Stativ, Filter & Co: Ausrüstung & Zubehör für die Landschaftsfotografie

Ausrüstung & Zubehör für die Landschaftsfotografie

Diese Ausrüstung benötigst du als Landschaftsfotograf für atemberaubende Fotos

Auf meinen  Fotokursen kommt immer wieder die Frage auf, mit welcher Ausrüstung ich arbeite und was ich Fotografen im Bereich Landschaftsfotografie empfehle. Dabei geht es oft gar nicht so sehr um das richtige Kamera-Modell, sondern vielmehr um das passende Zubehör. Welche Objektive braucht ein Landschaftsfotograf, welches Stativ kann ich empfehlen und welche Filter machen Sinn. Ich möchte euch hier eine ausführliche Übersicht über das Zubehör für Landschaftsfotografen geben, das ich selbst – oft seit Jahren – nutze und daher wärmstens empfehlen kann.

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Das Stativ – unerlässlich in der Landschaftsfotografie

Die Grundvoraussetzung für ein gutes Landschaftsfoto ist in der Regel ein Stativ. Das Stativ muss stabil sein, darf aber auch nicht zu klobig und nicht zu schwer sein. Wer will schon ein drei Kilo schweres Stativ schleppen, wenn es wieder einmal auf eine lange Wanderung oder auf einen hohen Berggipfel geht? Ich habe in den vergangenen Jahren einige Stative getestet und verschlissen. Auf keiner Fotoreise darf mein Gitzo Traveler GT1545T* mit dem Stativkopf  Gitzo GH1382TQD* fehlen. Ich würde das Stativ trotz des hohen Preises jederzeit wieder kaufen. Mit 1430 Gramm inklusive Kugelkopf und einem Packmaß von nur 42cm ist das Stativ auch auf längeren Wanderungen gut zu transportieren. Dank der stabilen Carbon-Beine ist das Stativ auch mit einer schweren Kamera und einem großen Objektiv bei Wind sehr stabil. Wem über 1000 Euro für ein Stativ zuviel sind, wird hier in meiner Übersicht über empfehlenswerte Reise-Stative fündig. Ein gutes Stativ für Landschaftsfotografen muss nämlich kein Vermögen kosten. Je nach Ausrüstung und Anspruch wird man schon für unter 100 Euro fündig.

Der Kugelkopf – wichtiges Zubehör in der Landschaftsfotografie

Ich habe in den vergangenen Jahren schon so manchen Kugelkopf geschrottet. Neben dem Gitzo GH1382TQD für das Gitzo-Stativ kann ich den  Sirui K-20X* empfehlen. Der Kugelkopf ist günstig, gut verarbeitet und extrem robust. Salzwasser und Staub können dem Sirui kaum etwas anhaben – im Gegensatz zu vielen anderen Kugelköpfen, die ich bereits benutzt habe. Der Kugelkopf lässt sich auch nach Jahren geschmeidig einstellen und hält problemlos eine Canon 5D mit dem 70-200 1:4L oder eine Nikon D810 mit dem Ultraweitwinkelobjektiv 14-24mm. Und der Sirui-Kugelkopf ist ein echter Preisbrecher. Natürlich gibt es noch bessere Kugelköpfe, die kosten aber zum Teil ein Vielfaches.

Ohne ein gutes Stativ und einen stabilen Stativkopf hat man es schwer in der Landschaftsfotografie

Ohne ein gutes Stativ und einen stabilen Stativkopf hat man es schwer in der Landschaftsfotografie

Der Fernauslöser

Ohne Fernauslöser geht es in der Landschaftsfotografie nicht. Zum einen lässt sich nur mit einem Fernauslöser der Bulb-Modus (hier wird so lange belichtet, wie man den Auslöser drückt) sinnvoll bedienen. Zum anderen spart man sich den unpraktischen Umweg über den Selbstauslöser. Das Problem: Auch wenn die Kamera auf dem Stativ montiert ist, muss der Fotograf natürlich den Auslöser drücken – und das verursacht unweigerlich Schwingungen und führt im schlimmsten Fall zu Verwacklern. Mit den original Fernauslösern der Hersteller fahrt ihr am besten. Bei den billigen Nachahmerprodukten kann man Glück haben – oder auch Pech. Bleibt die Frage: Fernauslöser mit Kabel oder per Infrarot oder Funk? Fernauslöser mit Kabel haben den Vorteil, dass sie ohne Batterie funktionieren. Mir ist es schon passiert, dass während eines atemberaubenden Fotoshootings am Abend der kabellose Fernauslöser schlapp gemacht hat. Der Nachteil von Kabelfernauslösern wiederum ist das Kabel, das einem um die Ohren fliegt, wenn der Wind allzu stark ist. Kabellose Fernauslöser haben natürlich den Reiz, dass man auch weit weg stehen und auslösen kann. Die Lösung: Entweder man schafft sich gleich beide Fernauslöser an oder man hat immer eine Ersatzbatterie für den Funkauslöser im Kamerarucksack.

Der Kamera-Rucksack

Stichwort Kamerarucksack: Ich bin oft in der Natur unterwegs – da muss natürlich die ganze Kameraausrüstung sicher verstaut sein. Ich nutze seit Jahren den  Lowepro Flipside 400AW*. Hier finden drei Objektive und eine Vollformat-DSLR – selbst mit aufgestecktem 70-200mm – Platz. Der Rucksack bietet auch noch genügend Raum für andere Ausrüstung und Zubehör und das Stativ kann auf der Rückseite sicher befestigt werden. Der Zugriff auf die Ausrüstung erfolgt über das Rückenteil. Diebe haben also keine Chance, euch den Rucksack im Getümmel zu leeren. Außerdem kann der Rucksack um die Hüfte geschnallt werden. Mit Hilfe des Hüftgurtes könnt ihr den Rucksack nach vorne drehen und kommt so immer leicht an die Ausrüstung. Ihr müsst den Rucksack also nicht abstellen. Wer keine so umfangreiche Kameraausrüstung nutzt, fährt mit den kleineren Modellen  Lowepro Flipside 200* und  Lowepro Flipside 300* gut. Das Prinzip ist bei beiden Rucksäcken das Selbe, es ist nur weniger Platz. Wem der Lowepro Flipside 400AW nicht reicht, kann zum Lowepro Flipside 500AW* greifen. Für längere Wanderungen nutze ich den Lowepro Rover Pro 45L AW, den es auch in der kleineren Ausführung  Lowepro Rover Pro 35L AW* gibt. Hier passen meine Ausrüstung und dazu noch Sachen wie Zelt, Regenschutz, Brotzeit und Wasser rein. Für kurze Touren bevorzuge ich aber die Lowepro Flipside-Modelle.

Grauverlaufsfilter – ein Muss in der Landschaftsfotografie

Um schwierige Lichtsituationen in der Landschaftsfotografie zu meistern, kommt man an einem Set verschieden starker Grauverlaufsfilter einfach nicht vorbei. In den meisten Fällen genügt das 100mm-System. Ein guter Kompromiss zwischen Qualität und Preis sind die Grauverlaufsfilter der britischen Firma Formatt-Hitech in der Kunststoff-Variante. Die Filter gibt es als Soft-Edge-Version mit weichem Verlauf und Hard-Edge-Version mit hartem Verlauf. Ich nutze fast ausschließlich Grauverlaufsfilter mit weichem Verlauf. Für Einsteiger in die Landschaftsfotografie, die keine Unsummen für Filter ausgeben wollen, empfehle ich das  3er Set (100x125mm) in den Stärken 0.3, 0.6 und 0.9*. Wer auch noch auf der Suche nach den passenden Graufilter ist, bekommt hier das Set bestehend aus  Graufiltern und Grauverlaufsfiltern*. Der stärkste Graufilter in dem Set ist mit 0.9 nicht sehr stark, reicht aber während der Dämmerung aus, um etwa Wasser weich zu zeichnen. Zu empfehlen ist auch ein  noch stärkerer Grauverlaufsfilter in der Stärke 1.2*. Der Nachteil bei den relativ günstigen Kunststofffiltern: Kombiniert man zwei Filter oder nutzt man einen sehr starken Filter, bekommt das Foto einen Magenta-Stich, der auch per Bildbearbeitung kaum noch rauszuarbeiten ist.

Ambitionierten Landschaftsfotografen rate ich daher immer zu teureren Grauverlaufsfiltern. Mit der Firecrest-Serie aus Glas hat Formatt-Hitech Filter im Angebot, die problemlos kombiniert werden können, ohne dass die Bilder einen unschönen Farbstrich bekommt. Außerdem gibt es die Firecrest-Filter aus Glas auch in der  Stärke 1.5*. Eine sehr gute, aber ebenfalls sehr kostspielige Alternative sind etwa die Filter von Lee. Der große Vorteil der teuren Lee-Filter ist die überragende optische Qualität. Lee-Filter bestehen zwar aus Kunststoff, sind aber farbneutral und im Handling einfacher zu nutzen als Glasfilter – Plastik bricht einfach nicht. Zudem darf der Gewichtsvorteil nicht ausgeblendet werden. Wer über das nötige Kleingeld verfügt, greift bei den teureren Filtern zu. Eine noch ausführlichere  Übersicht über Grauverlaufsfilter und Sinn und Unsinn der Filter in der Landschaftsfotografie findet ihr hier.

Gelegentlich nutze ich auch einen Grauverlaufsfilter mit umgekehrtem Verlauf (Reverse), hier in der Version 100x125mm in der Stärke 0.6*. Dieser Filter wird nach oben hin lichtdurchlässiger und verhindert, dass der obere Teil des Himmels zu stark abgedunkelt wird. Der Reverse-Filter ist aufgrund des harten Verlaufes in der Mitte vorwiegend für den Einsatz am Meer konzipiert und eine ideale Ergänzung zu den normalen Grauverlaufsfiltern. Ein ähnlicher Effekt wird erzielt, wenn man zwei Grauverlaufsfilter gegenläufig in den Filterhalter steckt. Der Reverse-Filter ist daher kein Muss.

Landschafsfotografie mit Filtern

Bei diesem Bild kamen ein Graufilter, ein Polfiter und ein Grauverlaufsfilter zum Einsatz

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Der Graufilter

Wer seine Fotos sehr lange belichten will, muss zu einem starken Graufilter greifen. Hier bietet sich etwa der  Lee Little Stopper* aus Glas mit sechs Blendenstufen an, der auch in das 100er-Steck-System passt. Aus einer Belichtungszeit (ohne Filter) von einer Sekunde wird mit dem Lee Little Stopper eine Belichtungszeit von 64 Sekunden. Noch deutlich stärker ist der  Lee Big Stopper* mit zehn Blendenstufen. Aus einer Belichtungszeit (ohne Filter) von einer Sekunde macht der Lee Big Stopper 15 Minuten. Etwas günstiger fahrt ihr mit den  Graufiltern aus Glas von Formatt-Hitech*, die ich ebenfalls empfehlen kann und die es in ganz unterschiedlichen Stärken und Größen gibt. Theoretisch können auch zwei schwächere Graufilter kombiniert werden. Hier gibt es aber sehr oft Probleme mit seitlichem Lichteinfall und Reflexionen. Wer Langzeitbelichtungen plant, kommt an den starken Graufiltern nicht vorbei.

Langzeitbelichtung Landschaftsfotografie

Langzeitbelichtungen sind in der Landschaftsfotografie ein beliebtes Mittel. Ein Graufilter hilft dabei ungemein

Der richtige Filterhalter

Man kann den Grauverlaufsfilter zwar mit der Hand vor das Objektiv halten. Deutlich praktikabler ist aber ein guter Filterhalter. Ich kann den recht teuren, aber hervorragenden Filterhalter von  Lee* empfehlen, der sich für alle 100mm-Filter eignet. Wie auch bei den Filtern gilt: Wer billig kauft, kauft zwei Mal. Daher lohnen die paar Euro mehr für dieses Profi-System. Zum Filterhalter benötigt ihr einen passenden Adapter für das jeweilige Objektiv. Achtet darauf, dass es normale Adapterringe gibt und “Wide Adapter”-Ringe für den Einsatz am Weitwinkelobjektiv. Die Adapterringe für das Weitwinkelobjektiv sind leider deutlich teurer, aber dafür universell einsetzbar.

Filtereinsatz in der Landschaftsfotografie

Filter sind in der Landschaftsfotografie unerlässlich – ein guter Filterhalter ebenfalls

Polfilter

In der Landschaftsfotografie darf natürlich ein auch der Polfilter nicht fehlen. Da ich meist sehr weitwinklig unterwegs bin, macht der Filter für mich zumindest in Bezug auf den Himmel keinen Sinn. Bei extrem kurzen Brennweiten eines Weitwinkelobjektivs wirkt der Polfilter nicht mehr in allen Bereichen des Bildes. Der Polfilter ist aber unerlässlich, um etwa Spiegelungen auf einem See zu minimieren. Daher gehört ein guter Polfilter, etwa der  NiSi Steckfilter (100mm)*, in jeden Fotorucksack.

UV-Filter

Im Fotogeschäft steht der UV-Filter oft ganz weit oben auf der Empfehlungsliste der Verkäufer. Einen sinnvollen Nutzen gibt es bei modernen Digitalkameras aber nicht mehr. Der UV-Filter kann höchstens noch dazu dienen, das teure Objektiv zu schützen. Wer aber die Streulichtblende nutzt, muss sich eigentlich keine Gedanken um den Schutz der Linse machen. Der UV-Filter ist daher komplett überflüssig.

Das Ultra-Weitwinkel-Objektiv

In der Landschaftsfotografie geht nichts über ein gutes Ultra-Weitwinkel-Objektiv. Mit einem guten Weitwinkel-Objektiv und ein paar einfachen Foto-Techniken hebt ihr eure Landschaftsbilder aus der Masse hervor. Wer zum ersten Mal ein Ultra-Weitwinkel-Objektiv benutzt, wird aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Der Unterschied zwischen einem normalen Weitwinkel und einem Ultra-Weitwinkel-Objektiv ist immens. Mit einer Brennweite von 24mm wirst du nie solche Resultate erzielen wie mit einer extremen Brennweite von 14mm bis 17mm am Kleinbildformat.  Eine Übersicht über die verschiedenen Brennweiten findet ihr hier. Es gibt sogar noch extremere Ultra-Weitwinkel-Objektive mit einer Brennweite von 11mm – und das ohne den Fischaugeneffekt.

Landschaftsfotografie Weitwinkel

Mit einem Weitwinkelobjektiv gelingen beeindruckende Aufnahmen wie diese

 

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4 replies
  1. Gerd Pflügler
    Gerd Pflügler says:

    Hallo Florian

    eine beeindruckende Site mit wahnsinnig guten Inhalten.
    Nachdem Du auch in Garmisch unterwegs bist, (August – im Mai geht’s bei mir nicht) ich würde gerne dabei sein – wieviel nimmst Du für einen Workshop?
    Übrigens, Deine Empfehlung zu dem Sigma 10-20 bekräftigt meine Kaufabsicht.

    Ein schönes Wochenende wünscht Dir Gerd

    Reply
  2. Florian Westermann
    Florian Westermann says:

    Hi Gerd,

    danke für deinen Kommentar, hat mich sehr gefreut.

    Der Workshop in Garmisch kostet 149 Euro und geht sechs bis sieben Stunden.

    Jepp, mit dem Sigma war ich immer recht zufrieden, es gelingen definitiv tolle Bilder.

    Viele Grüße
    Florian

    Reply
  3. Harald
    Harald says:

    Hallo Florian!
    Grandioser Reisebericht und schöne Fotos. ich bin heuer im Juli in Kreta (geht nicht anders wegen der Kinder).
    Kannst du mir sagen warum du zwei unterschiedliche, nicht kompatible Kamerasysteme verwendest, Nikon und Canon!?
    Ich hatte früher auch Nikon und für Mittelformat die geliebte Contax 645 in Verwendung, aber die Digirückwand für Contax übstieg dann doch mein Budget…

    Hast du einen Tipp bzgl. Autoverleiher in Kreta Flughafen Chania?

    Beste Grüße aus Wien!

    Reply
    • Florian Westermann
      Florian Westermann says:

      Hi Harald,

      Danke dir sehr. Für mich sind die Nikon und die Sony für meine Ansprüche genau die richtigen Kameras. Dass die Objektive nicht kompatibel sind, macht nichts, weil das ja auch unterschiedliche Sensor-Größen sind.

      Wegen einem Mietwagen schaust du am besten auf einem Vergleichsportal und nimm da am besten ein Auto mit dem kompletten Versicherungspaket.

      Viele Grüße
      Florian

      Reply

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