Lanzarote – Tag 3 – Der Regengott

Ich schrecke hoch, was ist das für ein fürchterlicher Krach? Nach einigen Sekunden wird mir klar, das ist unser Wecker. Draußen ist es noch stockfinster – Sterne sind nicht am Himmel zu sehen, dafür lassen sich dicke Regelwolken erahnen. Trotzdem entscheiden wir uns, aufzubrechen zur Küstenwanderung im Timanfaya Nationalpark. Obwohl es regnet, wagen wir uns in dieses unendliche Meer aus Lavagestein. Weit kommen wir nicht. Als ein Blitz am Himmel zuckt, entschließen wir uns, schnellstens umzukehren. In dieser Gegend von einem Gewitter überrascht zu werden, kann sehr böse enden. Dieses Risiko wollen wir nicht auf uns nehmen. 

Jetzt tritt Plan B in Kraft: die Besteigung des Montana Roja – der Hausberg des Touri- Örtchens Playa Blanca. Endlich angekommen fragen wir die erstbesten Bauarbeiter, wie man denn am besten den Gipfel erreicht. Mit Englisch kommen wir nicht weit, allerdings helfen Hände und Füße – denken wir zumindest. Wir folgen einem steilen Pfad an der Südflanke, der schnurstracks zum Gipfel führt. Inzwischen hat sich die Sonne einen Weg durch die Wolken gebahnt und der Wind haut uns fast von den Füßen. Hinzu kommt, dass der Pfad bald nicht mehr zu erkennen ist – zudem wird es immer steiler und steiler. Menschen? Fehlanzeige. Oben angekommen sind wir überwältig vom Ausblick in den riesigen Krater. Doch wir stellen uns schnell die berechtigte Frage, wo denn plötzlich die ganzen Menschen herkommen – teils in Sandalen unterwegs. Die Antwort ist simpel: Wir haben offenbar einen neuen Weg auf den Gipfel entdeckt. Macht aber nichts, unsere Strecke war definitiv interessanter als der offizielle Weg auf der Nordostseite.

Montana Roja Lanzarote

In der Kaldera fallen uns sofort unzählige Steinfiguren auf – Herzen, Namen und selbst ein riesiger Penis springen einem ins Auge. Wir müssen auch gar nicht weiter überlegen, sondern suchen uns eine passende Stelle im Krater, um dieses riesige Kunstwerk fortzuführen.

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Da uns die Sonne inzwischen auf den Pelz brennt, nehmen wir die Füße unter die Arme und machen uns auf den Rückweg zum Auto – natürlich wählen wir den selben Weg, den wir hochgekraxelt sind. Alles andere wäre langweilig.

Das nächste Ziel: Die Papagayo-Strände, die nicht weit entfernt am südlichen Ende der Insel liegen. Mit dem Auto kann man mittlerweile fast direkt bis zu den Stränden fahren, allerdings wird man ein wenig durchgeschüttelt. Die Bucht ist wirklich zauberhaft und nach dem anstrengenden Auf- und Abstieg ist das kühle Nass jetzt genau die richtige Belohnung.

Papagayo Lanzarote

Nach einigen Stunden sind unsere Akkus wieder aufgeladen und wir fahren im goldenen Abendlicht die östliche Küstenstraße entlang. Linkerhand schweift der Blick über den unendlichen Ozean mit der tief stehenden Sonne, auf der rechten Seite kann sich das Auge kaum an der einmaligen Vulkanlandschaft sattsehen. Zum krönenden Abschluss des Tages genießen wir den Sonnenuntergang an einem schwarzen Lavastrand an der Küste von Los Hervideros.

Strand bei Los Hervideros Strand bei Los Hervideros2 Strand bei Los Hervideros3

Weitere Bilder, Termine zu Ausstellungen und Foto-Workshops gibt es wie immer auf meiner Foto-Website Westermann Photography

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