Sardinien – Tag 2 – Punta Piscina Irgas

Wanderung zum Punta Piscina Irgas

Unsere erste Wanderung auf Sardinien – leider spielt das Wetter nicht mit

Heute lassen wir es gemütlich angehen. Zum Frühstück auf unserer traumhaften Terasse gibt es besten Büffelmozarella und sonnengereifte Tomaten. Die Sonne wärmt die Luft, die Vögel zwitschern und das Meer rauscht in der Ferne – wir sind im Paradies. Und in Deutschland? Kuddelmuttel-Wetter! Nach dem Frühstück brechen wir auf zu einer Schluchtwanderung. Bis wir den abgelegenen Parkplatz (GPS: N 39 23.984, E 8 38.962 – Google Maps) finden, vergeht allerdings einige Zeit. Gegen Mittag sind wir endlich am Ziel. Aus dem umliegenden Wald kommen undefinierbare Laute, die an etwas raubtierartiges erinnern. Die Lösung ist weniger spektakulär: Das Gebrülle kommt von ordinären Schweinen, die hier ihre Runden drehen.

Die Tour führt uns am ausgetrockneten Flußbett des Riu d’Oridda entlang weiter durch die Bienenschlucht und weiter auf einen Höhengrat. Die Tour ist auf den ersten Kilometern leider vollkommen uninteressant – das mag auch daran liegen, dass der Fluß kein Wasser führt – und führt uns einfach nur durch den Wald und durch dichtes Gestrüpp. Diesen Teil der Wanderung kann man getrost abhacken.

Schluchtwanderung-Sardininen-1

Autowrack-auf-Sardinien Wandern-auf-Sardinien Wandern-auf-Sardinien-2 Berge-auf-Sardinien

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Wir erreichen eine Granitschlucht – endlich etwas Abwechslung. Da nur ein paar Gumpen mit Wasser gefüllt sind, kommen wir gut voran. Es geht über Granitfelsen und das eine oder andere Mal muss man die Hände zu Hilfe nehmen. Nach 150 Metern ist aber Schluss. Es geht einige Meter steil an einer glatten Wand nach unten – ohne Kletterausrüstung ist hier kein Vorankommen mehr.

Granitschlucht-Sardinien-2 Granitschlucht-Sardinien Biggi-und-Flo-auf-Sardinien

Inzwischen haben sich auch bedrohliche Wolken am Himmel zusammengezogen. Wir beeilen uns etwas, um nicht in ein Unwetter zu geraten. Erste Regentropfen prasseln auf uns nieder und in der Ferne ist bereits der Donner zu hören. Angesichts dessen lassen wir den Gipfel des Punta Piscina Irgas links liegen. Wir haben auch knapp unterhalb des Gipfels eine tolle Aussicht auf die unberührte Berglandschaft. Auf den Abstecher zum 45 Meter hohen Wasserfall Cascata Piscina Irgas verzichten wir. Es ist nicht nur das Wetter, dass uns zu dieser Entscheidung bringt, sondern in erster Linie der Fakt, dass hier alles ausgetrocknet ist.

Ausblick-über-Sardinien

Der Rückweg gestaltet sich genauso eintönig wie der Herweg. Am Ende der Tour sind unsere Beine vom Gestrüpp und den Dornen völlig zerkratzt und von Stechfliegen malträtiert. Die Wanderung lohnt sich wirklich nur, wenn die Flüsse Wasser führen – ansonsten wird aus der Flusswanderung eine recht langweilige Waldwanderung, für die man wirklich nicht nach Sardinien müsste.

Am Abend baue ich meine Kamera am Strand von Porto Paglia auf. Auf dem Weg dorthin fahren wir an einer alten Mine vorbei. Das Areal ist wirklich sehr beeindruckend. Nicht nur die Industrieruinen, sondern auch das ganze Drumherum.

Industrieruine-auf-Sardinien Wolken-Sardinien

An der Küste von Porto Paglia erwartet uns Mitten im Meer ein verfallener Wachturm – ein wahnsinnig tolles Fotomotiv. Die im Meer untergehende Sonne verwandelt die Landschaft in ein prächtiges Farbenmeer. Leider stürzen sich zur Dämmerung auch die Mücken auf uns – Zeit, die Flucht anzutreten.

Biggi-springt Punta-Piscina-Irgas Florian-Westermann-im-Einsatz Punta-Piscina-Irgas-3 Punta-Piscina-Irgas-4 Punta-Piscina-Irgas-2

Foto-Tipp: Um in den Sonnenuntergang hinein zu fotografieren, benötigt ihr spezielle Filter. Welche das sind, erfahrt ihr in meinem Beitrag “Stativ, Filter & Co: wichtiges Zubehör in der Landschaftsfotografie

Auf der gut zweistündigen Heimfahrt bekommen wir natürlich ordentlich Hunger. Wir machen in Fluminimaggiore Stopp bei der Trattoria B&B Vittorio Emanuele. Die Pizza bestellen wir nebenan – die eigene Küche hat wohl schon zu. Der Laden ist urig eingerichtet und außer uns sind nur ein paar Sarden in dem Laden, mit denen wir auch schnell ins Gespräch kommen. Zum Abschied gibt es einen Limoncello aufs Haus. Wer in der Gegend ist: ein Besuch lohnt sich allemale. Die Pizzen sind lecker und die Bedienungen bildhübsch.

Tourdaten Punta Piscina Irgas

Datum: September 2015
Gesamtweglänge: 10,0 Kilometer
Höhenmeter: 380 Meter
Reine Gehzeit: 4:45 Stunden

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Sardinien, der Sage nach durch ein Aufstampfen Gottes mit dem Fuß entstanden, ist die größte Insel des Mittelmeeres und zählt zu den beliebtesten Badeinseln Europas. Daß die Insel gebirgig ist, stößt bei Sardinien-Neulingen auf Verwunderung. Daß es dort ungezählte Möglichkeiten für den Wanderer und Bergsteiger gibt, scheint exotisch. Und genau das ist der Reiz Sardinien für einen Bergurlaub zu bereisen, ist ein völlig neues Erlebnis. Anders als bei der Nachbarinsel Korsika, kann sich die Insel zwar keiner großen Höhen rühmen der höchste Gipfel, die Punta La Marmora, mißt gerade einmal 1833 m, dafür aber wartet sie mit anderen Spezialitäten auf. Es sind die tiefen, gewundenen Schluchten, deren Begehung hohe Ansprüche an den Wanderer stellt Torrentismo, hierzulande bekannt als Canyoning, heißt hier das Zauberwort, das immer neue Freunde findet. Höhlenforscher finden in der Unterwelt der karstigen Landschaft ungeahnte Formen. Und so manche Steilwand wartet noch auf ihre Erstbegehung - Kletterer haben die Wahl zwischen Granit, Kalk und Basalt! Doch die genußvollen Wanderungen und Abenteuertouren inmitten der abwechslungsreichen Landschaften sind das i-Tüpfelchen aller bergsportlichen Aktivitäten auf Sardinien. Die Insel überrascht mit beispiellos vielfältigen, paradiesisch verwilderten Szenerien, die von der zerklüfteten Steilküste im Osten über das majestätische Hochgebirge im Zentrum bis zu der sanften Hügellandschaft im Westen reichen - ganz zu schweigen von den üppigen Waldregionen im Süden und den bizarren Granitgebirgen des Nordens.Mithra Omidvar-Gorter, Wanderführerin des DAV Summit Club und einer der besten Kenner der Insel, präsentiert dem Berg- und Naturfreund 50 ausgewählte Wanderungen - die Palette reicht ...

Hier kommst du zum nächsten Tag unserer Sardinien-Reise

 

 

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2 replies
  1. Krissie
    Krissie says:

    Es wäre schön, wenn Du die EXIF-Daten in den Bildern lassen könntest, dann könnte man sehen, mit welchen Belichtungseinstellungen Du fotografiert hast. Ich finde das immer sehr hilfreich und schaue mir bei erfahreneren Fotografen dadurch gerne mal etwas ab! 😉

    Reply
  2. Florian Westermann
    Florian Westermann says:

    Hallo Krissie,

    dafür habe ich die Rubrik “Foto der Woche”, hier schreibe ich immer ein wenig zu den Bildern und veröffentliche dazu auch die EXIF-Daten 🙂

    Reply

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