Skifahren als Erwachsener lernen + Tipps für Anfänger

Skifahren lernen für Erwachsene + Anfänger-Tipps

Mit über 30 Jahren zu alt fürs Skifahren? Weit gefehlt!

Wie bitte, du gehst das erste Mal Skifahren? Echt jetzt, du warst noch nie Skifahren? Und jetzt willst du damit anfangen? Du standest noch nie auf den Skiern? So spät in deinem Alter willst du noch Skifahren lernen? Der Zug ist längst abgefahren. Diese und viele weitere Aussagen, gepaart mit ungläubigen Blicken kennst du bestimmt auch, wenn du noch nie auf Skiern gestanden bist. Und eine Frage, die auch gerne danach folgt ist: Aber du kannst Snowboarden, oder? Nein. Ich kann weder Skifahren, noch Snowboarden. Kann man wirklich noch Skifahren lernen als Erwachsener? Ich habe es für dich getestet.

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Das erste Mal auf Skiern

Ich oute mich hier jetzt mal. Ich, Ü30, stand noch nie auf Skiern. Wirklich. Ich liebe Schnee. Ich liebe wandern im Schnee. Und ich mag → Schneeschuhtouren. Da waren Flo und ich dem Trend schon vor Jahren weit voraus. Früher haben uns die Leute auf den Touren immer gefragt, was wir da Seltsames an den Füßen haben. Aber ich stand noch nie auf Skiern. Ich beneide jene, die Skitouren gehen und dann, wenn ich mit meinen Schneeschuhen den ganzen Weg zurücklaufen muss, zackig in schönen Schwüngen an mir vorbeiziehen.

Ich wollte es schon immer mal ausprobieren, aber habe mich nie so richtig rangetraut. Doch dann nahm ich allen Mut zusammen und habe es getan. Ich habe einen Ski-Schnupperkurs gemacht. Im Wilden Kaiser Skigebiet in Söll. Mein Skilehrer heißt Niklas und ist toll. So viel schon mal vorweg. Und ja, ich werde weiter üben, das kann ich dir auch schon verraten. Jetzt erzähle ich dir meine erste Ski-Erfahrung und hoffe, dass du, wenn du auch wie ich Anfänger bist, dich dadurch ermutigt fühlst, dich ebenfalls zu trauen. Ich habe jetzt ein paar Tipps für dich, wie du dein erstes Mal Skifahren angehen solltest. Wichtig: ich bin kein Profi und stand erstmalig vier Stunden auf den Skiern. Es kann auch sein, dass meine Beschreibungen nicht ganz korrekt klingen. Ich möchte dir lediglich anschaulich zeigen, wie es mir erging und dich ermuntern auch das erste Mal auf Skiern zu versuchen.

Erste Station: Skiverleih

Am Morgen meines großen Tages war ich ganz schön aufgeregt. Die erste Station war der Skiverleih in Ellmau direkt an der Gondelstation zur Hohen Salve. Im Intersport meldest du dich hoch modern an einem Tablet an. Hier gibst du deine Größe, deinen Status (Anfänger oder Fortgeschrittene) und deine Schuhgröße an. Nach deiner Registrierung erhältst du einen Bon, den du bei der Ski-Schuh-Ausgabe abgibst. Dann testest du das erste Mal Ski-Schuhe. Daran wirst du dich gewöhnen müssen. An diese großen, klobigen Dinger, mit denen man wie ein Storch läuft. Mit den Schuhen gehts dann zur Ski-Ausgabe. Dort erhältst du Stecken, Ski sowie einen Helm.

Erste Übungen auf den Skiern

Für mich geht es jetzt weiter nach Söll zur → Ski-Schule Söll-Embacher. Meine Skipiste, auf der ich üben werde, liegt am Fuße der Hohen Salve. Zusätzlich wartet das Gebiet mit zwei beleuchteten Rodelbahnen und der längsten Nachtskipiste Österreichs auf. In Söll angekommen, lerne ich gleich meinen Skilehrer für den heutigen Tag kennen. Niklas Torstensson ist ein super sympathischer Typ, mit dem ich gleich warm werde. Wir stellen uns an den Fuß des Übungshügels, gerne auch Idiotenhügel genannt, und legen mit der ersten Übung los. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass ich jetzt das erste Mal Skifahren werde. Der Schnee glitzert in der Sonne und auf der kleinen Piste sausen die ersten Kinder schon den Hang hinab. Jetzt möchte ich natürlich auch dabei sein.

Zunächst lässt mich Niklas einen Fuß in die Bindung stecken und dann mit einem Ski voran gleiten. Ich schiebe mit dem anderen Fuß an, versuche aber wenig mit dem Skischuh den Boden zu berühren, so dass ich auf dem einen Ski gleite. Diese Übung wiederholen wir jetzt einige Male. Ein wenig gleite ich hinauf, ein wenig hinab und dann wird auf den anderen Fuß gewechselt.

Die nächste Übung lautet: bremsen im Pflug lernen. Pflug bedeutet, dass du deine Skier in die Form eines vor dir spitz zulaufenden Pizzastückes bringst. Vorher stehst du auf den Skiern auf, um den Druck auf den Skiern zu nehmen, dann gehst du im Pflug ein wenig in die Knie. So bremst du. Wichtig: erwarte nicht, dass du sofort stehen bleibst. Du hast noch einen gewissen Bremsweg. Dann öffnest du die Skier wieder parallel und gleitest weiter voran. Und so geht es weiter. Wieder formst du das Pizzastück, also den Pflug und bremst. Diese Abfolge, die irgendwann immer flüssiger wird, üben wir eine Weile.

Pflug-Position

Hier siehst du mich im sogenannten Pflug oder auch in der Pizza-Position ;-) Foto: Niklas Torstensson

Skilehrer Niklas

Niklas war mein Ski-Lehrer an diesem Tag. Wir hatten Spaß!

Das erste Mal mit dem Tellerlift den Hügel hinauf

Nach einer gefühlt sehr kurzen Zeit, sagt Niklas dann zu mir, dass wir jetzt mal mit dem Schlepplift den Hügel hinauf fahren. Ich bin echt aufgeregt. Vor allem durch die Schranke zum Lift zu kommen, dort dann einigermaßen bis zu den an mir vorbeifahrenden Tellerliften zu gelangen und dann schließlich den Teller zwischen die Beine zu klemmen war nicht einfach. Niklas gibt mir noch den wichtigen Rat mit: „Nicht hinsetzen, sondern aufrecht stehen bleiben.“ Aber es funktioniert. Oben, hat mir Niklas eingebläut, muss ich, sobald ich am Plateau ankomme, den Teller nach unten drücken, und nach vorne weg loslassen. Das erste Mal klappt es noch nicht perfekt. Ich lasse den Teller zwar los, aber der Schwung ist noch zu fest, sodass ich oben in die Plastikbalustrade donnere und lachen muss. Keine Sorge: Du verletzt dich dabei nicht. Es sieht höchstens komisch aus.

Schlepplift auf der Piste

Siehst du den Tellerlift hinter mir? Damit ging es die Piste nach oben Foto: Niklas Torstensson

Die erste Abfahrt am Hügel

Nachdem ich also das erste Mal mit dem Schlepplift nach oben gefahren bin, versuche ich mich zusammen mit Niklas an meiner ersten Abfahrt. Doch schon das erste Rutschen mit den Skiern macht mich nervös und ich vergesse alles, was mir Niklas vorher einbläut hat. Zack, rutsche ich auf meinem Hosenboden in den Schnee. Wie ein Käfer versuche ich meine Skier zu trennen und wieder aufzustehen. Klappt natürlich eher weniger gut. Aber mit Niklas Hilfe kann es dann weiter gehen.

Ab da läuft es jedoch prima. Niklas fährt vor und ich fahre hinter ihm her. Sehr darauf bedacht ihm alles nachzumachen. Und es läuft. Ich komme sicher meine erste Piste hinunter und bremse richtig im Pflug. Es macht super viel Spaß. Wie weggewischt sind die Bedenken, ich fühle mich leicht und fahre das erste Mal Ski. Ich bin total geflasht. Natürlich ist mir klar, dass ich hier gerade lediglich die ersten Anfänger-Versuche mache. Aber hey, ich hätte vorher nicht gedacht, dass ich es überhaupt hinbekomme.

Viel Theorie und weitere Abfahrten

Niklas hat heute einen schwierigen Job mit mir. In nur vier Stunden versucht er, mir die Theorie zu erklären und gleichzeitig mir zu zeigen, dass ich Fortschritte machen kann. Aber er bleibt absolut relaxt, ist sehr geduldig und ein super Lehrer in meinen Augen.

Die nächste Liftfahrt und die nächste Abfahrt laufen schon besser. Es spielt sich Routine ein. Ich lerne, was der Bergski und der Tal-Ski ist. Ich fahre mit Stecken und ohne Stecken den Hügel hinab. Ich lerne, wie ich die Skier zu belasten habe, wenn ich seitlich am Hang stehe, welche Technik ich anwenden muss, wenn ich einen kleinen Hügel hinauf fahren möchte und und und.

Natürlich raucht mir irgendwann der Kopf und natürlich bin ich schon etwas ko, aber es macht unglaublich viel Spaß auf Skiern zu stehen. Ich bin begeistert.

Meine ersten Kurven

Nach ungefähr zwei Drittel der Zeit, machen Niklas und ich Pause in der Skihütte der Hohen Salve. Hier ist mittags zwar die Hölle los, aber das Hüttenteam gibt sich reichlich Mühe, dass jeder Gast etwas zu trinken und zu essen bekommt. In abgetrennten Bereichen wirst du in der Hütte bedient, in anderen Abschnitten kannst du dich selbst für das Essen anstellen. Ähnlich wie in einem Biergarten.

Skilehrer und Biggi

Ein Selfie mit dem Skilehrer bei bester Aussicht muss sein, oder? Niklas war toll

Wilder Kaiser Gebirge

Von der Hohen Salve aus hast du einen traumhaften Blick auf das Wilder Kaiser-Gebirge. Wir hatten Kaiser Wetter

Nachdem ich mich gestärkt und viel getrunken habe (Skifahren macht sooo hungrig!!), gehts wieder runter auf meine kleine Piste. Nach der Pause hat Niklas noch etwas ganz besonderes für mich: ich darf jetzt Kurven fahren üben. Das gestaltet sich wie folgt: Niklas erklärt mir zunächst dass es wichtig ist, dass der Oberkörper, entgegen unseres Sicherheitsempfindens, vom Hang weg stehen muss. Die Knie und Waden hingegen neigen sich zum Hang hin. Wir machen also einen kleinen Knick im Körper.

Kurvenfahren mit vielen Tipps

Die Kurven fahre ich mal mit Stecken, mal ohne. Bei einer Rechtskurve geht die linke Hand zum linken Knie und den rechten Arm hebe ich über meinen Kopf. Vor der Kurve stehe ich nochmal auf den Skiern gerade auf, um den Druck vom Ski zu nehmen, dann gehts in die Pflug-Position, der linke Arm zum Knie, der rechte hoch ausgestreckt über den Kopf und wie durch Zauberhand fahre ich meine erste Kurve. Dazu muss die linke Ferse noch ein wenig nach außen belasten. Ich hoffe, dass ich die Theorie hier jetzt richtig darstelle. Mein Wunsch ist es hier lediglich anschaulich zu erklären, wie ich mich an meinem ersten Tag auf Skiern gefühlt habe und was ich alles erlebt habe.

Wie du dir schon denken kannst, übe ich nun mit Niklas das Kurvenfahren bis unsere Zeit um ist. Manchmal halte ich die Stecken ausgestreckt vor meinem Körper und schwenke sie dann zur Seite (linker Arm in Richtung Knie und rechter Arm dann über dem Kopf. Die Stecken stehen dann senkrecht vor meinem Körper für die Rechtskurve). Und jede Abfahrt hat Niklas neue Tricks und Verbesserungstipps auf Lager.

Kurven-Position

So sah die Haltung aus, kurz bevor es in die Kurve ging. Der untere Arm geht noch näher ans Knie und der obere noch weiter hoch Foto: Niklas Torstensson

Fazit zum ersten Mal Skifahren als Erwachsener

Am Ende des Tages bin ich glücklich und stolz auf das, was ich in vier Stunden Crash-Kurs geschafft habe. Ich fühlte mich bei Niklas sicher aufgehoben, er hat alles verständlich erklärt und ich hatte wahnsinnig viel Spaß. Aber natürlich werde ich beim nächsten Mal nicht sofort auf eine blaue Piste gehen, sondern einen mehrtägigen Skikurs machen, damit ich das Skifahren richtig lerne. Sei also gespannt, wenn ich dir dann über Teil zwei meiner Story berichten kann.

Sonnenuntergang Wilder Kaiser

Mit diesem Sonnenuntergang wurden wir nach dem Ski-Fahren belohnt

Das erste Mal Après-Ski

Natürlich durfte dann nach dem Ski-Kurs auch das erste Mal Après-Ski nicht fehlen. Mit dem Rest der Truppe, die während meines Kurses die Pisten im Wilder Kaiser Ski-Gebiet erkundeten, traf ich mich am Abend dann an der bekannten Rübezahl-Alm. Die Alm ist super urig, es gab nen super Kaiserschmarrn und auch so war die Stimmung perfekt. Schifoan is des Leiwandste, wos ma si nur vurst’n ko.

Rübezahl Alm

Für mein erstes Après-Ski ging es in die Rübezahl-Alm. Zünftig wars

Das musst du wissen, wenn du das erste Mal als Erwachsener Skifahren gehst

  • Was kostet mich ein Ski-Kurs in Söll?
    Bei der Ski-Schule Söll-Embacher kostet dich ein Schnupperkurs von vier Stunden 105 Euro. Die Ski-Schule bietet aber auch Paket-Preise an. So kosten etwa fünf Tage Skischule für Anfänger und sechs Tage Anfängerliftpass im Package 377 Euro pro Erwachsener.
  • Muss ich super sportlich sein, um Skifahren zu lernen?
    Beim Skifahren entscheidet sicher nicht die Sportlichkeit, sondern eher dein Gleichgewichtssinn und auch ein wenig dein Talent. Ich glaube fest, dass jeder Skifahren lernen kann, der offen ist für neues und sich traut.
  • Welches Skigebiet eignet sich super für Anfänger?
    Es gibt sicherlich viele Skigebiete,  die sich für Anfänger gut eignen, um Skifahren zu lernen. Wir haben für dich mal die bekanntesten Skigebiete aufgeführt. Das Skigebiet Wilder Kaiser bietet dir eine traumhafte Kulisse, 280 Kilometer Pisten, 90 Lifte und Bahnen sowie 77 Hütten. Zudem gibt es für Kinder ein extra Kleinkinder-Ski-Betreuung sowie Kurse.
  • Was trägt man beim Skifahren?
    Ich hatte folgendes an: Skiunterwäsche, also ein langes Merino-Oberteil und eine lange Merino-Hose, eine Skihose und eine Skijacke, einen → Merino-Schal von PAC Original, ein Stirnband, Skihandschuhe, eine Sonnenbrille (oder eine Skibrille) und einen Helm.

Deine Meinung ist uns wichtig

Warst du auch noch nie Skifahren? Oder hast du auch schon einen ersten Schnupperkurs im Skifahren gemacht? Erzähl doch mal! Wir freuen uns auf deinen Kommentar.

Anzeige: Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Recherchereise mit dem → Tourismusverband Wilder Kaiser – vielen Dank für die Einladung! Eine Bezahlung erfolgte nicht. Der Artikel wurde davon nicht beeinflusst. Er spiegelt meine persönliche Meinung wider.


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3 Kommentare
  1. Britta sagte:

    Hallo Biggi,

    das ist ja lustig, ich werde den gleichen Selbstversuch im Februar in der Schweiz starten, allerdings für drei Tage. Ich bin gespannt, wie es läuft, normalerweise fahre ich Snowboard. Aber weil die Familie auf Ski umgestiegen ist, wage ich jetzt auch den Versuch, und wenn du an einem Tag schon so viel gelernt hast, dann habe ich Hoffnung, dass ich den Berg heil hinunterkomme.
    Liebe Grüße

    Britta

    Antworten
    • Florian Westermann sagte:

      Hallo Britta,
      oh das freut mich sehr, dass du auf meinen Artikel gekommen bist. Ich drücke dir die Daumen und wenn du eh Snowboarden kannst, dann wirst du ganz anders schon von vornherein mit Kante bremsen. Ich hatte ja überhaupt keine Erfahrung. Boah, du wirst bestimmt gleich am ersten Tag auf die Piste können. Wünsche dir ganz viel Spass und meld dich gerne (insta @biggipower84 oder @phototravellers.de oder facebook) wie es war. Bin gespannt.
      LG; Biggi

      Antworten

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Deine Phototravellers Biggi und Flo

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