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Nepal Tag 21: Der Swayambhunath-Tempel in Kathmandu

Es ist ein typisches Bild in Kathmandu. Die Sonne scheint, dringt aber nicht bis zum Boden. Die Dunstglocke über der Hauptstadt Nepals ist zu dicht. Trotzdem ist es draußen schon am Morgen angenehm warm. Wir genießen unser Frühstück im schönen Hotelgarten.

Aktualisiert am 04.04.2022

Der Tempelkomplex Swayambhunath

Eine Top-Sehenswürdigkeit in Kathmandu

Das Vogelgezwitscher lässt uns vergessen, in welchem Moloch wir uns befinden. Gut gestärkt machen wir uns zu Fuß auf den Weg zum bekannten „Affentempel“ Swayambhunath. Die Tempelanlage huldigt natürlich keinem Affen-Gott, ist aber von Affen bevölkert. Vom Hotel sind die Tempel von Swayambhunath auch gut zu Fuß zu erreichen. Mit ein paar Fotostopps brauchen wir eine knappe Stunde. Zu Fuß entdecken wir auf dem Weg immer wieder tolle Motive. Wir überqueren einen fast ausgetrockneten Fluss, der zum Himmel stinkt. Wir kommen durch einen Stadtteil, der vom Tourismus völlig verschont zu sein scheint. Wir laufen an kleinen Werkstätten vorbei, in denen noch wie vor 200 Jahren gearbeitet wird. Ein paar Kinder sprechen uns an und begleiten uns ein Stück. Auch mit der Kamera um den Hals habe ich nie ein komisches Gefühl. Die Menschen hier sind absolut freundlich.

Straße in Kathmandu
Wir schlendern durch die Straßen Kathmandus
Autowerkstatt
Vorbei an Autowerkstätten…
Schreiner
…und einer kleinen Schreinerei…
Kinder fädeln Perlen ein
…kommen wir zu dieser Garage, in der Kinder Perlenketten herstellen
Metzgerei
Hygienische Standards gibt es kaum – das gilt auch für Fleisch, das bei brütender Hitze offen an der Straße liegt

Wissenswertes, Reiseführer und Literatur zu Nepal

Ein Rapper in Kathmandu

In der Ferne sehen wir schon unser Ziel. Hier wird schon wieder alles touristischer. Kleine Geschäfte neben der Straße bieten Getränke und allerlei Krimskrams an. Ein Typ zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich. Mit seiner kleinen Bulldogge an der Leine unterhält er sich lebhaft mit einem Ladeninhaber. Der Style von dem jungen Mann erinnert aber so gar nicht an Kathmandu. Mit Käppie und NBA-Shirt würde er viel besser in die Bronx in  New York passen als nach Kathmandu. Schnell stellt sich raus, dass er ein waschechter Rapper aus Kathmandu ist. Solche Begegnungen sind es, die wir suchen, wenn wir wieder einmal planlos durch eine fremde Stadt ziehen.

Rapper mit Hund
Selbst in Kathmandu gibt es eine Hip-Hop-Szene

Die Tempelanlage Swayambhunath

Am Eingang von Swayambhunath warten jede Menge Händler darauf, dass wir ihnen etwas abkaufen. Leider ist viel nutzloser Kitsch dabei. Ein Nepali bietet auch seine Dienste als Guide an und lässt sich nur noch schwer abschütteln. Wir erklimmen die vielen Stufen bis zur bekannten Stupa von Swayambhunath. Rund um den Stupa sind dutzende Händler angesiedelt, die Andenken verkaufen. Zum Teil sind da sehr schöne Sachen dabei. Dass man in Kathmandu beim Preis eigentlich immer über den Tisch gezogen wird, sollte einen hier nicht stören. Der Blick auf Kathmandu ist grandios und wir haben wieder das Glück, einigen Zeremonien beiwohnen zu dürfen.

Buddhas in Swayambhunath
Nach einer knappen Stunde erreichen wir den „Affentempel“ Swayambhunath
Treppen in Swayambhunath
Wer zum Stupa von Swayambhunath will, muss diese Treppen hinauf
Stupa von Swayambhunath
Der beeindruckende Stupa von Swayambhunath
Tempel
Rund um den Stupa gibt es kleine Tempel und viele Souvenirgeschäfte…
Souvenirgeschäft
…wie dieses
Hindus und bunte Farben
Hindus feiern ein Fest. Es könnte eine Hochzeit sein – wegen der roten Kleider

Vorsicht vor den Affen

Wir gehen jetzt aber nicht etwa den Weg zurück, den wir gekommen sind. Hinter der Stupa gibt es mehrere Wege, die hinab zu weiteren Tempeln führen. Um einen Brunnen sitzen Frauen, die Münzen verkaufen. Mit denen soll man einen Topf im Brunnen treffen. Das schaffen aber nur die wenigsten. Zwischen all den Menschen springen die berüchtigten Affen umher. Besonders auf Lebensmittel und Getränke muss man achten. Die Affen sind blitzschnell und greifen überall zu, wo es etwas zu holen gibt. Einer der Affen schnappt sich von einer überraschten Asiatin sogar eine Fanta-Flasche, dreht den Deckel gekonnt herunter und trinkt das süße Gesöff genussvoll. Den Affen ihre Beute wieder abzunehmen, ist übrigens keine gute Idee. Die Tiere haben riesige Zähne und ein Kampf Affe-Mensch würde wohl ziemlich blutig ausgehen.

Swayambhunath
Ein weiterer Stupa in Swayambhunath
Affen im Affentempel Swayambhunath
Hier tummeln sich hunderte Affen
Zwei Affen schauen in Zeitung
Diese zwei werfen einen Blick in die Zeitung
Affen bei der Körperpflege
Affen bei der Körperpflege
Affe mit Fanta-Flasche
Dieser hat einer Frau die Fanta-Flasche abgenommen und trinkt sie genüsslich aus

Ein altes Kloster

Viele Besucher drehen an dem Brunnen um. Das ist ein Fehler. Wer den Weg weiter nach hinten folgt, kommt bald zu einem alten Kloster. Hier wohnen wir einer kuriosen Szene bei. Wie aus dem Nichts umzingeln dutzende Affen den Eingang. Wenig später kommt ein Junge heraus, der mit Steinen auf die Affen wirft und die Tiere so zumindest kurzzeitig verjagt. Dann tritt eine ältere Frau heraus, die offenbar ein paar Mittagessen in ein nahes Gebäude bringt. Ohne die Schützenhilfe des Jungen wäre das wohl ein ziemlicher Spießrutenlauf geworden. Wir laufen zurück zu dem großen Brunnen und verlassen hier die Tempelanlage. Wir folgen einem Weg an den Außenmauern der Tempelanlage. Touristen sehen wir hier keine mehr, nur ein paar Einheimische schlendern hier an den großen goldenen Buddha-Statuen entlang.

 Blick auf Kathmandu
Neben all den Affen darf man den Blick auf Kathmandu nicht vergessen
Affen
Aber eigentlich kommt man ja schon wegen der vielen Affen
Außenseite Swayambhunath
Tipp: Unbedingt an der Außenseite der Anlage entlanglaufen
Buddha-Figur in Swayambhunath
Highlight ist diese riesige goldene Buddha-Figur
Affentempel
Es gibt natürlich noch mehr zu entdecken im Affentempel
Obdachlose schlafen auf dem Weg
Aber auch das gehört zu Kathmandu: größte Not und Armut

Nur Mut

Wir stürzen uns wieder ins Gewimmel Kathmandus. Am einen kleinen Straßenstand stärken wir uns mit Pakoras, ein frittierter Gemüsesnack, die uns die Verkäuferin in altes Zeitungspapier wickelt. Den Kopf ausschalten lautet hier die Devise. Mit westlichen Hygienestandards hat das hier nichts zu tun. Bisher hatten wir aber immer Glück und auch dieses Mal vertragen unsere Mägen den scharfen Snack ohne größere Probleme. Wir kommen wieder an Läden vorbei, die uns in das vergangene Jahrhundert versetzen. Es ist überaus beeindruckend, diese Welt zu sehen. Wir schlendern weiter durch die in Staub gehüllten Gassen bis zu einer Brücke, an der schwerbewaffnete Polizisten stehen. Auf einer Tour im Himalaya sind wir schon einmal an einem Zug der nepalesischen Armee vorbeigekommen. Das ist aber das erste Mal, dass wir in Kathmandu bewaffnete Sicherheitskräfte sehen. Dann rauscht ein langer Autokonvoi vorbei. Dort sitzt offenbar eine ziemlich wichtige Person drin – oder eine sehr gefährliche.

Kiosk in Kathmandu
Wir laufen durch die Stadt und kommen an vielen kleinen Geschäften wie diesem Kiosk vorbei
Straat-Food in Kathmandu
An diesem Stand kaufen wir uns ein paar leckere Pakoras
Junge vor Werkstatt
Dieser Junge sitzt vor einer kleinen Werkstatt, wie es sie überall in Kathmandu gibt
Polizeikolonne
Hier ist was los! Schwer bewaffnete Polizisten sichern eine Polizeikolonne
Frau vor Geschäft
Ein typisches Bild in der Hauptstadt Nepals
Werkstatt
Hier wird noch gearbeitet wie im vergangenen Jahrhundert
Biggi vor Bäckerei
In dieser Bäckerei kosten wir leckeres Gebäck
Süßigkeiten
Der Süßkram ist absolut köstlich

Einkaufen in Kathmandu

Am letzten Tag unserer Reise machen wir noch ein paar Einkäufe. Vor allem Stricksachen aus Wolle sind wirklich günstig. Als Tourist wirst du aber einfach immer übers Ohr gehauen. Die Preise fallen ganz schnell von 1200 Rupien auf 800 Rupien. Wer jetzt denkt, er hat ein super Schnäppchen gemacht, wird am nächsten Stand eines besseren belehrt, wenn der gleiche Artikel für 500 Rupien angeboten wird. Aber hey, wird würden das wohl auch so machen und die paar Euro tun auch keinem weh.

Essen in Kathmandu

Zum Abendessen verschlägt es uns ins Aakriti Lumbini Tandoori (wir glauben zumindest, dass der Laden so heißt), einem gut besuchten Imbiss in der Nähe unserer Hotels. Einheimische und Ausländer sitzen hier dicht gedrängt an den Tischen. Direkt neben uns wird frisches Brot gebacken. Dabei fällt auch mal was auf den Boden, dass dann wieder auf dem Teller landet. Wir warten eine Weile auf unser Essen, die Zeit vergeht aber wie im Flug. Diese ganzen Eindrücke machen alles so extrem kurzweilig. Biggi bleibt beim Dal Bhat, für mich gibt es Nudeln. Heide bleibt beim gebackenen Fladen mit scharfer Soße. Das Essen ist wieder einmal sehr sehr lecker, aber auch super scharf. Essen und Getränke kosten nur ein paar Euro – da kann man auch einmal mehr bestellen. wir sitzen hier in der warmen Sommernacht und genießen die letzten Stunden unserer Nepal-Reise.

Street-Food
Am Abend gibt es noch ein leckeres Essen an der Straße

Rückreise

Am Morgen geht es für uns schon im Morgengrauen zum Flughafen. Der Verkehr ist um diese Uhrzeit noch erträglich. So schnell sind drei Wochen Nepal auch wieder vorbei. Wir wären gerne noch länger geblieben – aber die nächste Reise kommt bestimmt. Gleich nach unserer Rückkehr nach Deutschland hat Biggi übrigens eine  Liebeserklärung an Nepal geschrieben.

Selfi Biggi und Flo
Nicht mehr ganz taufrisch: So sieht man nach drei Wochen Nepal einfach aus. Wir sagen auf Wiedersehen
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