Zwei Schafe vor einem Camper in Irland
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Camper mieten in Irland: Unsere Tipps und Erfahrungen

Du überlegst, Irland mit dem Camper zu erkunden und willst ein Wohnmobil mieten? Dann bist du bei uns genau richtig. Wir haben Irland mit dem Mietcamper einmal komplett umrundet und verraten dir, worauf du achten musst! Und nun viel Spaß mit unseren Camper-Tipps.

Werbehinweis: Dieser Artikel entstand in Kooperation mit roadsurfer.

Aktualisiert am 21.05.2024
Die Reiseblogger Biggi Bauer und Florian Westermann

Die wichtigsten Tipps im Überblick

Der richtige Campervan für Irland

Ein roadsurfer Campervan an der Küste von Irland
Hier waren wir mit unserem roadsurfer Camper auf dem Wild Atlantic Way unterwegs

Wir waren drei Wochen mit dem Campervan in Irland unterwegs und sind die gesamte Küste abgefahren. Dabei haben wir rund 5.000 Kilometer zurückgelegt. Gemietet haben wir den Camper aber in Deutschland. Für die An- und Abreise musst du etwa vier Tage einplanen. Komfortabler ist es, den Camper direkt in Dublin zu mieten und abzuholen.

Eines können wir dir vorab sagen: Die Straßen in Irland sind wirklich so eng, wie man oft hört. Natürlich gibt es auch die breiten Autobahnen, um schnell von A nach B zu kommen. Spätestens im Hinterland und an der Küste erwarten dich aber schmale Straßen, auf denen kaum zwei Autos Platz haben. Viele Straßen in Irland sind auch einspurig. Zum Ausweichen gibt es Ausweichplätze oder Einfahrten.

Dessen bewusst haben wir uns für unsere Irland-Reise für einen roadsurfer „Road House“ entschieden. Die Basis des Campers bildete bei uns ein Fiat Ducato. Der Campervan ist 5,40 Meter lang, mit Außenspiegeln 2,70 Meter breit und 2,80 Meter hoch. Damit ist das Fahrzeug insgesamt sogar noch relativ kompakt.

Für uns persönlich ist diese Größe aber das Limit für eine Irland-Rundreise. Auf der grünen Insel fahren zwar noch viel größere Wohnmobile. Für uns wäre das angesichts der schmalen Straßen aber nichts. Das sagen wir aus Erfahrung. Ein größeres Gefährt hatten wir etwa auf einer Schottland-Rundreise, wo es nicht weniger eng zugeht.

Mit dem Road House konnten wir in Wendebuchten problemlos umkehren und schmale Küstenstraßen waren für uns kein Problem. In größere Städte wie Belfast oder Dublin solltest du dich mit dem Gefährt aber nicht reinwagen, zumal die normalen Pkw-Parkplätze für das Road House meist zu klein sind. Ein Problem war auch die Höhenbeschränkung an vielen Parkplätzen an der Küste auf zwei Meter. Das gleiche gilt für viele Parkplätze in Ortschaften.

Bei der nächsten Irland-Rundreise mit dem Camper würden wir persönlich einen kompakteren VW Bus wählen, der natürlich weniger Wohnkomfort bietet als unser Modell. Bei roadsurfer stehen einige passende Fahrzeuge zur Auswahl. Achte bei der Buchung darauf, dass die Fahrzeughöhe unter zwei Metern liegt. Das ist bei allen VW Bussen der Fall.

Tipp: Hier kannst du dein Wohnmobil mieten. Mit dem Code PHOTOTRAVELLERS24 bekommst du bei roadsurfer außerdem 85 Euro Rabatt auf deine Anmietung.

Das brauchst du für die Anmietung deines Campers

Um einen Camper in Irland zu mieten, benötigst du eine ausreichend gedeckte Kreditkarte für die Kaution, deinen Ausweis und natürlich deinen Führerschein.

Fährst du wie wir vom Festland mit der Fähre über England, benötigst du für die Einreise nach England deinen Reisepass. Außerdem wird die grüne Versicherungskarte für Großbritannien empfohlen.

Das kostet ein Roadtrip durch Irland

Unser roadsurfer Campervan auf einer engen Küstenstraße in Irland
Warum sich eine Reise nach Irland lohnt? Dieses Bild sagt alles

Miet-Camper sind in Irland nicht gerade günstig und oft Monate im Voraus ausgebucht. Besonders im Hochsommer ist das Preisniveau extrem hoch. Im August kostet ein VW California weit über 300 Euro am Tag. Deutlich günstiger und unserer Meinung nach viel entspannter bist du in der Nebensaison unterwegs. Hier gibt es Fahrzeuge schon für rund 90 Euro am Tag.

Wir selbst waren von Ende April bis Mitte Mai in Irland mit dem Campervan auf Tour. Wir hatten fast leere Strände und Stellplätze und außerdem traumhaftes Wetter, von etwas Regen abgesehen. Wir können dir das Frühjahr für einen Irland-Roadtrip absolut empfehlen.

Stell- und Campingplätze kosten in der Regel 20 bis 50 Euro pro Nacht. Treibstoff ist etwas teurer als in Deutschland. Unser Wohnmobil kam dabei mit neun Litern Diesel auf 100 Kilometer aus. Auch für Parkplätze und Eintrittskarten für Sehenswürdigkeiten ist das Preisniveau in Irland hoch.

Ein Guinness im Pub kostet zwischen fünf und sechs Euro, ein Abendessen zwischen 15 und 25 Euro. Die Preise im Supermarkt sind mit denen in Deutschland zu vergleichen, wobei Dinge des alltäglichen Gebrauchs wie Klopapier oder Küchenrolle selbst bei Aldi und Lidl sehr teuer sind.

Tipps für die Abholung

Für uns war es die X-te Reise mit einem Miet-Camper. Deshalb wissen wir, worauf es bei der Abholung ankommt. Besonders wenn du das erste Mal einen Camper mietest, sind unsere Tipps Gold wert.

Wie bei jedem Mietauto solltest du das Fahrzeug im Vorfeld auf mögliche Schäden checken. Denk dabei auch an den Innenraum, die Scheiben und die Räder. Um ganz sicher zu gehen, solltest du den Camper von allen Seiten fotografieren und ein Video machen. Manchmal fallen einem Schäden am Fahrzeug erst nach einigen Tagen auf. Das ist uns auch schon passiert. Mit den Fotos und dem Video kannst du das im Nachhinein abklären und du erlebst bei der Rückgabe keine böse Überraschung.

Ohnehin ist unser Tipp, den bestmöglichen Versicherungsschutz ohne Selbstbeteiligung zu buchen. Achte auf das Kleingedruckte im Vertrag. Es gibt Fälle, in denen die Versicherung nicht zahlt. Etwa, wenn du auf unbefestigten Wegen unterwegs bist oder du unter Alkoholeinfluss Auto fährst.

Im Innenraum solltest du prüfen, ob Gaskocher, Warmwasser und Heizung funktionieren. Wir haben es schon einige Male erlebt, dass ein Ventil der Gasflasche blockiert war. Wenn du das erst am Abend bemerkst, ist die Problemlösung oft mit viel Aufwand und Fahrerei verbunden.

Außerdem solltest du alle Schlüssel und Schlösser prüfen und alles einmal durchspielen. Wo kommt das Frischwasser rein, wo das Grauwasser raus, wo geht der Tankdeckel auf?

Hier findest du unsere ausführliche Checkliste für die Camper-Abholung.

Wo übernachten mit dem Camper

Der Blick aus dem Camper auf die Küste
In Irland erwarten dich viele tolle Schlafplätze

So, du hast es geschafft und deinen Camper abgeholt. Der große Vorteil ist, dass du auf deiner Reise super flexibel bist und du um teure Hotels einen weiten Bogen machen kannst. Aber wo kannst du mit dem Camper in Irland überhaupt übernachten?

Prinzipiell ist frei Stehen in Irland nicht erlaubt. Viele Camper nutzen offizielle Parkplätze zum Übernachten. Vorausgesetzt, es gibt kein Verbotsschild. Damit das so bleibt, gilt: Verhalte dich leise und nimm deinen Müll wieder mit. Außerdem solltest du auf Stühle vor dem Auto und auf die Markise verzichten.

Natürlich gibt es in Irland zahlreiche Stellplätze ohne Services und Campingplätze mit allem Komfort inklusive Duschen und Waschmaschinen. Die Kosten liegen in der Regel zwischen 20 und 50 Euro pro Nacht. Parkplätze, Stellplätze und Campingplätze findest du über die App Park4Night, die wir selbst seit Jahren nutzen.

Eine Alternative sind die Stellplätze von Brit Stops, von denen es aktuell knapp 70 in Irland gibt. In Deutschland gibt es mit Landvergnügen ein ähnliches System. Für eine Jahresgebühr von 44 Pfund kannst du die Stellplätze nutzen. Meist handelt es sich um Parkplätze von Pubs. Am Abend bietet es sich an, auf ein Guinness und ein leckeres Essen in den Pub gehen. Wir haben auf unserer Irland-Rundreise an einigen Brit Stops übernachtet und können das System sehr empfehlen. Die zugehörigen Pubs waren allesamt toll.

roadsurfer bietet ebenfalls Übernachtungsmöglichkeiten an. In Irland gibt es aktuell aber noch keine Stellplätze.

Entsorgung von Grauwasser, Toilette und Müll

Unser roadsurfer Camper lässt an einer Tankstelle Grauwasser ab
Hier lassen wir Grauwasser an einer Tankstelle ab

Eine der größten Herausforderungen auf deinem Roadtrip wird die Entsorgung von Abwasser (Grauwasser), der Toilette (Schwarzwasser) und vom Müll. Am einfachsten ist es, du übernachtest auf Campingplätzen. Hier kannst du alles problemlos entsorgen. Auch als Nicht-Gast kannst du die Service-Einrichtungen der Campingplätze gegen eine Gebühr (ca. 15 Euro) meist ebenfalls nutzen.

Aber was ist, wenn du einfache Stellplätze oder Brit Stops nutzt? Dann wird es schon schwieriger. Wir persönlich halten es so, dass wir die eingebaute Toilette nicht benutzen. Die Chemietoilette kannst du nämlich nur auf Campingplätzen entsorgen. Uns persönlich ist der Aufwand dafür zu hoch, da wir Campingplätze nur selten ansteuern.

In Irland gibt es in fast jedem Ort eine öffentliche Toilette oder ein Pub. Im Gegensatz zu Deutschland sind die öffentlichen Toiletten in Irland sauber und angenehm. Für den absoluten Notfall empfehlen wir dir biologisch abbaubare Beutel, die du in den nächsten Mülleimer werfen kannst.

Für die Grauwasser-Entsorgung nutzt du am besten die bereits erwähnte App Park4Night, die auch Services auf der Karte anzeigt. Je nach System kannst du dein Grauwasser leider nicht an jeder Entsorgungsstation ablassen. Tipp: Meist wirst du dein Grauwasser an Tankstellen mit Waschanlage los. Nach dem Tanken freundlich fragen und darauf hinweisen, dass du NICHT deine Toilette entsorgen willst – die will nämlich niemand! Verständlich, oder?

Deinen Alltags-Müll entsorgst du in den öffentlichen Mülleimern, von denen es mal mehr, mal weniger gibt. Glas wirfst du in die überall vorhandenen Glascontainer. Für Plastik gibt es leider kein Recyclingsystem. Plastikmüll kommt also in den Restmüll.

Frischwasser finden

Für fließendes Wasser im Camper musst du deinen Frischwassertrank regelmäßig auffüllen. Am einfachsten geht das auf einem Campingplatz mit einem Schlauch. Wenn du keine Campingplätze nutzt: Mit der App Park4Night findest du weitere Möglichkeiten, den Wassertank deines Wohnmobils zu befüllen.

Autofahren in Irland

Unser roadsurfer Campervan auf einer schmalen Bergstraße in Irland
Hier waren wir auf einer schmalen Bergstraße unterwegs

Die gute Nachricht zuerst: Genau wie in Deutschland wird die Geschwindigkeit in Irland in km/h angegeben. Eine Ausnahme bildet Nordirland, das zu Großbritannien gehört. Hier werden die Geschwindigkeiten in Meilen pro Stunde angegeben. Bei modernen Fahrzeugen mit digitalem Tacho kannst du die Einheiten ganz einfach umstellen.

Mehr Probleme dürfte der Linksverkehr bereiten. Gerade am Anfang ist das recht ungewohnt. Hier ist also noch mehr Vorsicht als sonst angebracht. Nach einigen Tagen hast du dich aber an den Linksverkehr gewöhnt. Wenn du erst einmal drin bist, ist der Linksverkehr gar nicht mehr so schlimm. Hilfreich ist es übrigens, sich am Vordermann zu orientieren.

Und um den großen Camper nicht zu sehr in der Mitte der schmalen Straße zu fahren, orientiere ich mich immer am linken Fahrbahnrand. Bei uns hat das super geklappt. Wir haben den Camper inklusive An- und Abreise nach über 6.000 Kilometern ganz ohne Kratzer abgegeben.

Die perfekte Route

Der Felsen Downpatrick Head in Irland im Abendlicht
Der Downpatrick Head im schönsten Abendlicht

Einmal rund um Irland – das ist für uns persönlich die perfekte Route. Für die Umrundung der ganzen Insel solltest du aber mindestens drei Wochen einplanen. Besser sind vier oder fünf Wochen. Nicht jeder hat so viel Zeit und Geld.

Wenn wir uns für eine Region entscheiden müssten, würden wir die Westküste Irlands wählen. Hier verläuft auch der Wild Atlantic Way, die mit 2.500 Kilometern längste offizielle Küstenstraße der Welt. Zu den Highlights auf dem Wild Atlantiv Way gehören die bekannten Cliffs of Moher, die Klippen von Sliabh Liag, der riesige Felsen Downpatrick Head und Malin Head, der nördlichste Punkt Irlands.

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