Korsika – Tag 5 – Wanderung zum Ninosee (1743m)

Traumkulisse am Ninosee

Spektakuläre Wanderung zu einem Gebirgssee

Wie immer stehe ich in aller Früh auf – überlege dann aber, mich doch wieder hinzulegen. Meine Neugier behält aber die Oberhand und so baue ich mein Zelt in der Eiseskälte ab. In tiefster Dunkelheit breche ich auf. Mein Ziel für mein Morgenshooting liegt eine Autostunde entfernt in den Bergen – der Gebirgspass Col de Vergio auf knapp 1.500 Metern. Dort angekommen schließe ich noch einmal die Augen und verpasse fast das beste Licht. Kein Wunder, bei drei Grad und einer weiteren kurzen Nacht habe ich nicht die Muse, sehr lange im Freien rumzuhantieren, zumal die vergangenen Nächte im Zelt schon bitterkalt waren. Ich rappel mich aber auf noch auf und baue meine Kamera auf, bevor es später weiter zum Ninosee geht. Obwohl der Sonnenaufgang nur mäßig spektakulär ist, gelingen tolle Aufnahmen. Die Mischung aus dem Frost am Boden und den angestrahlten Bergen verleihen den Bildern das gewisse Etwas und zeigen, wie kalt es hier am Morgen ist.

Sonnenaufgang Col de Vergio

Die Gipfel leuchten im ersten Sonnenlicht des Tages

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Col de Vergio

Auch in der Ferne werden die ersten Gipfel angestrahlt

Angestrahlter Berg Col de Vergio

Ein paar Minuten später taucht die Sonne die Landschaft ins schönste Licht

Sonnenaufgang Col de Vergio

Fotospots gibt es hier am Col de Vergio genügend – leider ist es zu dieser Jahreszeit bitterkalt

Ausblick Col de Vergio

Riesige Täler prägen das Bild in der Inselmitte Korsikas

Sonnenaufgang Col de Vergio

Die Sonne kommt gerade über die Berggipfel

Statue Col de Vergio

Das Wahrzeichen des Col de Vergio ist diese Statue

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Zusätzlich zu den Wandertouren finden Sie im Buch die schönsten Badeplätze am Meer und am Bergbach und Adressen und aktuelle Preise für organisierte Touren wie z.B.: Ausflüge mit dem Boot, Reitausflüge an den Strand oder in die Berge oder sogar Wandertouren in Begleitung eines Esels. An der Küste gibt es einige Tauch- und Surfschulen und in den Schluchten der Gebirgsbäche werden spielerische Canyoningtouren speziell für Familien mit Kindern ab 6 Jahren angeboten. Und etwas ganz Besonderes sind die vielen Hochseil- und Klettergärten auf der Insel ....

Wanderung zum Ninosee

Nach dem Shooting mache ich mich auf in Richtung Ninosee, einem wunderbar am bekannten Fernwanderweg GR 20 gelegenen Bergsee. Die Straße führt mich idyllisch durch einen imposanten Wald mit riesigen Bäumen. Immer wieder erhasche ich tolle Blicke in das weite Tal.

strasse-korsika

Am Wanderparkplatz zum Ninosee (GPS: N 42 17.066, E 8 55.265 – Google Maps) ist noch nicht viel los, ich bin zum Glück einer der ersten, der diese im Sommer überaus beliebte Tour heute angeht. Der Weg führt mich von Anfang an genussreich durch den Hochwald Valdu Niellu. Typisch sind die bis zu 500 Jahre alten, riesigen Schwarzkiefern (Laricio-Kiefern) – ein imposantes Bild. Die Kiefern werden bis zu 50 Meter hoch und der Stamm kann bis zu zwei Meter Durchmesser erreichen. Die Farben des Herbstes verzaubern mich. Das Moos schimmert in den schönsten Grüntonen, die Bäume sind in grellen Gelb- und Orangetönen gekleidet. Die Vögel zwitschern und in der Ferne ist ein Specht bei der Arbeit zu hören. Der Pfad startet gemütlich und ist ab der ersten Minute ein Genuss für die Sinne. Ich folge dem Weg, der dank zahlreicher Steinmännchen und Markierungen meist gut zu finden ist, eine gute Stunde durch den wunderbaren Wald. Neben mir plätschert ein Gebirgsbach ins Tal und immer wieder geben die Bäume einen Blick auf die Berge ringsherum frei.

Wanderweg Ninosee

Die Wanderung zum Ninosee beginnt hier im Wald

Wanderweg Ninosee

Schon nach wenigen Minuten lichtet sich der Wald

Herbst Korsika

Der Wald leuchtet in den schönsten Herbstfarben

Steinplatte Wanderung Ninosee

Im Laufe der Wanderung zum Ninosee geht es auch über Steinplatten. Bei Eis und Schnee kann das ein Problem werden

Wegweiser Ninosee

Wegweiser wie hier sind Mangelware

Wanderweg Ninosee

Der Wanderweg ist meistens aber gut auszumachen

Steinmännchen

Steinmännchen wie dieses sieht man öfter

Der finale Anstieg zum Ninosee zehrt mehr an den Kräften. Es geht steil nach oben über Geröll und riesige Felsplatten. Auch hier weisen Steinmännchen den Weg, einige führen aber auch in die Irre. Nach zweieinhalb Stunden erreiche ich endlich ein Felsplateau, hinter dem der Ninosee liegen muss. Die Spannung steigt ins Unermessliche – was wird mich wohl erwarten? Der Blick auf den Ninosee und über die Hochebene ist überwältigens – und die Ruhe ist unbeschreiblich. Ich höre nichts als den Wind, der leise über die beeindruckende Landschaft weht. Am Himmel ziehen ein paar Greifvögel ihre Runde und in der Ferne sind ein paar Wanderer zu sehen. Ich genieße die fantastische Aussicht und steige die paar Meter zum Ninosee ab.

Aussicht Berge Ninosee

Ich lasse den Wald hinter mir und genieße eine spektakuläre Sicht

Ausblick Wanderung Ninosee

Auch der Blick zurück lohnt sich – besonders die imposanten Schwarzkiefern beeindrucken

Steinmännchen Wanderung Ninosee

Hier sind wieder ein paar Steinmännchen – einige führen aber in die Irre

Bergwelt Korsika

Die Landschaft ist schroff, aber unglaublich schön

Ninosee in der Ferne

Geschafft! Hier vor mir liegt er, der Ninosee

Ninosee

Mit der Bergkulisse im Hintergrund ist der Ninosee absolut beeindruckend

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Feine Sandstrände, ausgedehnte Wälder und eine beeindruckende Bergwelt. Die erste demokratische Verfassung Europas, Napoleon Bonaparte und unverbesserliche Unabhängigkeitskämpfer. Von allen Mittelmeerinseln ist Korsika gewiss die vielfältigste. Der Eigensinn ihrer Bewohner ist legendär. Jenny Hoch weiß, warum die Korsen vom Meer nichts Gutes erwarten. Warum bereits in der Antike klar war, dass sie sich nicht als Sklaven eignen und warum Wildschweine hier manchmal auch Erntehelfer sind. Diese und weitere faszinierende "korsische Spezialitäten" verrät uns die Inselkennerin, die als "Allemande" in die verschworene Gemeinschaft eines kleinen korsischen Bergdorfs aufgenommen wurde - nach nur 33 Jahren Anwärterschaft ...

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Im Sommer weiden hier Rindviecher, Schafe und natürlich die berühmten Korsika-Schweine. Im Oktober sind aber nur noch ihre Ausscheidungen auf den Wiesen zu sehen, die weit verbreitet über die gesamte Hochebene verteilt sind. Zum Baden ist der Ninosee also kaum geeignet – und um die Wasservorräte aufzufüllen schon gar nicht. Um so erstaunter bin ich, als ich einige Fische in den Wasserläufen entdecke.

Wasserlauf Ninosee

Die vielen Wasserläufe sind ganz typisch

Bunte Bäume am Ninosee

Hier oben auf 1.740 Metern hat der Herbst auch auf Korsika längst Einzug gehalten

Wanderweg Ninosee

Ich folge dem Weg und lasse den Ninosee bald hinter mir

In der Ferne erblicke ich eine imposante Gebirskulisse – das Rotondo-Massiv. Obwohl ich nicht viel Zeit habe, mache ich mich noch auf den Weg und folge einem Stück dem legendären Fernwanderweg GR20, der auf einer Strecke von 168 Kilometern durch Korsikas imposante Bergwelt führt. Der Ninosee ist nur noch in der Ferne zu erblicken. Bis auf eine kleine Hütte und einem Kondensstreifen am Himmel ist hier oben kein Zeichen menschlicher Zivililisation auszumachen. Selbst das Handynetz ist nicht mehr vorhanden. Der kleine lohnt sich absolut: Der Blick in das Tal und auf die dahinterliegenden Berge ist einfach unbeschreiblich.

Wasseradern Ninosee

Die Wiese ist durchzogen von Wasseradern

Gefrorenes Wasser Ninosee

Das Wasser ist sogar jetzt gegen Mittag noch gefroren – so kalt ist es hier im Oktober

Gebirgskette Monte Rotondo

Die Gebirskette des Monte Rotondo – atemberaubend

Ninosee und Capu a u Tozzu

Blick zurück auf den Ninosee und den Capu a u Tozzu

Capu a u Tozzu

Ich bin wieder auf dem Rückweg in Richtung Ninosee

Wanderweg GR20

Diese Kuh lässt sich von mir nicht stören

GR20

Ich folge dem GR20

Ninosee

Fotografenherzen schlagen hier höher

Spiegelung Capu a u Tozzu

Ich habe Glück und der eisige Wind lässt kurz nach. Hier spiegelt sich der Capu a u Tozzu im Ninosee

Fernblick Wanderung Ninosee

Der Rückweg beloht mich noch einmal mit tollen Fernblicken

Kalb im Gebirge

Dieses fluffige Kälbchen betrachtet mich mißtrauisch

Fahrt durch die Défilé de la Scala di Santa Regina

Am Nachmittag muss ich in L’Île-Rousse sein – meine Zeit mit dem Zelt auf Korsika endet heute. Auf der eineinhalb Stunden langen Fahrt komme ich auf der D84 durch die Défilé de la Scala di Santa Regina, einen der bekanntestens Canyons auf Korsika. Die Straßenführung durch die steilen Felswände ist unglaublich. Ich halte immer wieder an, um den grandiosen Blick zu genießen.

Korsika Landschaft

Ich bin auf dem Weg in den Norden – die Landschaft erinnert mich immer wieder an den Südwesten der USA

Défilé de la Scala di Santa Regina

Die Fahrt durch die Schlucht Défilé de la Scala di Santa Regina ist ein Highlight auf Korsika

Défilé de la Scala di Santa Regina

Die Schlucht ist wirklich imposant. Ich halte immer wieder an und genieße die Aussicht

Défilé de la Scala di Santa Regina

Hier noch ein Blick in den Canyon

Sonnenuntergang in L’Île-Rousse

Am Abend hole ich Biggi vom Flughafen aus Bastia ab. Vorher baue ich aber noch meine Kamera direkt in L’Île-Rousse am Leuchtturm auf. Belohnt werde ich mit einem dramatischen Sonnenuntergang.

Leuchtturm L’Île-Rousse

Der Himmel zum Sonnenuntergang in L’Île-Rousse ist absolut dramatisch

Leuchtturm L’Île-Rousse

Es ist schon recht dunkel und der Leuchtturm von L’Île-Rousse spiegelt sich im Meer

Hôtel l’Escale Coté Port in L’Île-Rousse

In L’Île-Rousse checken wir im Hôtel l’Escale Coté Port ein. Das Hotel ist modern eingerichtet und bietet alle Annehmlichkeiten, die man sich nach einer Woche im Zelt wünschen kann. Die Zimmer sind angenehm groß und alles ist in Top-Zustand. Zudem sind die Zimmerpreise zur Nebensaison wirklich in Ordnung.

Hôtel l'Escale Coté Port

Unser Zimmer im Hôtel l’Escale Coté Port

Tourdaten Ninosee

Reisezeitraum: Oktober 2016
Gesamtweglänge: 12,5 Kilometer
Höhenmeter: 750 Meter
Reine Gehzeit: 5:30 Stunden

Die GPS-Daten als Download

Fazit

Die Wanderung zum Ninosee erfordert aufgrund der Länge der Tour und der Höhenmeter Kondition, ist ansonsten aber ohne technische Schwierigkeiten recht leicht zu schaffen. Die Kulisse ist auf der gesamten Strecke wirklich traumhaft. Der Ninosee toppt das ganze noch einmal. Wer noch Lust hat, wandert ein wenig weiter und folgt so dem GR20. Im Sommer ist der Ninosee ein beliebtes Wanderziel. Lässt man den Ninosee hinter sich, kehrt auch im Sommer Ruhe ein.

Unsere Korsika-Reise im Überblick

Tag 1 Sonnenuntergang in Bonifacio | Tag 2 Wanderung zum Wasserfall Piscia di Gallo | Tag 3 Wanderung in den Aiguilles de Bavella (1611m) | Tag 4 Wanderung zur Felsenklippe Capu Rosso | Tag 5 Wanderung zum Ninosee (1743m) | Tag 6 Wanderung durch die Spelunca-Schlucht | Tag 7 Wanderung zum Melosee (1711m) und Capitellosee (1930m) | Tag 8 Wanderung auf dem Grat zur Punta Culaghia (2034m) | Tag 9 Corte und die Kaskaden des Agnone | Tag 10 Wanderung auf den Gipfel der Punta Liatoghju | Tag 11 Wanderung auf den Monte Rotondo (2622m)

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Du warst auch schon am Ninosee? Warst du auch so begeistert wie ich? Und was hast du noch für Tipps in der Gegend rund um den Ninosee? Hinterlass doch einen kurzen Kommentar – wir freuen uns 🙂

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2 replies
  1. Birgit Westermann
    Birgit Westermann says:

    Eine schöne und anschauliche Reportage. Ganz toll sind aber die SW-Fotos, das ist wirklich mal etwas ganz Besonderes…

    Reply

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