St. Johann Alpendorf: Kräuterwanderung in der Natur

Kräuterwanderung im St. Johann Alpendorf

Heilen mit der Natur

Die Kräuterwanderung in St. Johann Alpendorf, hat mir in vielen Bereichen wieder einmal neue Perspektiven gewährt und die möchte ich heute mit dir teilen. Daher stelle ich gleich mal eine provokative Frage: Was machst du gegen Kopfschmerzen? Vermutlich wirst du eine Tablette nehmen und hoffen, dass dadurch der Schmerz gelindert wird. Kopfschmerzen können bei vielen Menschen Alltagsschmerzen sein. Für manch einen Geplagten reicht nicht mal eine Tablette – da müssen es mehrere, hochdosierte Mittel sein, um gegen den Schmerz anzugehen. Doch muss es immer gleich die Tablette, also Chemie sein, die du einnehmen musst? Wir Menschen haben vergessen uns auf das zurückzubesinnen, was uns ausmacht. Das, worin wir leben und das, was wir hegen und pflegen sollten, aber als zu selbstverständlich ansehen: die Natur.

Die Natur ist um uns rum, sie ist vielfältig und wunderschön. Doch anstatt auf Heilkräfte in der Natur zurückzugehen, ist der Griff zur Tablettenschachtel viel einfacher. Dabei gibt es ganz natürliche Stoffe, die relativ einfach herzustellen sind und die genauso gut helfen. Und sogar gesund sind, was man von Tabletten vielleicht nicht zu sagen kann. Ich will dich aber mit diesem Artikel gar nicht von der klassischen Medizin abbringen, sondern dir nur wieder ins Bewusstsein führen, was es an Alternativen gibt. Wir durften während unseres Aufenthaltes in St. Johann Alpendorf eine Kräuterwanderung mitmachen und waren sehr begeistert so viel Nützliches über die Natur zu erfahren.

Alle Bilder entstanden auf einer Recherchereise in Zusammenarbeit mit St. Johann Alpendorf.

Die Fotos in diesem Artikel wurden mit der Sony Alpha 6000 und dem Samsung Galaxy S9 Plus geschossen. Was wir sonst noch so dabei haben auf unseren Wanderungen und Reisen? Hier geht es zu unserer Fotoausrüstung.

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Willkommen bei der Kräuterfee

Als wir an dem urigen Haus mit dem noch schöneren Garten ankommen, vergessen wir alles um uns herum. Vor uns steht ein altes Bauernhaus, vermutlich aus dem 13. Jahrhundert. Und heraus spaziert kommt eine sehr sympathisch aussehende, blonde Frau. Das ist Elisabeth Hafner. Elisabeth wird mit uns eine Kräuterwanderung machen und viel über die Natur erzählen. Sie heißt uns auf ihrem Grundstück willkommen. Vor der Haustür des alten Gebäudes steht ein Waschtrog. “Das ist unsere Dusche”, sagt Elisabeth leichthin. Und zwar zu jeder Jahreszeit. Wer hierher kommt findet Natur pur. Und fühlt sich ein klein wenig in die frühere Zeit zurückversetzt. Das Haus, das Elisabeth mit ihrem Mann bewohnt, diente früher auf der Nord-Süd-Route als Raststation und Tauschplatz für die Pferde der Reiter. Hier oben herrscht Idylle pur. Die Pflanzen und Kräuter sind nicht mit Autoabgasen verseucht oder gar gespritzt. Hier kann man bedenkenlos direkt von der Wiese schlemmen. Und das machen wir auch.

altes Haus in den Alpen

Hier wohnt die Kräuterfee Elisabeth. Das Haus stammt noch aus dem 13. Jahrhundert

Löwenzahn und wilde Karotte

Wir beginnen unsere Tour in Elisabeths Garten. Sie kennt jede Pflanze, jedes Kraut. Zum Eingrooven starten wir bei einer Pflanze, die jeder kennt: der Löwenzahn. Doch hast du davon schon mal die Blätter getestet und als Salat gegessen? Wir noch nicht. Also standen wir auf Elisabeths Wiese und mampften gleich mal ein paar Löwenzahnblätter. Frisch von der Wiese weg. Die Blütenknospen, erklärt sie uns, kann man mit Butter in der Pfanne schwenken – das schmecke köstlich. Die Löwenzahnmilch enthält Bitterstoffe, die ebenfalls gut für den Körper sind. Der Löwenzahn eignet sich auch gut zur Frühjahrskur. Dann als aufgebrühter Tee.

Ein Highlight war für mich eine Pflanze, die einen langen Stängel und viele kleine, weiße Blüten in Fächerform hatte. Hier rückten wir dann gleich mit der Lupe genauer an, um die Symmetrie der Pflanzen ganz haargenau zu sehen. Es ist schon faszinierend, wie toll Blüten von der Nähe aussehen. Jede Pflanze ist ein Kunstwerk an sich. Bei dieser weißen Schönheit, ging es Elisabeth allerdings nicht um die Blüten, sondern das, was als Wurzel im Boden steckte – die Ur-Karotte. Ja, richtig gehört. Unserer Karotte geht eine Urform voraus, die nach Karotte schmeckt, aber im Abgang dann doch etwas holzig war. Vermutlich war die Wurzel aber auch schon etwas zu lange im Boden. Ein Tee aus dieser Ur-Karotte bringt dich wieder zurück in deine Mitte und hilft gegen Zerstreuung. Noch ein wichtiges Element, das ich im Zuge der Kräuterwanderung gelernt habe: Elisabeth geht mit der Natur bewusster um. Sie nutzt auch keine Metall-Gegenstände wie der Otto-Normal-Gartler, sondern fasst Wurzeln, Blätter und Blüten nur mit Holzinstrumenten an.

Pflanze Ur-Karotte

Die war ganz schön hölzern! Die Wurzel der Ur-Karotte

Elisabeth Hafner

Elisabeth Hafner ist in ihrem Element und zeigt uns die spannende Pflanzenwelt

Gegen Mückenstiche und Blasen: Hilfe vom Breitwegerich

Weiter geht es für uns zum Breit- und Spitzwegerich. Wenn du einen Mücken- oder Insektenstich hast, hilft es – wir haben es sofort beim nächsten Bremer-Stich getestet – wenn du dir Blätter schnappst, im Mund zerkaust und diesen Brei auf den Stich packst. Das Eiweiß der Pflanze wirkt auf das Gift. Es funktioniert. Auch bei Blasen hilft Breitwegerich. Früher nahm man auch die faserigen Fäden in den Blättern her, um daraus runde Bälle zu formen, die dann als Linderung ins Ohr gesteckt werden konnten und gegen Ohrentzündungen halfen. Der Spitzwegerich hat eine ähnliche Wirkung. Spitzwegerich wird auch im Hustensaft verwendet. Den kann man sich auch selbst ansetzen.

Biggi mit Lupe

Hochkonzentriert bei der Sache. Mit der Lupe kannst du die Symmetrie der Pflanzenwelt noch genauer erleben

Brennnessel – Samen als Superfood

Wenn die Leute wüssten, wie toll die Samen der Brennnessel sind, dann würde der Superfood-Markt boomen, erzählt uns Elisabeth. In der Tat haben die Samen der Brennnessel einiges an Power. Für Sportler sind sie zum Beispiel ein super Protein-Lieferant. Sie kommen auch schon in veganen Eiweißriegel oder Proteinpulver vor. Zudem sind sie reich an Kalium, Eisen und Kalzium. Bekannter ist natürlich der Brennnessel-Tee oder die Brennnessel Jauche, die entwässernd oder entschlackend wirken. Wenn du drei Wochen eine Brennnesseltee-Kur machst, wirst du danach keine Gelenkschmerzen mehr haben, weiß Elisabeth, die Kräuterfee.

Aspirin-Ersatz und Agnihotra

Kommen wir nochmal zu meiner Frage ganz zu Beginn zurück: Was nimmst du, wenn du Kopfschmerzen hast? Genau: aktuell nimmst du vermutlich schnell eine Tablette. Dabei hat auch die Weidenrinde den Aspirin Ersatz, also den gleichen Wirkstoff wie unsere Tabletten. Nur wissen das die wenigsten Menschen. Ob die Weidenrinde auch gegen Migräne helfen kann, das weiß ich jedoch nicht. Sie lindert on top aber auch noch Fieber. Sie zählt eben zu den ältesten Heilmitteln der Welt. Chronische Rückenschmerzen, aber auch Rheuma. Ähnlich wirkt übrigens das Mutterkraut, erzählt Elisabeth.

Noch eine interessante Erfahrung, die wir heute lernen dürfen, heißt Agnihotra. Elisabeth praktiziert Agnihotra am Morgen zum Sonnenaufgang zu einer ganz bestimmten Zeit und zum Sonnenuntergang. Hierbei geht es um eine sehr alte Tradition, bei der Kuhdung, Butterfett und Reis verbrannt werden. Agnihotra ist ein altes vedisches Feuerritual. Und jeder, der dieses Ritual ausübt, macht das zu einer Zeit, die zu seinen Koordinaten passt. Dazu rezitiert man noch ein Mantra. Elisabeth erklärt uns, dass sie eine feste Uhrzeit hat, zu der sie das Mantra durchführt. Wenige Minuten vor und nach ihr machen das Mantra weitere Menschen in ihrer Umgebung, so dass sich dieses Ritual um die komplette Erde weiterführen lässt. Ich habe dazu nochmal im Internet recherchiert und folgende Zusatzinformationen gefunden. Demnach soll dieses Ritual schädliche Strahlungen neutralisieren. Elisabeth hatte uns von einem radiokativen Unfall erzählt, bei dem Menschen nicht behelligt wurden, weil sie Agnihotra ausführten. Generell dient es aber hauptsächlich dem Entgiften von Körper und Geist. Und es kann dafür genutzt werden Boden, Luft und Gewässer zu säubern. Ich finde diese Art von starken energetischen Effekten immer sehr spannend. Und wer weiß, vielleicht teste ich das mal. Ich werde berichten!

Karde, Königskerze und Beinwell gegen meine gebrochene Zehe

Wir wandern weiter durch Elisabeths wunderschönen Garten und sie erzählt uns zu allem, das uns interessiert, eine passende Geschichte zu der Wirkungsweise der Pflanzen. Die Karde etwa, hilft gegen Borreliose. Die Königskerze wurde früher in Harz getaucht und als Fackel verwendet. Beinwell hilft bei Blutergüssen und Brüchen – da ich mir gerade akut die Zehe gebrochen habe, gibt mir Elisabeth eine Tinktur mit. Der Wiesenbärenklau ist ebenfalls so eine “Kraftsau” wie Elisabeth sagt. Die jungen Triebe würden wie Spargel schmecken und auch die Wurzel pulverisiert aufs Butterbrot verspricht viel Power. Ein Tee der Braunelle sei für Menschen gedacht, die nicht sprechen wollen oder nach einem Schlaganfall nicht mehr können. Zudem ist sie gut für das Immunsystem.

Elisabeth macht uns noch einen kleinen Beerensmoothie aus Kräutern und Beeren, der wirklich himmlisch schmeckt. Wir dürfen einen Blick in ihre urige Küche mit den alten Bodenbrettern werfen. Das Haus ist einfach traumhaft schön und uralt.

Pflanze Karde

Die Wurzel der Karde kann Borreliose natürlich heilen

Pflanze Königskerze

Die Königskerze wurde früher in Harz getaucht und als Fackel verwendet. Ist sie nicht schön?

Kräuterwanderung durch St. Johann Alpendorf

Nach weiteren wirklich tollen neuen Informationen über die Pflanzenwelt, brechen wir nun zur richtigen Kräuterwanderung auf. Wir wälzen uns in Thymian, der übrigens super gegen Husten oder Verschleimungen ist. Dann lernen wir das Johanniskraut kennen, dessen Öl unter den Blütenblättern direkt sichtbar wird, wenn man die Blütenblätter zerdrückt. Ein Strauß Johanniskraut und daraus ein Tee gebraut, kann Menschen mit Depressionen helfen, oder Menschen, die einfach eher negativ drauf sind, wie uns Elisabeth verrät. Das Öl kann gegen Hautkrankheiten helfen.

Wir erleben mit Elisabeth diesmal die Natur richtig bewusst. Wir bleiben hier und da stehen, sie zeigt uns, was sie sieht. Erklärt uns, was wir über die Pflanzen wissen müssen. Auf unserer Wanderung kommen wir an saftigen Wiesen mit Heidelbeeren, Walderdbeeren und Himbeeren vorbei. Pilze wachsen überall. Dann ändert sich die Stimmung plötzlich und wir laufen durch einen kleinen Märchenwald. Elisabeth erzählt uns viel über die Wahrnehmung von Energien im Wald. Hierzu hatte ich euch ja schon mal einen Artikel zum Thema Waldbaden und Digital Detox geschrieben. Der Wald kommuniziert mit unserem Körper und unseren Blutkörperchen.

Schließlich kommen wir noch an einem geschützten Feuchtbiotop, einer Feuchtwiese vorbei. Hier haben sich die Bauern zusammengeschlossen und kämpfen für die Artenvielfalt in St. Johann Alpendorf. Normalerweise werden heutzutage Feuchtwiesen von Bauern trockengelegt. Dabei wachsen über 80 verschiedene Sorten an Pflanzen in diesen kleinen Biotopen.

Pilze im Wald

Im Wald finden wir nicht nur Kräuter, sondern auch Pilze. Die sind aber glaube ich giftig

Höllwand Ausblick

Während der Kräuterwanderung genießen wir einen Ausblick auf die Höllwand

Fazit

Die Kräuterwanderung mit Elisabeth Hafner können wir auf jeden Fall empfehlen. Wir würden dir raten, dass du einfach Elisabeth erzählst, was dich am meisten interessiert und darauf wird sie dann perfekt eingehen. Natürlich könnte sie dir über jede einzelne Pflanze in ihrem Garten etwas erzählen, das würde aber den Rahmen der Tour und deine Aufmerksamkeitsspanne ordentlich auf den Prüfstand stellen. Wir waren sehr angetan von der Kräuterwanderung und haben sie sehr genossen. Zudem haben wir wirklich viel wertvolles über die Natur gelernt. Diese Tour sollte man auf jeden Fall gemacht haben, wenn man sich für die Natur und die natürlichen Heilkräfte interessiert.

Deine Meinung ist uns wichtig

Warst du auch schon im St. Johann Alpendorf und hast auch an der Kräuterwanderung teilgenommen? Was sind deine absoluten Top-Highlights in der Region? Hinterlass doch einen kurzen Kommentar – wir freuen uns sehr darüber!

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2 replies
  1. Birgit says:

    Hallo Biggi, danke für den informativen und anschaulichen Bericht. Dass Pflanzen weniger wirksam sind als Chemie, ist ein Mythos… Oft ahmt ja die Chemie nur die pflanzlichen Wirkstoffe nach, von Aspirin, Chinin,Atropin , bis hin zum Morphium.
    Natürlich ist die Bestimmung der Dosis im reinen Naturprodukt schwierig, diese kann stark variieren.
    Aber spannend ist es in jedem Fall, mal zu schauen, wo die Wirkstoffe herkommen, und dann noch in so einer traumhaften Umgebung! Weiter alles Gute, Birgit

    Reply
    • Biggi Bauer says:

      Hallo Birgit, genau das hat mich so fasziniert. Die Alternative kennenzulernen und zu erfahren, woher der Wirkstoff kommt. Natürlich muss man da die Kräuterfee explizit bei bestimmten Mitteln fragen – da hat sie natürlich die beste Erfahrung wie konzentriert das Mittel dann sein muss. Aber Breitwegerich auf Mückenstich haben wir zum Beispiel gleich getestet und hat super funktioniert. So kleine Tipps helfen dann wirklich super im Alltag. Danke für deinen tollen Kommentar.

      Reply

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