Job gekündigt (Teil 3): So beantragst du den Gründungszuschuss (in der Sperrzeit)

So bekommst du den Gründungszuschuss (in der Sperrzeit)

Alle wichtigen Infos zum Gründungszuschuss

Es gibt einige wichtige Fristen beim Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit. Die wollen wir dir hier einmal näher bringen. Es gibt beim Gründungszuschuss auch etliche Fragen, die sich stellen. Uns ging es zu unserer Gründung überhaupt nicht anders. Dies ist ein reiner Erfahrungsbericht von unserem Gründungszuschuss und den Coachings, die wir im Vorfeld hatten. Dies ist keine Rechtsberatung und alle Angaben sind ohne Gewähr. Bedenke auch, dass sich die Gesetze schnell ändern können. (Stand Artikel: Juni 2018)


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Wichtige Fristen beim Gründungszuschuss

  • Du musst mindestens einen Tag arbeitslos (nicht arbeitssuchend, das kann man auch sein, wenn man noch einen Job hat) gemeldet sein, um Anspruch auf den Gründungszuschuss zu haben. Dabei ist es unerheblich, ob du etwa durch Eigenkündigung eine Sperrzeit erhalten hast. Arbeitslos gemeldet heißt, deine altes Arbeitsverhältnis ist endgültig beendet
  • Ein weiterer wichtiger Punkt, um den Gründungszuschuss zu bekommen: Du darfst noch nicht gegründet haben – zumindest nicht im Haupterwerb. Im Nebenerwerb darf deine Firma bereits bestehen. Nebenerwerb bedeutet, dass du nicht mehr als 15 Wochenstunden für deine Firma aufgewendet hast.
  • Dein Restanspruch auf Arbeitslosengeld muss noch mindestens 150 Tage betragen
  • Beantragst du den Gründungszuschuss während der Sperrzeit, hat das keine Auswirkungen auf die Höhe des Gründungszuschuss. Aber: Der Gründungszuschuss wird erst nach deiner Sperrzeit ausgezahlt – das aber in voller Höhe für sechs Monate.
Gründungszuschuss

Bekommt man den Gründungszuschuss trotz Sperrzeit? Ja, das ist kein Problem

So gehst du konkret vor, um den Gründungszuschuss zu erhalten

Du hast deinen Job verloren oder selbst gekündigt. Dann meldest du dich umgehend (innerhalb von drei Tagen) beim Arbeitsamt arbeitssuchend, um eine Sperrzeit zu verhindern – das geht auch online oder telefonisch.  Wenn du schon länger als drei Monate vom Ende deines Beschäftigungsverhältnisses weißt, musst du dich spätestens drei Monate vor dem Ende des Arbeits- bzw. Ausbildungsverhältnisses arbeitsuchend melden. Spätestens am ersten Tag deiner Arbeitslosigkeit musst du nun noch persönlich beim Arbeitsamt (das sagt man ja nicht mehr) vorstellig werden.

Diese zwei Fristen musst du beachten, um eine Kürzung deiner Leistungen zu verhindern. Bei der persönlichen Vorstellung in der Arbeitsagentur (Personalausweis nicht vergessen) musst gar nicht um den heißen Brei reden und kannst deinem Berater sofort erzählen, dass du dich selbständig machen willst. Dein Berater vermerkt das im System und sollte dir gleich den “Antrag auf Gewährung eines Gründungszuschusses zur Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit” mitgeben. Diesen gibst du später mit allen erforderlichen Unterlagen wieder bei der Arbeitsagentur ab.

Meine Beraterin hat mich für einen Gründerkurs bei einem freien Träger eingebucht. Dieser Kurs ist verpflichtend mit Anwesenheitsliste. Aber keine Sorge: Ich kann fast nur positives berichten. In dem Kurs waren lauter spannende Gründer (natürlich alle von der Arbeitsagentur geschickt) und auch die Dozenten waren fast alle super. Es gab kaum eine Stunde, die Zeitverschwendung für uns gewesen wäre. Andere würden für so ein Gründer-Coaching wohl einige Tausend Euro zahlen – wir haben es umsonst erhalten.

Gründen kannst du theoretisch bereits am zweiten Tag deiner Arbeitslosigkeit. Doch was bedeutet Gründen überhaupt? Entweder meldest du ein Gewerbe beim Gewerbeamt oder eine freiberufliche Tätigkeit beim Finanzamt an. Du musst dich zwingend hauptberuflich selbständig machen. Wenn du neben deiner neuen Selbständigkeit als Nebenjob in einem sozialversicherungspflichtigen Verhältnis arbeiten willst, darfst du das bis zu 15 Stunden in der Woche.

Eine Ausnahme besteht: Wenn du bereits vor deiner Arbeitslosigkeit in Teilzeit gearbeitet hast, darfst du deine neue Selbständigkeit ebenfalls in Teilzeit ausführen. Gründen bedeutet nicht, dass du den Antrag auf Gewährung eines Gründungszuschusses (plus die notwendigen Unterlagen) einreichen musst. Dafür hast du nach der Gründung (Gewerbeanmeldung oder Anmeldung beim Finanzamt) maximal drei Monate Zeit.

Noch am Tag der Gründung musst du der Arbeitsagentur Bescheid geben und dich vom Arbeitslosengeld abmelden. Du bist jetzt selbständig und für dein Einkommen selbst verantwortlich. Du bekommst jetzt kein Geld mehr von der Arbeitsagentur und musst dich etwa um die Krankenversicherung (ab rund 420 Euro im Monat, es gibt aber Möglichkeiten, das zu minimieren) selbst kümmern. Du kannst aber natürlich auch zu einem gewissen Datum gründen. Heißt: Du gehst am 1. März zum Gewerbeamt oder Finanzamt und sagst, du willst zum 1. Mai gründen. Auch dieses Datum teilst du umgehend der Arbeitsagentur mit.

Jetzt hast du drei Monate Zeit, den Antrag auf Gewährung eines Gründungszuschusses zur Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit mit allen benötigten Unterlagen bei der Arbeitsagentur einzureichen. Dazu zählt etwa ein ausführlicher Businessplan mit Stellungnahme einer fachkundigen Stelle. Wie so ein Businessplan auszusehen hat, sollte man dir im Kurs für Existenzgründer der Arbeitsagentur vermitteln.

Hamsterrad

Das Hamsterrad zu verlassen ist der Traum vieler Menschen. Die Selbständigkeit ist ein möglicher Weg © snyGGG/ Fotolia

Die Sperrzeit und der Gründungszuschuss

Auch wenn ich es schon einmal geschrieben habe: hier noch einmal in aller Deutlichkeit. Die Sperrzeit hat keinen Einfluss auf deinen Gründungszuschuss – dieser wird allerdings erst nach der Sperrzeit ausgezahlt. Gründen darfst du aber schon während der Sperrzeit (aber Fristen beachten). Und noch ein wichtiger Aspekt: Es gibt Sachbearbeiter, die während der Sperrfrist lediglich „vorbereitende Maßnahmen“ im Zusammenhang mit der Gründung zulassen. Heißt, du darfst offiziell keine Aufträge annehmen.

Der Gründungszuschuss in Kürze

  • Unmittelbar nach der Kündigung (3-Tage-Frist) arbeitssuchend melden – das geht auch online oder telefonisch
  • Spätestens am ersten Tage deiner Arbeitslosigkeit bei der Arbeitsagentur persönlich vorstellig werden. Hier kannst du bereits darauf hinweisen, dass du dich selbständig machen willst
  • “Antrag auf Gewährung eines Gründungszuschusses zur Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit” bei der Arbeitsagentur besorgen
  • Ab dem zweiten Tag deiner Arbeitslosigkeit darfst du bereits gründen (ist aber absolut kein Muss). Der Restanspruch auf Arbeitslosengeld muss aber noch mindestens 150 Tage betragen
  • Nach der Gründung hast du drei Monate Zeit, den Gründungszuschuss-Antrag mit allen Unterlagen (Businessplan, Stellungnahme fachkundige Stelle, Lebenslauf etc) einzureichen. Bist du auch nur einen Tag zu spät dran, hast du keine Chance mehr auf den Gründungszuschuss

Stolperfallen beim Gründungszuschuss

Der Gründungszuschuss ist eine Ermessenssache der Arbeitsagentur  – du hast keinen Anspruch auf den Gründungszuschuss. Gründe, die gegen die Bewilligung des Gründungszuschuss sprechen, können sein:

  • Du bist gut vermittelbar (das ist wohl der Hauptgrund für eine Ablehnung)
  • Dein Business-Plan zeigt nicht, dass deine Geschäftsidee tragfähig ist
  • Dein Business-Plan ist so optimistisch, dass du überhaupt nicht auf den Gründungszuschuss angewiesen bist
  • Eine hohe Abfindung kann ebenfalls ein Grund sein, dir den Gründungszuschuss zu verweigern. Aber vielleicht benötigst du das Geld ja auch für den Aufbau deines Geschäfts!

Deine Meinung ist uns wichtig

Hast du auch schon gegründet? Wie sind deine Erfahrungen mit dem Gründungszuschuss und der Agentur für Arbeit? Hinterlass doch einen kurzen Kommentar – wir freuen uns!

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2 replies
  1. Max says:

    Du hast es richtig formuliert. “Du bist gut vermittelbar (das ist wohl der Hauptgrund für eine Ablehnung)” das ist einer der meisten Gründe. Haben wir damals auch durchgemacht. Also achtet drauf :)

    Freue mich auf weitere Artikel dazu.

    LG
    Max

    Reply

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