Pelz: Blutiges Geschäft in Häppchen

Das grausame Geschäft mit dem Pelz

Ein Appell an die Vernunft

Dies ist ein Gastbeitrag zum Thema Pelz von Adeline Fischer für  Pro Wildlife. Wir unterstützen diese Organisation seit Jahren und schätzen die Arbeit von Pro Wildlife sehr. Gegründet wurde Pro Wildlife 1999 von Biologen, Tierärzten und Naturschutzinteressierten. Das Ziel: Weltweit den Schutz von Wildtieren und ihrer Lebensräume zu verbessern. Bei Bevölkerung, Politikern und Unternehmen will Pro Wildlife einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur erreichen. Pro Wildlife ist als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Eure  Spende ist also in guten Händen. Helft mit, die Welt ein bisschen besser zu machen.

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Der Pelz erlebt ein blutiges Comeback

Es gibt viele tausend Kojoten in Deutschland. Allerdings nicht lebendig, sondern zu Pelzkrägen und –Accessoires verarbeitet und in den Fußgängerzonen der Republik zur Schau gestellt. Es sind massenhaft Felle, jeder von ihnen bedeutet den sinnlosen und grauenvollen Tod eines Tieres. Männer und Frauen, Kinder, Jugendliche, Mütter, Väter, Omas und Opas – sie alle tragen ihr Pelzchen selbstverständlich durch die Straßen.

Ganz weg war der Pelz nie aus der Mode, aber verpönt war er schon. Man mochte seinen Augen kaum trauen, als er als Massenware zurückkam und den Markt fast überrollte. Zunächst als kleine Accessoires und dezent angebracht, gelten heute wieder ganze Krägen als schick. Seit 2006 steigt der Umsatz im Pelzgeschäft stetig, dabei beträgt Fellbesatz anteilig 70 Prozent des Gesamtumsatzes! 70 Prozent des Umsatzes einer 40 Milliarden Euro schweren Branche sind einzig und allein auf Accessoires zurückzuführen: Bunte Fellbommel an Taschen und Mützen, Fellbordüren an Stiefeln und Handschuhen, Pelzkrägen an Jacken und Mänteln. So unfassbar sinnlos!

Jacke mit Pelz

Pelzapplikationen sind zum Alltag in den deutschen Innenstädten geworden

Felle

Felle für die Pelzindustrie

Der verwegene Abenteurer mit der Pelzmütze

Das kanadische Label Canada Goose brachte den Stein unter anderem ins Rollen, als es seine Jacken mit Kojotenfellbesatz am Kragen in der EU und den USA etablierte. Im eigenen Land ließen sich die warmen Jacken nicht mehr wirklich gut verkaufen. Das Marketingkonzept „einsamer Polarforscher“ oder „verwegener Abenteurer“ schlug bei uns ein wie eine Bombe, der Trend zum Fellbesatz war geboren. Die Jacken waren ein Kassenschlager und schnell sprangen weitere Firmen auf den Zug auf. Die Reaktion kam prompt: In der Öffentlichkeit wurde wieder ausführlich über das sinnlose Sterben hunderttausender Tiere für den Pelz diskutiert.

Grausige Fallenjagd und perfides Marketing

Um das schlechte Image von Pelzfarmen zu umgehen, schlugen einige Händler einen besonders perfiden Weg ein: Sie bewerben Felle von Wildtieren als natürliches Produkt, das bei der Jagd dieser Tiere sowieso anfällt. So tragen viele Menschen die Felle von Wildtieren, die in der Fallenjagd im Übrigen anders als häufig behauptet extra dafür getötet werden. Dabei darf man sich nichts vormachen: Die Herkunft des Wildtier-Fells ist mindestens ebenso grausam wie die Pelzproduktion auf Farmen.

Für die Fellproduktion am häufigsten gefangen werden Kojoten. Sie sind wolfsähnliche Tiere, die sich gar nicht so sehr von dem Hund unterscheiden, den der Träger der Pelzkragenjacke häufig an der Leine mit sich führt. Neben dem Kojoten landen auch Rotluchse, Waschbären oder Füchse in den Fallen und damit an den Jackenkrägen in Deutschlands Fußgängerzonen.

Kojoten werden auf dem amerikanischen Kontinent und in Russland mit Tellereisen und Schlingen gejagt, während diese Methode in Europa längst verboten ist. Die Tiere ämpfen mitunter stunden- oder tagelang um ihr Leben. Um sich zu befreien, versuchen sie manchmal sogar, sich Gliedmaßen abzubeißen, bevor sie an Erschöpfung oder an ihren Verletzungen sterben. Falls sich ein Tier aus der Falle freikämpfen kann, hat es meist kaum eine Überlebenschance. Es stirbt langsam an Infektionen, Hunger oder fällt als leichte Beute den Fressfeinden zum Opfer.

Kojote in der Falle

Tiere, die in die Falle gehen, sterben einen qualvollen Tod – Dick Randall /The HSUS

Toter Kojote

Mitunter kämpfen die Tiere tagelang, bis sie elendig sterben – Dick Randall /The HSUS

Katze in der Falle

Auch Großkatzen werden Opfer der perfiden Fangmethode – Dick Randall /The HSUS

Das Haustier in der Falle

Die Fallen werden wegen der unendlichen Weiten des Jagdgebietes in Nordamerika oder Kanada meist über mehrere Tage von den Trappern nicht kontrolliert, was das Leiden der Tiere zusätzlich verlängert. Besonders grausam ist auch, dass die Tiere erschlagen oder erstickt werden, dann bleibt das Fell schön und unbeschadet. USA, Russland und Kanada sind die wichtigsten Lieferanten von Pelz aus der freien Wildbahn. Dabei sind bis zu 75 Prozent der gefangenen Tiere sogenannte „Fehlfänge“, sie finden in der Pelzgewinnung keine Verwendung und werden „entsorgt“ – darunter sind auch viele Haustiere.

Wie kann ich den Kauf von Echtpelz vermeiden?

Pro Wildlife rät dazu, gar keine Pelzapplikationen, -Krägen oder –Accessoires zu kaufen. Echtfell wird häufig nicht gekennzeichnet. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift zur pelzlosen Variante.

Es gibt jedoch auch Möglichkeiten, echten Pelz von Kunstfell zu unterscheiden:

  • Kunsthaar ist starr und unbeweglich, während sich echtes Fell beispielsweise im Wind zur Seite legt
  • Während bei künstlichem Fell die Haare fast immer gleich lang sind, kann man bei dem echten Produkt die kräuselige Unterwolle erkennen
  • Beim Auseinanderziehen lässt sich beim echten Fell das Leder mit Haarporen erkennen, während beim Kunstfell ein Textilgewebe eingearbeitet ist
  • Wer sich ganz sicher sein will, kann auch ein paar Haare entfernen und sie anzünden. Während Kunstfell nach verschmortem Plastik riecht, ähnelt der Geruch von echtem Pelz dem von Haaren

Pro Wildlife ist als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Eure  Spende ist also in guten Händen. Helft mit, die Welt ein bisschen besser zu machen. Und ein persönlicher Appel von uns Phototravellers: Bitte verzichte auf Klamotten, an denen Pelzapplikationen angebracht sind. Selbst wenn die Verkäufer sagen, das sei Kunstpelz: In vielen Ländern werden Tiere von der Straße gefangen und bestialisch getötet. Solche Pelze sind deutlich billiger als Kunstpelz und werden als Kunstpelz verkauft. Auch der Hinweis auf angeblich zertifizierten Pelz ist nur Augenwischerei. Mit dem Kauf von Pelz unterstützt du endloses Tierleid – für einen absolut dämlichen Trend, den die Pelzindustrie losgetreten hat.

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