Island – Tag 13 – Der geheime Wasserfall

Kirkjufell am Morgen, Kirkjufell am Abend und ein geheimer Wasserfall

Hoch in einem Berg versteckt entdecken wir einen atemberaubend schönen Wasserfall

Es ist vier Uhr am Morgen – “Mist, verschlafen”, denke ich. Schuhe an, Jacke an und los ins Auto. Ich eile zum Kirkjufell (GPS: N 64 56.341, W 23 18.646 – Google Maps), komme aber Minuten zu spät an, die Sonne ist gerade hinter dem Horizont aufgegangen. Dafür tauchen die Sonnenstrahlen die Landschaft in warmes Licht. Es hat vier Grad und ich stehe hier ganz alleine – ein erhabener Moment. Kein Mensch weit und breit, nur ein paar Schafe ziehen gemütlich ihre Runde um den Kirkjufellsfoss.

Kirkjufell am Morgen

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Kirkjufellsfoss Kirkjufellsfoss am Morgen Kirkjufellsfoss im Morgenlicht

Nach einem spärlichen Frühstück aus Knäckebrot, Käse und Ei – als das gleiche, war wir jeden Morgen seit fast zwei Wochen essen – machen wir uns auf den Weg zur Südseite der Halbinsel Snæfellsnes. In der Ferne erspähen wir weit oben einen Wasserfall. Wir halten an und betrachten uns das ganze einmal näher. Viel erkennen wir nicht und ein Weg gibt es hier nicht – wir sind mitten in der Pampa. Davon unbeeindruckt ziehen wir unsere Wanderschuhe an und machen uns querfeldein auf den Weg. Es geht erst durch hohes Gras ziemlich steil nach oben, weiter oben kämpfen wir uns durch ein schroffes Geröllfeld. Ich bin mir ziemlich sicher, dass hier oben noch nicht sehr viele Menschen standen – dabei lohnt der Aufstieg. Der Wasserfall ist atemberaubend schön und abseits jeder Touristenmagnete. Von der Straße aus sind wir wohl nur noch als kleine, orange leuchtende Punkte im Berg zu erkennen. Wir halten kurz inne und steigen wieder ab. Das Licht passt einfach noch nicht – wir werden am Abend wiederkommen.

Der geheime Wasserfall am Mittag

Der geheime Wasserfall am Mittag

Die Basaltküste Rauðanes

Unser nächstes Ziel ist die Basaltküste Rauðanes (GPS: N 64 45.976, W 23 37.669 – Google Maps). Auf dem Weg dorthin sehen wir einen Parkplatz, auf dem richtig Trubel herrscht. Wir sind natürlich neugierung und stoppen – was gibt es hier zu sehen? Es geht in den Rauðfeldar Canyon (GPS: N 64 47.883, W 23 38.253 – Google Maps) Die Beschreibung am Parkplatz liest sich verheißungsvoll. Von einer Entdeckungstour ist dort die Rede und dass sich der Canyon, je tiefer man vordringt, immer weiter verengt. Der Aufstieg hat es heute irgendwie in sich, unsere Beine wollen nicht mehr so recht – zumal uns auch noch eisige Orkanböen ins Gesicht wehen. In der Schlucht folgt die große Ernüchterung. Schon nach zehn Metern ist Schluss – ohne Kletterausrüstung und Neoprenanzug geht hier gar nichts mehr. Schade!

Rauðfeldar Canyon

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Wir erreichen die Basaltküste Rauðanes und gönnen uns das erste Mal auf Island eine kleine Auszeit und ein Stück Kuchen. In der Daunenjacke eingemummelt genießen wir das durchaus leckere, aber mit acht Euro auch sehr teure Stück Gebäck auf dem Sonnendeck. Die Basaltküste spulen wir in Rekordzeit ab – die Landschaft ist durchaus beeindruckend, der eisige Wind – fast könnte man von Sturm sprechen – setzt uns aber doch zu.

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 Rauðanes Basaltküste Rauðanes Basaltküste Rauðanes 2

Bis zum Abend haben wir noch etwas Zeit und so legen wir einen kurzen Zwischenstopp im Snæfellsjökull Nationalpark ein. Eine absolut beeindruckende Landschaft. Mittelpunkt über allem ist der Gletschervulkan Snæfellsjökull (GPS: N 64 48.433, W 23 46.023, Google Maps), der sich 1.446 Meter in den Himmel streckt.

Schroffe Küste Islands Snæfellsjökull

Der geheime Wasserfall am Abend

Am späten Nachmittag machen wir uns erneut auf den Weg zu unserem geheimnisvollen Wasserfall. Am Wasserfall angekommen, fallen mir meine Filter runter. Wir brauchen eine halbe Stunde, um die teuren Glasscheiben etwa fünf Meter tiefer im Gestrüpp zu finden. Ein Filter hat den Sturz leider nicht überlebt – zum Glück kommt dafür meine Fotografen-Versicherung auf. Natürlich ist die Stimmung jetzt ein wenig getrübt, zumal uns der heftige Wind ständig die Gischt ins Gesicht peitscht.

Geheimer Wasserfall am Abend

Im Licht der tiefstehenden Sonne brechen wir ein letztes Mal zum Berg Kirkjufell auf. Auf dem Weg gibt es bestimmt 100 Möglichkeiten, anzuhalten und atemberaubende Fotos zu machen. Leuchtend grüne Wiesen, schroffe Berge, die Steilküste – ein Highlight jagt das nächste. Am Kirkjufell steht heute eine ganze Schar Fotografen – wir sind wie so oft die letzten und rennen dem Trupp wohl einige Male durchs Bild. Am Himmel ist leider kein Wölkchen zu sehen.

Snæfellsjökull Nationalpark Goldene Stunde Island Fotokurs Island

Lange nach Sonnenuntergang shooten wir noch einige Bilder an der Küste.

 Kirkjufell im Abendlicht Magischer Sonnenuntergang Island

Foto-Tipp: Ich werde oft gefragt, ob das letzte Bild mit dem Traktor ein HDR ist. Die Antwort ist nein. Das Bild entstand mit einem Grauverlauffilter in Kombination mit einem umgekehrten Grauverlauffilter (Reverse Grad)

Gegen ein Uhr – es hat fünf Grad – werfen wir noch einmal unseren Camping-Kocher an und kochen und frische Pasta – wie immer ungesalzen. Ein kleiner Outdoor-Salzstreuer wie dieser hier* wäre eigentlich eine gute Investition – das nächste Mal sicher.

Von der Polizei gestoppt

Nach dem kleinen Mitternachtssnack brechen wir auf in das Städtchen Borgarnes (GPS: N 64 33.381, W 21 54.073 – Google Maps). Die Landschaft zieht an uns vorbei und während der Himmel leuchtet die halbe Nacht über in den schönsten Rot- und Orangetönen. Gegen halb vier am Morgen erreichen wir Borgarnes – und wir werden bereits von der Staatsmacht erwartet. Mit Blaulicht werden wir gestoppt – aber wir scheinen wenig verdächtig und so lassen uns die durchaus netten Cops weiterziehen. Das mag aber auch an der Knoblauchfahne gelegen haben – unsere Nudelsauce hatte reichlich davon. Und vielleicht auch daran, dass wir ewig keine Dusche mehr gesehen haben. Unser Zelt schlagen wir auf dem überaus gut besuchten Campingplatz in Borgarnes auf.

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