USA – Tag 8 – Sonnenaufgang am Dead Horse Point

Es geht ungewöhnlich zu am Dead Horse Point

Außerdem birgt der Dead Horse Point ein dunkles Geheimnis

Die Nacht ist kurz, zumal uns noch die Anstrengungen der vergangenen Tage in den Knochen stecken. Der Wecker ist auf drei Uhr gestellt, aber verschlafen. Noch ist es aber nicht zu spät, um pünktlich zum Sonnenaufgang am Dead Horse Point Statepark (GPS: N 38 28.253, W 109 44.442 – Google Maps) zu stehen. Es wird halt ein wenig stressiger als geplant, zumal der Dead Horse Point Statepark rund eine halbe Stunde mit dem Auto von Moab entfernt liegt. Es klappt aber alles, wir kommen gerade noch rechtzeitig an. Am Dead Horse Point Statepark sind wir aber nicht ganz alleine. Hier stehen so früh am Morgen schon dutzende Trucks und es wimmelt nur so vor Menschen. Wir sind gerade in die Dreharbeiten von Disneys Kinofilm “John Carter” reingeplatzt. Im Kino floppt der Film später allerdings, wobei ich den Streifen schon alleine wegen der imposanten Landschaft durchaus empfehlen kann.

Der Name Dead Horse Point geht übrigens auf eine traurige Vergangenheit zurück. Im 19. Jahrhundert wurde das Hochplateu als natürliche Pferdekoppel genutzt. Das Plateu ist mit der restlichen Hochebene nur über einen schmalen Bergrücken verbunden, der an der engsten Stelle keine 30 Meter misst. Die Pferde wurden also auf das Plateu getrieben und der Rückweg wurde mit Ästen und Gestrüpp versperrt. Die Pferde waren hier jetzt eingeschlossen, da der Dead Horse Point an allen Seiten mehrere hundert Meter steil abfällt. Die Pferde, die man zur Zucht benötigte, wurden aussortiert und mitgenommen. Die übrigen blieben auf dem Hochplateu und hatten keine Chance zu entkommen. Da es in der Region kaum Regen, keine natürlichen Wasserstellen und auch kaum Vegetation gibt, wurden die armen Tiere so dem sicheren Tod durch Verdursten überlassen. Aber genug zur traurigen Geschichte. Vom Dead Horse Point genießen wir einen atemberaubenden Blick auf den Colorado River, der 600 Meter unter uns seine Schleifen zieht.

Dämmerung am Dead Horse Point in Utah

Dämmerung am Dead Horse Point in Utah

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Dead Horse Point

Die ersten Sonnenstrahlen erleuchten die Landschaft

Dead Horse Point und Colorado River

Vom Dead Horse Point hat man einen tollen Blick auf die Schleife des Colorado River

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Mesa Arch am Morgen

Nach dem Shooting am Dead Horse Point brechen wir noch einmal zum Mesa Arch im Canyonlands Nationalpark auf. Der Trubel, der hier zum Sonnenaufgang herrscht, ist längst verflogen. Das Licht ist natürlich nicht mehr spektakulär, dafür haben wir den Mesa Arch so früh am Morgen fast für uns alleine.

Entrance Canyonlands Nationalpark

Am Eingang zum Canyonlands Nationalpark

Mesa Arch am Morgen

Der bekannte Mesa Arch im Canyonlands Nationalpark am Morgen

Mesa Arch

Hier am Mesa Arch kann man es gut aushalten

Nervenkitzel auf dem Shafer Trail

Nach dem Abstecher zum Mesa Arch wagen wir uns mit unserem Gefährt auf den berühmt berüchtigten Shafer Trail, genauer gesagt der Shafer Canyon Road (GPS: N 38 28.272, W 109 48.677 – Google Maps). Berühmt deshalb, weil der Shafer Trail 1991 als Filmkulisse für die Grand-Canyon-Szene aus “Thelma & Louise” mit Susan Sarandon, Geena Davis, Harvey Keitel und Brad Pitt diente. Der Shafer Trail führt insgesamt 18 Meilen in den Canyonlands Nationalpark hinein und ist nichts für schwache Nerven. Die schmale Schotterpiste bietet an vielen Stellen nur Platz für ein Fahrzeug. Kommt einem hier ein Auto entgegen, muss man zwangsläufig zurücksetzen – das ist wahrlich kein einfaches Unterfangen.

Rechts schrammen wir fast an der Wand entlang, während es auf der anderen Seite hunderte Meter senkrecht in die Tiefe geht. Eine Leitplanke sucht man hier vergebens. Bei schlechtem Wetter oder in der Nacht ist der Shafer Trail deshalb besonders gefährlich. Bei Regen verwandelt sich die Strecke in ein Schlammloch – die engen Passagen in der Steilwand möchte ich da unter keinen Umständen fahren. Die Straßenbedingungen sind insgesamt leider ziemlich schlecht und wir werden ordentlich durchgerüttelt. Das wollen wir unserem Miet-SUV keine 18 Meilen antun und drehen deshalb bald wieder um. Trotzdem war es eine spannende Erfahrung, ein Stück auf dieser geschichtsträchtigen Straße zu fahren. Wer die Serpentinen geschafft hat, kann unten übrigens entweder noch ein Stück den White Rim Trail fahren oder über die 13 Meilen lange Potash Road nach Moab zurückfahren. 

Shafer Trail

Hier ein Blick auf den Shafer Trail. Das hier ist allerdings schon der harmlose Teil

Shafer Trail und Canyonlands Nationalpark

Der Shafer Trail führt tief in den Canyonlands Nationalpark hinein

Der Name Shafer Trail rührt übrigens von Frank und John Shafer – zwei Farmer, die den Trail 1914 anlegten, um Vieh in die Ebene und zurück auf das Hochplateau zu befördern. In den 1950ern wurde der Shafer Trail ausgebaut, damit auch die mit Erz beladenen Trucks zu den großen Uranminen in der Gegend passieren konnten.

Grand View Point im Canyonlands Nationalpark

Nach diesem Abstecher in die Geschichte kehren wir zurück auf befestigte Straßen. Unser Ziel ist der Aussichtspunkt Grand View Point (GPS: N 38 18.735, W 109 51.409 – Google Maps) im Canyonlands Nationalpark. Von hier genießen wir einen atemberaubenden Blick über den Islands in the Sky District. Der Grand View Point ist definitiv einer der schönsten und lohnenswertesten Aussichtspunkte im Canyonlands Nationalpark. Hier lohnt es sich, ein bis zwei Stunden zu bleiben, ein wenig umherzuwandern und die grandiose Aussicht zu genießen. Natürlich kommen auch Fotografen voll auf ihre Kosten.

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Grand View Point im Canyonlands Nationalpark

Ich genieße die Aussicht am Grand View Point im Canyonlands Nationalpark

Canyonlands Nationalpark

Der Blick über den Canyonlands Nationalpark ist einmalig

Buck Canyon Overlook

Auf dem Rückweg machen wir auch noch am Buck Canyon Overlook (GPS: N 38 20.747, W 109 51.662 – Google Maps), ebenfalls ein Aussichtspunkt im Canyonlands Nationalpark, Halt. Hier ergibt sich noch einmal ein ganz anderes Bild als eben am Grand View Point.

Buck Canyon Overlook

Der Buck Canyon Overlook

Abendshooting im Arches Nationalpark

Auch vom Arches Nationalpark haben wir noch lange nicht genug. Unser erstes Ziel ist der bekannte Double Arch (GPS: N 38 41.491, W 109 32.413 – Google Maps) – ein riesiger Doppelsteinbogen, der nach wenigen Minuten Fußmarsch erreicht ist. Ein wirklich imposantes Gebilde und mit etwas Glück und Geduld bekommt man den Double Arch sogar ganz ohne Menschen aufs Foto. Wir setzen uns hier kurz unter die riesigen Steinbögen und lassen das ganze eine Weile auf uns wirken – ein wahrlich mystischer Ort. Der Double Arch ist übrigens kurz in den Filmen Indiana Jones und der letzte Kreuzzug und Hulk zu sehen.

Double Arch im Arches Nationalpark

Der Double Arch ist ein gigantischer, doppelter Steinbogen

Double Arch

Erst im Vergleich mit den Menschen wird klar, wie riesig der Double Arch eigentlich ist

Auch einen Abstecher zum Upper Delicate Arch Viewpoint lassen wir uns nicht nehmen. Vom Parkplatz (GPS: N 38 44.040, W 109 30.073 – Google Maps) folgen wir dem Delicate Arch Viewpoint Trail durch die einzigartige Wüstenlandschaft für ein paar Minuten bis zu dem spektakulären Aussichtspunkt. Der einmalige Blick auf den mächtigen Sandsteinbogen, der in der Ferne auf einem Felsband thront, ist überwältigend. Vom Aussichtspunkt folgen wir dem Weg noch etwas über zum Teil glatte Steine und kommen dem Delicate Arch so noch etwas näher. Leider ist der Himmel ein einziger grauer Brei. Es lohnt also kaum, hier auf den Sonnenuntergang zu warten.

Delicate Arch vom gegenüberliegenden Aussichtspunkt Upper Delicate Arch Viewpoint

Blick auf den Delicate Arch vom gegenüberliegenden Aussichtspunkt Upper Delicate Arch Viewpoint

Auf dem Rückweg nach Moab werden wir eines Besseren belehrt. Kurz nach Sonnenuntergang färbt sich der Himmel in den schönsten Farben – wer hätte das gedacht. Zum Glück sind wir gerade in der Nähe des Balanced Rock. Ich steige voll in die Eisen, baue die Kamera auf und lege los. Viel Zeit bleibt freilich nicht, einen guten Standort zu finden. Als Fotograf muss man aber manchmal nehmen, was man bekommen kann. Ich bin jedenfalls zufrieden.

Abends am Balanced Rock

Am Abend wird das Licht am Balanced Rock richtig schön

Arches Scenic Drive

Auf dem Arches Scenic Drive ist noch einiges los am Abend

Balanced Rock

Ein paar Minuten später sieht es so am Balanced Rock aus

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