Das Rollei Lion Rock Traveler Carbon-Stativ im Test
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Test: Rollei Lion Rock Traveler Carbon-Stativ

Mit der "Lion Rock Traveler"-Serie hat Rollei eine Stativreihe auf den Markt gebracht, die den höchsten Profiansprüchen genügen soll.

Die Stative sind speziell für den Outdoor-Einsatz konzipiert. Durch den Einsatz einer speziellen Dichtung sollen sogar Sand, Staub und Salzwasser dem Stativ nichts anhaben können.

Wie sich das Rollei Lion Rock Stativ im harten Alltag eines Landschaftsfotografen schlägt, liest du im Test.

Aktualisiert am 11.03.2022

Der erste Eindruck des Rollei Lion Rock Traveler

Das Rollei Lion Rock Traveler (wir haben das Stativ in der Größe M getestet) ist aus Carbon gefertigt und macht einen sehr robusten Eindruck. Dass Rollei keine eigene Produktion unterhält, ist kein Geheimnis. Gefertigt wird das Stativ bei Fotopro in Hongkong. Ein Hersteller, der schon recht lange am Markt ist und auch einige Preise gewonnen hat. Die Verarbeitung des Stativs ist absolut top. Alle Teile sind perfekt gearbeitet und perfekt verschraubt.

Das Rollei Lion Rock Traveler Stativ mit Schwan im See
Das Rollei Lion Rock Traveler Stativ zieht neugierige Blicke auf sich, nicht nur von Fotografen

Gewicht, Packmaß, Stabilität & Arbeitshöhe

Das Stativ in der Größe M (das ist die mittlere der drei angebotenen Größen) wiegt 1180 Gramm, der Stativkopf kommt auf 320 Gramm. Insgesamt kommt das Rollei Lion Rock Traveler M laut Hersteller auf exakt 1500 Gramm. Meine Küchenwaage zeigte beim Test 1524 Gramm an – seis drum!

1,5 Kilo – das ist für mich die magische Grenze, bei der ich sage, das darf ein Reisestativ wiegen, ohne dass es auf langen Touren oder Reisen zu sehr zur Last fällt. Mit einem Packmaß von rund 44 Zentimetern passt das Stativ locker in jeden Rucksack.

Die maximale Arbeitshöhe bei ausgefahrener Mittelsäule liegt bei 154 Zentimetern. Damit kannst du ganz komfortabel auf Kopfhöhe arbeiten. Wobei ich immer davor warne, die Mittelsäule zu weit auszufahren – das geht nämlich in der Regel enorm auf Kosten der Stabilität. Beim Lion Rock Traveler hält die Kamera – bei meinem Test unter anderem eine schwere Nikon D810 mit einem noch schwereren 80-400 mm Teleobjektiv (zusammen 2515 Gramm) – aber selbst bei ausgefahrener Mittelsäule sehr gut. Rollei gibt die maximale Tragkraft des Stativs übrigens mit 15 Kilo an. Dieser Wert ist zwar immer mit Vorsicht zu genießen. Ich habe aber keine Zweifel, dass das Stativ auch eine noch viel schwerere Kamera-Kombi als die meine locker trägt.

Die minimale Arbeitshöhe liegt bei 45 Zentimetern. Für bodennahe Aufnahmen kannst du die Mittelsäule teilen und die Kamera kopfüber nutzen. Die minimale Arbeitshöhe reduziert sich damit auf etwa 25 Zentimeter.

Flo im Wasser mit dem Das Rollei Lion Rock Traveler Stativ
Mit der M-Version des Stativs lässt sich gut auf Kopfhöhe arbeiten. Zum Einsatz kam hier eine Nikon D810 mit dem 14-24 mm 2.8 Ultraweitwinkelobjektiv

Mit 1500 Gramm ist das Rollei Lion Rock Traveler M zwar kein ausgesprochenes Leichtgewicht mehr – aber ich habe in dieser Gewichtsklasse selten ein Stativ gesehen, das so stabil ist. Das Stativ richtet sich damit klar an zumindest semiprofessionelle Outdoor-Fotografen, die auch bei Wind und Wetter fotografieren und dabei auf ein extrem stabiles Stativ angewiesen sind. Der Kälteschutz (aus Gummi) an allen drei Beinen zeigt schon: Dieses Stativ ist nicht nur für den Schönwetter-Fotografen konzipiert. Auch die spitzen Metall-Spikes unter den abziehbaren Gummifüßen schreien regelrecht nach dem nächsten Outdoor-Shooting im Hohen Norden.

Stativ mit Wasserwaage im Wasser
Das Stativ hat eine Wasserwaage integriert, der Kugelkopf eine zweite. Alle drei Beine verfügen über einen Kälteschutz aus Gummi. Dank des Hakens an der teilbaren Mittelsäule kannst du das Gewicht des Stativs – etwa bei Wind – erhöhen

Das Stativ im Einsatz

Die Stativbeine können auf drei verschiedenen Positionen verriegelt werden. Zum Transport werden die Beine wie bei Reisestativen üblich komplett um 180 Grad nach oben geklappt. Die Mittelsäule befindet sich dann zwischen den Stativbeinen.

Stativbeine mit Fixierung
Die Stativbeine lassen sich in drei Stellungen fixieren

Die Stativbeine selbst bestehen aus vier Segmenten, drei davon sind ausfahrbar. Die Drehverschlüsse verfügen beim Aufdrehen (aber nicht beim Schließen) über einen klar spürbaren Druckpunkt und sind als überaus knackig zu bezeichnen. Insgesamt finde ich das System sehr angenehm und komfortabel in der Bedienung.

Schraubverschluss vom Rollei Lion Rock Traveler Stativ
Die Schraubverschlüsse haben einen gut spürbaren Druckpunkt und lassen sich schnell und einfach lösen und schließen. Die untersten Segmente haben eine 5-cm-Markierung, um das Stativ leichter gerade auszurichten

Rollei wirbt damit, dass das Stativ für den Einsatz in staubigen Gegenden und sogar im Salzwasser geeignet ist. Ein Shooting im Meer wird dem Stativ sicher nichts anhaben. Unabdingbar ist meiner Meinung nach trotzdem die anschließende gründliche Reinigung vom Salzwasser. Setzt sich das Salz einmal in den feinen Gewinden fest, ist das Salz kaum noch zu entfernen.

Der Stativkopf

Dank des Arca-Swiss-kompatiblen Kugelkopfs mit Schnellwechselplatte kann die Kamera in wenigen Sekunden auf dem Stativkopf montiert und natürlich auch wieder abgenommen werden. Zur Fixierung der Kamera kommt eine Drehfixierung zum Einsatz. Die ist natürlich mühsamer zu bedienen als ein Schnappverschluss. Zur Sicherung der Kamera gibt es einen Sicherungsknopf, der gedrückt werden muss, um die Kamera abzunehmen. Das Herausrutschen der teuren Kameraausrüstung ist damit vollkommen ausgeschlossen (das ist mir bei einem anderen Stativ bereits einmal passiert).

Der mitgelieferte Kugelkopf hat mit dem Gewicht der Vollformatkamera mit aufgesetztem Teleobjektiv übrigens leichtes Spiel (welch ein Wortspiel). Rollei gibt die maximale Tragkraft ebenso wie beim Stativ mit 15 Kilo an.

Der Stativkopf verfügt neben einer Wasserwaage über eine Grad-Einteilung mit Einkerbung. So lassen sich Panoramen leichter erstellen. Zudem gibt es eine Friktionsschraube. Damit lässt sich einstellen, wie stark die Kugel beim Verstellen der Kamera gedämpft wird. Ein versehentliches Abrutschen der Kamera wird damit verhindert.

Der Kugelkopf des Stativs
Der Stativkopf hat unter anderem eine Grad-Einteilung für das leichtere Erstellen von Panoramen

Lieferumfang

Technische Daten (M-Version)

Das Rollei Lion Rock Traveler Carbon-Stativ – kaufen oder nicht?

Das Stativ macht eine überaus gute Figur. Die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben und das Stativ ist wirklich extrem robust bei vergleichsweise geringem Gewicht und Packmaß. Die Spikes und der Kälteschutz sprechen insbesondere Outdoor-Fotografen an, die mit einer schweren Vollformatkamera und lichtstarken Objektiven unterwegs sind. Mit dem Rollei Lion Rock Traveler kannst du nichts falsch machen. Trotzdem gibt es ein großes Aber: und das ist der Preis. Rollei – bislang ja eher bekannt für relativ preisgünstiges Zubehör – ruft 899 Euro für das Stativ in der mittleren Größe M auf. Das Lion Rock Traveler S kostet 799 Euro, das größte Modell Traveler L 999 Euro.

In dieser Preisklasse findest du sonst eigentlich nur noch Stative der französischen Traditionsfirma Gitzo (heute im Besitz von Manfrotto). Bei der Qualität muss sich Rollei mit dem Lion Rock Traveler sicher nicht mehr verstecken. Der große Firmenname schwingt hier aber nicht mit.

Bevor du 900 Euro für ein Stativ ausgibst, solltest du dir genau überlegen, was du damit vorhast. Bilder für Facebook, Instagram und Co? Dafür brauchst du sicher kein Stativ in dieser Preisklasse. Für größere professionelle Projekte ist eine Investition in dieser Höhe aber durchaus angebracht.

Pro

Neutral

Kontra

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4 Kommentare

  • - Oliver

    Hi, danke für das Review.Liebäugle mittlerweile auch mit einem der Lion Rock Stative. Habt ihr Erfahrungen mit denen von Sirui? Konkret das N-1204SK fände ich als Alternative interessant. Oder doch das Lion Rock? :D

    • - Florian

      Hallo Oliver,

      das Sirui spielt natürlich in einer ganz anderen Preisliga („nur“ um die 350 Euro). Beide Stative sind auf alle Fälle sehr gut. Ich denke, riesige Unterschiede wirst du nicht feststellen. Aber am besten einfach mal beide im direkten Vergleich anschauen. Im Netz kannst du ja alles zurückschicken, sollte dein Fachhändler umd die Ecke nicht beides dahaben (was ich befürchte).

      Viele Grüße
      Florian

    • - Oliver

      Ja wobei das Lion Rock ja, wenn man mal den Cashback betrachtet, auch nicht viel teurer ist (400-500 – je nach Modell). Da frage ich mich auch ob bei 50% Cashback der normale Preis nicht irgendwo ein Mondpreis ist… ;-)

    • - Florian

      Ja,

      mit dem Cashback schaut es anders aus. Wegen der Preisfindung müsstest du dich direkt mal an Rollei wenden .-)

      Ich würde halt nochmal genau die Daten vergleichen, Gewicht, Packmaß und Größe. Das ist ja schon sehr wichtig.

      Viele Grüße
      Florian

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