Mit dem Hund in die Berge – ein Leitfaden

Mit dem Hund in die Berge – geht das? Aber sicher – ihr müsst allerdings einige Regeln beachten

Ich spreche mit Markus Scholz – Bergsteiger und Blogger – zu diesem Thema. Uns verbindet die Liebe zur Natur und zu den Bergen, aber auch die Fotografie. Über seine Touren in die Berge berichtet Markus regelmäßig auf seinem Blog

Markus, wir sind zusammen schon einige Touren in den Alpen gegangen. Manchmal hast du deinen Hund Leon dabei – überfordern ihn unsere Touren nicht? Wir sind ja oft viele Stunden in nicht ganz einfachem Gelände unterwegs.

Markus Scholz: Nein, sicher nicht, der Leon hatte bisher immer viel Spaß an unseren Touren. Es ist ja auch so, dass der Leon eher uns antreibt als umgekehrt, weil wir ihm viel zu langsam unterwegs sind. Aber natürlich muss ein Tier genau wie ein Mensch trainiert werden. Wenn ihr mit eurem Hund auf der ersten Tour gleich den Mount Everest erklimmt, ist das natürlich ein Problem. Wenn der Weg zu anstrengend ist und euer Hund keine Lust mehr hat, sieht es ganz schlecht aus. Mit viel Glück lässt sich euer Hund nach einer Pause wieder motivieren. Wenn es dumm läuft, müsst ihr euren Hund zurück tragen. Das mag bei einem kleinen Hund noch problemlos möglich sein, einen ausgewachsenen Schäferhund trägt aber sicher niemand nach Hause oder zum Parkplatz. Ebenso wichtig ist es, auf den Weg zu achten. Eine leichte Kletterstelle kann für einen kleinen Hund schon ein immenses Problem sein – dann müsst ihr das Tier ebenfalls tragen. Dazu müsst ihr aber selbst über ausreichende Reserven verfügen, sonst wird es kritisch.

Markus Scholz mit Leon auf dem Gipfel des Säuling - Foto by Markus Scholz

Mit dem Hund in die Berge: Markus Scholz mit Leon auf dem Gipfel des Säuling – Foto by Markus Scholz

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Wie ist das mit der Verpflegung, worauf müssen Hundebesitzer bei einer Bergtour achten?

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Genau wie ihr muss euer Hund auf einer Bergtour genügend trinken. Die meisten Hunde trinken zwar aus Bächen und Pfützen, in den Bergen gibt es die aber nicht immer. Denkt auch daran, dass euer Hund nicht aus der Flasche trinken kann. Ihr solltet also immer ein kleines Schüsselchen in den Rucksack packen.

Wie schaut es aus mit Übernachtungen auf einer Hütte? Ist das ein Problem?

In den meisten Hütten dürfen Hunde nicht übernachten, aber es gibt ein paar Ausnahmen, wo das unter bestimmten Auflagen möglich. Die Tiere dürfen zum Teil im Schuhraum schlafen, sollten dort allerdings nicht die ganze Nacht rumheulen. Es sei denn, ihr wollt den Groll der anderen Gäste auf euch ziehen. Ich habe auch schon gehört, dass Hunde im Winterraum übernachten dürfen und selbst erlebt, dass der Hund in der Scheune einen Schlafplatz bekommt. Das bedeutet aber auch, dass ihr noch eine Isomatte und einen Schlafsack in den Rucksackt einpackt. Das allerwichtigste ist aber, dass ihr euch im Vorfeld bei dem Wirt meldet. Niemand mag es, wenn er vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Das gibt nur Probleme.

Stichwort Hundehaufen

Wenn der Hund sein Geschäft irgendwo im Wald erledigt, wird das kaum jemanden stören. Viele Wanderungen beginnen aber nicht im Wald. Ihr solltet also immer erst ein Stück durch einen Ort oder an Feldern entlanglaufen –hier wird sich sonst sicherlich jemand an den Hinterlassenschaften stören.

Wir sind mit deinem Hund auch schon oft an Kühen oder Schafen vorbeigewandert. Worauf achtest du da? Es gibt ja immer wieder Berichte um tödliche Zwischenfälle mit Kühen und Wanderern, die einen Hund dabei hatten

Hier gilt besondere Vorsicht. Auf Bergtouren geht es ja immer wieder über beweidete Wiesen. Kühe, gerade wenn sie Kälber haben, können sehr aggressiv auf Hunde reagieren und Schafe rennen weg. Um keine Probleme zu bekommen, solltet ihr euren Hund in der Nähe von Tieren unbedingt anleinen. Dazu müsst ihr aber auch immer weit vorausschauen, um eventuelle Gefahren rechtzeitig zu erkennen.

Danke Markus, mit Leon zeigst du ja immer wieder, das es kein Problem ist, mit dem Hund in die Berge zu gehen, wenn man ein paar Regeln beachtet

Wenn ihr mehr von Markus, Leon und ihren Bergtouren lesen wollt, besucht ihn doch einmal auf seiner Website Outdoor-Blog.org oder auf Facebook

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