Korsika – Tag 1 – Sonnenuntergang in Bonifacio

An der wilden Küste von Bonifacio

Eine traumhafte Kulisse auf Korsika

Es ist halb zehn am Abend. Ich verstaue das letzte Gepäck im Kofferraum und mache mich auf in die dunkle Nacht. Vor mir liegt eine lange Reise. Von München aus geht es über den Brenner in Richtung Livorno an der italienischen Küste. Ich habe am Nachmittag etwas geschlafen, um die lange Fahrt durchzuhalten. Ein Vorteil ist, dass auf der Autobahn zu so später Stunde unter der Woche kaum etwas los ist. Es dauert nicht lange, da überkommt mich die Müdigkeit. Ich halte immer wieder an und schließe die Augen für ein paar Minuten. Nein, Spaß macht diese Fahrt so ganz alleine nicht. Spät in der Nacht erreiche ich Italien. In den Autobahnraststätten gibt es zum Glück einen köstlichen Espresso. Gegen sechs Uhr am Morgen erreiche ich endlich den Hafen von Livorno. Ein paar Deutsche, Schweizer und Franzosen warten auch schon auf die Fähre nach Bastia, das wirtschaftliche Zentrum Korsikas. Meine weitere Reise wird mich ganz in den Süden Korsikas nach Bonifacio führen – doch dazu später mehr. Ich bin froh, so früh am Hafen zu sein. Die Schlange hinter mir wird immer länger und länger. Dann legt die Fähre, die Sardinia Regina, endlich an. Es dauert bestimmt eine knappe Stunde, bis der fast 150 Meter lange Koloss entladen ist. Immerhin passen 400 Autos und 1.700 Passagiere auf das riesige Schiff.

Fähre nach Korsika

Mit der Fähre Sardinia Regina setze ich über nach Korsika

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Autofähre

Im Inneren der Fähre Sardinia Regina

Mit der Fähre nach Korsika

An Bord der Fähre gönne ich mir nach der langen Fahrt ein kleines Fühstück, bestehend aus einem herrlich duftenden Croissant und einem heißen Cappuccino. Die gesamte Fahrt über habe ich nur gedacht, was für eine Idiotie, mit dem eigenen Auto nach Korsika zu fahren. Das Flugzeug und ein Mietwagen wären kaum teurer gekommen. Das Ausschiffen aus dem Hafen von Livorno und der Blick auf die Stadt machen die Strapazen aber ein wenig vergessen. Vom Deck aus schaue ich mir das ganze Spektakel an, bevor ich mich in meiner Kabine verkriche.

Hafen Livorno

Bei der Ausfahrt aus dem Hafen Livorno

Lagerhaus Hafen Livorno

Ein altes Lagerhaus im Hafen von Livorno

Hafen Livorno

Das Wolkenspiel über Livorno ist an diesem Morgen einfach grandios

Livorno im Nebel

Livorno verschwindet langsam am Horizont

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Die Überfahrt nach Korsika dauert zwar nur gut vier Stunden, ein wenig Schlaf können jetzt aber nicht schaden. Eine Kabine ist wirklich sehr zu empfehlen, zumal sogar eine Dusche da ist. Gegen Mittag erreicht die Fähre Bastia. Über Korsika hängen dicke Wolken, aber die Sonne schaut immer wieder durch und brennt mir auf den Pelz. In der Sonne ist es unglaublich heiß – mehr als ein T-Shirt kann man kaum tragen.

Korsika im Nebel

Korsika im Nebel

Bastia

Von der Fähre aus genieße ich einen tollen Blick auf Bastia. Hier legen wir gleich an

Die Fähre legt an. Ich eile unter Deck und springe in mein Auto. Das muss jetzt alles ganz schnell gehen, die Einweiser haben keine Zeit und kein Verständnis für Verzögerungen. Den Schweizer vor mir schnappt sich der Zoll – ich kann zum Glück so passieren und betrete korsischen Boden.

Auf dem Weg nach Bonifacio

Einen richtigen Plan habe ich noch nicht und wo ich heute Nacht schlafe, steht auch in den Sternen. Ich tanke und entscheide dabei spontan, in den Süden in Richtung Bonifacio zu fahren. Ein absolutes Highlight auf Korsika ist der Hafen von Bonifacio mit dem Kalksteinplateau und der darauf angesiedelten Altstadt. Vor mir liegen aber noch einmal drei Stunden Fahrt. Keine Autobahn, sondern eine Schnellstraße, die immer wieder durch kleine Orte und über Kreisverkehre führt. Die Route ist alles andere als schön. Von der Landschaft bekomme ich kaum etwas mit und die Orte sind auch nicht besonders hübsch.

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Viehherde Korsika

Auf dem Weg nach Bonifacio im Süden Korsikas komme ich immer wieder an Viehherden vorbei

Endlich in Bonifacio angekommen parke ich ein Stück außerhalb und wandere ein Stück an der schroffen Steilküste in Richtung des kleinen Ortes. Der Blick auf die Steilküste und Bonifacio ist wirklich beeindruckend. Da hat sich die lange Fahrt doch gelohnt. Auch der Himmel sieht vielversprechend aus. Ich genieße noch zwei Stunden in der wärmenden Sonne, bis es endlich losgeht und die Sonne im Meer versinkt. Fotogafisch ist die Szenerie übrigens nicht ganz einfach umzusetzen. Um den extrem hohen Dynamikumfang in den Griff zu bekommen, nutze ich unter anderem einen Graufilter in Kombination mit zwei gegenläufigen Grauverlaufsfiltern.

Sonnenuntergang Bonifacio

Die Wolken sind dramatisch – der Sonnenuntergang dürfte spektakulär werden

Küste Bonifacio

Blick in die entgegengesetzte Richtung

Sonnenuntergang Bonifacio

Der Himmel über Bonifacio flüht

Blaue Stunde Bonifacio

Gespenstische Stimmung zur Blauen Stunde. Dieses Bild wurde 237 Sekunden belichtet

Nach diesem tollen Abendshooting an der Küste von Bonifacio suche ich mir einen Campingplatz. Es ist Mitte Oktober – keine ganz leichte Aufgabe. Etwas außerhalb von Bonifacio werde ich aber fündig. Ich baue noch schnell mein Zelt in der Dunkelheit auf, schmeiße den Campingkocher an und lasse diesen aufregenden ersten Tag auf Korsika noch einmal Revue passieren.

Unsere Korsika-Reise im Überblick

Tag 1 Sonnenuntergang in Bonifacio | Tag 2 Wanderung zum Wasserfall Piscia di Gallo | Tag 3 Wanderung in den Aiguilles de Bavella (1611m) | Tag 4 Wanderung zur Felsenklippe Capu Rosso | Tag 5 Wanderung zum Ninosee (1743m) | Tag 6 Wanderung durch die Spelunca-Schlucht | Tag 7 Wanderung zum Melosee (1711m) und Capitellosee (1930m) | Tag 8 Wanderung auf dem Grat zur Punta Culaghia (2034m) | Tag 9 Corte und die Kaskaden des Agnone | Tag 10 Wanderung auf den Gipfel der Punta Liatoghju  | Tag 11 Wanderung auf den Monte Rotondo (2622m)

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