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Schottland: Die „Harry Potter“-Brücke Glenfinnan Viadukt

Beim Blick aus dem Fenster verschlägt es uns den Atem. Ein Tal, umgeben von schroffen Bergen, in dem dichter Nebel schwabbert und der nur ab und an einen Blick auf die Umgebung eröffnet. So stellt man sich die schottischen Highlands vor. Wir haben heute Nacht auf der Straße zum Parkplatz des Ben Nevis übernachtet. Hier muss früher etwas schreckliches passiert sein.

Aktualisiert am 03.03.2022

Der Glenfinnan Viadukt im Nebel

Harry Potter lässt grüßen

Normalerweise kann ich mich nur selten an Träume erinnern – und wenn, dann nur schemenhaft. Diese Nacht war das anders. Ich war inmitten einer Gruselgeschichte. Ein älteres Hexer-Pärchen hatte versucht, uns umzubringen. Jetzt wird’s aber wirklich schaurig: Auch Biggi hatte einen Albtraum, in dem ein Mörder uns ebenfalls an den Kragen wollte. Ich bin alles andere als abergläubisch – aber vielleicht gibt es doch Dinge zwischen Himmel und Erde, die nicht in unser Weltbild passen. Nicht umsonst ist Schottland die Heimat vieler schauriger Sagen.

Das Tal Glen Nevis

Nebel im Tal Glen Nevis
Das Tal Glen Nevis im Morgengrauen. Die kleinen weißen Punkte sind übrigens Schafe – von denen gibt es ja einige in Schottland

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Wanderung am Fuße des Ben Nevis

Der Ben Nevis steht eigentlich auf unserer To-do-Liste. Das schlechte Wetter hält uns aber davon ab, die rund .. Kilometer lange Wanderung auf den mit 1345 Meter höchsten Berg Schottlands zu unternehmen. Wir wurden im Vorfeld von Freunden gewarnt, die Tour wirklich nur bei guten Bedingungen anzugehen. Wir fahren ein Stück in das Tal Glen Nevis hinein. An einem großem Parkplatz vor einer Brücke wechseln wir unseren fahrbaren Untersatz gegen die Wanderschuhe. Ein Wanderweg führt am Fluss entlang zur 1,6 Kilometer entfernten Paddy’s Bridge. Es regnet wie aus Kübeln – trotzdem genießen wir diese Tour. Wir sind ganz alleine in dieser atemberaubenden Landschaft. Die frische Luft ist eine Wohltat und wie könnte man besser abschalten als bei einer Wanderung in solch einer tollen Umgebung.

Wasserfall
Hier an diesem Wasserfall beginnt die kurze Wanderung zu Paddy’s Bridge
Flussufer Glen Nevis
Anfangs führt der Wanderweg am Flussufer entlang
Glen Nevis
Es regnet und die Sicht ist schlecht – aber gerade das macht die kurze Wanderung auch zu einem kleinen Abenteuer
Waldweg
Wir wandern durch einen mystischen Wald. Hier ist alles moosbewachsen

Der Weg zieht einige Meter an und eröffnen einen traumhaften Rundumblick auf die Berge und das Tal. Paddy’s Bridge erreichen wir nach 45 Minuten. Der Fluss rauscht hier in imposanten Stromschnellen in die Tiefe. Für den Rückweg wählen wir den Fahrweg, der laut Ausschilderung nicht für Camper geeignet ist. Zur Hochsaison ist das richtig. Wenn allerdings kaum etwas los ist, kann man die enge Piste auch problemlos mit dem Camper befahren.

Paddy's Bridge
Wir erreichen die Brücke Paddy’s Bridge
Stromschnellen Glen Nevis
Paddy’s Bridge führt über diese imposanten Stromschnellen
Berge Glen Nevis
Wir wandern über die Straße zurück. Die Landschaft bleibt atemberaubend schön
Nebelschwade Glen Nevis
Den Nebel werden wir heute nicht mehr los

Die „Harry Potter“-Brücke Glenfinnan Viadukt

Unsere Reise führt uns weiter gen Westen nach Glenfinnan. Bekannt ist der kleine Ort in den schottischen Highlands wegen der „Harry Potter“-Filme – doch dazu später mehr. Es regnet immer noch und wir schlüpfen wieder in unsere klammen Regenklamotten. Direkt am Visitor Center von Glenfinnan führt ein Weg durch einen verwunschenen Zauberwald. Die Bäume sind moosbewachsen und der Blick auf Loch Shiel ist trotz des dichten Nebels umwerfend. An einer Abzweigung biegen wir links ab. Es geht einige Höhenmeter nach oben. Die Sicht von dem Hügel ist überwältigend.

Glenfinnan Wanderweg
In Glenfinnan beginnt dieser neu angelegte Wanderweg
moosbewachsener Baum
Ein moosbewachsener Baum
Brücke Loch Shiel
Diese Brücke führt uns trockenen Fußes über Loch Shiel
Baum im Nebel
Ein Baum im Nebel – so stellt man sich Schottland vor
Loch Shiel
Der See Loch Shiel

Das absolute Highlight ist aber der Glenfinnan Viadukt. Die 380 Meter lange Brücke mit ihren imposanten Steinbögen wurde 1901 eingeweiht. Damals dachte wohl niemand daran, dass eines Tages ganze Menschenmassen nur wegen des Viadukts in Reisebussen angekarrt werden. Zu Weltruhm brachte es der Glenfinnan Viadukt nicht nur wegen seiner einmaligen Schönheit, sondern vor allem wegen der Harry Potter Filme, in denen die Brücke immer wieder vorkommt. Die Bilder, wenn der Hogwart-Express über den Glenfinnan Viadukt brettert, sind unvergessen. Noch heute rauscht der Zug über den Viadukt, nämlich auf der Strecke von Fort William nach Mallaig. Ein besonderes Highlight aber ist der berühmte Jakobite Steam Train. Wenn die Dampflok über die Brücke schnaubt, stehen unzählige Schaulustige oberhab der Brücke, um das Spektakel zu verfolgen. Natürlich kannst du auch mit dem Dampfeisenbahn fahren. Die Abfahrtszeiten findest du auf der Seite der Betreibergesellschaft. Hier kannst du auch die Fahrkarten online kaufen.

Drohnen-Verbotsschild
Ein Drohnen-Verbotsschild auf dem Weg zum Glenfinnan Viadukt
Glenfinnan Viadukt
Nach ein paar Minunten auf einer Straße errichen wir schon das Glenfinnan Viadukt, bekannt aus den „Harry Potter“-Filmen
Glenfinnan Viadukt
Wir folgen hinter dem Viadukt dem Wanderweg und erhaschen diesen tollen Blick

Prince’s Cairn

Der Sonnenuntergang fällt leider wieder ins Wasser. Wir entscheiden spontan, an die Küste zu fahren. Vom Glenfinnan Viadukt sind es nur rund 20 Kilometer bis ans Meer. Direkt bei Prince’s Cairn am Loch nan Uamh finden einen Stellplatz für unser Wohnmobil. Das ist übrigens der Platz, an dem der lange im Exil lebende Prinz Charles Edward Stuart 1746 aus Schottland floh. Ein Jahr zuvor war Stuart mit einem Dutzend Männern in Schottland gelandet und eroberte mit Unterstützung einiger schottischer Clans sogar Edinburgh. Es war der Zweite Jakobitenaufshand. Stuarts Sieg war allerdings nur von kurzer Dauer, aber immerhin gelang ihm die Flucht. 1788 starb Stuart in seiner Geburtsstadt Rom.

Wir sind gespannt, was uns am Morgen erwartet. In der Nacht hören wir Eulen und andere Vögel. Sie sind ganz in der Nähe, aber so gut versteckt, dass wir sie im Dickicht nicht entdecken. Überhaupt ist das die dunkelste Nacht, die ich wohl je erlebt habe. Ohne Taschenlampe sieht man die Hand vor Augen nicht. Durch die dicken Wolken am Himmel und durch die fehlenden Ortschaften fällt auf dieses Stück Erde in dieser Nacht kein Funken Licht.

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4 Kommentare

  • - Hubert

    Muss gerade gewaltig grinsen – gutes Wetter scheint an der Brücke echt selten zu sein, wir standen im strömenden Regen davor vor vier Jahren ;)

    Und jetzt hab ich wieder Lust auf Schottland. Sollte das vielleicht für meinen 45. Geburtstag nächstes Jahr wieder planen :))

    Schöne Bilder habt ihr mitgebracht!

    • - Florian Westermann

      Hi Hubert,

      ja, der Regen gehört einfach dazu. Aber hey, es gibt ja kein schlechtes Wetter, nur schlechte Klamotten ggg

      Mal sehen, ob wir es dieses Jahr noch einmal nach Schottland schaffen, wäre schon toll

      Viele Grüße
      Florian

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