Tipps für den Aufbau eines Notvorrats
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Notvorrat: Mit diesen einfachen Tipps überstehst du 10 Tage

Kriege und Pandemie beschäftigen die Menschen. Was lange als völlig undenkbar galt, wird plötzlich Realität. Abgesperrte Städte in Italien, Menschen unter Quarantäne und Hamsterkäufe in Deutschland. Um eines vorweg zu nehmen: Wir wollen keine Panik schüren - dafür gibt es unserer Meinung nach überhaupt keinen Grund.

Deutschland, Europa und die Welt werden auch diese Krise überstehen. Dennoch stellen immer mehr Menschen die Frage: Muss ich mich jetzt mit Lebensmitteln eindecken? Was benötige ich, um längere Zeit (mehr oder weniger) autark zu überleben?

Noch einmal: Panik ist völlig fehl am Platze. Wir sind aber auch der Meinung, dass man immer einen Notvorrat und eine Notfall-Ausrüstung haben sollte - insbesondere mit Blick auf Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder längere Stromausfälle. Schwere Naturkatastrophen oder Stromausfälle kommen in Deutschland zum Glück sehr selten vor - sind aber auch nicht ganz ausgeschlossen.

Aktualisiert am 16.03.2022

Wir haben den Notfall verlernt

Insbesondere vor diesem Aspekt finden wir es wichtig, immer einen Mindest-Vorrat an Lebensmitteln zuhause zu haben. Als „Prepper“ (also Personen, die sich auf jedwede Art von Katastrophe vorbereiten) sehen wir uns überhaupt nicht. Wir horten nicht massenweise Lebensmittel im Keller und rechnen auch nicht damit, dass die öffentliche Ordnung zusammenbricht.

Mit ein paar ganz einfachen Maßnahmen kann man sich aber ohne großen Aufwand auf unerwartete Ereignisse vorbereiten.

In großen Flächenländern wie etwa Kanada ist es für viele Menschen selbstverständlich, sich im Ernstfall Tage oder auch Wochen – etwa nach einem Schneesturm – selbst zu versorgen (mitunter aber auch durch die Jagd).

Wie wichtig das ist, zeigte uns eine Reise nach Dominica. Hier lernten wir ein Ehepaar kennen, das nach einem schweren Wirbelsturm für mehrere Wochen von der Außenwelt abgeschnitten war. Dank ihrer Vorräte überlebten die beiden diese Odyssee (allerdings schwer gezeichnet).

In Deutschland haben wir die autarke Selbstversorgung wegen der flächendeckenden Rundumversorgung längst verlernt. Du brauchst am Samstagabend noch einen Wein aus Italien? Die nächste Tankstelle ist nicht weit entfernt.

Wer hat denn in der heutigen Zeit in Deutschland noch Lebensmittel für mehrere Wochen eingelagert oder einen Dieselgenerator mit Treibstoff im Keller? Das ist zum Glück auch gar nicht nötig. Dennoch sollte man zumindest für einige Tage den passenden Notvorrat zuhause haben.

Ein tragbarer Stromgenerator für den Notfall
Einen transportablen Stromgenerator hat wohl kaum jemand in Deutschland zuhause – Foto: Depositphotos © ildicanon

Kostenloser Ratgeber Notfallvorsorge

Diese (seit langem gültige) Empfehlung stammt natürlich nicht von uns, sondern vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Das BKK empfiehlt, sich für eine zehntägige Unterbrechung der Versorgung mit Wasser, Lebensmitteln oder benötigten Medikamenten zu rüsten. Hier kannst du dir den kostenlosen und sehr empfehlenswerten Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen des BBK downloaden.

Wasser-Notvorrat

Eine ganz besondere Bedeutung kommt der Wasserversorgung zu. Während der Mensch bis zu drei Wochen ohne Nahrung auskommt, wird es beim Trinkwasser viel schneller kritisch.

Wir gehen zwar nicht davon aus, dass die Trinkwasserversorgung in Deutschland gefährdet ist. Selbst im Falle einer Naturkatastrophe würde die Wasserversorgung wohl schnell wieder hergestellt. Dennoch ist es ratsam, sich auch auf diesen Worst-Case vorzubereiten. Das BBK empfiehlt 2 Liter Wasser pro Tag und Person als Vorrat.

Wir bevorzugen Mineralwasser (ohne Kohlensäure) in PET-Flaschen. Das Wasser dient auch dem Kochen und der Hygiene. Zusätzlich empfehlen wir einige süße Getränke wie Säfte mit einem weit in der Zukunft liegenden Mindesthaltbarkeitsdatum.

Für unsere Reisen haben wir außerdem ein portables Wasseraufbereitungs-System von LifeStraw zuhause. Mit dem LifeStraw kannst du Wasser bedenklicher Herkunft sorgenlos trinken. Das System benötigt keine Batterien oder Chemikalien und ist sofort einsatzbereit. Sehr trübes Wasser solltest du vorab filtern (dazu eignen sich etwa Kaffee-Filter).

Daneben besitzen wir ein Katadyn Pocket. Mit rund 350 Euro ist der Katadyn Pocket nicht billig. Dafür bekommst du hier beste Schweizer Ingenieurskunst mit 20 Jahren Garantie. Der Wasserfilter von Katadyn reinigt bis zu 50.000 Liter Wasser. Das Wasser wird dabei einfach in einen Behälter, etwa eine Flasche, gepumpt.

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Außerdem haben wir immer eine große Packung Micropur Forte in unserem Outdoor-Fach. Mit einer Tablette kannst du einen Liter Trinkwasser herstellen. Silberionen und Chlor befreien (klares) Wasser nach 30 Minuten von Bakterien und Viren und nach zwei Stunden von Giardia (das ist ein ekelhafter Parasit).

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Zu jeder guten Überlebens-Ausrüstung gehören natürlich auch entsprechende Wasserbehälter. Die Reinigungstabletten nützen dir wenig, wenn du das Wasser nicht lagern kannst. In den meisten Haushalten dürfte das kein Problem sein. Für unterwegs empfehlen wir dir die Flaschen von Nalgene.

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Lebensmittel-Notvorrat

Folgende Empfehlungen spricht das BBK für eine Notration für zehn Tage aus (pro Person; ca. 2200 kcal pro Tag):

Im Idealfall hat man diese Sachen immer zuhause und baut sie in den Alltag ein. Die Herausforderung besteht hier aber darin, verbrauchte Lebensmittel immer zeitnah wieder mit frischen Lebensmitteln aufzufüllen (und im Lager hinter die älteren Lebensmittel einzusortieren).

Bei deinem Notvorrat solltest du beachten, dass Kühltruhen und Kühlschränke nach einem möglichen Stromausfall nicht mehr kühlen. Für die Notration eignen sich also insbesondere (Obst- und Gemüse)-Konserven, Dosenfleisch, Räucherfleisch und Volleipulver.

Hier findest du vom BBK eine detaillierte Vorratstabelle. Für Vegetarier findest du hier die passende Vorratstabelle.

Tipp: Wenn du Haustiere wie Katzen oder Hunde hast, solltest du für diese natürlich auch eine Notration anlegen bzw. immer so viel Futter auf Lager haben, dass du deine Tiere einige Wochen durchbringst.

Tipp 2: Neben ausreichend Lebensmitteln solltest du auch immer einen Vorrat an Desinfektionsmitteln, wichtigen Medikamenten (zum Beispiel Mittel gegen Schmerzen, Fieber, Erbrechen, Durchfall) und Hygieneartikeln (Taschentücher, Toilettenpapier, Tampons/ Binden, Zahnpasta) haben.

Notvorrat: Gemüse in Dosen
Konserven eignen sich perfekt als Notvorrat – Bild: Depositphotos © Boarding2Now

Unsere Notration für den Ernstfall

Wir (als viel reisende Vegetarier) haben übrigens eine etwas andere Strategie für unsere Notration entwickelt.

Unser Notvorrat (mit dem wir leicht 21 Tage überstehen können) besteht grundsätzlich aus Trockenlinsen, Reis, Nudeln, Ölen, Nüssen, Trockenobst und Haferflocken (bzw. Müslis), die problemlos über Jahre gelagert werden können, günstig in der Anschaffung sind, kaum Platz wegnehmen und sehr kalorienreich sind.

Hinzu kommen Dosentomaten, Tomatenmark und Tomatensaucen im Glas und jede Menge veganer Eiweiß-Riegel und Eiweiß-Pulver, die wir auch im (sportlichen) Alltag nutzen und ständig auffüllen.

Unser ganz persönlicher Notvorrat im Überblick:

Im Notfall können wir Linsen, Nudeln und Reis – ausreichend sauberes Wasser vorausgesetzt – auf unserem Camping-Kocher (im Freien) zubereiten. Ein Camping-Kocher (mit ausreichend Gas-Kartuschen, mindestens 1 Kilo Gas-Vorrat & Feuerzeug) gehört zu unserer Outdoor-Ausrüstung.

Notvorrat mit Linsen, Reise und Pasta
Linsen, Reis, Pasta und Nüsse: Mit unseren Notvorräten kommen wir einige Zeit über die Runden

Tipps für die Lagerung deiner Notration

Einen Notvorrat im Internet bestellen?

Das Geschäft mit der Angst der Menschen vor einer Naturkatastrophe oder einem Krieg boomt im Internet. Es gibt zahlreiche Prepper-Shops, die Notfallpakete für den Fall der Fälle anbieten. Hier gibt es etwa Konserven, die zehn oder gar 20 Jahre halten.

Für uns persönlich ist der Notvorrat einfach eine Absicherung, ohne Probleme zehn oder zwanzig Tage autark zu überleben. Wenn du eine globale Naturkatastrophe (wie einen Meteoriten-Einschlag oder eine Virus-Pandemie mit Millionen Toten), den Kollaps des Finanzsystems oder den dritten Weltkrieg erwartest, reicht so eine kleine Notration wie unsere natürlich nicht.

Entweder lagerst du Unmengen Linsen, Reis, Pasta, Konserven und Wasser ein oder du greifst zu den mitunter nicht gerade billigen Prepper-Paketen im Internet. Wir selbst halten davon nicht so viel.

Unseren Notvorrat bauen wir als „durchlaufenden“ Posten in unseren Alltag ein. Wir verbrauchen die (sehr schmack- und nahrhaften) Lebensmitten, stocken sie aber auch zeitnah wieder auf.

Die richtigen Prepper-Pakete zielen auf die ultimative Katastrophe ab. Nach zehn oder 20 Jahren werden die Produkte im Idealfall (also beim Ausbleiben einer Katastrophe) ersetzt (essen will das keiner freiwillig).

Survival-Guide: Dieses Buch könnte dein Leben retten

Kommt es doch hart auf hart, können wir dir den Survival-Guide von Colin Towell sehr ans Herz legen. Hier findest du viele Tipps, wie du in der Wildnis überlebst. Wir sind aber recht sicher: Wirklich brauchen wirst du diese Überlebenstipps in Deutschland nie.

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2 Kommentare

    • - Florian

      Hallo Monika,

      also ich denke, du meinst ein Fitness-Eiweiß.

      Ich selbst nutze das Eiweiß von „Alpha Foods“, Biggi das Eiweiß von „Berlin Organics“. Beide sind vegan. Das Eiweiß von Berlin Organics ist herber, das von Alpha Foods etwas süßer.

      Viele Grüße
      Florian

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