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Madeira: Wanderung Boca do Risco & Espigão Amarelo

Wir genießen noch etwas die Sonne am Meer und ziehen an der Nordseite der Insel weiter bis nach Machico. Direkt an einem langen Autotunnel starten wir zu einer atemberaubenden Küstenwanderung.

Aktualisiert am 04.04.2022

Levadawanderung zur Boca do Risco

Wir folgen anfangs einer Levada, vorbei an kleinen Gärten und Feldern, die noch in Handarbeit bearbeitet werden. Hunde, Katzen, Ziegen und Schafe gehören hier zum Bild. Nach einer dreiviertel Stunde haben wir die Zivilisation weitgehend hinter und gelassen. Vereinzelt stehen hier und da ein paar kleine Hütten in dem dicht bewaldeten Canyon und ab und ab sehen wir einen Bauern, der mit der Sichel zu Werke geht.

Die Levada haben wir inzwischen verlassen. Stattdessen folgen wir einem schmalen Wanderpfad, der sich immer weiter in die Höhe schraubt. Nach einer guten Stunde erreichen wir die Boca do Risco (GPS: N 32 45.330, W 16 46.344 – Google Maps), was übersetze „gefährliche Öffnung“ bedeutet. Der Blick von der Boca do Risco – wir sind auf 360 Metern Höhe – auf die Steilküste ist unbeschreiblich. Mit dem Wetter haben wir Glück. Hier oben herrscht im Normalfall ein raues Lüftchen. Heute ist es fast windstill und die Sonne spitzt immer wieder durch die Wolkendecke, die uns auf dieser Küstenwanderung einen angenehmen Schatten spendet.

Levadawanderung-auf-Madeira
Hiking-Madeira-Levada
Wanderweg-Madeira
An diesem alten Gehöfft geht es links vorbei
An diesem alten Gehöfft geht es links vorbei

Wir folgen einem dicht bewachsenen Pfad an der Steilküste. Noch erspähen wir nur selten einen Blick auf die Küste. Doch das ändert sich. Nach einer halben Stunde weicht die Flora und wir stehen vor einer gigantischen Kulisse. Kaum vorstellbar, dass hier oben in diesem steilen Kliff ein Weg entlangführt.

Flo-und-Biggi-an-der-Steilküste

Der Weg ist an den meisten Stellen gut einen Meter breit. Das Meer liegt teilweise mehrere hundert Meter in der Tiefe. Eine Sicherung ist an keiner Stelle vorhanden, eine echte Gefahr besteht aber nicht, zumal der Weg offenbar gerade frisch instandgesetzt wurde. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind aber Voraussetzung für diese Küstenwanderung, die man bei Regen und Sturm unbedingt meiden sollte!

Küstenwanderung-auf-Madeira
Wanderweg-an-der-Küste-Madeira
Hier ist der Verlauf der Küstenwanderung grob eingezeichnet
Hier ist der Verlauf der Küstenwanderung grob eingezeichnet
Wanderweg-Küstenwanderung-Madeira

Über eine Stelle, an der der Pfad teilweise abgerutscht ist, hilft eine Drahtsicherung in der Wand, aber auch das dürfte für die meisten Wanderer problemlos zu meistern sein.

Ausgesetzte-Stelle-Küstenwanderung-Madeira
Küstenwanderung-mit-Biggi-auf-Madeira
Der Blick zurück auf die Steilküste
Der Blick zurück auf die Steilküste

Nach gut zwei Stunden erreichen wir unser Ziel für heute: Espigão Amarelo (GPS: N 32 45.780, W 16 47.342 – Google Maps). Ein Vermessungsstein markiert die Stelle, von der aus man einen atemberaubenden Blick zurück auf die Steilküste genießt. Wer genau hinsieht, erkennt auch den Wanderweg, den wir gerade gegangen sind. Es ist der perfekte Ort für eine Brotzeit. Wir laufen noch ein Stück weiter in Richtung Porto da Cruz. Der Blick auf die Küste ist aber wieder von dichter Vegetation versperrt. Wir kehren um. Nach gut vier Stunden reiner Gehzeit, rund 15 Kilometern Gehstrecke und 200 Höhenmetern im Auf-und Abstieg erreichen wir unser Auto.

Espigao-Amarelo
Am Aussichtspunkt Espigao Amarelo
Am Aussichtspunkt Espigao Amarelo

Wer mag, kann die Wanderung bis nach Porto da Cruz (GPS: N 32 46.326, W 16 49.632 – Google Maps) mit dem Adlerfelsen fortsetzen und dann erst umkehren. Die Wanderung verlängert sich dann aber auf 24 Kilometer. Alternativ nimmt man ab Porto da Cruz den Bus oder ein Taxi. Allerdings verpasst man nicht viel, wenn man wie wir am Espigao Amarelo umkehrt.

Inzwischen ist es Nachmittag und wir überlegen, wo wir den letzten Sonnenaufgang auf Madeira genießen sollen. Unsere Wahl fällt auf den Aussichtspunkt hoch über dem Ostzipfel, an dem wir schon vor wenigen Tagen standen (GPS: N 32 44.950, W 16 42.401 – Google Maps). Über den Bergen türmen sich dicke Wolken auf, der Blick auf die Halbinsel Sao Lourenco ist aber ungetrübt.

Fotoshooting-hoch-über-Madeira
OStküste-Wolken

Zum Abendessen fahren wir noch einmal in die Innenstadt von Funchal. Das Essen im Embaixador Madeirense war so hervorragend, dass wir hier einfach den Ausklang unserer Reise genießen wollen. Und auch dieses Mal werden wir nicht enttäuscht. Der Wirt tischt frischen Fisch, Kartoffeln, Reis, Linsen und den stärksten Poncha aller Zeiten auf.

Die Rückreise

Am nächsten Morgen heißt es noch einmal früh aufstehen. Um sieben Uhr brechen wir auf in Richtung Flughafen. Um zehn startet unser Flieger nach München. Fast wäre mir noch ein Malheur passiert. Während wir am Flughafen die Wärme der Morgensonne genießen, fragt Biggi, ob ich denn den Schlüssel vom Mietauto abgegeben habe. Natürlich nicht – also noch einmal durch den Flughafen hetzen, bevor es wirklich Richtung Heimat geht.

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