Island – Tag 5 – Geisterlandschaft

Geisterlandschaft zwischen Lava und Nebel

Vom Süden in den Norden – wir wechseln die Seiten und was wir erleben, ist wahrlich gespenstisch

Was ist denn das? Am Vormittag ist kein einziger Eisbrocken mehr am Strand zu sehen – die Pracht ist in den vergangenen Stunden verschwunden. Außerdem regnet es in Strömen. Das Frückstück gibt’s also im Zelt, eingekuschelt in dicke Daunen-Jacken und den Schlafsack. Da das Wetter nicht besser wird, bauen wir das Zelt in Rekordzeit ab. Gegen Mittag brechen wir auf, immer der Ringstraße nach Osten folgend. Die Landschaft zieht uns in ihren Bann. Klippen stürzen steil ins Meer, riesige Felswände ragen steil in den Himmel. Wir fahren an unendlichen Feldern aus erstarrter Lava vorbei und passieren riesige Lupinenfelder – ein Meer aus lila Blüten, so weit das Auge reicht.

An der Ringstraße auf Island

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Island Ringstraße Island

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Unser erster Stopp führt uns nach Stokksnes (GPS: N 64 14.643, W 14 58.285 – Google Maps). Erstmals auf Island müssen wir Eintritt zahlen, die paar Euro sind es aber wert. Wir wandern ein Stück an der schroffen Felsküste entlang und hoffen, Seelöwen und Robben zu sehen. Stokksnes ist dafür bekannt, leider ist weit und breit nichts zu sehen von den Meeresbewohnern. Dafür entschädigt das Wetter – der Regen ist verschwunden und die Sonne schenkt uns ein paar warme Sonnenstrahlen. Wir lassen uns in den butterweichen schwarzen Sand fallen und genießen den Augenblick.

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Küste von Stokksnes Cape of Stokksnes klein c Stokksnes 2

 Leider zieht der Himmel bald wieder zu. Wir haben hier in der Gegend noch einige Wanderungen auf dem Plan stehen, beschließen aber, gleich weiter in Richtung Dettifoss zu fahren. Wir fahren stundenlang durch die beeindruckende Landschaft. Rund 20 Kilometer hinter Djúpivogur biegen wir nach links auf die Straße 939 (GPS: N 64 47.783, W 14 31.415; Google Maps) ab. Die Schotterpiste führt uns auf etwa 500 Höhenmeter und die Landschaft ändert sich dramatisch. Wasserfälle, wohin das Auge reicht. Draußen ist es aber kaum auszuhalten. Die Temperatur liegt nur knapp über dem Gefrierpunkt und der Wind pfeifft mit unbarmherziger Kraft.

Island Straße 939 Island Hochland Wasserfall Island 3 Wasserfall Island 2

Foto-Tipp: Um das Bild von vorne bis hinten knackig scharf zu bekommen, sollte weit abgeblendet werden

Kurz bevor die Sonne gegen Mitternacht hinter dem Horizont verschwindet, verwandelt sich die Landschaft in ein leuchtendes Farbenmeer.

Ringstraße Island 2 Iceland klein c

Es dauert nicht lange, bis wir uns in einer dicken Nebelfront wiederfinden. Der Nebel und die schroffe, triste Lava-Landschaft gäben ein hervorragendes Set für einen Horrorfilm ab – es ist eine echte Geisterlandschaft da draußen. Wir sind froh, im warmen Auto zu sitzen und nur ab und an für ein Foto aussteigen zu müssen.

Geisterlandschaft

Am Dettifoss (GPS: N 65 48.884, W 16 23.083 – Google Maps) erwartet uns weit nach Mitternacht das gleiche Bild. Der Nebel ist undurchdringlich, die Sicht beträgt jetzt vielleicht noch 50 Meter. Das Thermometer im Auto zeigt ein Grad. Wir suchen uns einen Platz, um das Zelt aufzubauen in dieser Trostlosigkeit. Die Nacht wird nach der langen Fahrt wegen der Eiseskälte kurz und hart.

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