Job gekündigt (Teil 1): Der Weg als Journalist, Blogger und Fotograf in die Selbständigkeit

Der Weg in die Blogger-Selbständigkeit

Der Sprung ins kalte Wasser

Selbständig als Blogger und vom eigenen Blog leben? Das ist der Traum vieler. Meist bleibt es aber genau das: ein Traum. Wer seit Jahren in einem festen Arbeitsverhältnis steckt, weiß die Vorteile zu schätzen. Die Sicherheit eines geregelten Einkommens ist nicht zu unterschätzen. Kaum etwas ist schlimmer, als die Sorge, dass die Miete nicht gezahlt wird. Ist auch noch eine Familie zu ernähren, ist das Leben als Blogger oder digitaler Nomade, wo man Monat für Monat hart um sein Einkommen kämpfen muss, für die meisten Menschen keine echte Option mehr.

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Die Festanstellung bringt viele Vorteile

Ein fester Job hat neben dem geregelten Einkommen ja auch noch andere Vorteile: Geld im Krankheitsfall – als selbständiger Blogger schaut man da ohne teure Versicherung in die Röhre – und 25 oder 30 bezahlte Urlaubstage. Auch eine feste Aufgabe im Leben gehört für viele dazu. Viele Menschen wollen morgens um acht ins Büro, ihre Arbeit erledigen und um 17 Uhr nach Hause und abschalten – bis zum nächsten Tag. Uns wird aber auch ohne die alltägliche Büro-Pflicht nicht langweilig – ganz im Gegenteil. Der Fernseher ist seit Jahren abgeschafft und selbst zum Bücher lesen kommen wir kaum. Es gibt es einfach zu viele spannende Projekte, die es umzusetzen gilt. Ja, beim Blick auf unsere To-Do-Liste wird uns regelrecht schwindelig. Unzählige frühere Reisen und Wanderungen müssen getextet und bebildert werden, eBooks geschrieben und andere Ideen umgesetzt werden. Trotzdem hängen auch wir seit vielen Jahren in diesem Hamsterrad. Wie sagt man so schön: Ohne Moos nix los.

Bis wir mit dem Blog, unseren eBooks und unseren Fotokursen soviel Geld wie in einer Festanstellung verdienen, ist es noch ein langer Weg. Und wer weiß, vielleicht kommen wir auch nie ans Ziel. Doch hätten einst auch Roald Amundsen, Christoph Columbus oder James Cook so gedacht, würden wir heute wohl noch immer denken, die Erde sei eine Scheibe.

Hamsterrad

Das Hamsterrad verlassen und den Sprung in die Selbständigkeit schaffen ist der Traum vieler Menschen © snyGGG/ Fotolia

Der eigene Chef sein

Sein eigener Chef sein hat durchaus Vorzüge. In der heutigen Zeit braucht man nicht mehr zwingend einen festen Arbeitsplatz. Der Bericht über eine Reise im verschneiten  Norwegen kann auch auf der Sonnenterrasse eines Strandcafés auf Bali geschrieben werden. Oder das Wetter ist viel zu schön, um einen herrlichen Tag am Computer zu verbringen? Dann stürme raus in die Natur, einen neuen Gipfel erklimmen. Niemand kann dir mehr vorschreiben, wann du was zu tun hast.

Um so zu arbeiten, braucht es natürlich ein gewisses Maß an Disziplin und Strukturiertheit. Genau wie bei der alltäglichen Büro-Pflicht müssen Pläne erstellt und eingehalten werden. Rumgammeln, weil man einfach keine Lust hat, kann man sich vielleicht hin und wieder erlauben – es sollte aber die Ausnahme bleiben. Als selbständiger Blogger muss man in der Regel noch sehr viel mehr und noch sehr viel härter arbeiten als in einem Angestelltenverhältnis. Wenn das Hobby aber zum Beruf wird, fühlt sich das überhaupt nicht mehr nach Arbeit an.

Raus aus dem Hamsterrad

In diesem Dilemma steckten wir nun viele Jahre. Auf der einen Seite die Sicherheit der Festanstellung. Auf der anderen Seite der Drang, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen, zu reisen und zu leben. Ich meine, wirklich zu leben. Das Leben zu spüren, es zu genießen. Nicht nur sechs Wochen im Jahr, sondern jeden Tag. Ja, es war ein langer Prozess: Jetzt aber ist es soweit. Biggi und ich haben beschlossen, die Sicherheitsleinen zu kappen und auf dem Grat des Lebens zu balancieren – inklusive der Möglichkeit, im freien Fall in die Tiefe zu stürzen.

Was wohl die Kollegen und Chefs sagen? Diese Frage schwirrte uns schon im Kopf. Nein, begeistert werden sie nicht sein. Wie sagt man am besten, dass man einen ganz guten Job an den Nagel hängt, um sich in ein Abenteuer zu stürzen? Vielleicht kein so großes wie einst Magellan, der die Welt umsegeln wollte und bei dem Versuch ums Leben kam. Aber gerade wenn man mit beiden Beinen fest im Leben steht, ist so ein Schritt in Deutschland doch recht ungewöhnlich. Wir sind Sicherheit gewohnt. Sicherheit wird uns von Kindesalter eingetrichtert. Sicherheit, das höchste Gut. Kein Risiko, das man nicht mit einer (mitunter sehr teuren) Versicherung minimieren oder ganz ausschließen kann.

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Je tiefer man in diesem System verankert ist, je höher die monatlichen Fixkosten sind, desto schwerer wird es, das sich immer schneller drehende Hamsterrad zu verlassen. Miete, Auto, Smartphone und Designer-Klamotten müssen bezahlt werden und ab und an möchte man sich ja auch mal was Gutes tun und fein Essen gehen. Im Urlaub darf es dann gerne das 5-Sterne-All-Inclusive-Angebot sein. Wenn man schon nur zwei Wochen Urlaub am Stück bekommt, dann bitte richtig. Der Preis für die Sicherheit einer Festanstellung ist die Freiheit, das zu tun, was man wirklich möchte.

Mit über 30 Jahren ist uns bewusst, was uns wichtig ist im Leben. Es sind nicht der Luxusurlaub, das fünfte Paar Designer-Schuhe oder der teure Schampus im edelsten Club der Stadt. Das Zelt in grandioser Alpenlandschaft, die ausgelatschten Wanderschuhe daneben und frisches Wasser aus dem Bach sind doch viel mehr wert, oder?

Lieber Chef, ich bin dann Mal weg

Mit diesen Ideen und Plänen im Kopf ging es also zum Chef. Zugegeben, ein wenig mulmig war mir ja schon. Aus dem Nichts heraus zu kündigen macht man ja nicht alle Tage. “Lieber Chef, ich bin dann mal weg”. Bei einem Großkonzern mit Tausenden Angestellten kommt das jeden Tag vor, da zuckt man nicht einmal mit den Schultern. Alles klar, wir machen die Formalitäten fertig, viel Glück, heißt es da routinemäßig. Bei einem Mittelständler, wo jeder jeden kennt, ist das ein wenig anders. Fast ein wenig so, wie mit der Freundin Schluss zu machen, nur auf professioneller Ebene. Umso überraschter war ich, dass mein Chef alles andere als überrascht war. Die Kollegen haben zwar geschluckt, aber so ist es eben, das Leben. Es gibt immer wieder Dinge, mit denen man nicht rechnet. Dieser Schritt steht schließlich jedem frei. Niemand wird gezwungen, Tag für Tag in die Arbeit zu trotten.

“Bist du irre?”

Fragt man Freunde und Bekannte nach ihrer Meinung, sind die Reaktionen extrem unterschiedlich. Von “bist du irre” bis hin zu “warum erst jetzt” war alles dabei. Was auffällt: Menschen, die wie wir seit Jahren in einer Festanstellung arbeiten, gehören oft zu den Pessimisten. Von befreundeten Freiberuflern und (hauptberuflichen) Bloggern kam indes durchweg Zustimmung. Man muss offensichtlich erst den Sprung ins kalte Wasser wagen, um sich selbst ein Urteil zu bilden.

Wenn ihr selbst einmal in der Situation seid und etwa Arbeitskollegen fragt, lasst euch nicht davon abschrecken. Hier wird gerne der Teufel an die Wand gemalt. Auf der anderen Seite darf man nicht vergessen, dass die Selbständigkeit auch viele Fallstricke hat und nicht jeder Tag so läuft, wie man es sich wünscht. Vom Gedanken, mit wenig Arbeit sehr viel Geld zu verdienen, sollte man sich ohnehin verabschieden. Gerade die ersten Monate werden finanziell kein Zuckerschlecken sein.

Ein wenig Cash sollte man haben

Um den Sprung zu wagen, sollte also schon ein kleines finanzielles Polster vorhanden sein. Zumindest die ersten zwölf Monate sollte man überstehen können, ohne gleich unterzugehen. Das war zumindest unser Ansatz. Wenn sich das Geschäftsmodell danach nicht halbwegs trägt, sollte man definitiv umsteuern. Was das dann im Einzelfall genau bedeutet, kommt immer ganz auf die jeweilige Situation an. Entweder sollte man das Geschäftsmodell überdenken oder sich doch wieder nach einer Festanstellung umschauen.

Auch wer den Sprung wagt: Ganz ohne Schwimmhilfe muss man zum Glück nicht auskommen. Mit einem durchdachten Konzept hat man gute Chancen, vom Arbeitsamt einen Gründerzuschuss zu bekommen. Dann gibt es sechs Monate lang den Betrag, der dem Arbeitslosengeld I entspricht. Zusätzlich gibt es 300 Euro für die Sozialversicherung, die ja auch anfällt bei Freiberuflern. In der zweiten Förderphase von neun Monaten kann man immerhin noch 300 Euro für die Deckung der Sozialversicherung erhalten.

Ob das alles bei uns klappt wie geplant und erhofft? Wir werden sehen und regelmäßig darüber berichten, wie es uns als selbständige Journalisten und Blogger ergeht. Bleibt also unbedingt am Ball oder abonniert unseren  kostenlosen Newsletter 🙂

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18 replies
  1. Andi
    Andi says:

    Herzlichen Glückwunsch zu diesem Schritt. Ich war noch nie im Hamsterrad drin und hoffe, dass das so bleibt. Mit beinahe Mitte 30 und Familie. Es funktioniert. Ob als Blogger, Fotograf, Journalist oder oder oder.

    Reply
    • Florian Westermann
      Florian Westermann says:

      Hi Andi,

      danke, ich hoffe, es läuft alles halbwegs rund 🙂

      Vor langer Zeit habe ich mit einem guten Freund schon einmmal einen Online-Shop auf die Beine gestellt. Der ist heute in seinem Segment die Nummer 1 (Americancandy.de. Aber irgendwie hat es mich dann doch ins Hamsterrad gedrängt… Jetzt ist es an der Zeit, wieder auszubrechen

      Liebe Grüße
      Flo

      Reply
  2. Hubert
    Hubert says:

    Moin der Herr und noch ein gutes neues Jahr 2018!

    Dann wünsche ich mal nicht nur Gesundheit, sondern auch viel Erfolg und ggf. Durchhaltevermögen euch beiden!

    Die Daumen sind fest gedrückt!

    LG
    Hubert

    Reply
  3. Uli
    Uli says:

    Hallo Flo, hallo Biggi,
    ein großer Schritt, aber ich bin mir sicher, dass Ihr ihn Euch gut überlegt und geplant habt.
    Habt viel Erfolg und natürlich auch das notwendige bissl Glück in der Selbstständigkeit! Ich bin sehr gespannt auf Eure weiteren Berichte. Im Blog und bei den Treffen!
    Bis bald!
    Uli

    Reply
  4. René
    René says:

    Hallo! Auch ich habe mich vor 12 Jahren Selbstständig gemacht. Natürlich ist der Anfang schwer. Natürlich muss ich viel mehr arbeiten. Aber mir macht meine Arbeit Spaß. Ich weiß für was ich es mache. Wenn man aber offen für neues ist, auf Menschen zugehen und auch mal um Hilfe bitten kann, dann sollte es kein Problem sein. Ich fange Montags gerne die neue Woche an, dann gehts durch bis Samstag. Wunderbar. Ich möchte niemals mehr tauschen.

    Ich persönlich wünsche Euch beiden alles erdenklich Gute und viel Erfolg.

    Reply
  5. Britta
    Britta says:

    Hallo Flo,
    das sind ja Neuigkeiten! Cool. Ich bin sehr gespannt, wie es läuft und drücke euch beiden ganz fest die Daumen.

    Ganz viel Glück und einen tollen Start in die Selbständigkeit.

    Britta

    Reply

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