Sardinien – Tag 4 – Rundwanderung in der Oase Monte Arcosu

Eindrucksvolle Wanderung in der Oase Monte Arcosu

… und die vielleicht beste Pizza Sardiniens

Heute zieht es uns in den Süden. In der Inselmitte hat es die ganze Nacht geregnet, gestürmt und gewittert. Am Morgen sieht es nicht viel besser aus. Im Süden klart der Himmel auf und macht der Sonne Platz. Unser Ziel ist der WWF-Naturpark Monte Arcosu Oasi (GPS: N 39 11.723, E 8 54.591 – Google Maps). Zu erreichen ist das Kleinod nur über eine ziemlich raue Schotterpiste – für Sizilien ist das aber nicht unüblich. Vor Ort treffen wir auf gähnende Leere – nur ein paar Waldarbeiter und ein Ranger sind da. Wir werden auch gleich darauf hingewiesen, dass der Park geschlossen hat. Ein Blick in den Wanderführer* hätte genügt, um zu wissen, dass der Park nur am Wochenende und an Feiertagen geöffnet ist. Die einzige Konsequenz ist, dass wir fünf Euro Eintritt pro Person sparen. Die Warnung, dass die Wanderung auf den Sa Rocca Lada sehr schwierig sei, schlagen wir in den Wind und brechen auf.

Oase-Monte-Arcosu

Werbung

Der immer sehr gut markierte Wanderweg führt uns durch eine farbenprächtige Schlucht. Wir müssen immer wieder ein Flussbett queren – der Fluss führt zu dieser Jahreszeit allerdings kein Wasser. Nach gut einer Stunde erreichen wir das erste Ziel. Von hier oben haben wir einen herrlichen Blick zurück in die Schlucht. Ein fantastischer Ort, um länger zu verweilen. Das machen wir auch. Wir genießen die Sonne, die Aussicht, die Stille und die absolute Einsamkeit hier draußen.

Oase-Monte-Arcosu-2 Oase-Monte-Arcosu-3 Oase-Monte-Arcosu-4 Oase-Monte-Arcosu-5 Selfie-auf-Sardinien Oase-Monte-Arcosu-6

Anzeige
Sardinien: Reiseführer mit vielen praktischen Tipps.
Von Eberhard Fohrer
Preis: EUR 26,90
64 neu von EUR 25,0010 gebraucht von EUR 22,99
Reiseführer mit vielen praktischen Tipps.
Broschiertes Buch
Die Insel ist erheblich größer und vielschichtiger, als man beim ersten Kartenstudium vielleicht meinen könnte. Dabei bietet gerade Sardinien viele Superlative: So findet man einige der schönsten Sandstrände des Mittelmeers, nicht weniger faszinierend sind die bizarren Granitbuchten der Gallura im Nordosten, aber auch die Tauchgründe und Surfspots rund um die Insel werden von Kennern seit langer Zeit geschätzt. Und von den zahllosen Tropfsteinhöhlen, die noch völlig unerforsch sind, war noch gar nicht die Rede.

Das Besondere entdeckt man auf Sardinien erst allmählich, wie das Schwemmland des Tirso mit seinen salzigen Lagunenseen und den rosafarbenen Flamingos oder das steile, weißglänzende Dolomitmassiv des Supramonte, das als Rückzugsgebiet bedrohter Tierarten wie Geier, Adler und Mufflons bekannt ist. Dabei wurden von Eberhard Fohrer nicht nur die meist an der Küste liegenden touristischen Highlights ausführlich beschrieben, der Leser findet auch Hintergrundinfos für Ausflüge und längere Aufenthalte im Inselinneren.

Am Himmel ziehen sich inzwischen wieder bedrohlich wirkende Wolken zusammen. Zeit, unsere Wanderung fortzusetzen. Der Weg führt uns nach links (den Weg geradeaus ignoriert ihr) einen Bergrücken nach oben. Schon bald erreichen wir den Grat auf etwa 250 Metern Höhe. Hier führt der Weg über größere Felsen, Probleme macht das aber nicht. Durch die üppige Vegetation erhaschen wir nur selten einen Blick in das Nachbartal. Der Weg führt uns dann recht steil wieder zurück nach unten. Am Ende der Tour gibt es sogar ein Wildgehege – von den sardischen Hirschen ist aber weit und breit nichts zu sehen.

Oase-Monte-Arcosu-8 Oase-Monte-Arcosu-7

Uns zieht es weiter zur Küste. Wir steuern die Ruinen von Nora (GPS: N 38 59.175, E 9 00.946 – Google Maps) an. An der Kasse machen wir aber kehrt. Wir sollen 5,50 Euro pro Person zahlen – dabei ist die Ruinenstadt nicht einmal besonders spektakulär. Da haben wir auf Sizilien schon ganz andere historische Städte gesehen – etwa im Tal der Tempel.

Werbung

nora

Wir wollen noch ein wenig am Strand chillen – bis zum Sonnenuntergang haben wir ja noch jede Menge Zeit. Es gibt auch in Nora einen tollen Strand, bei Google Earth hatte ich aber weiter westlich einen wahren Südseestrand entdeckt. Nichts wie los. Unsere Fahrt endet allerdings in Teulada. Dass in die Bucht von Porto Scudo (GPS N 38 54.773, E 8 39.887 – Google Maps) und Porto Zafferano (GPS: N 38 53.848, E 8 39.143 – Google Maps) keine Straße führt, hatte ich nicht bedacht. Und auf sieben Kilometer Luftlinie wandern ist uns heute nicht zumute.

Zum Sonnenuntergang verschlägt es uns auf die durch eine Brücke mit Sardinien verbundene Insel Sant’Antioco. Ganz im Westen der Insel habe ich bei Google Earth einen Arch im Meer ausgemacht. Leider ist vor Ort nichts ausgeschildert und die Suche wird zu einem Katz- und Mausspiel. Wir irren ewig in der Gegend rum. Ich habe mit die Koordinaten im Vorfeld nicht genau notiert in der Annahme, der Spot wäre leicht zu erreichen. Wir brauchen rund eine Stunde, bis wir eine abgelegene und leider auch völlig verdreckte Bucht erreichen – aber weit und breit ist kein Arch zu sehen. Ich steige noch einmal etwas auf und siehe da, wir haben den Arch gefunden. Leider sind wir schon etwas spät und die Mücken kriechen auch schon aus ihren Löchern. Der Rückweg zur Straße ist wesentlich einfacher zu finden. Wir haben einfach an einer völlig falschen Stelle geparkt. Wer die Grotta delle Sirene besuchen will, parkt genau hier (GPS: N 38 58.995, E 8 24.499). Den Arch beziehungsweise die Höhle sieht man wohl am besten von diesem Standpunkt (GPS: N 38 58.422, E 8 24.235) aus.

Kamerasetting-am-Meer Grotta-delle-Sirene

Die vielleicht beste Pizza auf Sardinien

In Sant’Antioco machen wir Halt bei der erstbesten Pizzeria. Rino Tuttepizza (Google Maps) gibt es seit 1959, ist absolut spartanisch eingerichtet und die Pizzen werden von zwei alten Damen zubereitet. Hier sind fast nur Einhemische zum Essen, ein gutes Zeichen. Was wir für wenig Geld serviert bekommen, sprengt unsere Geschmacksnerven. Wer in der Gegend ist, kommt nicht daran vorbei, das kleine Lokal zu besuchen! Mit vollgeschlagenem Magen geht es an die Rückfahrt. Bis wir zuhause ankommen, habe ich sechs Espresso intus.

rino-tuttepizze

Tourdaten Oase Monte Arcosu:

Datum: September 2015
Gesamtweglänge: 5,3 Kilometer
Höhenmeter: 240 Meter
Reine Gehzeit: 2:00 Stunden

Die GPS-Daten als Download

Anzeige – Der Wanderführer zur Region
Sardinien: Die schönsten Küsten- und Bergwanderungen. 70 Touren. Mit GPS-Daten
Von Walter Iwersen, Elisabeth van de Wetering
Preis: EUR 14,90
48 neu von EUR 14,908 gebraucht von EUR 6,80
Die schönsten Küsten- und Bergwanderungen. 70 Touren. Mit GPS-Daten
Broschiertes Buch
Steil türmt sich die zerklüftete Küste auf, bizarr geformt sind die Granitberge und alles ist umgeben vom türkisfarbenen Meer - Wandern durch die paradiesisch wilden Szenerien auf Sardinien ist pures Vergnügen. Der Rother Wanderführer "Sardinien" wurde für die vorliegende 9. Auflage auf üppige 70 Routen erweitert und bietet dem Wanderer damit ein umfangreiches Spektrum reizvoller Küsten- und Bergwanderungen.
Die Auswahl umfasst leichte, mittelschwere und anspruchsvolle Touren, von romantischen Strandspaziergängen bis zu kühnen Gipfelbesteigungen. Viele Wanderungen verlaufen abwechslungsreich auf alten Hirtenpfaden und Köhlerwegen durch einsame, archaische Landschaften, in denen Schaf- und Ziegenherden grasen oder halbwilde Schweine, Esel und Pferde anzutreffen sind.
Die Touren werden jeweils mit einer Kurzinfo mit allen wichtigen Angaben, einer zuverlässigen Wegbeschreibung, einem Kartenausschnitt mit eingezeichnetem Routenverlauf und einem aussagekräftigen Höhenprofil vorgestellt. Für jede Tour stehen GPS-Daten zum Download zur Verfügung. Atemberaubende Fotos wecken bereits daheim die Vorfreude auf den Wanderurlaub.
Die Autoren Walter Iwersen und Elisabeth van de Wetering sind seit vielen Jahren begeisterte Sardinien-Reisende, die alle Ecken der Insel hervorragend kennen. Sie haben bereits mehrere Wanderführer aus dem Bergverlag Rother verfasst.

Hier kommst du zum nächsten Tag unserer Sardinien-Reise

 

 

Deine Meinung ist uns wichtig

Du warst auch schon in der Oase Arcoso auf Sardinien? Wie hat dir die Wanderung gefallen? Hinterlass doch einen kurzen Kommentar – wir freuen uns 🙂

Newsletter abonnieren & gewinnen

Begleite uns auf unseren Abenteuern rund um die Welt

Du willst nie mehr die spannendsten Reportagen und die besten Tipps rund ums Thema Fotografie verpassen? Dann melde dich zu unserem Newsletter an und hab jeden Monat die Chance, unser eBook “101 Fotografien und die Geschichte dahinter” zu gewinnen.

 

Wie hat dir dieser Artikel gefallen? Vielleicht waren es ja sogar 5 Sterne – wir würden uns sehr freuen 🙂

0 replies

Leave a Reply

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *