljährlich im Schlosshof statt – beispielsweise die Sommer-Musikakademie mit diversen Veranstaltungen, die Obsttage im Herbst mit einem sehr schönen Markt oder der Weihnachtsmarkt in romantischer Kulisse.

Unbedingt solltest du bei einem Besuch in Hundisburg durch die Parks spazieren. Der Barockgarten bietet die typischen Gestaltungselemente wie Irrgarten, Grotten, Wasserspiele sowie die großflächige Beete mit Heckenornamenten in perfekter Symmetrie, während der englische Landschaftsgarten mit den typischen Sichtachsen aufwartet. Nach einem Spaziergang bietet es sich an, noch im Restaurant einzukehren, welches sich im Hauptgebäude befindet. Wundervoll sitzt man dort bei schönem Wetter im Außenbereich mit Blick auf den Barockgarten.

Für alle Hobby-Fotografen sei ebenfalls ein Ausflug nach Hundisburg empfohlen – zählt das Schloss mit dem Barockgarten doch zu den schönsten Instagrammable Places in der Nähe Magdeburgs. Ein beliebtes Fotomotiv sind beispielsweise die Baumtunnel im Schlosspark.

Autorin: Cornelia von SilverTravellers

Schloss Hundisburg
Schloss Hundisburg ist heute ein beliebtes Ausflugsziel – Foto: SilverTravellers

Schloss Drachenburg

Schloss Drachenburg ist ein recht junges Schloss. Knapp 140 Jahre schmückt es den Steilhang des Drachenfelses im Siebengebirge.

Der Name klingt nach Geschichte – doch weder eine Prinzessin noch ein Adliger haben hier gewohnt. Der Erbauer Stephan von Sarter war Kaufmann, hat selbst jedoch nie im Schloss gewohnt.

Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat Schloss Drachenburg dennoch eine bewegte Geschichte hinter sich gebracht. Ob als Ausflugsziel mit nordischen Sommerhäusern um 1900, als katholische Heimschule und auch Hitler-Schule im zweiten Weltkrieg oder als Ort der Kunst unter Paul Spinat – hier war immer Leben.

Heute gibt es hier neben einem Museum auch eine Ferienwohnung im Dachgeschoss, in der Schlossfans für eine Nacht Schlossherr sein können.

Mein Lieblingsevent ist jedoch das „Schlossleuchten“ in den Wintermonaten. An den Wochenenden wird Schloss Drachenburg von innen und von außen in bunten Farben beleuchtet und kann in den Abendstunden besucht werden.

Übrigens: Die Anreise gestaltet sich zum Schloss recht schwierig. Es gibt eine recht steile Straße, Parkplätze sind jedoch hier oben Mangelware. Deshalb empfiehlt es sich, die Drachenfelsbahn zu nehmen oder den Weg hinauf zu laufen (recht steil!).

Nach einem Besuch im Schloss empfehle ich euch noch einen Spaziergang durch den Schlossgarten und im Anschluss noch einen Abstecher zur Ruine Drachenfels – die auf dem Wipfel des gleichnamigen Berges zu finden ist. 

Autorin: Janett von Teilzeitreisender

Schloss Drachenburg
Die Drachenburg gehört zu den sehenswertesten Schlössern in Deutschland – Foto: Teilzeitreisender

Schloss Neuschwanstein

Eines der berühmtesten Schlösser in Deutschland ist Schloss Neuschwanstein. Nicht nur, dass es für das bekannte Disneyland in → Paris als Vorlage für das Märchenschloss diente, sondern auch sonst ist Schloss Neuschwanstein einzigartig.

Das Schloss liegt im Süden Bayerns bei Hohenschwangau nahe Füssen im Allgäu. Unter dem bayerischen König Ludwig II. begann 1869 der Bau. Laut eigenen Angaben nahm er als Vorbild eine Ritterburg, die Wartburg aus dem Mittelalter, die sein Schloss nun noch übertrumpfen sollte.

Besonders begehrt ist eine Führung im Schloss. Die lege ich dir auf jeden Fall sehr ans Herz, weil das Schloss absolut übertrieben pompös gestaltet wurde. Leider darfst du im Inneren nur selten Fotos machen. Doch der Thronsaal mit seinen goldenen Wänden und riesigen Malereien sowie der mächtige Sängersaal sind beide absolut beeindruckend.

Aber auch rund um das Schloss gibt es viel zu entdecken. Etwa die Marienbrücke. Von der freitragenden Eisenkonstruktion aus hast du einen grandiosen Blick von oben auf das Schloss. Direkt unter der Brücke stürzt der Wasserfall in die tiefe Pöllatschlucht.

Schloss Neuschwanstein
Der Blick auf Schloss Neuschwanstein am Abend. Rechts siehst du außerdem Schloss Hohenschwangau

Schloss Schwerin: eine Märchenkulisse mitten in der Stadt

Es fühlt sich ein bisschen an wie Disneyland, du bist aber tatsächlich in Deutschlands kleinster Landeshauptstadt – und dort am Schweriner See steht ein Schloss, das so auch als Kulisse im Märchenfilm dienen könnte. Jahrhundertelang war es Residenz der mecklenburgischen Herzöge und Großherzöge, heute ist es Heimat von Landtag und Schlossmuseum: das Schloss Schwerin.

Den besten Einblick in das Wahrzeichen Schwerins bekommst du bei der Führung „Vom Keller bis zur Kuppel“. Von der Kuppel aus kannst du den Blick über die Stadt, den Schlossgarten und den Schweriner See schweifen lassen und wirst anschließend beim Spaziergang über das Dach überrascht sein. Hier oben sind nämlich die Schweriner Schlossbienen zu Hause und produzieren frischen Honig.

Weiter geht es anschließend vorbei am Plenarsaal des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern ins Schlossmuseum. Hier kannst du einen Blick in die Geschichte des Gebäudes verwerfen und im Thronsaal und der Ahnengalerie durch die Vergangenheit stöbern.

Und auch die Schlosskirche solltest du dir anschauen, bevor es hinaus in den Schlossgarten geht. Das Highlight ist die blaue Decke mit ihren goldenen Sternen. Vielleicht entdeckst du ja auch irgendwo das Petermännchen. Schwerins Schlossgeist und Stadtmaskottchen soll bereits seit Jahrhunderten sein Unwesen in dem alten Gemäuer treiben.

Genug gegruselt? Dann sind der Spaziergang durch die Orangerie und ein kurzer Zwischenstopp im Schloss-Café eine Alternative. Und zum Abschluss darfst du einen Spaziergang durch die prächtigen Garten- und Parkanlagen und entlang des Schweriner Sees auf keinen Fall verpassen. Am besten kommst du übrigens im Sommer nach Schwerin. Dann steht das Märchenschloss bei den Schweriner Schlossfestspielen im funkelnden Mittelpunkt.

Autorin: Britta von My Happy Places

Möwen vor dem Schloss Schwerin
Das Schloss Schwerin ist eine der Top-Sehenswürdigkeiten in Deutschand und sollte auf keinem Roadtrip fehlen

Schloss Stolzenfels bei Koblenz am Mittelrhein

Wie ein romantisches Märchenschloss erhebt sich Stolzenfels über dem Rhein. Viele helle kleine Türmchen ragen aus den mit Zinnen bewaffneten Mauern hervor. Eine kleine Kapelle baut sich vor dem Wohnturm auf. Wenn die Sonne vom Himmel scheint, leuchtet das Schloss schon von weitem in zartem Gelb und zieht den Besucher magisch an.

Der Prachtbau der Rheinromantik ist wirklich so etwas wie ein Traumschloss, wurde er doch dem preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm IV. von der Stadt Koblenz als Geschenk überreicht. Das geschah im Jahr 1823. Allerdings muss gesagt werden, dass Stolzenfels damals schon seit längerer Zeit eine Ruine war. Wie die meisten Burgen am Rhein wurde sie im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört. Was Friedrich Wilhelm und seine Architekten, Karl Friedrich Schinkel und Friedrich August Stüler aus der Ruine gemacht haben, ist einfach wunderbar!

Wir dürfen heute auf Filzpantoffeln durch die schmucken Räume rutschen, die historischen Möbel und Wandgemälde bewundern und im Rittersaal die Rüstungen bestaunen. Wie klein die Betten im Schlafgemach doch wirken!

Viel Zeit solltest du dir auch für den Pergolagarten lassen. Inmitten von rankenden Rosen plätschert fröhlich ein Springbrunnen. Der Garten wurde gemeinsam mit dem das Schloss umgebenden Landschaftspark, vom preußischen Gartenarchitekten Peter Josef Lenné gestaltet. Von der Terrasse reicht der Blick weit zur Burg Lahneck, Braubach mit der Marksburg sowie Koblenz mit Festung Ehrenbreitstein. Schloss Stolzenfels liegt in Koblenz im Bundesland Rheinland-Pfalz. Kapellen Stolzenfels ist ein Stadtteil von Koblenz, im UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal.

Autorin: Renate von Rausinsleben

Blick auf Schloss Stolzenfels
Schloss Stolzenfels ist ein Muss für alle Fans von Burgen und Schlössern – Foto: Rausinsleben

Schloss Wernigerode im Harz

Ich mag Schlösser und Burgen sehr. Ein besonders schönes Exemplar habe ich im Harz gefunden. Die Stadt Wernigerode in Sachsen-Anhalt (rund 35.000 Einwohner) ist mit ihrem historischen Stadtkern schon sehr sehenswert. Sie wird nicht umsonst „Die bunte Stadt am Harz“ genannt.

Ich lief den Weg zum Schloss hinauf, das über der Stadt thront. Falls euch das zu anstrengend ist, könnt ihr die Schlossbahn nehmen.

Von der Terrasse aus habt ihr einen tollen Ausblick. Bei schönem Wetter könnt ihr bis auf den Brocken blicken. Und das Schloss – einst eine mittelalterliche Burg – wirkt mit seinem Fachwerk und dem Efeu sehr romantisch.

2012 wurde hier für den Film „Das kleine Gespenst“ gedreht. Auf dem Dachboden findet ihr es immer noch in einer Truhe, die sich quietschend öffnet.

Die rund 50 Räume des Museums lohnen sich ebenfalls. Hier könnt ihr euch gut vorstellen, wie der Hochadel im 19. Jahrhundert gelebt hat. Ich bewunderte Rüstungen, Möbel und schönes Geschirr.

Außerdem könnt ihr zwischen klassischen Führungen, Kostümführungen und Kinderangeboten wählen. Derzeit darf jede Gruppe maximal 10 bis 15 Personen umfassen.

Auch in Zeiten von Corona müsst ihr euch zum Schlossbesuch nicht vorab anmelden. Es kann nur sein, dass ihr ein wenig warten müsst. Denn es ist immer nur eine bestimmte Anzahl an Besuchern gleichzeitig zugelassen.

Nach dem Schlossbesuch bin ich mit der Bummelbahn zum Rathaus Wernigerode gefahren. Das ist nicht nur ein tolles Fotomotiv, dort findet ihr auch viele Restaurants zum draußen Sitzen.

Hier findest du übrigens die schönsten Orte im Harz.

Autorin: Anja von Travel on Toast

Schloss Wernigerode
Schloss Wernigerode ist eine der schönsten Anlagen im Harz – Foto: Travel on Toast

Wartburg

Über der thüringischen Stadt Eisenach thront die wohl bekannteste und geschichtsträchtigste Burg Deutschlands: die Wartburg. Das Thüringer Wahrzeichen gilt als nationales Denkmal und ist ein Zeitzeuge fast 1000-jähriger deutscher Geschichte – die Burg wurde bereits 1067 gegründet.

Ihre künstlerische Blütezeit erlebte die Wartburg um 1200 als Sitz des Landgrafen Herman I., der sie zum Hauptort der deutschen Dichtung machte. Sie ist eine der Top-Sehenswürdigkeiten Deutschlands.

Der Blick auf die Wartburg in Thüringen
Die Wartburg in Thüringen war sogar das Vorbild für Schloss Neuschwanstein

Finnland

Die Burg Olavinlinna in Savonlinna

Finnland ist nicht unbedingt für seine Vielzahl an historischen Bauten bekannt. So gibt es im gesamten Land auch nur einige wenige „richtige“ Burgen. Die meiner Ansicht nach schönste von ihnen steht in Savonlinna (Website), mitten im südostfinnischen Seengebiet. Diese Burg namens Olavinlinna ist denn auch ein besonders faszinierendes Exemplar und kann es mühelos mit manch einem wesentlich bekannteren Gemäuer in Europa aufnehmen.

Nicht umsonst gilt die Olavinlinna, in der zweiten Landessprache Schwedisch Olofsborg genannt, als besterhaltene mittelalterliche Burg in ganz Nordeuropa.

Die Burg liegt auf der kleinen Felseninsel Kyrönsaari, nur wenige Schritte entfernt vom vor allem im Sommer belebten Zentrum der knapp 34.000 Einwohner zählenden Stadt Savonlinna. So ist es möglich, eben noch am Hafen an hübschen Dampfschiffen vorbeizuschlendern und auf dem Markt die unfassbar leckeren finnischen Erdbeeren zu genießen und ein paar Minuten später über eine Pontonbrücke direkt ins Mittelalter zu schreiten.

Vom Wasser des zum Saimaa-Seensystem gehörenden Sees Pihlajavesi umflossen, wurde die Olavinlinna um das Jahr 1475 erbaut und diente einst den Schweden als Verteidigungsbollwerk gegenüber den Russen. Später wurde die Burg eine Weile als Gefängnis genutzt.

Zwischen den Jahren 1961 und 1975 erfolgte eine gründliche Instandsetzung der Burg, deren charakteristische Türme als Wahrzeichen der Stadt Savonlinna gelten. Die Burg Olavinlinna kann das ganze Jahr über von Touristen besichtigt werden. Wer möchte, kann sogar dort heiraten.

Weltruhm erlangte die Burg als Veranstaltungsort der Savonlinna-Opernfestspiele, die erstmals 1912 durchgeführt wurden und ab 1967 in alljährlicher Regelmäßigkeit hier stattfinden. In dieser außergewöhnlichen Kulisse dürften selbst diejenigen, die sonst weniger mit Opern am Hut haben, für einen Abend Gefallen daran finden.

Autor: René von FinnTouch

Die Burg Savonlinna in Finnland
Savonlinna gilt als besterhaltene mittelalterliche Burg in Nordeuropa – Foto: FinnTouch

Frankreich

Der Papstpalast in Avignon

Der Papstpalast in Avignon ist untrennbar mit der „goldenen Zeit“ der südfranzösischen Stadt verbunden: Im 14. Jahrhundert residierten für knapp 70 Jahre Päpste in Avignon.

Entgegen weit verbreiteter Behauptungen waren diese Päpste keine Gegenpäpste sondern jeweils das alleinige, allgemein anerkannte Oberhaupt der Christenheit. Nach der Rückkehr des letzten avignonesischen Papstes nach Rom hielten sich dann allerdings tatsächlich Gegenpäpste in der Stadt auf: Nämlich während des sogenannten „großen abendländischen Schismas“, das erst im 15. Jahrhundert mit dem Konzil von Konstanz beendet wurde.

Der Papstpalast war zuvor der Bischofspalast in Avignon. Da der zweite avignonesische Papst vor seiner Wahl zum Kirchenoberhaupt Erzbischof von Avignon war, blieb er einfach gleich in seiner Residenz. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte wurde das Gebäude zunehmend festungsartig ausgebaut. Auch die erhaltene Stadtmauer, die Kathedrale und weitere Kirchen der Stadt stammen aus dieser Zeit oder wurden in dieser Zeit umgebaut.

Die Bedeutung der Stadt Avignon schwand nach Rückkehr der Päpste nach Rom und so wurde das Stadtbild des 14. Jahrhunderts bis heute bewahrt. Noch jetzt wirkt die Skyline der Stadt „wie aus einem Guss“ und Stadtmauer, Kathedrale und Papstpalast verschwimmen zu einer optischen Einheit.

Heute gehört der Palais des Papes zu den meistbesuchten Attraktionen Frankreichs. Mehr als 650.000 Touristen besichtigen ihn jährlich. 1995 wurde er zusammen mit der Altstadt in die UNESCO Weltkulturerbe-Liste aufgenommen.

Wer ihn heute besucht, kann ihn mithilfe eines „Histopads“ erkunden, einem Tablet, mit dem die ursprüngiche Ausstattung und Nutzung der Räume nachvollziehbar wird. Denn von den Ausstattungsgegenständen ist so gut wie nichts mehr erhalten.

Etwas Vorsicht sollte man walten lassen, wenn man die Darstellung des avignonesischen Papsttums im Museum betrachtet, denn auf die „goldene Zeit“ der Stadt lässt man hier nichts kommen und formuliert lieber alles so positiv oder wenigstens so neutral wie möglich.

Autorin: Ilona von Wandernd

Der Papstpalast in Avignon
Der Papstpalast in Avignon ist heute eine der Top-Sehenswürdigkeiten in Frankreich – Foto: Wandernd.de

Chateau Gaillard: Die Burg von Richard Löwenherz in Frankreich

Mitten in der Normandie, am Lauf der Seine, liegt das Bilderbuch-Städtchen Les Andelys mit seinen hübschen Fachwerkhäusern. Über der Stadt thront majestätisch das Chateau Gaillard: die Burgruine, die einst Richard Löwenherz errichten ließ.

Moment, der war doch König von England? Das stimmt. Im 12. Jahrhundert besaß England aber auch noch große Gebiete auf französischem Boden. Die Konflikte waren vorprogrammiert.

In Les Andelys ließ der Herrscher 1197 deshalb eine Burg nach allen Regeln der modernen Festungsbaukunst hochziehen. Die galt als uneinnehmbare Musterburg. Allein für die drei Brunnen mussten die Arbeiter 120 Meter in die Tiefe bohren.

Viel hatte der Bauherr aber nicht mehr davon. Schon zwei Jahre später erbte Richards Bruder John die Burg. Der dachte weniger strategisch und bestand darauf, auch im Erdgeschoss Fenster einbauen zu lassen. Wenig überraschend wechselte die Festung daraufhin gleich bei ihrer ersten Belagerung den Besitzer. Erst im Hundertjährigen Krieg nahmen die Franzosen die Festung jedoch dauerhaft ein.

Die große und durchdachte Anlage rings herum diente den Stadtbewohnern über die Jahrhunderte als Steinbruch. Der Donjon, der nur über eine Zugbrücke zu erreichen war und es heute wieder ist, blieb jedoch intakt. Er kann besichtigt werden. Der Zugang zum Gelände ist frei. Eintritt kostet es erst ab der Zugbrücke. Im Sommer gibt es (kostenpflichtige) Führungen (auf Französisch), die auch das umgebende und ehemals befestigte Gelände rings um den pittoresken Kern der Burganlage mit einbeziehen.

Autorin: Lena von family4travel

Die Ruinen des Chateau Gaillard
Das Chateau Gaillard wurde von Richard Löwenherz in Auftrag gegeben und sollte eigentlich uneinnehmbar sein – Foto: Family4Travel

Schloss Versailles

Das Schloss Versailles ist eine der größten Palastanlagen in Europa und war von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis zum Ausbruch der Französischen Revolution die Hauptresidenz der Könige von Frankreich. Das Prachtschloss in der Stadt Versailles ist ein Muss auf jedem Städtetrip nach Paris.

Der Barockbau gehört zu den bekanntesten Schlössern der Welt und zieht Jahr für Jahr Millionen Besucher an. Versailles diente übrigens vom 17. bis zum 19. Jahrhundert als Vorbild für zahlreiche weitere Schlossbauten in ganz Europa.

Im Inneren von Schloss Versailles
Schloss Versailles bei Paris ist einer der bekanntesten Paläste der Welt

Großbritannien

Buckingham Palace

London schaut auf eine lange Geschichte zurück und davon zeugen heute noch viele historische Gebäude und Paläste. Einer davon steht im Herzen von London nahe dem St. James’s Park: der Buckingham Palace. Seit 1837 ist hier die offizielle Residenz der britischen Monarchie in London.

Der Palast zählt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt und der fast täglich stattfindende Wachwechsel – „Changing of the Guard“ – lockt die Touristen bei jedem Wetter her. Die verfolgen dann, wie ein Regiment von anderen übernimmt und den Schutz des Palastes aufnimmt.

Im Juni kann man der Queen hier sogar zujubeln. Dann feiert Elizabeth II ihren Geburtstag mit der großen „Trooping the Colour“ Parade, zu deren Abschluss sie zuerst in der Kutsche die Prachtstraße „The Mall“ entlangfährt und sich dann mit ihrer Familie auf dem großen Balkon zeigt.

Seit einigen Jahren öffnet der Palast in den Sommermonaten zur Besichtigung die Tore. Während die Queen im Sommerurlaub ist, kann man auf plüschigen roten Teppichen durch die Prunkräume schlendern, die Kunstsammlung bewundern und anschließend im großen Garten verweilen. Ein besonderes Erlebnis, das 2020 durch Corona leider ausfällt. Als Alternative gibt es in diesem Jahr aber Online Führungen, die kostenlos angeboten werden.

Wenn du vor Ort bist und wissen willst, ob die Queen gerade zu Hause ist, dann schau mal auf die Flagge auf dem Palast. Wenn du dort den Union Jack siehst, befindet sich die Königin nicht vor Ort. Wenn du aber den „Royal Standard“ siehst, dann verweilt sie hinter den Palastwänden.

Autorin: Simone von Totally-London

Der Buckingham Palace in London
Der Buckingham Palace gehört zu den Top-Sehenswürdigkeiten in Londog – Foto: Totally-London

Caernarfon Castle

Eine der beeindruckendsten Burgen in Wales befindet sich am nordwestlichen Rand von Snowdonia direkt an der Straße von Menai, einer Meerenge. Caernarfon Castle war aber nie eine Burg der Waliser, sondern eine Machtdemonstration der Engländer nach der Besetzung von Wales.

Edward I. von England eroberte im 13. Jahrhundert den Landstrich im Westen der britischen Insel. Aus dem Norden von Wales kommend zog er weiter gen Westen und baute regelrecht einen Gürtel aus Burgen, um seine Vormachtstellung zu festigen. Diese Burgen, zu denen auch Caernarfon Castle zählt, sind heute UNESCO Weltkulturerbe.

In Caernarfon Castle demonstrierte Edward I. seine Macht, aber auch vielleicht die Angst gegenüber seinen neuen Untertanen, unter anderem mit dem King’s Gate, das gen Stadt gerichtet war und mit sechs Fallgittern und Torspionen geschützt wurde.

Heute ist die Burg in Großteilen begehbar mit grandiosem Ausblick von einem der achteckigen Türme auf die Stadt, das große Gelände der Burg sowie das Wasser der Menaistraße. Ein Teil ist aber nicht zugänglich, da die Burg seit 1284 als Sitz des Prince of Wales fungiert.

Dieser Titel geht ebenfalls auf Edward I. zurück und wird dem Thronfolger des englischen Herrschers verliehen. Bis heute gilt diese Tradition und dem aktuellen Prince of Wales, Charles, wurde 1969 auf Caernarfon Castle offiziell der Titel in einer Zeremonie verliehen. Dafür lernte er auch etwas Walisisch im College in Aberysthwyth südlich des Snowdonia National Parks.

Autorin: Romy von Snoopsmaus

Das bekannte Caernarfon Castle in Wales
Das Caernarfon Castle gehört zu den beeindruckendsten Festungen in Wales – Foto: Snoopsmaus

Cawdor Castle: Zu Gast bei den Earls of Cawdor

Fast fühlen wir uns wie Eindringlinge bei unserem Besuch in Cawdor Castle in den schottischen Highlands. Im Salon liegen Zeitschriften auf dem Tisch, die gerade mal ein paar Wochen alt sind. Fotos zeigen Familienmitglieder der Besitzerin. Ein Stapel Bücher zeugt von den Interessen der Bewohner. Wir haben das Gefühl, von der Witwe des Earl of Cawdor in ihr Heim eingeladen zu sein.

Als wir durch das Schloss gehen, sieht es so aus, als ob die Besitzerin gerade erst das Zimmer verlassen hätte. Das stimmt auch beinahe. Denn Cawdor Castle ist noch immer bewohnt. Die Witwe des Earl of Cawdor verbringt mehrere Monate im Jahr in ihrem Schloss in Nairn in Schottland. Nur im Sommer zieht sie für ein paar Monate um in eines ihren anderen Häuser. Dann überlässt sie das Schloss den Besuchern. Als solche dürfen wir uns sogar die Privaträume der Schlossbesitzerin ohne Führung anschauen. 

Wir sehen die historische Küche mit all ihren Töpfen, Pfannen und Schüsseln. Gleich daneben befindet sich die moderne Küche, in der die Gastgeberin Gastmähler zubereiten lässt, wenn sie zu Festen einlädt. Durch enge Treppen schlängeln wir uns durch die verwinkelten Gänge.

Vorbei an Waffensammlungen, die als Zierde an der Wand hängen. Durch mehrere Schlafräume, in denen Gäste und Bewohner auf dicken Matratzen unter Baldachinen schlafen. Die Wände zieren Gemälde der einstigen Herren von Cawdor Castle. Ihre Vorfahren waren es, die 1179 das Schloss an dieser Stelle errichteten, damals noch unter dem Namen Calder. Seit damals befindet sich das Schloss im Besitz derselben Familie.

Nicht nur das Schloss ist sehenswert. Dieses ist umgeben von Gärten, die zum Spaziergang einladen. Am besten gefällt uns der Walled Garden mit seinem Labyrinth aus Stechpalmen. Daneben gibt es einen Flower Garden und einen Wild Garden. Dieser ist die jüngste Errungenschaft der Grafenfamilie. Auf fünf Wanderwegen kann man die Gärten erkunden.

Viele Besucher lockt Shakespeares Macbeth ins Schloss. Darin beschreibt der britische Barde Cawdor Castle. Jedoch: das Schloss gab es zu Lebzeiten Macbeth’s noch gar nicht. Dieser tötete seinen Vater zwar ganz in der Nähe in einer Schlacht. Die Earls of Cawdor hatten damit allerdings nichts zu tun.

Autoren: Monika und Petar von TravelWorldOnline Traveller

Cawdor Castle in den schottischen Highlands
Cawdor Castle gehört zu den Top-Highlights in den schottischen Highlands – Foto: TravelWorldOnline

Conwy Castle – Verwinkelte Burg im Norden von Wales

Auf unserem Roadtrip durch Wales haben wir einige imposante Burgen besichtigt, aber keine fand ich so schön wie Conwy Castle. Vielleicht lag das auch daran, dass wir hier strahlenden Sonnenschein hatten, während es zum Beispiel in Cardiff regnete. So oder so, Conwy ist einen Besuch wert! In der gleichnamigen Stadt, ganz im Norden von Wales gelegen, herrscht maritimes Feeling.

Die Burg stammt aus dem 13. Jahrhundert, ist eine der größten Anlagen Wales‘ und noch überraschend gut intakt. Umso beeindruckender ist es, dass sie innerhalb von nur vier Jahren errichtet wurde, unter König Edward I. Die Burg wirkt sehr eigenwillig, ist von unregelmäßiger Form und sehr dem sie umgebenden Gelände angepasst.

So hat man nicht einen rechteckigen Burghof mit vier Türmen, sondern mehrere Areale mit insgesamt acht Türmen, die man erkunden und bestaunen kann. Von den Türmen fällt der Blick auf die Mündung des Conwy oder die Stadt selbst und das sich malerisch anschließende Hügelland. Wer bei den Glasfenstern ganz genau hinschaut, erlebt die ein oder andere moderne Überraschung!

Grundsätzlich kann man hier viel Zeit verbringen und durch das verfallene Gemäuer streifen. Dadurch, dass es so verwinkelt ist, hat man auch immer wieder Momente allein, in denen man die Atmosphäre genießen kann. Eine Tour muss man nicht mitmachen und so ist es möglich im ganz eigenen Tempo die Geschichte um einen herum wahrzunehmen.

Mit etwa 10 Pfund ist der Eintritt nicht zu teuer, immerhin handelt es sich hier um ein UNESCO Kulturdenkmal. Und wer schon mal in der Ecke ist, dem möchte ich auch Llandudno mit seinem romantischen Pier und der verschlafenen Romantik längst vergangener Zeiten ans Herz legen!

Autorin: Anuschka von Rosas Reisen

Blick über Conwy Castle
Der Blick über Conwy Castle – abgefahren, oder? Foto: Rosas Reisen

Dunnotar Castle

Das Dunnotar Castle ist eine der ältesten und bedeutendsten Burgruinen Schottlands. Die Ruine thront eindrucksvoll und erhaben auf den 50 Meter hohen, vermoosten Sandstein-Klippen einer Landzunge drei Kilometer südlich von der verschlafenen Kleinstadt Stonehaven. An sonnigen Tagen hat der Besucher einen klaren Ausblick auf die Nordsee, bei Regen scheinen das graue Meer und die Wolken am Horizont ineinander zu verschmelzen.

Die Anlage hat eine exponierte Lage und ist vom Festland aus nur durch einen schmalen Pfad aus zu erreichen. Den Besitzern war es durch die strategisch günstige Lage möglich, die Schifffahrtsrouten, die umgebenden Hügel und auch die Küste der Umgebung zu kontrollieren.

Das Schloss blickt auf eine sehr wechselvolle Geschichte zurück, die günstige Lage war Fluch und Segen zugleich. In den ersten Jahrhunderten handelte es sich vermutlich nur um eine Art Siedlung. Bereits in der zweiten Hälfte 7. Jahrhunderts war die Anlage das Ziel von Angriffen als die Pikten versuchten, ihre Macht zu erweitern. Im Jahr 900 wurde die Siedlung von den einfallen Wikingern zerstört und Donald II., der erste offizielle König von Schottland, starb beim Verteidigungsversuch.

Die eigentliche Burg wurde zwischen 1200 und 1600 errichtet. Zwischenzeitlich wurde sie von den Engländern eingenommen, ehe sie der schottische Freiheitskämpfer William Wallace 1297 zurückeroberte. Im Jahr 1382 ging die Burg in den Besitz des Clan Keith über, was sich bis ins 18. Jahrhundert hinein nicht mehr ändern sollte.

Im 16. Jahrhundert wurde die einstige Burg aufgrund der traumhaften Lage zu einem wohnlichen Schloss umgebaut. Unter anderem hat auch die schottische Königen Maria Stuart das Schloss besucht. Während des Englischen Bürgerkriegs war die Burg ein wichtiger Stützpunkt und einige Monate war sie sogar das Versteck für die schottischen Kronjuwelen.

Autor: Paul von Adventureluap

Das Dunnotar Castle in Schottland
Das Dunnotar Castle ist eine der ältesten und bedeutendsten Burgruinen Schottlands – Foto: Adventureluap

Dunyvaig Castle – kleine Ruine mit großer Geschichte

Was macht eine Burg denn eigentlich schön? Vielleicht die Größe? Dann wäre meine Wahl für diesen Roundup sicherlich auf Stirling Castle gefallen. Sie ist schließlich die Schicksalsburg der Schotten. Oder ist es die die Bauweise? Fort George! Ein furchteinflößendes Monster aus Rampen und Mauern.

Meine Antwort aber lautet anders: Für mich sind die schönsten Burgen die, denen man ihre einstige Geschichte nicht sofort ansieht. Die – nur wenn man ihnen zuhört – von versunkenen Reichen erzählen, die man vorher nicht kannte. 

Für mich ist Dunyvaig Castle auf der Insel Islay vor der Westküste Schottlands eine solche Burg.

Von Dunyvaig ist nicht mehr viel übrig. Kaum ein paar Mauern, doch schon das Setting lässt erahnen, dass sie eine wichtige Trutzburg war. Gelegen auf einem Felsen, umgeben von Meereswasser, war sie sicher schwer einzunehmen.

Dunyvaig bringt ein Botschaft aus einer Zeit, da es neben dem schottischen Reich noch ein gälisches Reich gab. Als „Lords of the Isles“ herrschten die MacDonalds zusammen mit anderen Clans im 14. und 15. Jahrhundert über die Westküste Schottlands und auch teils über den Norden Irlands. 

Wie der Name der Herrscher schon klarmacht, war das Meer kein trennendes Element, sondern nutzbare Wasserstraße für die Clans mit ihren schnellen Galeeren, den sogenannten Birlinns (Nachfolger der einstigen Wikingerboote).   

Selbst als das Reich der Lords of the Isles schließlich in Schottland einverleibt war, blieb Dunyvaig Castle in den Händen der MacDonalds of Dunyvaig (Clan Ian Mòr), die auch weiter über Nordirland mitbestimmten. Im 17. Jahrhundert war sie umkämpft in den Rangeleien der Bürgerkriege und sah das Ende ihres früher so stolzen Clans.

Dunyvaig verfiel. Und erst langsam kommen die Menschen wieder darauf, welch wichtige Rolle sie einst spielte. Heute finden Ausgrabungen rund um die Burg statt, die bereits darauf hindeuten, dass der Burghof wesentlich größer war als angenommen. 

Ich glaube: Bei der kleinen Ruine werden noch große Überraschung zutage gefördert werden. Und das macht sie für mich zu einer der schönsten Burgen Schottlands.

Autor: Stephan von MyHighlands

Die Ruine von Dunyvaig Castle in Schottland
Die Ruine von Dunyvaig Castle: Besonders die Geschichte macht diesen Ort so interessant – Foto: Raimund Verspohl

Edinburgh Castle

Das Edinburgh Castle ist die Top-Sehenswürdigkeit in der Stadt und einer der schaurigsten Orte in ganz Schottland. Im Edinburgh Castle treiben Geister ihr Unwesen, heißt es.

Vom Edinburgh Castle genießt du einen fantastischen Blick auf die Innenstadt mit ihren historischen Gebäuden. Die mächtigen Kanonen auf der dicken Festungsmauer lassen erahnen, welch brutale Zeiten einst in Schottland herrschten. Das Edinburgh Castle wurde in den vergangenen Jahrhunderten übrigens immer wieder belagert, zerstört und neu aufgebaut. Die erste nachgewiesene Erwähnung der Festung datiert auf das Jahr 1093.

Ein Highlight im Edinburgh Castle sind die Schottischen Kronjuwelen. Als Besucher wirst du in der Ausstellung durch die blutige Geschichte Schottlands geführt, bis du die Kronjuwelen mit eigenen Augen erblickst. Leider können wir dir von den Kronjuwelen kein Foto zeigen – fotografieren ist in dem kleinen dunklen Raum strengstens verboten.

Sehr sehenswert ist auch das Scottish National War Memorial, das an die schottischen Gefallenen vieler Kriege erinnert. Auch hier gilt strengstes Fotoverbot. In der Great Hall darf die Kamera wieder ausgepackt werden. In der großen Halle werden heute noch offizielle Anlässe gefeiert. Unbedingt sehen solltest du auch das Prisons of War.

Die Great Hall im Edinburgh Castle
In der Great Hall im Edinburgh Castle

Raglan Castle in Südwales – Kinderstube von Heinrich VII.

Bei einer Rundreise durch Südwales kommst du eigentlich nicht an ihnen vorbei – alte Burgen und Schlösser. Kein Wunder, denn in dem kleinen Land im Westen von Großbritannien gibt es sage und schreibe 651 Burgen, von denen zum größten Teil nur noch Ruinen stehen.

So auch Raglan Castle, welches sich am Rande des Brecon Beacons Nationalpark in der Grafschaft Monmouthshire befindet. Von allen Castles, die ich in Wales besucht habe, hat mich diese Burgruine am meisten beeindruckt. Das mag vor allem daran liegen, dass das Raglan Castle sich so wundervoll in die hügelige Landschaft des mittleren Gwent einschmiegt und die Grasflächen um die Burg herum so unglaublich grün sind und ein schönen Kontrast zum alten Gemäuer abgeben.

Aber das Raglan Castle (walisisch Castell Rhaglan) beeindruckt vor allem auch durch seine imposante Größe. Das merkst du vor allem wenn du vor dem Haupttor im Süden stehst und du nur erahnen kannst, wie prächtig die Burg einst gewesen sein muss.

Geschichtlich betrachtet ist die Burg ebenfalls von großer Bedeutung, denn dort hat Heinrich VII. seine Kindheit verbracht und wurde später König von England. Auch diente Raglan Castle, das größtenteils im 15. Jahrhundert erbaut und immer wieder erweitert wurde, gerne als prestigeträchtig Statussymbol. Im Schloss wurden beispielsweise große Glasfenster verbaut, die zur damaligen Zeit ein wirklich kostspieliges Bauelement war.

Im 17. Jahrhundert wurde Raglan Castle während des englischen Bürgerkriegs vor allem durch eine dreizehnwöchige Belagerung und heftigen Mörserbeschuss größtenteils zerstört. Interessanterweise wurde die Burgruine bereits im 18. Jahrhundert zur Touristen-Attraktion. Außerdem diente die Ruine bereits mehrere Male als Filmkulisse– etwa für den Led Zeppelin-Film „The Song Remains the Same“, den Fantasyfilm „Time Bandits“ und für die britische Merlin-Verfilmung.

Autorin: Anja von GoOnTravel

Die Ruinen von Raglan Castle
Raglan Castle diente schon einigen Filmen als Kulisse – Foto: GoOnTravel

Irland

Blarney Castle

Einen Stein küssen um die Gabe der Sprachgewandtheit zu erlangen? Klingt für dich wie ein Märchen? Kein Wunder, wir sind immerhin in Irland, dem Land, in dem man an Feen und Kobolde glaubt.

Eine Rundreise durch den Südwesten von Irland führte mich neben dem reizvollen Killarney Nationalpark, den Halbinseln Dingle, Beara und dem berühmten Ring of Kerry auch ganz in den Süden zum County Cork. Unsere Tagestour starten wir an den steilen Klippen von Mizen Head und fahren die südliche Küste entlang bis nach Cork, der zweitgrößten Stadt der Republik Irland. 

Highlight des Tages ist das Blarney Castle, das sich nur etwa neun Kilometer entfernt von Cork befindet. Die Burg stammt aus dem 13. Jahrhundert und diente einst der irischen Familie McCarthy als Familiensitz. 

Der Innenausbau der Burg ist zwar nur noch mit viel Fantasie zu erahnen, dafür ist das Gemäuer noch “top in Schuss”. Besonders schön sind die weitläufigen Ländereien mit prachtvollen Blumenbeeten, alten Bäumen und sogar einem kleinen Dschungel mit Wasserfall und Riesenpflanzen. Ein wahres Postkartenmotiv ist das hübsche Blarney House, das beinah das Walt-Disney-Schloss in den Schatten stellt. 

Doch zurück zu dem märchenhaften Stein: auf dem Dach der Burg, von er aus man übrigens einen herrlichen Blick hat, befindet sich der Stein der Sprachgewandtheit. Angeblich wurde er von den Kreuzrittern aus dem Heiligen Land nach Irland verbracht und irgendwann der Familie McCarthy zum Dank für Ihre Dienste überreicht. 

Der Legende nach erhält jeder, der den Stein küsst, die Gabe der Sprachgewandtheit. Kann nicht schaden, dachten wir uns, und damit ging das Spektakel auch schon los. Der Stein befindet sich nämlich nicht einfach so auf Nasenhöhe in der Wand, sondern hängt beinah unerreichbar über dem Abgrund. Man muss sich also auf den Rücken legen und, während der Oberkörper halb in der Luft hängt, nach hinten beugen um dann kopfüber dem Zauberstein einen Schmatzer aufzudrücken. 

Die Gabe der Sprachgewandtheit muss man sich eben verdienen, auch in Irland. Und wer weiß, vielleicht hat der Zauber sogar funktioniert? Geschadet hat es jedenfalls nicht – und Herpes gab es auch keinen.

Autorin: Kate von Katetravels

Blarney Castle
Einer der alten Türme vom Blarney Castle – Foto: Katetravels

Kilkenny Castle

Bei meiner Lesekreuzfahrt 2018 mit der MS Ocean Majesty von Hansa Touristik umrundete ich einmal die schöne grüne Insel Irland. Neben meiner Arbeit an Bord, standen natürlich auch Landgänge auf dem Programm, wenn das Schiff im Hafen lag.

Von Waterford aus unternahm ich mit der Reederei einen Ausflug in die ca. 40 Kilometer entfernte Stadt Kilkenny. Zu einem Besuch von Irland gehört nämlich unbedingt dazu, mindestens ein altes Castle zu besuchen.

Kilkenny Castle wurde von 1195 bis 1213 erbaut und gehört heute dem irischen Staat, der es mittels eines Fonds mehrere Jahre renovieren ließ. Heute ist es für Besucher wieder geöffnet. Das Castle wurde einst an der Stelle errichtet, um die Handelswege besser kontrollieren zu können. Es ist wunderschön restauriert worden und neben einem Besuch der Innenräume lohnt ein Spaziergang in dem angrenzenden Rosengarten und den weitläufigen Parkanlagen.

Kilkenny Castle ist übrigens eine der meist besuchten Sehenswürdigkeiten in Irland. Auch Kunstfreunde kamen bei dem Besuch auf ihre Kosten, denn in der Galerie konnten verschiedene Ausstellungen der Kilkenny Art Gallery Society bewundert werden. Teile der Nationalgalerie waren ebenfalls dort zu finden.  

Neben dem Schloss empfahl sich aber auch ein Spaziergang durch die wunderschöne, mittelalterliche Stadt und natürlich der Genuss eines Kilkenny-Bieres, welches weltbekannt ist und hervorragend schmeckte, bevor es wieder nach Waterford zurückging.  

Autorin: Brina von Kreuzfahrtautorin

Kilkenny Castle in Irland
Kilkenny Castle gehört zu den Top-Sehenswürdigkeiten in Irland – Foto: Kreuzfahrtautorin

Italien

Burg Bardi in der Emilia Romagna

Das Castello di Bardi, wie es auf Italienisch heißt ist ein kleines Juwel weit abseits der üblichen Touristenströme. Der Preis dafür ist eine etwas längere und kurvenreiche Anfahrt. Von Parma aus solltest du mit einer Stunde Fahrzeit rechnen. Wenn du von Ligurien aus einen Trip in die Berge des Hinterlands planst, benötigst du von La Spezia aus etwa zwei Stunden.

Die Burg Bardi liegt malerisch auf einem schroffen Felssporn und thront hoch über dem Dorf Bardi. Wie es sich halt für eine Burg gehört. Du erreichst das Tor, nachdem du dich im Zickzack durch einen schmalen Gang geschlängelt hast. Das diente früher zur Verteidigung, damit die Angreifer schön einzeln antreten mussten.

Vor dem eigentlichen Burgtor erwartet dich ein grüner, von kleinen Mauern umschlossener Platz, der dir den ersten von vielen fantastischen Ausblicken auf das Flusstal und die umliegenden Berge bietet.

Nachdem du das Tor, das von ein paar rostigen Ritterrüstungen bewacht wird, passiert hast, kannst du das große und verschachtelte Gelände der Burg nach eigenem Gusto erforschen. Da sich nur wenige Besucher dorthin verirren, kannst du dich so richtig als Entdecker fühlen.

Es geht durch verschiedene Burghöfe, hinunter in Eiskeller und Verliese, durch frühere Wohnpaläste, in denen du die prächtige Einrichtung bewundern kannst, durch Gänge und über Treppen hinauf und hinunter.

Ein Highlight ist ein Spaziergang über den Wehrgang, auf dem du die Burg auf drei Seiten umrunden kannst. Dabei hast du immer wieder spektakuläre Ausblicke über die Landschaft rundum.

Die Burg beherbergt mehrere Ausstellungen und Museen. Im Heimatmuseum wird das Leben im vorletzten Jahrhundert anschaulich dargestellt. Weiterhin gibt es eine archäologische Ausstellung und eine naturkundliche Ausstellung mit vielen Tieren der Region.

Alles in allem kannst du mehrere vergnügliche und informative Stunden auf Burg Bardi verbringen.

Autoren: Gina und Marcus von 2 on the go

Das Castello di Bardi
Das Castello di Bardi ist ein echter Geheimtipp – Foto: 2 on the go

Castello del Buonconsiglio in Trento/Trient

Die Stadt Trento/Trient im Norden Italiens wird von vielen Urlaubern übersehen, was aber meiner Meinung nach ein Fehler ist, denn neben wunderschöner Landschaft und einer tollen Innenstadt ist das Castello del Buonconsiglio zentral gelegen und daher einfach zu finden.

Für die Besichtigung des Schlosses solltet ihr unbedingt ausreichend Zeit einplanen, denn es ist größer und spannender als man denkt.

Auf jeden Fall empfehle ich den kleinen Aufpreis für den Adlerturm (Torre Aquila) aus dem 14. Jahrhundert zu investieren und sich zum fix gebuchten Zeitpunkt dort einzufinden, da dieser Teil nur mit Führung zu sehen ist.

Der Palast ist entsprechend der Bauphasen gegliedert und ich erwähne nur einige der Highlights:

Prunkvoll geschmückt ist der Renaissance Palast (Magno Palazzo). Einen reizenden Blick von der Loggia des Romanino habt ihr durch die Arkaden in den Löwenhof (Cortile dei Leoni).

Im oberen Stock sind u.a. die Repräsentationsräume (Audienzsaal, Großer Saal und Spiegelsaal) des Fürstbischofs. Im 2. Stock gibt es außer einer weiteren schönen Loggia auch noch eine Bibliothek zu bestaunen.

Der Bergfried (Torre d’Augusto) aus dem 12./13. Jahrhundert ist der älteste Teil, aber nicht minder schön.

Mein persönlicher Favorit ist der Bischofssaal (Sala Vescovi) im Castelvecchio mit all den Portrait-Fresken an der Wand! 800 Jahre Geschichte im Zeitraffer in einem Raum.

Die Giunta Albertiana aus dem 17. Jahrhundert verbindet das Castelvecchio und dem Magno Palazzo.

Wer nur wenig Zeit hat, aber vielleicht sogar das Glück, zur Rosenblüte vor Ort zu sein, sollte auf jeden Fall zumindest den schönen Garten (gratis) besuchen und sich einen ersten Eindruck des großartigen Bauwerks von außen verschaffen.

Was Albrecht Dürer, Kaiser Maximilian I. und Napoleon Bonaparte einen Besuch wert war, sollte auch uns im 21. Jahrhundert einen kleinen Umweg wert sein. Trento/Trient liegt grob gesagt zwischen Bozen und dem nördlichen Ende vom Gardasee. Von Verona ist es auch nur eine gute Autostunde Richtung Norden.

Autorin: Elena von Verliebt in Italien

Das Castello del Buonconsiglio
Das Castello del Buonconsiglio ist ein Top-Tipp für alle, die im Norden Italiens unterwegs sind – Foto: Verliebt in Italien

Kroatien

Festungsruine Fortica auf der Insel Pag

Die Festungsruine Fortica ist einer der fotogensten Orte auf der kroatischen Insel Pag. Sie liegt auf der südlichen Inselspitze direkt neben der Verbindungsbrücke zum Festland. Gemäß historischen Überlieferungen diente die Festung im Mittelalter dazu, den Schiff- und Handelsverkehr vor Übergriffen zu schützen

Das Gelände ist überraschend gut erhalten und es gibt so einiges zu entdecken. Die Ruine besteht aus mehreren begehbaren Räumen. Um in die etwas höheren Lagen zu gelangen, wurde extra eine kleine Leiter errichtet. Es ist nur ein wenig Fantasie nötig, damit du gedanklich in alte Zeiten, in denen hier noch fleißige Aufpasser ihre Wachposten bezogen, zurückkehrst. Der Eintritt zur Ruine ist übrigens kostenlos!

Das Highlight für uns ist jedoch nicht die Festung an sich, sondern ihre Lage! Die Insel Pag bildet an dieser Stelle eine dünne Landzunge. Deshalb liegt die Ruine „Fortica“ sehr exponiert und ist auf drei Seiten von malerisch blauem Meer umgeben. Wie gemacht, um tolle Fotos einzufangen. Auch der Blick hinüber zur Festlandsbrücke ist absolut sehenswert. Das gleiche gilt übrigens auch umgekehrt: Von der Brücke aus hast du einen genialen Blick auf die ehemalige Burg. Für alle, die aus dem Süden anreisen, ist die Ruinenanlage mit das erste, was sie von Pag erspähen! Ein wirklich schöner Empfang, oder nicht?

Nun noch ein paar Fakten für dich: Wie gelangst du zur Ruine? Von der Brücke kommend nimmst du die erste Abzweigung nach links. Folge dieser bis zum Ende und schon bist du am Ziel. Unterhalb der Anlage gibt es mehrere Parkmöglichkeiten. 

Autoren: Julia und Felix von Secluded Time

Die Festungsruine Fortica auf der Insel Pag
Das Highlight der Festungsruine ist die einmalige Lage – Foto: Secluded Time

Niederlande

Kasteel Vorden & Kasteel de Haar

Wenn ich danach gefragt werde, welche europäischen Schlösser oder Burgen sich am tiefsten in meine Erinnerungen gegraben haben, dann denke ich immer sofort an Holland. In den wunderbar grünen Provinzen Gelderland und Utrecht habe ich vor einiger Zeit mehr als 10 majestätische Schlösser und Burgen besucht, ein Bauwerk dabei beeindruckender als das andere.

Zwei Anwesen bekomme ich tatsächlich irgendwie nicht mehr aus dem Kopf, nämlich das zauberhaft schöne Märchenschloss Kasteel Vorden und das pompöse Kasteel de Haar, das ultimative Jet-Set-Schloss von Holland.

Schon beim ersten Blick auf das Kasteel Vorden in Achterhoek fühlst du dich ein bisschen an Dornröschen erinnert, nicht zuletzt weil sich an den trutzigen Steinmauern des runden Turms unzählige Rosen in verschiedenen Nuancen aus unschuldigem Weiß, zartem Rosa und einem dunklen Rot emporranken.

Das Besondere an diesem Schloss sind aber definitiv die Eigentümer Karin und Joseph mit ihrem Hund Pippa, dem knuffigen Siamkater Rupert und ihren sprechenden Papageien Lord Monti und Lady Felicia. Buchst du eine der wunderbar persönlichen Führungen mit ihnen durch die geschichtsträchtigen Räume des Kasteels, begleiten dich Pippa und Rupert bei jedem deiner Schritte. Cool, oder?

Ganz anders ist dagegen das Kasteel de Haar in Utrecht, das größte und zugleich auch luxuriöseste Schloss von ganz Holland. Einfach nur um stilvoll zu übernachten, aber auch um einige der legendärsten Parties der Niederlande zu feiern, haben schon zahlreiche Stars wie Brigitte Bardot, Yves Saint Laurent oder auch Roger Moore das riesige Anwesen besucht.

Beim Spazieren durch die prunkvollen Räume und Hallen kannst auch du dich mit ein bisschen Fantasie für einen Moment wie eine dieser berühmten Persönlichkeiten fühlen.

Autorin: Melanie von Good Morning World

Kasteel de Haar in den Niederlanden
Das Kasteel de Haar ist Hollands prächtigstes Schloss – Foto: Good Morning World

Norwegen

Festung Akershus

Malerisch gelegen, direkt am Oslofjord, auf einem Felsvorsprung, wacht die Festung Akershus über die norwegische Hauptstadt. Entstanden ist sie zu Verteidigungszwecken, irgendwann im 13. Jahrhundert, eine genaue Datierung ist nicht bekannt. Neunmal war sie besetzt, im Zweiten Weltkrieg auch von den Deutschen. Zu jener Zeit wurde die Burg zum Gefängnis umgewandelt, rund 40 Menschen ließen hier ihr Leben. Heute erzählen zwei Museen in der Festung von der Geschichte: Das Norwegische Verteidigungsmuseum und das Norwegische Widerstandsmuseum.

Die Festung, die aus den drei Teilen Schloss, Bastion und äußeres Festungsgebiet besteht, prägt das Bild rund um Aker Brygge, das Viertel am Oslofjord. Hier legen die Boote ab, die Touristen über den Fjord schippern und Einheimische auf die umliegenden Inseln bringen. Direkt darüber die Festung Akershus, deren Name auf die Provinz Akershus zurückgeht, die sich um Oslo herum findet.

Die mittelalterliche Burg dient heute Touristen wie Einheimischen als Freizeitort und kleine Oase. Im Park und auf den alten Festungsmauern gehen Menschen spazieren oder picknicken, dazwischen spielen Kinder. Von der Festung aus hat man einen fantastischen Blick über den Fjord – er reicht zwar nicht so weit wie vom Wahrzeichen Oslos, dem Holmenkollen, aber dennoch sind die Inseln zu sehen.

Auch repräsentative Zwecke erfüllt sie noch: Staatsfeste werden hin und wieder hier gefeiert, etwa der Geburtstag des Königs. Apropos Könige: Davon gibt es hier einige, denn die mittelalterliche Burg ist das royale Mausoleum, im Südflügel des Schlosses sind unter anderem König Håkon VII, seine Frau Maud von Großbritannien, Kronprinzessin Märtha sowie König Olav V. begraben.

Sogar ein Friedensnobelpreis wurde hier schon einmal verliehen, 1978. Normalerweise passiert das im nahe gelegenen Rathaus, aber als der israelische Ministerpräsident Menachem Begin ausgezeichnet wurde, waren die Proteste zu groß, sodass zum Schutze aller Beteiligter ein Umzug in die Festung Akershus vorgenommen wurde.

Autorin: Miriam von Nordkap nach Südkap

Eine Kanone in der Festung Akershus
Eine Kanone in der Festung Akershus – Foto: Nordkap nach Südkap

Österreich

Burg Hochosterwitz: Eine der schönsten Burgen Österreichs

Die Burg Hochosterwitz ist eine der schönsten und imposantesten Burgen Österreichs, und eines der Wahrzeichen Kärntens. Sie liegt unweit von Klagenfurt, und ist somit nicht nur für Kärnten-Urlauber, sondern auch als Etappenziel auf der Durchreise am Weg nach Slowenien eine Option. Hochosterwitz ist ausgezeichnet erhalten und für Besucher von April bis Oktober weitgehend zugänglich.

Schon aus vielen Kilometern Entfernung ragt der imposante, über 170 Meter hohe Fels, auf dem Hochosterwitz erbaut wurde, aus der Landschaft. Sich mit einer feindlichen Armee der darauf thronenden Burg unbemerkt zu nähern, dürfte unmöglich gewesen sein. Die Burg wurde im Laufe ihrer Geschichte umgebaut und erweitert, was ihr heute ihr Märchenschloss-ähnliches Aussehen verleiht.

Hochosterwitz diente der Bevölkerung der umliegenden Dörfer als Zufluchtsort vor drohenden Türkenangriffen. Das erklärt auch ihr markantestes Merkmal, nämlich die vierzehn Burgtore, die es am Weg nach oben (oder unten) zu überwinden gilt, während sich der Weg um den Felsen windet.

Wer sich den Aufstieg ersparen will, kann sich auch mit einer Standseilbahn bequem nach oben befördern lassen (das ist allerdings nicht ganz billig). Oben angekommen gilt es nicht nur die weitläufige Befestigungsanlage, ihre vielen Türmchen, Kirchen und Wehrbauten zu besichtigen. Es gibt außerdem eine Schmiede und ein Museum mit einer imposanten Waffensammlung zu bestaunen. Führungen werden laufend angeboten, jedoch ist es auch sehr spannend, die Anlage selbst zu erkunden.

Die Bildersammlung zeigt viele der ehemaligen Bewohner der Burg, und die schöne Aussicht in die umliegende Landschaft entschädigt schließlich vollends für den steilen Aufstieg. Wer davon hungrig wird, kann sich direkt im Burghof im Burg-Restaurant wieder stärken, und sich dabei wie ein Ritter fühlen.  

Autor: Gerfried von WoMoGuide

Blick auf Burg Hochosterwitz
Burg Hochosterwitz ist eine der schönsten Burgen in Österreich – Foto: WoMoGuide

Die Burg Hohenwerfen im Salzburger Land

Wer aus Richtung Salzburg über die Tauernautobahn (A10 bzw. E55) in Richtung Kärnten fährt, dem fällt kurz vor Werfen unweigerlich eine geniale gelegene Burg auf. Es ist dies die Burg Hohenwerfen, die auf einem Felsen unmittelbar neben und sehr gut sichtbar von der Autobahn über das enge Tal wacht.

Ich bin schon sehr oft hier vorbeigefahren, aber dieser Blick fasziniert mich einfach immer wieder. Mindestens ebenso oft habe ich mir vorgenommen, mich zu Fuß in etwa an dieselbe Stelle zu begeben, um die Burg genau aus diesem Winkel abzulichten. Irgendwann werde ich das auch tun.

Die Burg Hohenwerfen zählt nicht umsonst zu den schönsten Burgen im Salzburger Land. Neben der genialen Lage sind es auch die Umgebung und die Burg selbst, die zu faszinieren wissen. Eingebettet zwischen Tennengebirge, Hagengebirge und dem Hochkönigmassiv darf man die Kulisse ruhig als atemberaubend bezeichnen.

Die Burg ist über 900 Jahre alt. Entstanden ist sie in einer politisch turbulenten Zeit – zum Schutz des Bistums. Die Burg stellt ein Bollwerk im Salzachtal dar, welches ein Weiterkommen durch das Salzachtal unmöglich machen sollte. „Die ganze Welt mag kommen, niemand kommt ungestraft vorbei“.

Neben den Burgführungen zählen auch noch die beeindruckenden Greifvogelschauen zu den absoluten Highlights eines Besuches der Burg. Diese sollte man sich nicht entgehen lassen!

Autor: Horst von Austria Insiderinfo

Die Burg Hohenwerfen
Die Burg Hohenwerfen zählt zu den schönsten Burgen im Salzburger Land – Foto: Austria Insiderinfo

Burgruine Gösting

Denkt man an eine Festung in Graz, so fällt einem sofort der Schlossberg im Zentrum ein. Doch im Norden der Stadt gibt es noch eine: die Burgruine Gösting. Die Burg wurde 1042 auf den Ausläufern des Steinkogel-Frauenkogel-Zugs erbaut, da man von dort eine hervorragende Sicht ins gesamte Grazer Becken und ins Murtal nördlich der Stadt hat. So konnten Ankömmlinge schon früh erkannt werden. Daher erblickt man die Burg auch schon ganz gut, wenn man sich Graz von der Autobahn A9 von Norden her nähert.

Die tolle Aussicht hat sich bis heute gehalten, die einst mächtige Burg leider nicht. Im Jahre 1723, als sie als Pulverlager der Stadt Graz diente, sorgte ein Blitzschlag dafür, dass sie großflächig ausbrannte. Danach ließ man sie verfallen, ehe sich ein Verein um ihre Erhaltung angenommen hat.

Leider sind große Teile der einstigen Burg für immer verloren, die Kapelle, der innere Hof und ein Turm sind aber nach wie vor zu bestaunen. Heute befindet sich eine Burgtaverne in der Burgruine, die nach wie vor ohne fließendes Wasser betrieben wird.

Als Besucher erreicht man die Burgruine Gösting nur zu Fuß über eine halbstündige Wanderung. Von der Endhaltestelle Gösting aus geht es stetig bergauf. Wer schon mal oben ist am Burgberg, sollte sich auch den Jungfernsprung und die Cholerakapelle ansehen – und natürlich den fantastischen Blick auf Graz genießen!

Autorin: Barbara von Reisepsycho

Burgruine Gösting
Burgruine Gösting ist ein echter Geheimtipp – Foto: Reisepsycho

Festung Hohensalzburg

Die Festung Hohensalzburg ist die größte vollständig erhaltene mittelalterliche Burg in Europa. Sie geht auf die Salzburger Fürsterzbischöfe zurück, die das Land fast 1.000 Jahre lang bis zu den napoleonischen Kriegen regierten. Nach dem Papst in Rom waren die Salzburger Bischöfe damit die einzigen Kirchenfürsten mit einem eigenen Land.

Zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten innerhalb der alten Burgmauern gehören die Gemächer der Erzbischöfe, Prunkräume und Geschichten rund um ihr wechselhaftes Leben.

Eine Erinnerung daran, dass die Bevölkerung von Salzburg nicht immer mit ihnen zufrieden war, ist ein Schaden von einer Kanonenkugel in den Prunkräumen der Bischöfe. Eine andere Geschichte erzählt von Bischof Wolf Dietrich, der das Zölibat nicht so ernst nahm. Er hatte 15 Kinder. Sein Nachfolger soll es auch nicht so genau genommen haben. Er ließ auch das Lustschloss Hellbrunn bauen. Heute gehört Hellbrunn zusammen mit dem Schloss Mirabell, dem Geburtshaus von Mozart und der Festung Hohensalzburg zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Salzburg.

Zu den Attraktionen in der Anlage selbst zählen die Festungsbahn aus der Altstadt auf die Festung, das Festungsmuseum, das kleine Marionettenmuseum, das Alte Zeughaus, Rainer-Regimentsmuseum, der Ausblick von den Türmen und den Prunkräumen der Bischöfe. Probiere außerdem in einem der Restaurants in der Burg Salzburger Nockerl.

Plane für eine Besichtigung einen Nachmittag ein. Insgesamt kannst du in Salzburg locker 2 bis 3 Tage verbringen.

Autoren: Daria und Thomas von Konpasu

Die Hohensalzburg
Die Festung Hohensalzburg ist das Wahrzeichen Salzburgs – Foto: Konpasu

Schloss Schönbrunn in Wien

Wenn sich Wiener in Schönbrunn verabreden, geht es meistens um eine Laufrunde durch den Park, um einen Kaffeehausbesuch in der Meierei oder um einen Besuch im Tiergarten, um einen Blick auf die Tierbabys zu erhaschen.

Touristen ticken ein bisschen anders. Sie besuchen in Schönbrunn meist ausschließlich das Schloss. Und somit ist das Schloss Schönbrunn auch die meistbesuchte Touristenattraktion in Österreich mit über 4 Millionen Besucher pro Jahr.

Kein anderes Gebäude in Wien wird so mit der Geschichte der Habsburger assoziiert, wie dieses Schloss. Dabei war es nur der Sommersitz der kaiserlichen Familie, die im Winter in der Hofburg logierte. Die für viele berühmteste Habsburgerin, Kaiserin Sisi, weilte übrigens nicht so oft in diesem Märchenschloss, wie Besucher es gerne glauben möchten. Sie hielt sich nicht oft in Wien auf und ließ sich eigene Schlösser erbauen, eines im Lainzer Tiergarten und eines auf der Insel Korfu.

Was dem reiselustigen Besucher sofort ins Auge fällt, wenn er vor dem Schloss Schönbrunn steht: Es erinnert ein bisschen an Versailles. Beide Schlossanlagen entstanden etwa zur gleichen Zeit. Sie wurden ständig umgebaut und gemäß den neuesten Stilepochen neu gestaltet. Das heutige Aussehen des Schlosses verdanken wir übrigens Maria Theresia.

Sie hatte eine große Familie, die standesgemäß untergebracht werden mussten. Eine große Familie bedeutet viele Bedienstete und so gibt es im Schloss Schönbrunn mehr als 1400 Räume.

Doch keine Angst! Der Besucher von heute muss nicht alle Säle, Zimmer, Kapellen und Theater durchschreiten. Er darf sich entscheiden zwischen der Imperial Tour (22 Räume) oder der Grand Tour (40 Räume).

Die wichtigsten Räume wären somit besichtigt und so hat man noch genügend Zeit sich den Schlosspark anzusehen, in der Gloriette eine Melange zu trinken und der Wagenburg einen Besuch abzustatten.

Autorin: Gudrun von Reisebloggerin.at

Schloss Schönbrunn
Schloss Schönbrunn gehört zu den Top-Sehenswürdigkeiten in Wien – Foto: Reisebloggerin.at

Rumänien

Schloss Bran

Das berüchtigte Drakula-Schloss liegt in Transsilvanien (zu Deutsch „Siebenbürgen“) und heißt mit offiziellem Namen Schloss Bran.

Was die meisten Touristen, die in Scharren jährlich nach Rumänien fahren, nicht wissen: Drakula war niemals hier. Zumindest gibt es keine historischen Aufzeichnungen darüber, dass der grausame Graf Vlad III. Draculea (so sein voller Name) jemals das Schloss Bran betreten hat. Dem Ort ist das egal. Die vielen Touristen-Stände verkaufen ihre Souvenirs unter dem Namen Drakula und auch die Führungen sind so gut wie immer ausgebucht.

Und was ist mit dem wahren Drakula-Schloss? Das liegt woanders. Auf der Burg Poenari hat sich Drakula auch wirklich aufgehalten. Diese liegt etwa 2,5 Autostunden vom Schloss Bran entfernt und befindet sich bereits in der Wallachei.

Etwa 1.000 Treppenstufen führen hinauf auf die Ruinen und ermöglichen einen Ausblick auf die grüne Berglandschaft.

Auch Drakulas Geburtshaus liegt wieder woanders, nämlich in Schäßburg. So wird es in Rumänien sicherlich nicht langweilig.

Autoren: Janine & Stefan von Gepackt & los

Schloss Bran in Rumänien
Schloss Bran wird als Drakula-Schloss vermarktet. Dabei war der grausame Graf Vlad III. Draculea wohl nie nier – Foto: Gepackt & los

Russland

Großer Kremlpalast

Der Große Kremlpalast ist als Bestandteil des Kremls eine der Top-Highlights in Moskau und weltbekannt. In den Jahren 1838 bis 1849 erbaut, diente der Palast zunächst als die Moskauer Hauptresidenz des Zaren und der Zarenfamilie. Heute gehört der Große Kremlpalast zum Dienstgebäudekomplex des russischen Präsidenten.

Besonders prunkvoll ist der riesige Georgssaal im Obergeschoss des Palastgebäudes. Ein weiteres Highlight ist der Andreassaal. Für Besucher steht ein Teil des Kremlpalasts zur Besichtigung offen.

Der Große Kremlpalast in Moskau
Der Große Kremlpalast in Moskau darf auf unserer Liste mit den schönsten Burgen und Schlössern in Europa nicht fehlen

Schweden

Schloss Solliden

Wenn Schwedens Kronprinzessin Victoria im Juli ihren Geburtstag feiert, ist sie unter folgender Adresse zu erreichen: Schloss Solliden Der sonnenverwöhnte Ort in der Ostsee ist der Lieblingsort der königlichen Familie, die bezaubernde Villa im italienischen Look ihr Urlaubsdomizil.

Erbaut wurde das bezaubernde Schlösschen mit der imposanten Freitreppe von Victorias Ur-Ur-Großmutter, einer gebürtigen Prinzessin von Baden, die im hohen Norden nicht übermäßig glücklich gewesen sein soll und ihre ehelichen Pflichten nur widerwillig erfüllte. Der Herr Gemahl hatte es wohl auch nicht so mit der Damenwelt.

Einmal zu sehen, wo Carl Gustaf, Silvia und Co. den Sommer verbringen – das ist nicht nur für Schweden ein großes Vergnügen, die an Victorias Geburtstag, den Victoriadagen, in Tracht und mit Blumenstrauß auflaufen, um der äußerst beliebten Kronprinzessin höchstpersönlich zu gratulieren. Dann weht über dem schneeweißen Sommerparadies die schwedische Flagge und der wunderbare Garten ist noch etwas voller als sonst.

Solliden selbst wirkt eher wie eine mediterrane Villa, denn wie ein dunkles skandinavisches Schloss. Und diese Ähnlichkeit ist gewollt. Denn Victorias Ur-Ur-Großmutter, nach der die Prinzessin benannt wurde, schwärmte nicht nur für ihren Leibarzt Axel Munthe, ihr gefiel auch seine Villa San Michele auf der italienischen Insel Capri ausnehmend gut.

Die Sommerresidenz ist zwar nicht zu besichtigen, dafür der wunderschöne Schlossgarten, der sich in mehrere Themenbereiche aufgliedert. Es gibt einen „Holländisch en Garten“, ein Geschenk der niederländischen Königin Wilhelmina an Viktoria im Jahr 1922, einen englischen Park mit imposanten Bäumen und einen Rosengarten.

Gleich nebenan liegt übrigens die Ruine von Schloss Borgholm, und wenn der Wind durch die leeren Fensteröffnungen fegt, glaubt man das Geklirre von Schwertern zu hören.

Autorin: Roswitha von Bruder-auf-Achse

Schloss Soliden Öland
Schloss Solliden Öland ist mit dem Schlossgarten ein Highlight in Schweden – Foto: Bruder auf Achse

Serbien

Die Kalemegdan Festung in Belgrad

Belgrad, die serbische Hauptstadt am Zusammenfluss von Donau und Sava hat mein Herz im Sturm erobert: interessante Sehenswürdigkeiten, eine entspannte Atmosphäre sowie hippe Läden und Cafés – ein echter Geheimtipp für einen tollen Städtetrip! Nur wenige Schritte von meinem Hotel und der Fußgängerzone entfernt befindet sich die Festung Kalemegdan, die eines der bedeutendsten Bauwerke und ein Wahrzeichen der serbischen Hauptstadt ist. Sie wird schnell zu meinem Lieblingsplatz in Belgrad. 

Rund um die Festung befindet sich der Kalemegdan Park, in dem Du einige Denkmäler und Monumente findest – beispielsweise die Pobednik-Statue, die einen nackten Krieger darstellt und schon für einiges Aufsehen sorgte. Außerdem sind auf dem Gelände ein Militärmuseum, ein Kunstpavillon, das Institut für Denkmalschutz, der Zoo, ein Dino-Vergnügungspark, Sportplätze und Gaststätten zuhause.  

Bei einem Spaziergang durch den weitläufigen Komplex aus wuchtigen Festungsmauern, Wällen, Bastionen, Türmen und Toren kann ich mir das Säbelrasseln und Kampfgetümmel von einst lebhaft vorstellen: Denn die Belgrader Festung war in der Geschichte immer wieder Schauplatz erbitterter Kämpfe, Belagerungen und Eroberungskriege. Grund dafür war die strategische Lage Belgrads, die zum Beispiel dafür sorgte, dass drei Kreuzzüge durch die Stadt führten und sich Großmächte wie die Habsburger und die Osmanen die Klinke in die Hand gaben.

Auch heute noch punktet die Kalemegdan Festung mit ihrer Lage – allerdings aus ganz anderen Gründen: Von dem terrassenartigen Plateau hat man eine fantastische Aussicht auf die beiden Flüsse Save und Donau, die hier ineinander münden, auf die Große Kriegsinsel sowie auf die Stadtteile Zemun und Novi Beograd. Die perfekte Kulisse für spektakuläre Sonnenuntergänge! Und damit ein echter Hot Spot, an dem sich Belgrader und Touristen treffen, um zu sehen, wie sich die Sonne vom Tag verabschiedet. Gerne auch mit einem mitgebrachten Sundowner nach Wahl…

Aber auch für Frühaufsteher lohnt sich ein Abstecher zur Kalemegdan Festung. Ich erlebe einen wunderbaren Sonnenaufgangsmoment auf der Festungsmauer. Hier versammeln sich nicht nur die Tauben der Stadt, sondern auch einige Hobbyfotografen sind bereits unterwegs auf der Suche nach dem besten Spot für ein Sunrise-Foto von Belgrad.

Autorin: Marion von Escape from Reality

Die Kalemegdan Festung in Belgrad
Die Kalemegdan Festung ist eine der Top-Sehenswürdigkeiten in Belgrad – Foto: Escape from Reality

Slowenien

Höhlenburg Lueg

Fälschlicherweise als Burg Predjama bezeichnet wird die Höhlenburg Lueg, die unmittelbar in der Nähe des Ortes Predjama im Südwesten von Slowenien liegt. Mystischer geht es kaum – die Burg wurde im 12. Jahrhundert direkt in den Fels erbaut und bietet im Inneren ein verstecktes Höhlensystem.

Die vielen geheimen Gänge im Inneren führen bis tief in den Fels und boten dem Ritter Erasmus von Predjama seinen Rückzugsort nach seinen Raubzügen. Mit diesem Höhlensystem hat es die Burg Lueg sogar in das Guinness Buch der Rekorde geschafft.

Predjama liegt ca. 1 Stunde von der Hauptstadt Sloweniens in Richtung Meer entfernt und ist am besten, wie so vieles in Slowenien, mit dem Auto erreichbar. Wer Zeit mitbringt, kann im Inneren eine Führung durch einige der Höhlen und in den Mauern der Burg machen.

Autorin: Sabrina von Smilesfromabroad

Die Burg Lueg in Slowenien
Die Burg Lueg wurde im 12. Jahrhundert direkt in den Fels erbaut – Foto: Smilesfromabroad

Spanien

Alhambra in Granada

Auch wenn der Sommer in Andalusien unglaublich warm ist und man sich nicht vom Pool oder Strand wegbewegen will: Ein Besuch der Alhambra in Granada ist absolute Pflicht. Diese arabische Festung ist eine der größten und schönsten Anlagen in ganz Europa.

Zur Einstimmung (besonders für Kinder) passt die Geschichte des letzten maurischen Herrschers in Europa: Boabdil schaute von einem Bergpass südlich der Stadt nach seiner Vertreibung durch die Christen ein letztes Mal auf seine wunderschöne Festung und seufzte tief (daher hat der Bergpass den Namen „El suspiro del moro“, der Seufzer des Mauren). Von seiner Mutter bekam er dafür eine Ohrfeige, er solle nicht so weibisch herumheulen. Ob das eine gute Mutter-Sohn-Beziehung war?

Immerhin hatte Boabdil die Größe besessen, seinen Palast lieber kampflos aufzugeben, als ihn von den Eroberern zerstören zu lassen. Dafür können wir ihm heute noch danken, wenn wir durch die Räume und Gänge, die Arkaden und kleinen Patios wandeln und uns wie in einem Märchen aus 1001 Nacht vorkommen. Fast noch schöner als die Alhambra selbst sind die verwunschenen Gärten des „Generalife“, die sie umgeben.

Wer die Alhambra besuchen will, der sollte das gut planen. Zeitfenster-Tickets sind im Sommer Wochen im Voraus ausverkauft, das Online-Reservieren ist nicht unkompliziert und nur wer pünktlich da ist, wird eingelassen. Am besten kommt man abends mit den letzten Besuchergruppen, dann ist das Licht wunderschön und man hat (vergleichsweise) seine Ruhe. Auch mit Parkplätzen sieht es dann besser aus. Will man mehr als den Nasridenpalast im Zentrum der Anlage sehen, sollte man sich einen halben Tag Zeit nehmen; für eine kurze Stippvisite sind immer noch mindestens zwei Stunden empfehlenswert.

Die Sparvariante: ein Besuch in den Gärten des Generalife und den öffentlichen Bereichen der Alhambra – auch dort ist es wunderschön und der Eintritt ist frei!

Autorin: Jenny von Weltwunderer

Die Alhambra
Die Alhambra ist eine der beeindruckendsten Festungen in Europa – Foto: Weltwunderer

Castell d’Alaró: Die Burgruine im Herzen Mallorcas

Am Rand des Tramuntana-Gebirges befindet sich zwischen dem verschlafenen Ort Orient und dem Städtchen Alaró eine der drei Felsenburgen Mallorcas: das Castell d’Alaró.

Obwohl die Burg in Ruinen liegt, galt sie früher als uneinnehmbar. Alle Invasoren, von denen es auf Mallorca von der Steinzeit bis ins Mittelmeer eine Menge gab, versuchten mit Nachdruck die strategisch wichtige Festung unter Kontrolle zu bringen. Und schafften das immer nur nach mehreren Anläufen und unter jahrelanger Belagerung, in der die Burgbelegschaft regelrecht ausgehungert wurde. Die längste davon dauerte acht Jahre.

Im 15. Jahrhundert wurde die Burg von Alaró nach und nach aufgegeben und zerfiel. Obwohl es viele Projekte zur Erhaltung des historisch wichtigen Ortes gibt, verfällt die Feste wegen ungeklärter Eigentumsverhältnisse auch heute immer weiter. Nichtsdestotrotz ist das Kastell ein beliebtes Ausflugsziel, sowohl bei Einheimischen, als auch bei Urlaubern.

An Wochenenden kann es auf den Wegen zur Burg und den Restaurants im Umfeld durchaus etwas bewegt zugehen. Je nach Kondition und Motivation kann ein Ausflug auf die Festung mit einer kürzeren oder längeren Wanderung verbunden werden. Der finale Aufstieg über den alten Steinpfad zum Burgtor muss jedoch von allen bewerkstelligt werden.

Auf dem Gipfel an der Burg werden Besucher mit tollen Ausblicken über die eindrucksvolle Bergwelt Mallorcas und das Tal nach Palma belohnt. Ein kleines Restaurant sorgt für die Verpflegung. Wer ein ganz besonderes Erlebnis sucht, kann auf der Burg auch die Nacht verbringen. Denn das Castell d’Alaró ist die einzige Burg auf Mallorca mit eigener Herberge.

Autorin: Damaris von Mallorca für Kinder

Die Burg von Alaró
Die Burg von Alaró ist ein echtes Highlight auf Mallorca – Foto: Mallorca für Kinder

Tschechische Republik

Prager Burg

Die Prager Burg ist das Top-Highlight der Stadt. Schon von weitem siehst du die gigantische Anlage, die auf dem Hradschin, einem Hügel auf der anderen Seite der Altstadt, thront. Die Burg ist das größte geschlossene Burgareal der Welt und äußerst beeindruckend. Gegründet wurde die Burg im 9. Jahrhundert und wie das bei Burgen immer so ist: diverse Baumeister und Architekten veränderten das Aussehen der selbigen.

Regiert haben in ihr bereits die böhmischen Herzöge und Könige, zwei Kaiser des Heiligen römischen Reichs sowie der tschechoslowakische Staatspräsident. Heute residiert dort der Präsident der Tschechischen Republik. Das Herzstück der Burganlage ist der Veitsdom.

Braut in der Prager Burg
Die Prager Burg ist eine beliebte Fotokulisse für Brautpaare

Türkei

Die Rumelische Festung in Istanbul

Die Rumelische Festung (Rumeli Hisarı) wurde als Vorbereitung für die Eroberung von Konstantinopel am Bosporus gebaut. Sie sollte aus dem Schwarzen Meer ankommende Schiffe zusammen mit der Anatolischen Festung auf der asiatischen Seite des Bosporus blockieren.

Die beiden Festungen am schmalsten Punkt der Bosporusmeerenge sind heute eine Erinnerung an die Geschichte von Istanbul und ein großartiger Aussichtspunkt.

Die Rumelische Festung ist ein beliebtes Ausflugsziel innerhalb der Stadt, das auch Einheimische gerne besuchen. Nahe der Festung gibt es Lokale am Bosporus, die ein gutes türkisches Frühstück anbieten. Die typischen Bosporusrundfahrten fahren meistens bis zur Rumelischen und Anatolischen Festung und drehen dort wieder in Richtung Altstadt um.

Die Anatolische Festung ist deutlich kleiner und steht auf der asiatischen Seite der Türkei. Sie besuchen weniger Reisende. Typisch für einen Ausflug zur Anatolischen Festung sind die Restaurants rund um die alte Burganlage. Sie haben vor allem Fisch auf der Speisekarte stehen.

Beide Burganlagen sind nach wie vor gut erhalten, im Vergleich zu den Festungen an der Einfahrt des Schwarzen Meeres. Dazu zählen die Ruinen der Rumeli Feneri Topçu Kalesi auf der europäischen Seite und der gut erhaltene Leuchtturm in Anadolu Feneri.

Ein zusätzliches Highlight unter den alten Befestigungsanlagen von Istanbul sind die Land- und Seemauern von Konstantinopel. Die zweite Hauptstadt des Römischen Reichs war vom Marmarameer im Süden, dem Bosporus im Osten und der fjordartigen Bucht Goldenes Horn umgeben. Die kilometerlangen Landmauern auf der Halbinsel im Westen zählen nach wie vor zu den Wahrzeichen von Istanbul.

Interessant sind in Istanbul außerdem die Prachtbauwerke aus der Osmanischen Zeit. Dazu zählt zum Beispiel der Topkapi Sultanspalast mit dem Harem in der Altstadt Sultanahmet und der Dolmabahce Palast mit dem Harem am Bosporus. Der letzte ist eine Mischung aus der osmanischen Architektur und dem Prunk von Schlössern wie Versailles.

Autor: Thomas vom TürkeiReiseblog

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10 Kommentare

    • - Florian

      Hallo,

      da gibt es sicher ganz tolle Burgen und Schlösser in Polen. Bei der Zusammenstellung war halt leider niemand dabei, der etwas aus Polen hatte .-) Aber das ist eine tolle Anregung für uns, mal nach Polen zu fahren.

      Viele Grüße
      Florian

  • - Christian

    Hallo Ihr zwei,

    Ganz toll gemacht.
    Wir lieben auch Schlösser und Burgen.

    Mein Geheimtipp die Toscana, neben wunderschönen Burgen und Landschaften findet sich dort auch eines unsere Highlights, die Burgruine Rocca di Radicofani. Atemberaubend mit eindrücklicher Geschichte

    Aus meinem Heimatland das Schloss Chillon, eine der ältesten Wasserburgen der Welt. Und auch Schloss Grandson, die wie Murten, Schauplatz einer Schalcht war welche die Machtverhältnisse im Europa des 15. Jh für immer veränderten.

    In Deutschland würde ich euch die Burgruinen um Singen (deren drei) empfehlen vor allem Hohentwiel. Der ehemalige Herzogssitz ist eine der grössten Burgruinen Deutschlands und wie ich finde eine der schönsten in Europa.

    Meine Liste wäre noch unendlich lang :-) aber das überlasse ich euch.

    LG

    Christian

  • - Melanie

    Hallo Ihr zwei Lieben,

    wow, was für ein toller und vor allem ausführlicher Beitrag das geworden ist! Ich glaube, jedem Burgen- und Schlossliebhaber geht bei dieser Liste das Herz auf. Macht weiter so!! <3

    Liebe Grüße,
    Melanie

  • - Ilona

    Ui, das ist ausführlich geworden! Dennoch bin ich gerade überrascht, dass sich keiner für die Engelsburg, das Castel del Monte oder die Schlösser der Loire gefunden hat :-o
    Hoffentlich erweitert ihr das immer wieder mal :)

    • - Florian

      Hi Ilona,

      ja, Europa ist groß, da gibt es sicher viel mehr als 49 Burgen und Schlösser.

      Vielleicht schaffen wir auch die 100 – dann mit 200.000 Zeichen ggg

      Das kann dann fast als Buch gedruckt werden .-)

      Liebe Grüße
      Flo

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