Schneeschuhwanderung zum Galgenstangenkopf (1806m)

Der Galgenstangenkopf im schönsten Winterkleid

Die Wanderung zum Galgenstangenkopf führt über einsame Steige

Die Gegend rund um den Galgenstangenkopf gehört zu den einsamsten Regionen im Karwendel – völlig zu Unrecht. Für Markus vom Outdoor-Blog.org, Berghund Leon und mich schreit das förmlich nach einer Wanderung. Pünktlich um acht Uhr starten wir in München in Richtung Sylvensteinstausee. Von hier sind es nur noch ein paar Minuten bis zum Ziel. Gegen halb zehn stehen wir am Wanderparkplatz zwischen Vorderriß und Hinterriss (GPS: N 47 32.024, E 11 26.514 – Google Maps). Es ist angenehm warm, obwohl es die Sonne nicht durch die dicke Dunstglocke schafft. Schnell die Wanderschuhe festgezurrt und los gehts.

Der Frühling kommt in den Alpen

Der Frühling kommt in den Alpen

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Wir folgen der Straße für etwa 700 Meter nach Süden und biegen auf dem zweiten Feldweg rechts in Richtung des Rissbach-Flussbetts ab. Wir passieren eine mit Holz beplankte Brücke und wandern noch eine ganze Weile auf dem breiten Fahrtweg. Das ist der unspannende Teil der Wanderung zum Galgenstangenkopf – doch das wird sich bald ändern. Nach rund 1,4 Kilometern gabelt sich der Fahrtweg – wir halten uns rechts. Nach weiteren fünf Minuten erreichen wir rechterhand die nicht bewirtschaftete Paindlalm. Ein “Betreten verboten”-Schild macht unmissverständlich klar, dass wir uns hier besser links halten.

Brücke über den Rißbach

Brücke über den Rißbach

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Der breite Fahrtweg geht jetzt bald in einen Karrenweg über, der in Richtung Fereinalm verläuft. Ab hier fühlen wir uns so richtig wohl und endlich gibt es die ersten schönen Blicke auf die umliegenden Gipfel. Nach einem Kilometer gabelt sich der Weg erneut. Geradeaus geht es in Richtung Fereinalm – wir biegen aber scharf rechts ab in Richtung Galgenstangenjoch. Haltet die Augen auf, die Wegweiser kann man leicht übersehen. Von nun an seid ihr auf eure Färtenleserfähigkeiten angewiesen. Schilder sucht man ab diesem Zeitpunkt vergebens. Es gilt einfach, den Steig nicht aus den Augen zu lassen. Wenn kein Schnee liegt, dürfte das nicht weiter schwierig sein. Ab 1400 Metern treffen wir aber auf die ersten Schneefelder. Durch die ersten kämpfen wir uns noch wacker, dann ist es aber höchte Zeit, die Schneeschuhe anzuschnallen.

Wegweiser zum Galgenstangenjoch

Wegweiser zum Galgenstangenjoch

Aufstieg zum Galgenstangenkopf

Aufstieg zum Galgenstangenkopf

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Markus checkt die Lage

Markus checkt die Lage

Ab 1400 Metern beginnt der Schnee

Ab 1400 Metern beginnt der Schnee

Immer wieder erhaschen wir tolle Fernblicke durch den lichten Wald. Der Steig ist zwar nicht weiter schwierig, an einigen Stellen aber doch etwas ausgesetzt. Hier sollte man besser nicht stolpern! Auf 1464 Metern erreichen wir die Jagdhütten der Grafenherberge. Hier biegen wir scharf rechts ab bis auf eine kleine Lichtung, von wo aus es wieder nach links führt. Der Weg ist unter dem hohen Schnee nicht mehr auszumachen – nur ab und an an schneefreien Stellen erkennen wir, ob wir noch richtig sind. Wir müssen uns von nun an ganz auf unser GPS verlassen, um dem Weg halbwegs folgen zu können. Das klappt leider nicht immer. An einigen Stellen müssen wir uns wieder mühsam zurück zum Weg kämpfen. Trotz des Schnees ist es besser, einigermaßen dem Steig zu folgen, da einem einfach keine Bäume und Latschen in die Quere kommen.

Jagdhütten der Grafenherberge

Jagdhütten der Grafenherberge

An den Jagdhütten der Grafenherberge gibt es diese Wasserquelle

An den Jagdhütten der Grafenherberge gibt es diese Wasserquelle

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Der Aufstieg ist inzwischen extrem mühsam. Durch die milden Temperaturen ist der Schnee sehr weich und rutschig. Auch mit den Schneeschuhen brechen wir immer wieder knietief ein oder rutschen auf den steilen Passagen ab. Nur Berghund Leon scheint das alles nichts auszumachen. Während wir wieder einmal eine steile Passage meistern müssen oder nach dem Weg Ausschau halten, will uns Leon durch lautes Gebell immer wieder antreiben. Und das kommt oft vor. Wir verlieren den Weg immer wieder und finden uns inmitten der Latschen wider.

Endlich erreichen wir den Berggrat. Unser ursprüngliches Ziel für heute, die Bayerkarspitze, liegt noch in weiter Ferne. Von unserem Standpunkt aus würden wir bei diesen Schneeverhältnissen wohl mindestens drei weitere Stunden benötigen. Wir wollen aber zumindest auf den Galgenstangenkopf-Gipfel, der immerhin schon in Sichtweite liegt. Oder brechen wir hier ab? Immerhin stehen wir schon auf einem namenlosen Gipfel, den wir schließlich Hungergipfel (1.662m) nennen. Inzwischen knurrt nämlich nicht nur Leon, sondern auch der Magen. Eine Bergtour ohne echten Gipfel? Das ist aber auch nichts – und so machen wir uns über das Grat auf in Richtung Galgenstangenkopf. Vom Grat haben wir einen wahnsinnig schönen Blick ins Rißtal und auf den gegenüberliegenden Vorderskopf. Auch der Walchensee – der unter einer dichten Nebeldecke liegt – zeigt sich ab und an.

Blick auf den Galgenstangenkopf

Blick auf den Galgenstangenkopf

Die letzten hundert Höhenmeter auf dem schmalen Grat brennen noch einmal richtig in den Beinen. Und dann haben wir es endlich geschafft – wir stehen auf dem Gipfel des Galgenstangenkopfs. Ein Gipfelkreuz sucht man hier leider vergebens, dafür entschädigt die tolle Aussicht. Inzwischen kommt auch ein wenig die Sonne raus. Jetzt ist es höchste Zeit für unsere Brotzeit. Käsebrot, gekochte Eier und Oliven stehen auf dem Speiseplan. Da weiß man, wofür man diese ganzen Strapazen auf sich nimmt.

Die letzten Meter zum Galgenstangenkopf

Die letzten Meter zum Galgenstangenkopf

Blick vom Galgenstangenkopf in Richtung Bayerkarspitze

Blick vom Galgenstangenkopf in Richtung Bayerkarspitze

Wir verweile eine ganze Weile auf dem Gipfel, lassen noch unsere Drohne ein paar Kreise drehen und kehren schließlich um. Der Abstieg ist noch einmal extrem kraftraubend. Immer wieder brechen wir mit den Schneeschuhen ein oder rutschen weg. Am späten Nachmittag erreichen wir den Parkplatz. Bis zur Bayerkarspitze haben wir es heute nicht geschafft – die Tour lohnt sich auch auch so.

Das Wandervideo zur Tour

Tourdaten Galgenstangenkopf

Datum: April 2016
Gesamtweglänge: 16,0 Kilometer
Höhenmeter: 960 Meter
Reine Gehzeit (mit Schneeschuhen; ohne Spur): 7:00 Stunden – im Sommer deutlich kürzer

Die GPS-Daten als Download

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Fazit

Die Wanderung auf den Galgenstangenkopf ist im Winter durchaus anspruchsvoll und kraftraubend – auch, weil die Wegfindung im Schnee schwierig ist. Im Sommer ist das ganze eher eine leichte Tour, die man bis zur Bayerkarspitze oder sogar bis zur Krapfenkarspitze ausweiten kann. Von der Krapfenkarspitze aus ist es auch möglich, die Wanderung als Rundtour zu gehen. Die Steige zum Galgenstangenkopf sind schmal, aber recht problemlos zu gehen. Schilder sind allerdings Mangelware. Das führt wohl auch dazu, dass die Tour nur von wenigen gegangen wird. Dabei ist die Wanderung landschaftlich wirklich wunderschön und noch ein echter Geheimtipp.

Nützliche Links

  • Wanderparkplatz zwischen Vorderriß und Hinterriss (GPS: N 47 32.024, E 11 26.514 – Google Maps)

 

 

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