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Seychellen (La Digue): Wanderung zur Anse Marron

Mein Ziel heute Morgen: Die Grand Anse. Noch früher als sonst geht es in der Dunkelheit durch den Dschungel - vorbei an gierigen Augen in der Nacht. Doch der Wettergott meinte es nicht gut mit mir. Schon bald gerate ich in einen heftigen Schauer - und es wird nicht besser. Entsprechend ernüchternd ist die Foto-Ausbeute. Klatschnass und völlig durchfroren komme ich irgendwann wieder im Hotel an.

Aktualisiert am 07.05.2022

Zum Glück verzieht sich der Regen im Laufe des Vormittags. So können wir zusammen mit Iris und unserem Guide Rondy zur Südumrundung aufbrechen. Los geht es am Grand Anse. Ich habe zugegebenermaßen ein etwas mulmiges Gefühl, schließlich ist das Internet voll mit Warnungen und Horrorgeschichten – doch das ist alles Humbug! Wer trittsicher ist und nicht unbedingt unter Höhenangst und Platzangst leidet, schafft die gut sechs Kilometer ohne Probleme. Klar gibt es die eine oder andere Stelle, an der ein falscher Schritt schlimme Folgen hätte, aber insgesamt ist die Strecke durchaus machbar.

Hier findest du übrigens die Top-Sehenswürdigkeiten auf den Seychellen.

Wanderung an der Küste

Krabbe aus La Digue
Kuh auf La Digue
Südumrundung La Digue
Südumrundung La Digue
Rondy
Südumrundung La Digue

Auf der Hälfte des Weges stoßen wir auf die Anse Marron. Dieser Traumstrand ist von gigantischen Granitfelsen eingebettet und sucht seinesgleichen. Wie so oft hatten wir den Strand ganz für uns alleine. Der weitere Weg zur Anse Source D’Argent ist – zumindest bei Ebbe(!!!) – ein Kinderspiel. Selbst über diesen Teil der Strecke hatte ich im Vorfeld schon viel Übles gelesen. Also nur Mut!

Anse Marron in der Ferne
Anse Marron in der Ferne
Anse Marron
Anse Marron

Weiter geht’s. Die Anse Source D’Argent erwartet uns schon:

Anse Source D’Argent
Anse Source D’Argent

Mit dem Boot zur Anse Marron

Zwischenzeitlich überlege ich, zur Anse Marron aufzubrechen und dort zu übernachten. Angesichts der häufigen Starkregenschauer verwerfe ich den Plan aber schnell wieder. Schließlich ist mir eine neue Idee gekommen: Ich muss ein Boot organisieren, um die Strecke bei Flut zu bewältigen. Also frage ich den erstbesten Einheimischen nach Rat und schau an, er kennt einen Typen namens Terry. Der wohnt auch ganz zufällig in der Nähe unserer Unterkunft. Nach einem lautstarken Empfang durch seinen Hund sind wir uns schnell einig. Morgen um fünf Uhr soll es losgehen. Ich bin gespannt, ob es so klappt wie vereinbart.

Am frühen Abend treffe ich Terry, einen einheimischer Fischer, der mich mit seinem Fischerboot zur Anse Marron bringt. Die in Deutschland so viel gelobte Pünktlichkeit ist hier auf den Seychellen gänzlich unbekannt und so komme ich erst fünf Minuten vor dem großen Showdown – wenn die Sonne im Meer versinkt – am Ziel an. Zum Fotografieren habe ich kaum noch Zeit, schließlich wird es in diesen Breitengraden extrem schnell dunkel. Schon wenige Minuten nach Sonnenuntergang ist es stockfinster und ich sitze einsam am Strand, an dem sich riesige Brecher unter lautem Getöse ihren Weg an Land bahnen.

Ob Terry wohl zurückkommen wird oder ob ich diese Nacht doch alleine am Strand verbringen muss? Nach einiger Zeit sehe ich in der Ferne ein Licht aufleuchten. Oder ist es eine Illusion? Plötzlich ist das Licht wieder verschwunden. Jetzt kann ich aber auch leise den Außenbordmotor eines Bootes hören. Terry kommt zurück und lässt mich nicht mit den unzähligen blutdrünstigen Moskitos am Strand verenden.

Auf der Rückfahrt durch die tiefste Nacht versucht seine Crew noch, einige Calamari aus dem Meer zu fischen – allerdings bleibt der Erfolg aus. Nur in fahlem Mondlicht brettert Terry wie ein Besessener über das Meer. Rechts an uns ziehen die Granitfelsen der Anse Source D’Argent vorbei. Während Davi, Terrys rechte Hand, völlig gelassen, ja fast schon gelangweilt, in dem Boot sitzt, genieße ich den einmaligen Sternenhimmel. Nur ab und an werde ich aus meinen Träumen gerissen. Nämlich immer dann, wenn das Boot den Kontakt zum Wasser verliert und bei voller Fahrt wieder auftrifft. Kurz vor dem Ziel drosselt Terry die Maschine. „Zu gefährlich“, tönt trocken aus seiner Kehle. Doch was meint er bloß damit? Schnell wird es mir klar: Wir fahren über einem Riff, jede Unachtsamkeit kann den Boden des Bootes wie eine Konserve aufschlitzen. Ein junger Mann, vielleicht 14 oder 15 Jahre alt, leuchtet am Bug mit einer kleinen Taschenlampe ins Meer und gibt Terry Anweisungen, wo er lang zufahren hat. Vielleicht ist die Methode etwas ungewöhnlich, aber am Ende kommen wir wohlbehalten an. Der kleine Trip hat mich zwar ein kleines Vermögen gekostet, aber es war jeden Cent wert.

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