Nepal – Tag 8 – Pangboche und Ama Dablam Base Camp

Über Pangboche ins Ama Dablam Base Camp

Die Ama Dablam unter der Milchstraße

Mein Wecker klingelt – wieder einmal – um vier Uhr. Auf dem Weg nach draußen treffe ich jemanden aus der Lodge. Ob die Hunde draußen gefährlich sind, will ich wissen. “Nein, solange ich nicht renne”, antwortet der Nepali. Ganz wohl ist mir aber nicht. In der Dunkelheit sehe ich immer wieder große Schatten vorbeihuschen. Dann lautes Gebell. In der Nacht regieren die Hunde in Tengboche. Einige wirklich große toben auf dem Dorfplatz und veranstalten ein regelrechtes Bell-Konzern. Ich nehme Vorlieb mit der Terrasse der Lodge, auf der auch schon zwei große Hunde auf mich warten. Die beiden sind zum Glück friedlich. Über Everest, Lhotse und Ama Dablam leuchtet die Milchstraße – sie ist sogar mit dem bloßen Auge klar zu erkennen. Ich würde gerne ein wenig durch das Dorf schlendern, lasse das aber lieber wegen der Hunde.

 

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Mount Everest und Lhoste Milchstraße

Mount Everest, Lhoste und Ama Dablam unter der Milchstraße

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Eine schlimme Nacht

Am Himmel ist keine Wolke zu sehen – der Sonnenaufgang dürfte ziemlich unspektakulär werden. Ich lege mich also noch einmal hin. Den Schlaf kann ich gut gebrauchen, da ich in der Nacht kaum schlief. Ich hatte ständig das Gefühl, jemand würde mir den Hals zuschnüren und bin schweißgebadet hochgeschreckt. Die Höhe – wir sind auf knapp 3900 Metern – macht sich eben doch bemerkbar. Dann wurde ich auch noch ständig von den bellenden Hunden, die wirklich ordentlich Radau machen, geweckt. Und so blöd es klingen mag: Wir hatten eine Motte im Zimmer, die ständig auf meinem Gesicht gelandet und Richtung Schlafsack gewandert ist. Ich habe nur ständig ein Krabbeln auf der Haut gespürt – das hat mich ganz verrückt gemacht. Summa summarum: Die Nacht war der blanke Horror.

Wanderung nach Pangboche

Am Morgen begrüßt uns die Sonne – so macht Aufstehen Spaß. Wir packen unsere großen Taschen für die Porter, die gleich drei davon schleppen, und gehen zum Frühstück. Biggi wählt klassisch Ei mit Toast. Ich teste das Tibetanische Brot. Ein fluffiger Hefe-Fladen, der süßlich schmeckt und mit Honig oder Marmelade bestrichen wird. Ähnlich wie ein Pfannkuchen und sehr gehaltvoll, aber lecker. Von Tengboche brechen wir nach Pangboche auf knapp 4000 Metern auf. Die Wanderung ist kurz, sie dauert nur gut zwei Stunden. Die Wege sind am Morgen noch leicht vereist, aber die Sonne knallt schon ganz schön. Die kurze Wanderung ist schön, aber nicht besonders spektakulär. In Pangboche beziehen wir unsere niedlichen kleinen Zimmer und dann gibt es in der Lodge zur Stärkung noch Kekse mit Minztee. Wir haben heute schließlich noch einiges vor: Wir wollen zum Ama Dablam Base Camp auf 4600 Metern aufsteigen.

Tengboche

Wir starten unsere Wanderung am Morgen in Tengboche

Yak-Herde

Eine Herde Yaks wartet auf ihren Einsatz

 Ama Dablam mit Fluß

Die Ama Dablam wird uns den ganzen Tag begleiten

Brücke

Den Fluss überqueren wir über diese Brücke

Ama Dablam

Wir kommen der Ama Dablam immer näher

Stupa vor Ama Dablam

Natürlich gibt es auch auf diesem Teilstück des Weges überall Stupas

Torbogen von Pangboche

Unser Porter-Guide Mohan wartet am Torbogen von Pangboche auf uns

Lodge in Pangboche

Unsere Lodge in Pangboche

Mission Ama Dablam Base Camp

Wir folgen dem Hauptweg durch das Dorf und steigen dann zum Fluss hinunter, den wir über eine Hängebrücke queren. Danach geht es erst einmal eine halbe Stunde steil nach oben. Der Weg – eher ein Geröllhang – ist in einem erstaunlich schlechten Zustand. Oben sehen, wir, weshalb. Zwei Nepali klopfen mit einem Hammer und der blanken Hand Steine. Andere sind dabei, den Weg aufzureißen. Hier finden offenbar gerade Sanierungsarbeiten statt. Ein paar Minuten später erreichen wir eine landschaftlich traumhafte Hochebene. Wir steigen den Weg weiter auf. Kurze Trinkpausen machen wir hier öfter. Gerade bei einer so langen Wanderung ist es extrem wichtig, genug zu trinken. In der Ferne sehen wir schon wieder ein gewaltiges Wolkenband. Wir beeilen uns, um möglichst lange viel zu sehen. Wir haben immer wieder traumhafte Ausblicke in das gewaltige Tal, das sich vor der Ama Dablam erstreckt. Mächtig und hoheitsvoll ragt die Ama Dablam im Sonnenlicht in den Himmel.

Mount Everest und Lhotse

Blick auf Mount Everest und Lhotse

Träger in Nepal

Diese Landschaft ist einfach überwältigend. Wer genau hinschaut, sieht einen Träger in den unendlichen Weiten

Biggi Bauer auf dem Weg ins Ama Dablam Base Camp

Wir steigen in Richtung Ama Dablam Base Camp auf

Blick auf Pangboche mit Wanderer

Ich blicke noch einmal zurück. Von dort ganz hinten kommen wir her

Ama Dablam

Noch steht die Ama Dablam in ihrer ganzen Pracht vor uns – doch das ändert sich schon bald

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Trekkinggruppe

Unsere Gruppe kämpft sich den Weg hoch

Ama Dablam

Jetzt haben wir den perfekten Blick auf die Ama Dablam

Es wird düster und kalt

Ehrfürchtig halten wir inne und genießen den Ausblick. Der Weg zieht sich nun weiter auf die nächste Hochebene hinauf. Vom Meer sind wir zwar weit entfernt, trotzdem gibt es überall feinen Sand. Die dünne Luft macht sich hier deutlich bemerkbar. Die anderen Mitglieder unserer kleinen Gruppe haben ganz schön zu kämpfen und unsere Guides beschließen, auf rund 4300 Metern abzubrechen. Inzwischen wird die Wolkenfront immer dichter und kommt bedrohlich nahe. Für uns ist so kurz vor dem Ziel aber nicht an Abbruch zu denken. Wir schnappen unseren Guide Mohan und steigen weiter auf. Wir machen schnell einige Höhenmeter gut. Offensichtlich haben wir beide einen guten Tag, denn die Höhe macht uns heute nicht viel aus. Inzwischen beträgt die Sicht nur noch wenige Meter und der Wind bläst extrem. Von der Landschaft sehen wir leider nicht viel. Das macht uns aber nichts, wir wollen es heute unbedingt ins Ama Dablam Base Camp schaffen. Mohan kennt die Region wie seine Westentasche und lotst uns den richtigen Weg immer weiter nach oben.

Wanderer im Nebel

Leider zieht es plötzlich zu

Wanderung Ama Dablam Base Camp

Mit Mohan an unserer Seite machen wir uns trotz Nebel an den Aufstieg ins Ama Dablam Base Camp

Wir erreichen das Ama Dablam Base Camp

Nach einer knappen Dreiviertelstunde – wir haben wirklich Gas gegeben – erreichen wir das Ama Dablam Base Camp. Wir stehen das erste Mal in unserem Leben auf 4600 Metern – fast so hoch wie der Mont Blanc (4810 Meter). Das Gefühl ist einfach unbeschreiblich. Wir freuen uns wie kleine Kinder, machen Selfies mit unserem Guide Mohan und sind einfach überwältigt. Das Glückgefühl hält aber nur kurz an. Das Ama Dablam Base Camp ist noch völlig verlassen beziehungsweise nicht existent, die Wolken versperren die Sicht auf die Ama Dablam und der eiskalte Wind ist extrem unangenehm. Wir machen ein paar Fotos und steigen wieder ab. Auf dieser Höhe ist es ohne dicke Klamotten, die wir heute nicht dabei haben, nicht lange auszuhalten.

Ama Dablam Base Camp

Hier ist es (theoretisch), das Ama Dablam Base Camp. Wir sind aber noch etwas früh dran, die Zelte sind noch nicht aufgebaut

Selfie im Ama Dablam Base Camp

Selfie auf rund 4600 Metern

Katzenwäsche

In der Lodge angekommen gönnen wir uns eine kurze eiskalte Katzenwäsche für die Achseln und Füße. Allerdings ist es schon um drei Uhr Nachmittags ziemlich frisch. Die Wolken wollen sich auch nicht mehr verziehen. Ich lege mich nach der Wanderung bis zum Abendessen ins Bett. Am Abend gibt es in großer Runde Dal Bat. Leider klart es nicht mehr auf. In der Nacht fällt sogar ein wenig Schnee.

Unsere Nepal-Reise im Überblick

Tag 1 Ankunft in Kathmandu | Tag 2 Der Horror-Flug von Kathmandu nach Lukla | Tag 3 Über die Hillary-Bridge nach Namche Bazar | Tag 4 Wanderung von Namche Bazar nach Khunde | Tag 5 Wanderung von Namche Bazar nach Thame | Tag 6 Wanderung von Thame nach Khumjung | Tag 7 Wanderung von Khumjung nach Tengboche | Tag 8 Pangboche und Ama Dablam Base Camp (4600m) | Tag 9 Wanderung von Pangboche nach Dingboche | Tag 10 Wanderung auf den Nangkartshang Peak (5068 Meter) | Tag 11 Wanderung von Dingboche nach Lobuche | Tag 12 Wanderung auf den Kala Patthar (5625m) | Tag 13 Wanderung zum Everest Base Camp (5364m) | Tag 14 Wanderung Lobuche, Pheriche, Upper Pangboche | Tag 15 Wanderung zum Mong La Pass | Tag 16 Wanderung von Mong nach Namche Bazar | Tag 17 Rund um Namche Bazar | Tag 18 Wanderung von Namche Bazar nach Lukla | Tag 19 Lukla-Flug, Kathmandu und Patan | Tag 20 Die Pashupatinath-Tempel und der Stupa von Bodnath | Tag 21 Der Swayambhunath-Tempel in Kathmandu

Du willst es lieber kurz und knackig? Eine Zusammenfassung unseres Trekkings zum Everest Base Camp findest du hier

Wissenswertes, Reiseführer und Literatur zu Nepal

Richtig coole Outdoor-Klamotten und Gimmicks

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