Shanghai an einem Tag erleben: die Top-Sehenswürdigkeiten

Kurztrip nach Shanghai

Shanghai im Schnelldurchlauf

Mit der Lufthansa ging es von Frankfurt in knapp zehn Stunden in die chinesische Millionenmetropole Shanghai. Meine Vorstellung: Das totale Chaos, Smog und Gedränge. Aber dann kommt doch alles anders. Leider blieb mir nicht viel Zeit, Shanghai zu erkunden. Trotzdem habe ich in wenigen Stunden so viel von der Stadt gesehen, wie viele andere wohl in mehreren Tagen. Dieser Artikel richtet sich also an alle, die nur einen Tag in Shanghai haben, etwa weil sie danach weiter nach Australien oder Neuseeland fliegen. Man kann wirklich in wenigen Stunden einen tollen Eindruck dieser pulsierenden Metropole bekommen.

Der erste Eindruck

Am Shanghai Pudong International Airport geht alles zügig voran. Im Flugzeug muss man ein Einreiseformular ausfüllen mit Angaben wie Name, Geburtstag, Passnummer, Visum-Nummer, Ausstellungsland und Adresse in Shanghai bzw. in China. Nehmt daher besser einen Kugelschreiber mit in den Flieger. Bei der Einreise wird das Visum ganz genau begutachtet und ihr bekommt einen Abriss. Diesen bitte nicht verlieren und am besten im Pass aufbewahren – bei der Ausreise werdet ihr dieses Stück Papier wieder brauchen. (Stand: April 2017)

Vom Flughafen Pudong in Shanghais Innenstadt benötigt man mit dem Auto je nach Verkehrslage eine Dreiviertelstunde bis zu zwei Stunden. Mit dem Taxi kostet die Fahrt etwa 200 Yuan. Sorgen, dass der Taxifahrer extra Umwege fährt, muss man nicht haben. Allerdings solltet ihr euch die Adresse eures Hotels schon vor der Abreise als chinesische Schriftzeichen geben lassen. Mit Englisch kommt man auch in Shanghai nur schwer weiter und lateinische Schriftzeichen wie bei uns sind für viele Chinesen ein Buch mit sieben Siegeln. Eine Alternative ist die U-Bahn-Linie 2 (hier geht’s zu meinem U-Bahn-Guide für Shanghai), die eine gute Stunde in die Innenstadt benötigt, oder der Transrapid (Maglev), der in acht Minuten die Endstation Longyang Road erreicht und 50 Yuan kostet. In der Longyang Road kann man in die Metrolinien 2 und 7 umsteigen.

Mit dem Auto geht es über die Autobahn in die Innenstadt. Von Tempolimits und Abstand halten die Chinesen nicht viel, das wird sofort klar. Die Autobahn windet sich an scheinbar unendlichen Hochhaussiedlungen vorbei. Grau in grau dominiert und der Himmel ist vom Dunst und Smog dunkel gefärbt. Die Sonne ist am Himmel zu erkennen, richtig zum Vorschein kommt sie aber nicht.

Die Autobahn zieht sich auf Stelzen durch die ganze Stadt. Irgendwann biegt der Fahrer ab und stürzt uns ins Getümmel auf Shanghais Straßen. Wie der Verkehr eigentlich so reibungslos funktioniert, wird mir nicht so richtig klar. Verkehrspolizisten stehen wild gestikulierend auf den Straßen und versuchen, etwas Ordnung ins Chaos zu bringen. Nein, ganz so schlimm wie es sich anhört, ist es nicht. Dass hier das Recht des Stärkeren gilt, ist offensichtlich. Elektrorollerfahrer und Fahrradfahrer scheren sich nicht um Fußgänger und Autofahrer um gar nichts. Als Fußgänger sollte man sich also gehörig umschauen und niemals einer grünen Ampel oder einem Zebrastreifen blind vertrauen.

Zu meiner großen Überraschung ist zumindest die Shanghaier Innenstadt wirklich sauber und viel grüner als erwartet. Straßenbäume und Parks bestimmen das Stadtbild und der Müll wandert tatsächlich fast ausnahmslos in die Mülleimer. Sind diese einmal voll, wird der Abfall schön säuberlich daneben gestapelt. Tartanbahnen durchziehen die vielen Grünanlagen und die Shanghaier nutzen diese auch kräftig.

Tartanbahn

Eine Tartanbahn in einer der vielen Parks in der Stadt

Neben Hochhäusern gibt es auch noch viele alte Straßenzüge, in denen Wäscheleinen die Straße überspannen und rostige Fahrräder und Roller stehen. Bewacht werden diese kleinen Mikrokosmen oft von einem Wachmann – der interessiert sich aber in der Regel eher für sein Smartphone als für mich. Ich werde bei meinen kleinen Ausflügen ins alte Shanghai weder misstrauisch beäugt noch angesprochen. Was auch auffällt sind die vielen Miet-Fahrräder in der Stadt. Und Automaten, an denen man frisches Gemüse kaufen kann, stechen mir sofort in Auge.

Mietfahrräder

Miet-Fahrräder sind in der Stadt allgegenwärtig

Höllisch aufpassen muss man auf die vielen Elektroroller, die aus dem Nichts angeschossen kommen. Insgesamt ist Shanghai auf den ersten Blick doch sehr viel ruhiger und entspannter als angenommen. Kriminalität ist in Shanghai auch eher ein Fremdwort. Auf der Straße überfallen zu werden ist eher unwahrscheinlich. Zum einen passt das kaum zum Gemüt der Shanghaier. Zum anderen wimmelt es in der Stadt nur so von Sicherheitskräften und Überwachungskameras. Anders als etwa in den USA treten Militär und Polizei aber alles andere als martialisch auf. Das Gros der Polizisten kommt ohne Schusswaffe aus – zumindest kann ich keine sichtbaren Waffen erkennen und auch die Soldaten stehen stramm in Uniform und unbewaffnet herum. Ich gehe aber davon aus, dass die chinesischen Sicherheitskräfte im Nahkampf sehr gut ausgebildet sind. Also besser im Flow bleiben und nicht über Rasenflächen trampeln, die oft für Fußgänger gesperrt sind.

People‘s Square

Ich starte meine Sightseeing-Tour am People‘s Square, dem kulturellen und politischen Zentrum von Shanghai. Um Shanghai zu erkunden, empfehle ich ganz klar die U-Bahn. Zu erreichen ist der People‘s Square mit den U-Bahn-Linien 1,2 und 8. Ein Rundgang durch den riesigen Park inmitten von Shanghai lohnt sich. Man kann den People’s Square durchaus ein wenig mit dem Central Park in New York, dem Tiergarten in Berlin oder dem Englischen Garten in München vergleichen.

Viele Shanghaier nutzen die Mittagspause, um unter den Bäumen und Palmen im Schatten ein Nickerchen zu machen. Zu bewundern gibt es im People’s Square etwa den Xishan Wasserfall, der zu meinem Besuch leider nicht lief. Der Blumengarten erstrahlte dafür in voller Pracht. Nur wenig weiter gibt es sogar ein Areal für Kinder mit Fahrgeschäften wie einer Achterbahn. Der ganze Park ist wirklich wunderbar angelegt und lädt zum Entspannen auf einer der vielen schattigen Bänke ein. Es muss auch keiner hinter den Baum pinkeln – selbstverständlich gibt es öffentliche und sehr saubere Toiletten, die obendrein auch noch kostenlos sind.

Zur Geschichte des People‘s Square: Vor der Gründung der Volksrepublik China im Jahr 1949 war der People’s Square eine Pferderennbahn. Glücksspiel und Perdewetten wurden im neuen China aber verboten und so wurde aus der Pferderennbahn der People‘s Square.

People's Square Hochhäuser

Der People’s Square erinnert mit den umliegenden Hochhäusern an den Central Park in New York, ist aber bei weitem nicht so groß

Teich im People's Square

Ein See und Teiche laden zum Entspannen ein zwischen den Hochhäusern ein

Kung Fu

Kung Fu im People’s Square

Weg im People's Square

Die Anlage ist extrem gepflegt und bunte Blumen blühen überall

 

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South Yunnan Road

Vom People‘s Square ist es nicht sehr weit bis zur South Yunnan Road. Wer das ursprüngliche Flair Shanghais erleben will, ist hier genau richtig. In der South Yunnan Road liegt ein kleines Ladenlokal neben dem anderen. In den Schaufenstern hängen gebackene Enten und in kleinen Straßenküchen werden allerlei Fleischgerichte zubereitet. Vegetarier haben es in der South Yunnan Road aber schwer, zumal man den Verkäufern in der Regel nicht klarmachen kann, dass man kein Fleisch möchte. Zum Schlendern ist die South Yunnan Road aber definitiv einen Abstecher wert.

Imbiss in der South Yunnan Road

In der South Yunnan Road liegen Imbiss an Imbiss

Gebacken Enten im Schaufenster

Gebackene Enten im Schaufenster – so stellt man sich China eigentlich vor

Krabben und Hummer

Meerestiere werden natürlich auch frisch serviert

Stand in der South Yunnan Road

An kleinen Ständen wie diesen gibt es vorwiegend Fleisch zu essen

Geschäft in der South Yunnan Road

Hier gibt es Shakes

Die Produktfälscher rund um den Yu-Garten

Mein nächstes Ziel ist der Yu-Garten – eine der Top-Sehenswürdigkeiten in Shanghai. Schon in der näheren Umgebung ändert sich das Stadtbild. Die Straßen sind zum Teil für den Pkw-Verkehr gesperrt – achtet aber auf die Elektroroller – und Ramschläden bestimmen die Szenerie. Die 10 Yuan-Shops – umgerechnet etwa 1,40 Euro – sind der Hit. Jeder Ladeninhaber will seinen Nachbarn mit grausiger Techno-Mukke aus den 90er-Jahren übertönen, so scheint es. In den Geschäften, wo vieles übrigens mehr als zehn Yuan kostet, gibt es Ramschware vom Feinsten. Wer absolut billiges und unnützes Zeug sucht, etwa um einen unbeliebten Verwandten zu “beschenken”, wird hier garantiert fündig.

10-Yuan-Shops in Shanghai

Einer der vielen 10-Yuan-Shops

Kleine Geschäfte

Rund um den Yu-Garten gibt es jede Menge Ramsch zu kaufen. Aber natürlich gibt es in Shanghai auch viele teure Luxus-Malls

Schlüsselanhänger

Die 10-Yuan-Läden haben sich auf Schlüsselanhänger und anderen Firlefanz spezialisiert

Rund um den Yu-Garten tummeln sich aber auch die Produktfälscher. In den Schaufenstern und kleinen Läden findet man natürlich keine gefälschten Luxus-Taschen. Aber gefühlt an jeder Ecke steht eine zwielichtige Person mit einem Katalog für Handtaschen und teuren Uhren. Ich bin neugierig und folge einem der Verkäufer in eine Lagerhalle. Jetzt wird es richtig spannend. Unten sind kleine Ramschläden und es herrscht ziemlicher Trubel. Ich fahre mit dem kleinen Chinesen mit dem Fahrstuhl in den sechsten Stock. Was auf den versifften Schildern steht – keine Ahnung, es ist alles chinesisch. Jetzt bin ich natürlich nicht naiv und extrem wachsam. Dem Typen mit dem Luxus-Katalog bin ich aber körperlich weit überlegen – doch wer weiß, wer da oben so wartet. Ich habe schon ein komisches Gefühl. Im sechsten Stock angekommen führt mich der kleine Mann immer tiefer in ein Labyrinth aus Gängen. Aber immerhin sind hier noch ein paar andere Lagerräume, in denen hin und wieder jemand zu sehen ist.

Der Verkäufer stoppt an einem dunklen Gang. Er wählt eine Nummer auf dem Smartphone und zeigt mir an, ich solle warten. Ich bin gespannt, was passiert. Im fahlen Licht erscheinen zwei Gestalten – es sind zwei ältere Frauen, die mich ins Fälscherparadies einlassen. Ich lasse die drei vorangehen – man weiß ja nie. Aber sie haben es wirklich nur auf mein Geld abgesehen und nicht etwa auf meine Organe. In dem kleinen fensterlosen Raum lagern hunderte gefälschte Luxustaschen und edle Uhren. Ich zeige Interesse und schaue mich um. Rund 200 Euro soll eine kleine Handtasche. Das ist natürlich die Verhandlungsbasis. Wie weit man den Preis drücken kann, weiß ich nicht. 20 bis 30 Prozent ganz sicher, aber ob auch 50 Prozent oder mehr drin sind, weiß ich nicht.

Für einen Laien wie mich sind die angebotenen Taschen nicht vom Original zu unterscheiden. Lediglich das Echtheitszertifikat in schlechtem Englisch und Deutsch weist eindeutig auf eine Produktfälschung hin. Die Taschen selbst sind aus Leder und wirklich hervorragend verarbeitet. Kein Vergleich zu dem Mist, den man sonst auf Mallorca am Strand angeboten bekommt.

Produktfälschung

Produktfälschungen wie diese gibt es in dem kleinen Lagerraum in Massen

Ich vertröste die drei Händler und gehe meines Weges. Dazu sei aber gesagt: Einmal angebissen wollen die Händler den Fisch, sprich den potenziellen Kunden, nicht mehr so einfach gehen lassen und mancher Händler kann sicher auch aggressiv werden. Der eine oder andere fühlt sich da vielleicht genötigt, etwas zu kaufen – das nur als Hinweis. Mir ist es egal. Wenn es gar nicht anders geht – einfach rennen, das verstehen die dann schon.

Yu-Garten

Ich nähere mich dem Yu-Garten. Und sogleich habe ich wieder einen Gesprächspartner, der Matthäus, Beckenbauer und das Hofbräuhaus kennt. Ich werde den älteren Herren erst im Yu-Garten los – der kostet nämlich 40 Yuan Eintritt. Was der Typ eigentlich von mir wollte, weiß ich nicht. Vielleicht wollte er einfach ein wenig englisch sprechen oder es ging um Frauen – doch dazu weiter unten mehr.

Der Eintritt in den Yu-Garten lohnt sich wirklich. Schön angelegte Wege durchziehen die gesamte Anlage. Immer wieder gibt es große Pavillons im chinesischen Stil zwischen Teichen zu bestaunen. In viele Pavillons kann man auch einen Blick reinwerfen. Der Yu-Garten ist ein riesiges Areal mit unzähligen Verästelungen. Immer, wenn ich denke, jetzt bin ich halbwegs durch, entdecke ich eine neue Abzweigung und ein neues Areal. Ein bis zwei Stunden sollte man mindestens einplanen, um den Yu-Garten halbwegs zu erkunden. Das schöne ist auch, dass es in der Anlage selbst nicht so überlaufen ist wie davor und dass man Ruhe vor den nervigen Verkäufern mit ihren Uhren und Taschen hat.

Pavillon im Yu-Garten

Einer der vielen Pavillons im Yu-Garten

Yu-Garten Pavillon von innen

Man kann auch immer wieder einen Blick in die Pavillons werfen

Pavillon und See im Yu-Garten

Die gesamte Anlage ist in diesem Stil errichtet

Kois im See

In den Gewässern tummeln sich Kois

Pavillon zwischen Bäumen

Immer wieder sind kleine Pavillons zwischen den Bäumen versteckt

Mauer im Yu-Garten

Fotomotive gibt es hier an jeder Ecke

Pavillon im Yu-Garten

Einer der größeren Pavillons

Auf keinen Fall darf man den Exquisite Jade Rock verpassen – das Highlight des Yu-Gartens und einer von drei berühmten Steinen in der südlichen Region des Yangtze-Flusses. Der Jade Rock ist gut drei Meter hoch und hat 72 Löcher. Zündet man ein Räucherstäbchen an, quillt der Rauch aus allen 72 Löchern.

Exquisite Jade Rock

Der Exquisite Jade Rock ist ein Highlight im Yu-Garten

Außerhalb des Bereichs, der Eintritt kostet, stehen weitere Pavillons. Neben Geschäften gibt es hier zahlreiche Restaurants und Imbisse, an denen sich mitunter sehr lange Schlangen bilden. Hier geht es hoch her und die Menschen drängen durch die engen Gassen. Lange hält man das nicht aus.

Shanghai Einkaufsstraße

Vor den Toren des Parks tummeln sich tausende Menschen

Imbiss in Shanghai

Hunger hat hier keine Chance – nur Vegetarier haben es nicht ganz leicht

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Gucheng-Park

Ich bin dann doch froh, diesen Trubel hinter mir zu lassen. Nicht weit entfernt vom Yu-Park liegt der Bund. Der schnellste Weg führt durch den Gucheng-Park. Ein weiteres kleines Highlight in Shanghai. Viele Shanghaier und Touristen sitzen hier auf den Steinen und genießen den Blick auf die Skyline Shanghais. Der Rasen aber ist heilig – Betreten streng verboten. Ganz so entspannt wie in Parks westlicher Städte geht es nicht zu.

Gucheng-Park mit Skyline

Vom Gucheng-Park hat man einen tollen Blick auf die Skyline

Gucheng-Park mit Hinweisschild

Die Anlage ist gepflegt – der Rasen darf leider nicht betreten werden

Der Bund

Der Bund ist die Top-Attraktion in Shanghai. Auf der knapp drei Kilometer langen Uferpromenade wimmelt es nur so vor Menschen. Der Blick auf die Skyline mit dem markanten Oriental Pearl Tower, dem Shanghai World Financial Center und dem Shanghai Tower ist atemberaubend. Leider liegt eine dichte Dunstglocke über der Stadt. Es könnte aber schlimmer sein – die Skyline ist noch immer gut zu sehen. Ich stürze mich wieder ins Getümmel und folge dem Bund nach Norden, während lange Lastschiffe und Sightseeing-Schiffe auf dem Huangpu-Fluss ihre Runden ziehen. Weiter nördlich ist der Blick auf Shanghais Skyline noch beeindruckender. Jetzt stehen Oriental Pearl Tower, Shanghai World Financial Center und Shanghai Tower optisch ganz dicht beieinander. Hier ist auch deutlich mehr los als weiter südlich. Für Sicherheit ist gesorgt: Alle paar hundert Meter stehen Polizeifahrzeuge mit Überwachungskameras und auch auf dem Bund selbst patrouillieren Streifen. Wie bei allen Menschenansammlungen sollte man hier aber ganz besonders auf seine Wertsachen aufpassen.

Menschen auf dem Bund

Der Bund ist das touristische Highlight in Shanghai

Oriental Pearl Tower

Der Blick auf den Oriental Peral Tower und die umliegenden Hochhäuser. Weiter im Norden sieht die Skyline noch beeindruckender aus

Menschen auf dem Bund

Trotz der vielen Menschen geht es recht gelassen zu auf dem Bund

Skyline von Pudong

Hier rücken Oriental Pearl Tower, Shanghai World Financial Center und Shanghai Tower dicht zusammen

Ein paar Minuten später stehe ich am Monument to the People’s Heroes – dem Denkmal für die Helden des Volkes. Hier ist es schon wieder ruhiger. Ich schieße noch ein paar Bilder und laufe zurück.

Monument to the Peoples Heroes

Das Monument to the Peoples Heroes

House of Roosevelt

Meine Reise durch Shanghai ist hier noch lange nicht zu Ende. Auf dem Dach des geschichtsträchtigen House of Roosevelt direkt am Bund befindet sich die Roosevelt Sky Bar, von der aus man einen herrlichen Blick auf den Bund und die Skyline genießt. Lounge-Sessel laden zum Verweilen ein, während man an einem leckeren Cocktail schlürft. Besonders schön ist der Blick am Abend, wenn die Hochhäuser hell erstrahlen. Bei gutem Wetter und chilliger Lounge-Musik wird es hier oben trotz der Preise auf Westniveau brechend voll. Rund 100 Yuan kosten die Cocktails. Von Sozialismus ist Shanghai meilenweit entfernt. Der Ausblick ist es aber wert.

Roosevelt Sky Bar

Die Roosevelt Sky Bar mit Blick auf die Hochhäuser in Pudong

Skyline bei Nacht

Besonders bei Nacht beeindruckt Shanghais Skyline

Nanjing Road

Mein nächstes und letztes Ziel auf meinen Shanghai-Trip ist das Shanghai World Financial Center auf der anderen Seite des Flusses im Stadtteil Pudong. Eine Möglichkeit, den Huangpu-Fluss zu überwinden, ist der Bund Sightseeing Tunnel. Hier bringt euch eine Bahn durch einen Tunnel auf die andere Seite des Flusses. Auf der Fahrt gibt es allerlei Lichteffekte zu bestaunen. Mit 50 Yuan (60 Yuan für Hin- und Rückfahrt) ist die Fahrt aber recht teuer. Ich entscheide mich für die U-Bahn. Die Linie 2 hält einige hundert Meter entfernt in der Nanjing Road, eine der größten Einkaufsstraßen der Welt. Am Abend funkeln hier überdimensionale Werbetafeln an den Hausfassaden und tausende Menschen schieben sich über die Straße. Dabei gibt es immer wieder interessante und kuriose Geschäfte zu entdecken.

Nanjing Road bei Nacht

In der Nanjing Road herrscht reges Treiben

Shanghai World Financial Center

Die Metro bringt mich in wenigen Minuten trockenen Fußes auf die andere Seite des Flusses nach Pudong. Wer mag, macht hier einen Abstecher zum Fernsehturm Oriental Pearl Tower (Metro-Station Lujiazui, Linie 2). Der mit 468 Meter dritthöchste Fernsehturm der Welt hat Aussichtsplattformen in 90, 263 und 342 Metern Höhe. Außerdem gibt es ein Restaurant in 267 Metern Höhe. Den Eintritt für die Fahrt nach oben kann man aber auch anders anlegen – nämlich in der 100 Century Avenue Bar im Shanghai World Financial Center. Man erreicht den auffälligen Turm, der mit dem Loch an der Spitze an einen Flaschenöffner erinnert, in wenigen Minuten zu Fuß von Norden von der Metro-Station Lujiazui (Linie 2) oder von Süden von den Metro-Stationen Dongchang Road (Linie 2) oder Shangcheng Road (Linie 9). Mit der Metro-Linie 4 fährt man bis zur Pudong Avenue im Osten.

Der Blick wandert unweigerlich nach oben. Mit 492 Metern ist das Shanghai World Financial Center schon beeindruckend. Der Shanghai Tower direkt daneben bringt es sogar auf eine Höhe von 632 Metern – das ist noch einmal eine andere Hausnummer. Beide Türme nebeneinander sind absolut beeindruckend.

Shanghai Tower und Shanghai World Financial Center

Der Shanghai Tower (links) und das Shanghai World Financial Center (rechts) ragen in den nächtlichen Himmel

Shanghai World Financial Center

Am Fuße des riesigen Shanghai World Financial Centers

Im 93. Stock betrete ich die super stylische 100 Century Avenue Bar. Die leider sehr teuren Cocktails (ca. 100 Yuan) sind lecker und der DJ legt fantastische Partymusik auf. Der Blick auf Shanghai aus dieser Höhe ist toll. Durch die doppelte Verglasung und Verstrebung ist das aber nicht mit der Aussichtsplattform zu vergleichen, die es hier im Shanghai World Financial Center natürlich auch gibt. Ein Stockwerk unter der 100 Century Avenue Bar befindet sich auch ein Restaurant. Hier versperrt nur eine Scheibe den Blick auf die Skyline. Der Zutritt zu Bar und Restaurant erfolgt übrigens über das Hyatt-Hotel. Nicht wundern, die Lobby des Hyatt befindet sich in der 87. Etage. Einfach den Express-Fahrstuhl nehmen, der euch in 51 Sekunden in die Lobby katapultiert. Der Druck auf den Ohren ist da ganz normal.

100 Century Avenue Bar

In der 100 Century Avenue Bar herrscht beste Stimmung

Hier in der 100 Century Avenue Bar endet meine Shanghai-Reise. Leider viel zu früh, da die letzte U-Bahn der Linie 2 auf die andere Seite des Flusses gegen 23 Uhr fährt (je nach Haltestelle) und der Bund Sightseeing Tunnel schon um 22 Uhr dicht macht. Aber natürlich kann man sich auch ein Taxi nehmen und hoffen, der Fahrer bringt einen auf die andere Seite (natürlich vorausgesetzt, man hat dort sein Hotel und nicht in Pudong).

Noch eine Sache: Sex in Shanghai

Der eine oder andere will sicher auch wissen: Wie ist das eigentlich mit schnellem Sex in Shanghai? Eigentlich ein Thema, das ich hier nicht so regelmäßig behandele. Da Shanghai aber so anders ist, berichte ich auch darüber. Nach ein paar Stunden in der Stadt kann ich dazu schon einige tiefergehende Informationen geben.

Prostitution ist in China eigentlich verboten. Das älteste Gewerbe der Welt auszusperren gelingt aber nicht einmal den Chinesen. Auf meinem Trip durch Shanghai haben mich immer wieder Typen angequatscht, ob ich nicht eine kleine Massage – genauer gesagt eine Sex-Massage, buchen möchte. Ob mit Mann oder Frau, alles kein Problem. Mit einem der Anbieter habe ich mich recht ausführlich unterhalten, was wirklich witzig und sehr aufschlussreich war. 100 Yuan kostet Sex-Massage oder Blowjob, 300 Yuan, wer richtigen Sex haben will. Als ich sein Angebot das fünfte Mal ausschlug, bot er mir sofort einen Rabatt an.

Das ist aber nicht die einzige Methode, um an schnellen Sex in Shanghai zu kommen – oder zumindest, um Frauen kennenzulernen. Auf dem Bund und in der Nanjing Road wurde ich von mehreren, sehr hübschen, aber völlig unscheinbaren Frauen, angesprochen. Ob das alles Prostituierte waren, wage ich zu bezweifeln. Ein guter Freund hat die Erfahrung gemacht, dass westliche Männer in Teilen Asiens als Statussymbol gelten – also warum nicht einfach mal anquatschen. In Zeiten von Tinder und Co. ist das bei uns ja inzwischen völlig ungewohnt. Übrigens: Hinter einem Friseur-Salon in Shanghai verbirgt sich nicht immer ein Friseur.

Und sorry Ladies: ich bin leider nicht mit Perücke und High-Heels durch Shanghai gelaufen, um zu testen, wie es andersrum läuft. Da die Chinesen aber eher zurückhaltend sind, vermute ich, euch werden eher Handtaschen angeboten und keine Männer. Wer einschlägige Erfahrungen gemacht hat, kann sich gerne melden.

Am Shanghai Pudong International Airport

Die Sicherheitsmaßnahmen am Shanghai Pudong International Airport sind zu vergleichen mit denen in Deutschland. An jedem Zugang ins Flughafengebäude gibt es den ersten Sicherheitscheck mit Sprengstofftest und Scan des Gepäcks. An den Countern wird das aufzugebende Gepäck sofort gescannt – bei einem Verdacht auf etwas Illegales ist der Koffer zu öffnen. Bevor es in den Flieger geht, gibt es eine weitere Kontrolle, die recht gründlich erfolgt. Die chinesischen Sicherheitsleute haben offenbar einen ganz speziellen Fokus auf Akkus. Mehr als zwei Ersatzakkus sind im Handgepäck nicht erlaubt (im aufzugebenden Gepäck sind sie ganz verboten). Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sogar die Kapazität der Akkus gecheckt wird.

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Fazit

Shanghai ist eine extrem spannende Stadt, die es zu besuchen lohnt – selbst für einen Tag. Das absolute Highlight ist natürlich der Bund – hier muss man einfach gewesen sein. Übernachtet habe ich übrigens im Jing An Shangri-La. Das Fünf-Sterne-Hotel ist der absolute Wahnsinn und liegt sehr nah an der U-Bahn, zu der ich hier einen umfassenden Bericht geschrieben habe. Leider ist das Jing An Shangri-La nicht ganz günstig – diesen Luxus kann man sich aber durchaus einmal gönnen.

 

 

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4 replies
  1. Konstantin
    Konstantin says:

    Ein sehr aufürlicher Beitrag über Shanghai 🙂 Ich habe erst vor kurzem selbst ein Beitrag auf meinem Blog über Mailand hochgeladen aber nicht so ausführlich.

    Reply
  2. Ulrike
    Ulrike says:

    Wow! Da hast du ja wirklich viel gesehen und erlebt! eine Anmerkung: Wenn man aus Neuseeland (oder einem anderen Land kommt und nach 10 Stunden nach Deutschland weiter fliegt, braucht man kein Visum! Das gilt übrigens für insgesamt 144 Stunden Aufenthalt, immer vorausgesetzt, dass man in ein Drittland weiterfliegt.
    Die Fahrt in die Stadt mit Magnetschwebebahn und U-Bahn ist auch für China-Neulinge gut zu machen und der schnellste Weg in die Stadt, wenn man nicht viel Zeit hat.
    Beste Grüße
    Ulrike

    Reply
    • Florian Westermann
      Florian Westermann says:

      Hi Ulrike,

      wow, cooler Tipp, das wusste ich nicht mit dem Visum. Also das nächste mal ein paar Tage als Stopover einplanen ohne viel Stress, das ist echt super!

      Liebe Grüße
      Florian

      Reply

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