Korsika – Tag 9 – Corte und die Kaskaden des Agnone

Die heimliche Inselhauptstadt Corte

Rundgang durch Cortes alte Innenstadt

Zugegeben, in den vergangene Tagen haben wir nicht viele Städte auf Korsika gesehen. Aber wir hatten auch nie groß das Bedürfnis – im Vergleich zu italienischen Schmuckstücken wie Florenz, Verona oder Venedig sind die korsischen Städtchen doch eher einfach und schlicht. Keine pompösen Prachtbauten, kein italienisches Flair, keine Kunstwerke. Da das Wetter heute aber nicht mitspielt und die Insel noch immer unter einer dicken Wolkendecke liegt, bleibt uns nicht viel anderes übrig, als uns nach einer Alternative zu einer Bergtour umzusehen. Da fällt unser Blick auf Corte. Die 6.300 Einwohner zählende Kleinstadt in der Inselmitte gilt schließlich als die heimliche Inselhauptstadt.

Die Zitadelle von Corte

Von unserem Stützpunkt in L’Île-Rousse erreichen wir Corte über die Inselhauptstraße in rund einer Stunde. Parkplätze sind in den engen Gassen Cortes Mangelware, aber es gibt genügend bezahlbare Parkhäuser. Wir machen uns natürlich gleich auf den Weg zur bekanntesten Sehenswürdigkeit Cortes – der Zitadelle. Schon von weiten ist die Festung, die auf einem riesigen Felsblock thront, nicht zu übersehen. Gassen mit Kopfsteinpflaster führen hinauf zur Zitadelle. Die Innenstadt von Corte ist nicht besonders groß – nach wenigen Minuten stehen wir an der pompösen Festungsmauer.

Brunnen in Corte

Die Innenstadt von Corte ist süß – es lohnt sich, hier ein wenig zu schlendern

Restaurant in Corte

Auf für das leibliche Wohl wird in Corte gesorgt

Chapelle Sainte Croix

Die kleine Chapelle Sainte Croix ist eines der Highlights in Corte

Corte Innenstadt

Die Häuser sind uralt und heruntergekommen – und genau das macht den Flair der Stadt aus

Hauseingang in Corte

Blick in einen typischen Hauseingang

Einschusslöcher in Corte

Hier sieht man noch die Einschusslöcher aus den Freiheitskämpfen um 1750

Musée de la Corse

Vom modernen Musée de la Corse geht es direkt in die Zitadelle

Mit unserem Presseausweis kommen wir umsonst ins Musée de la Corse und in die angeschlossene Zitadelle, aber auch in alle anderen staatlichen Museen und Kirchen – das nur als Tipp, falls ihr auch einen Presseausweis euer eigen nennt. Aber auch der Eintritt von 5,50 Euro (Stand: Oktober 2016) lohnt sich definitiv. Die Festung ist in einem recht ursprünglichen Zustand und gibt einen kleinen Einblick in das Leben vor vielen hundert Jahren. Damit aber nicht genug: Von der Zitadelle aus hat man auch einen super Blick über Corte.

Die Geschichte der Zitadelle

Die Zitadelle von Corte ist übrigens die einzige größere militärische Festung im Landesinneren. Die Burg wurde 1419 gebaut und spielte bei zahlreichen Konflikten eine wichtige Rolle, nachdem der Felsen, auf dem die Zitadelle thront, schon im neunten Jahrhundert befestigt wurde. Im 18. und 19. Jahrhundert bauten die Franzosen die Burg um. König Ludwig XV. begann mit dem Bau der Kaserne. Im Zweiten Weltkriege diente die Zitadelle als Kerker, in denen korsische Patrioten eingesperrt wurden. Ab 1962, nach dem Ende des Algerienkriegs, war die Fremdenlegion in der Zitadelle in Corte stationiert. Seit dem Abzug der Legionäre 1983 gehört das Gelände der Stadt. Heute sind in der Zitadelle das Musée de la Corse (Caserne Serrurier), die Fakultät für Bildende Kunst, einige Institutionen sowie das Büro der Touristeninformation untergebracht.

Zitadelle in Corte

Die Zitadelle

Kerker in der Zitadelle

In der Zitadelle gibt es jede Menge zu entdecken. Hier geht es in den alten Kerker

Blick auf Corte

Der Blick auf Corte von der Zitadelle ist unübertroffen

Innenhof der Zitadelle

Der Innenhof der Zitadelle

Zitadelle Corte mit Baum

Auch hier hält der Herbst Einzug

Toilette in der Zitadelle

Privatsphäre hatte man damals auf der Toilette keine

Corte

Noch einmal der Blick auf die Altstadt

Adlernest Corte

Vom frei zugänglichen “Adlernest”, das über eine Treppe aus „Restonica-Marmor“ zu erreichen ist, rückt die Zitadelle noch einmal ins richtige Licht

Wir schlendern noch ein wenig durch die Altstadt von Corte, die mit wunderschönen malerischen Gassen und pittoresken alten Häuser auffällt. Wer genauer hinschaut, wird immer wieder Einschusslöcher der korsischen Separatisten in den alten Mauern entdecken. Übrigens ist der Konflikt noch nicht lange beigelegt. Bis 2014 verübte die verbotene Separatistenorganisation FLNC (Korsische Nationale Befreiungsfront) – tief gespalten und in einen Mafia-Krieg verstrickt – Anschläge auf Villen von Festlandfranzosen und Ausländern, aber auch Verwaltungsgebäude, Politiker und Beamte. Übrigens: Schlägertypen wählen für ihre Autos gerne Kennzeichen mit der Nummer “2a” mit dem markanten korsischen Kopf – haltet hier besser ein wenig Abstand.

Harley in Corte

Diese Harley passt einfach super ins Straßenbild

Altstadt Corte

Die Altstadt macht ihrem Namen alle Ehre

Altstadt Corte mit Treppen

Man kann die Vergangenheit regelrecht aufsaugen

Buntes Haus Corte

In diesem Haus gibt es jede Menge korsische Spezialitäten zu kaufen

Boulangerie Corte

Eine Boulangerie – eine Bäckerei

Kopfsteinpflaster Corte

Auch das Kopfsteinpflaster ist typisch für die Innenstadt

Corte mit Bergen

Wer die Augen aufmacht, findet überall schöne Fotomotive

Gasse in Corte

Eine typische Gasse in Corte

Korsika Flagge an Hauswand

Dieses Motiv finde ich einfach super. Die korsische Flagge und das alte Gemäuer

Hundescheisse vor Verbotsschild

Ob das Verbotsschild vielleicht jemanden provoziert hat?

Wir erreichen schließlich den Place Paoli, über dem die Bronzestatue des Nationalhelden, dem korsischen Freiheitskämpfer Pasquale Paoli, thront. In den Cafés der Flanier- und Einkaufsstraße Cours Paoli halten Einheimische ihr Schwätzchen und in den zahlreichen Bäckereien liegen Leckereien aus Kastanienmehl aus.

Statue Pasquale Paoli

Die statue des Nationalhelden Pasquale Paoli

Die Kaskaden des Agnone

Ganz in der Nähe von Corte liegen die Kaskaden des Agnone oder die Cascades des Anglais. Vom Parkplatz am Bahnhof Vizzavona (GPS: N 42 07.715, E 9 08.043 – Google Maps) folgen wir ein Stück der Straße an einer verfallenen Ruine vorbei, bevor es in den Wald geht. Hier überqueren wir die ersten Brücken über den Bach, der auch die Kaskaden des Agnone mit Wasser speist. Die Wanderung führt uns lange durch den Wald, das Wasser ist meistens nur zu hören und nicht zu sehen. Man kann natürlich auch durch das Bachbett laufen, kommt dann aber nur recht mühsam voran. Nach einer knappen Stunde erreichen wir die ersten Kaskaden. Leider führt der Bach nicht sehr viel Wasser, so dass die Kaskaden doch recht mickrig wirken. Wir wandern gar nicht erst weiter und machen uns wieder auf den Rückweg. Wie sich später herausstellt ein Fehler – man sollte auf alle Fälle noch ein Stück weiterwandern.

Ruine auf Korsika

Kurz nach dem Bahnhof passieren wir diese Ruine

Wegweiser Kaskaden des Agnone

Zu den Kaskaden des Agnone folgen wir dem GR 20

Agnone Bach

Der Agnone-Bach fließt idyllisch durch den Wald

Wanderweg Kaskaden des Agnone

Wir folgen dem Wag durch den Wald

Agnone-Bach

Es lohnt sich, den Weg zu verlassen und hin und wieder dem Agnonde-Bach zu folgen

Agnone-Bach

Wir folgen dem Bachlauf eine Weile – hier kehren wir aber auf den Wanderweg zurück

Kaskaden des Agnone

Hier beginnen die Kaskaden des Agnone – leider kehren wir zu früh um

Tourdaten Kaskaden des Agnone

Reisezeitraum: Oktober 2016
Gesamtweglänge: 6,8 Kilometer
Höhenmeter: 240 Meter
Reine Gehzeit: 2:30 Stunden

Die GPS-Daten als Download

Fazit

Die Wanderung zu den Kaskaden des Agnone führt über gut ausgebaute Wege durch den Wald und ist daher auch für Familien mit Kinderwagen geeignet. Leider ist die Wanderung bis zu den Kaskaden recht langweilig. Nur wer ausgedehnte Waldspaziergänge bevorzugt, führt sich hier wohl. Wir haben den Fehler gemacht, an den Kaskaden des Agnone viel zu früh umzukehren. Man sollte nach der Brücke über den Agnone-Bach auf alle Fälle noch mindestens eine Viertelstunde weitergehen. Im Sommer kann man hier auch toll im glasklaren Wasser baden.

Unsere Korsika-Reise im Überblick

Tag 1 Sonnenuntergang in Bonifacio | Tag 2 Wanderung zum Wasserfall Piscia di Gallo | Tag 3 Wanderung in den Aiguilles de Bavella (1611m) | Tag 4 Wanderung zur Felsenklippe Capu Rosso | Tag 5 Wanderung zum Ninosee (1743m) | Tag 6 Wanderung durch die Spelunca-Schlucht | Tag 7 Wanderung zum Melosee (1711m) und Capitellosee (1930m) | Tag 8 Wanderung auf dem Grat zur Punta Culaghia (2034m) | Tag 9 Corte und die Kaskaden des Agnone | Tag 10 Wanderung auf den Gipfel der Punta Liatoghju | Tag 11 Wanderung auf den Monte Rotondo (2622m)

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Deine Meinung ist uns wichtig

Du warst auch schon in Corte und auf der Zitadelle? Wie hat dir die Stadt gefallen? Corte zählt schließlich zu den größten touristischen Atteaktionen auf Korsika. Und hast du vielleicht noch einen Geheimtipp – etwa ein gutes Restaurant oder eine Bar – für Corte? Hinterlass doch einen kurzen Kommentar – wir freuen uns 🙂

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