Im Test: Der Fotorucksack booq Slimpack

Der booq Slimpack im Test

Fotografen mit einem Faible für Design werden den booq Slimpack lieben

booq? Der eine oder andere wird sich sicher Fragen, wer oder was ist booq. Ehrlich gesagt zählte ich selbst bis vor vier Wochen auch dazu. Dann fiel mit durch Zufall der booq Slimpack in die Hände – ein Fotorucksack, der auf den ersten Blick mehr an ein Designerstück als an ein Arbeitsgerät erinnert. Das machte mich natürlich neugierg. Ich hatte jetzt viel Zeit, um den booq ausgiebig zu testen.

Der erste Eindruck

Ist das wirklich ein Fotorucksack? Als ich den booq Slimpack das erste Mal in den Händen hielt, fiel mir sofort die gute Verarbeitung und die wertigen Materialien auf. Ich habe ja schon mit einigen Fotorucksäcken gearbeitet und ich übertreibe nicht, wenn ich sage, bisher kam keiner so wertig rüber wie der booq. Das graue Obermaterial sieht nicht nur extrem schick aus, sondern schmeichelt auch den Händen. Das setzt sich im Inneren fort. Auf dem flauschigen Material prangert überall das Firmenlogo – eben wie bei einem Luxuslabel. Apropos: booq wurde 2002 von dem Deutschen Thorsten Trotzenberg gegründet und hat zwei Firmenzentralen: eine in Sierra Madre, Kalifornien, und die andere in Husum, Schleswig-Holstein.

booq Slimpack in der Stadt

Der booq Slimpack macht einen hochwertigen Eindruck

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booq Slimpack Seitenansicht

Die Stativhalterung lässt sich auch verstecken

Der booq Slimpack im Einsatz

Die teuersten Materialien und das beste Design nützen natürlich wenig, wenn man mit dem Rucksack nicht arbeiten kann. Aber auch hier überzeugt mich das gute Stück. Besonders praktisch finde ich die Möglichkeit, von oben auf die Kamera zuzugreifen. Von außen sieht der booq Slimpack ziemlich klein und schmal aus und mit 1,4 Kilo ist der Rucksack auch recht leicht. Um so verwunderter war ich, dass ich doch eine ganze Menge in den Rucksack bekommen habe. Meine Nikon D810 mit dem Nikkor 24-70 2.8 findet ebenso Platz wie das monströse Nikkor 14-24 2.8 – ein echtes Dickschiff. Sogar mit aufgeschraubtem Filterhalter findet das Nikkor 14-24 Platz, allerdings stößt der booq Slimpack dann an seine Grenzen. Neben der Kamera und den zwei Objektiven passen auch noch leicht Akkus, Blasebalg und Fernauslöser in den Rucksack. Der Rucksack würde sogar noch ein drittes Objektiv schlucken, wie man unschwer auf den Bildern erkennt. Im dick gepolsterten Rückenteil haben die Kalifornier außerdem ein gut gepolsterstes Laptop-Fach untergebracht – ein MacBook bis 12 Zoll Größe passt hier problemlos rein.

booq Slimpack Innenansicht

Der booq Slimpack schluckt meine Nikon D810 und die zwei dicken Nikkor-Objektive problemlos

booq Slimpack im Einsatz

Wer noch mehr Platz benötigt, wird an den Seiten des booq Slimpack fündig

Wenn es dann doch mal etwas enger wird: In den zwei Seitentaschen ist noch reichlich Stauraum. Außerdem hat booq hier den Regenschutz versteckt – ein nicht ganz unwichtiges Detail. Wer sich fragt, wie er das Stativ transportieren soll: Auf der Rückseite des booq Slimpack lässt sich das Stativ problemlos befestigen. Wie bei jedem guten Fotorucksack gibt es natürlich auch Beckengurt und Brustgurt. Positiv aufgefallen sind mir auch die robusten Reißverschlüsse, die sich außerdem mit einem handelsüblichen Kofferschloss abschließen lassen.

Regenschutz booq Slimpack

Der Regenschutz liegt bei

Der Rucksack lässt sich außer am Deckel nur auf der Rückseite öffnen – Langfinger haben deshalb schlechte Karten. Außerdem kann man den Rucksack so ganz einfach mit dem Beckengurt vor den Bauch schnallen. So hat man Zugriff auf seine Ausrüstung. Im Vergleich zum Lowepro Flipside, den ich seit Jahren in zwei Ausführungen benutze, ist der booq in dieser Disziplin unterlegen, da man nicht ganz so gut an die Reißverschlüsse kommt und auf dem Deckel ein Haltegriff fehlt. Ich glaube aber, dass booq diese Funktion überhaupt nicht vorgesehen hat, da der Zugriff auf die Kamera über den Deckel erfolgt, was ich in den vergangenen Wochen auch sehr zu schätzen gelernt habe. Außerdem wirbt booq auch nicht mit dieser Funktion – einen Punktabzug gibt es deshalb nicht.

Kamerafach booq Slimpack

Der Zugriff erfolgt über den Deckel. Die Reisverschlüsse lassen sich abschließen

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booq Slimpack Innenleben

Man kann den Rucksack per Beckengut vor dem Bauch hängen lassen – das ist aber nicht die Stärke des booq Slimpack

Tragekomfort

Ich habe den booq Slimpack voll bepackt inzwischen einige Stunden durch die Gegend getragen. Durch die dicke Polsterung am Rücken drückt nichts und auch die Tragegurte sind optimal gepolstert. Durch den Beckengurt wird das Gewicht außerdem gut verteilt. Natürlich ist jeder Rücken anders, mir passt der Rucksack aber gut und ich kann damit stundenlang durch die Gegend laufen.

Sonst noch was?

booq hat den Rucksack mit einer einmaligen Nummer versehen. Diese kann man online registrieren. Geht der Rucksack verloren, kann sich der Finder online melden und mit ein wenig Glück hält man seine Ausrüstung wieder in den Händen – ein ehrlicher Finder ist allerings Voraussezung.

Pro

  • sehr kompakt und recht leicht
  • genügend Platz und Stauraum – das Laptopfach freut vor allem Blogger
  • die Verarbeitung und die Materialien sind spitzenklasse – sowohl außen wie auch innen
  • das Innere lässt sich durch Trennwände individuell zusammenstellen
  • der Rucksack ist wasserfest – für Starkregen liegt ein extra Schutz bei
  • optisch ein Leckerbissen, der kaum an einen Fotorucksack erinnert
  • abschließbare Reißverschlüsse
  • der Zugriff über den Deckel ist äußerst komfortabel
  • durch Zugriff über das Rückteil haben Langfinger keine Chance
  • guter Tragekomfort
  • ein Stativ kann problemlos transportiert werden
  • individuelle Nummer, um einen verlorenen Rucksack zurückzubekommen

Contra

  • recht hoher Preis

Fazit

Der booq Slimpack überzeugt zuerst durch sein schickes Design und die hochwertige Verarbeitung. Im Einsatz hat sich der Rucksack bewährt und auch der Tragekomfort lässt keine Wünsche offen. Der Rucksack ist ideal für einen Städtetrip, zum Wandern in den Bergen würde ich aber ein anderes Modell empfehlen. Wer Wert auf Design legt – der booq Slimpack ist wirklich nicht als Fotorucksack zu identifizieren – und keine allzugroße Fotoausrüstung mit sich herumschleppt, ist beim booq genau richtig. Ein Wermutstropfen ist der Preis von knapp 200 Euro.

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Hinweis:
Der booq Slimpack wurden uns von booq kostenlos zum Testen zur Verfügung gestellt. Dies ändert jedoch nichts an unserer Beurteilung. Wir erwähnen hier sowohl positive als auch negative Eigenschaften und lassen uns weder vom Hersteller noch von einer PR-Agentur beeinflussen.

6 replies
  1. Marc
    Marc says:

    Stimmt, sieht wirklich schick aus das Teil, aber ich glaube mir wäre der zu klein. Neben der Fotoausrüstung habe ich meist noch jede Menge anderen Kram dabei und der muss halt auch irgendwo hin. 🙂

    Viele Grüße,
    Marc

    Reply
    • Florian Westermann
      Florian Westermann says:

      Ja, für Bergtouren würde ich den Rucksack auch nicht nehmen. In der Stadt finde ich ihn hingegen ideal, da schleppe ich aber auch nicht drei Jacken und Wasserflaschen durch die Gegend

      Viele Grüße
      Florian

      Reply

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