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Campen auf der Isle of Skye – Tipps & Tricks

Campen in Schottland auf der Isle of Skye macht sehr viel Spaß. Wir nehmen dich mit auf die bekannte Insel mit Zelt.

Satte grüne Wiesen im Mai, ein Lämmchen ins rechte Licht gerückt und dazu noch im Hintergrund ein riesiger See mit den imposanten Bergen.

Die wilde Natur aufsaugen und mit dem Zelt die wunderschöne Landschaft Schottlands weiter erkunden. Unsere Erfahrungen und Tipps werden dir eine große Hilfe beim Camping auf der Isle of Skye - und natürlich in ganz Schottland - sein.

Aktualisiert am 05.03.2022

Unsere Mission: wild Campen auf der Isle of Skye

Isle of Skye wir kommen! Für uns ist die beste Lösung oft, mit dem Zelt unterwegs zu sein. Als Fotografen und Video-Journalisten shooten wir am Morgen und am Abend und schlafen recht wenig. Und was ist da besser, als direkt am Spot zu zelten. So brausen wir mit unserem Mietwagen über die Skye Bridge auf die Isle of Skye. Wir erkunden die Umgebung, scouten tolle Spots für die nächsten Shootings und sind on fire. Wir brennen für die Landschaft, die wirklich traumhaft schön ist. Wir sind heiß aufs Campen.

Allerdings merken wir schnell: ganz so einfach ist es dann doch nicht. Sumpf und Zäune machen uns das Leben schwer. Wo bitte soll man sein Zelt aufbauen? Aber ich kann dir Hoffnung machen. Du musst nur wissen, wie du es angehst. Und das möchte ich dir mit diesem Artikel zeigen.

Zelt am Loch Slapin
Das Loch Slapin bietet viele tolle Möglichkeiten, ein Zelt aufzubauen

Campen auf der Isle of Skye: die Gesetzeslage

Schottland ist das Camperparadies schlechthin. Laut Gesetz darfst du in Schottland nämlich auf offenem Land campen. Wildcampen hat in Schottland eine Jahrhundertealte Tradition. Seit 2003 ist das Recht dazu per Gesetz festgeschrieben im „Land Reform (Scotland) Act“. Demnach hat jeder ein Zugangsrecht zu beinahe allen Land- und Wassergebieten. Aber nicht nur das: Du darfst das Land auch nutzen, um dich zu erholen – und dazu gehört auch Campen.

Campen auf der Isle of Skye ist doch nicht so einfach wie gedacht

Als wir bei Dauerregen auf der Isle of Skye durch die Dunkelheit fahren, wird uns eines klar: ganz so einfach ist es dann doch nicht, hier zu zelten. Zumindest dann, wenn man wie wir mit dem Auto unterwegs ist, und nicht tagelang durch die Highlands wandert. In den Highlands weitab der Zivilisation ist campen völlig unproblematisch. Vorausgesetzt, man findet einen passenden Zeltplatz. 

Wer mit dem Auto unterwegs ist, muss sich an einige Verbote halten. Häuser und Gärten sind verständlicherweise vom Recht ausgeschlossen, diese frei zu betreten und einfach sein Zelt aufzbauen. Du solltest also immer außerhalb der Sichtweite von Wohnhäusern campieren – es sei denn, du hast die Erlaubnis des Grundbesitzers. Das dürfte in der Regel aber eher schwer umzusetzen sein. Du darfst dein Zelt auch nicht auf bestellten Feldern, genutzten Viehweiden, Erholungsanlagen – dazu gehören etwa Parks – oder an Sehenswürdigkeiten aufstellen, für die Eintritt verlangt wird. Hin und wieder gibt es auch Schilder, die das übernachten explizit verbieten („No Camping“). Diese Verbotsschilder sieht man meist an großen Parkplätzen, die in der Regel Camper mit Wohnwagen betreffen.

Eine Ausnahme gibt es auch im Loch Lomond & dem Trossachs Nationalpark (der aber nicht auf der Isle of Skye liegt). Hier darfst du in den Monaten März bis September an weiten Teilen des Ostufers des Loch Lomond nur auf ausgewiesenen Campingplätzen oder mit einem Permit, also einer Genehmigung, campieren. Aber das versteht man auch. Im Sommer ist hier schließlich die Hölle los, weil jeder den Traum eines genialen Camping-Urlaubs im Kopf hat. Und dann wird es einfach zu voll.

Zäune auf der Isle of Skye

Soweit die Theorie. Wenn du mit dem Auto über die Skye Bridge fährst und der A87 folgst, wird dich erst einmal die Ernüchterung einholen. Die Straße ist quasi komplett eingezäunt. Das bringt einige Probleme mit sich: Zum einen wirst du keinen Stellplatz für dein Auto finden. Zum anderen stehen diese Zäune nicht ohne Grund da. Theoretisch darfst du das Land hinter dem Zaun betreten. Dazu müsstest du aber erst einmal den Stacheldraht überwinden. Viele Zäune wurden wohl auch errichtet, weil sich viele Camper einfach nicht an die Regeln gehalten haben. Wenn man sein Zelt irgendwo aufbaut, sollte man diesen Platz natürlich auch so wieder verlassen, wie man ihn aufgefunden hat. Wenn jeder seinen Müll liegen lässt oder Lagerfeuer abbrennt, ist es irgendwann auch der toleranteste Schotte leid. Die Folge sind die vielen Zäune an den Straßen, über die man daher besser nicht klettert, um sein Zelt dahinter aufzubauen.

Weitere Probleme beim Campen auf der Isle of Skye

Es gibt natürlich auch viele Parkplätze, an denen kein „No Camping“ Verbotsschild aufgestellt ist. Die ist für Wohnmobile perfekt. Zwar stehst du auch hier an der Straße, aber immerhin hast du einen Stellplatz für dein sperriges Gefährt. Für dein Zelt sieht es da nicht ganz so gut aus. Denn entweder musst du die Heringe in den steinigen Boden jagen (oft ein Ding der Unmöglichkeit), oder aber du findest überhaupt keine geeignete Stelle dort. Also fährst du unverrichteter Dinge weiter – auf der Suche nach deinem perfekten Zeltplatz.

Dauerregen

Dauerregen ist auch eines der Probleme, die auf der Isle of Skye das Zelten ein wenig erschweren können. Wenn du nicht eh nur mit Rucksack, Zelt und der entsprechenden Ausrüstung für eine lange Wanderung auf der Isle of Skye unterwegs bist, wirst du vermutlich versuchen, alle deine Klamotten halbwegs trocken zu halten. Irgendwo parken und Zelt, Schlafsack und Co bei Regen länger durch die Gegend schleppen machen nur die wenigsten. Zum Regen kommt der starke Wind. Da will man sein Zelt eigentlich direkt am Auto aufbauen – zumindest uns ging es so. Der Regen sorgt außerdem dafür, dass der Boden an vielen Stellen völlig aufgeweicht ist und sich daher kaum als Zeltplatz eignet. Oft ist es auch einfach so sumpfig, dass die Landschaft zwar toll aussieht, du aber schnell feststellen wirst, dass es an diesen Orten mit Zelten einfach nichts wird. All das sind Dinge, die du beim Camping auf der Isle of Skye beachten musst. Aber ich kann dir schon Hoffnung machen: Mit ein wenig Erfahrung meisterst du das alles.

Kochen im Regen
Kochen im Regen – das gehört beim Camping auf der Isle of Skye dazu
Biggi und Flo unter Regenschirm
Ein Regenschirm kann nützlich sein, wenn man im Freien kocht

Die erste Hilfe: Campingplätze

Ohne dich langweilen zu wollen und ohne ein Spaßverderber sein zu wollen, aber für den ersten Abend auf der Isle of Skye rate ich dir: such dir einen Campingplatz. Zwar musst du auch dort ein wenig suchen, um einen halbwegs festen und nicht völlig aufgeweichten Untergrund zu finden. So bekommst du ein erstes Gefühl für die Insel.

Wie ist das Wetter? Wie schnell baust du dein Zelt auf und wieder ab? Was brauchst du alles? Was fehlt dir noch, was du vielleicht noch im nächsten Ort besorgen kannst? Es regnet wirklich oft auf der Isle of Skye. Vielleicht musst du dein Zelt im Regen aufbauen – und am nächsten Morgen wieder abbauen. Vielleicht musst du auch im Regen kochen. All das sind aber Erfahrungen, die du beim Zelten in Schottland machen solltest. Denn erst mit diesen Erfahrungen kannst du überhaupt verstehen, worum es eigentlich geht.

Es geht um Glücksmomente, um Erfahrungen, um kleine Dinge, die ein Lächeln auf dein Gesicht zaubern und den ganzen Tag anhalten. Zum Beispiel wachst du morgens auf und merkst, dass etwas anders ist. Stimmt, es regnet nicht. Mein Rat: top. Spring aus deinem Zelt und bau es ab. Einen Start in den Tag ohne Regen musst du nutzen. Du öffnest dein Zelt und es regnet dir direkt ins Gesicht. Aber vor deinem Zelt steht ein kleines Lämmchen und schaut dich an – ein Moment, der mich den ganzen Tag hat schmunzeln lassen.

Auf einem Campingplatz traf ich eine Französin, die ihre Klamotten im Waschraum am Handtrockner geföhnt hat. Sie war nur mit dem Rucksack unterwegs und war dankbar um den Trockner. Sie versuchte ihre Schuhe und ihre Kleidung einigermaßen trocken zu bekommen. Vor den Backpackern in Schottland habe ich wirklich Respekt. Im Regen unterwegs zu sein, ohne sich aufwärmen zu können, ohne seine Sachen trocknen zu können und dann noch in einem nassen Zelt zu schlafen – dafür braucht es wirklich Stärke. Für die Französin war der Trockner das Highlight des Abends. Man lernt kleine Dinge zu schätzen. Und das ist super wichtig für dein ganzes Leben.

Unsere Tipps fürs Camping auf der Isle of Skye

Nach der ersten Nacht im Zelt auf dem Campingplatz haben wir die Isle of Skye erkundet. Weiter im Norden und im Westen der Insel ist es schon viel einfacher, sein Zelt irgendwo in der grandiosen Landschaft aufzubauen. Die Zäune verschwinden, immer öfter gibt es Buchten, Wiesen oder Plätze, die sich anbieten. Du findest auch Strände, die toll sind. Und langsam bekommst du ein Gespür dafür, wo es sich gut campen lässt und wo eher nicht.

Essen im Freien
Das Essen ist angerichtet. Die erste Nacht im Zelt auf der Isle of Skye verbringen wir auf dem Campingplatz in Sligachan

Tolle Plätze für dein Zelt auf der Isle of Skye

Wir haben auf unserer Reise einige tolle Plätze ausgemacht, die sich ideal als Zeltplatz eignen. Das wird dir gerade am Anfang helfen, besser zurecht zu kommen. Ich muss noch darauf hinweisen, dass wir in der Nebensaison, im Mai. unterwegs waren. Wie es in der Hochsaison mit den manchmal dünn gesääten Zeltmöglichkeiten aussieht, wissen wir nicht.

Zeltplatz
In der Nähe des Duntulm Castle finden wir diesen Platz – ideal für ein bis zwei Zelte. Das war mein Lieblingsplatz. Grandiose Kulisse und tolle Gegend

Camping auf der Isle of Skye (und in Schottland) – so gehts richtig

Idylle und der perfekte Campingplatz

Wichtig ist immer, dass du bei der Suche nach einem guten Platz zum Campen nicht die Hoffnung aufgibst. Es findet sich schon hin und wieder ein wirklich nettes Plätzchen. Wir haben auch in der Nacht noch immer einen Platz für unser Zelt gefunden. Uns ist nur wichtig, dass wir realistisch über das Wildcampen auf der Isle of Skye berichten und du keiner Illussion aufsitzt. Die Bilder im Internet suggerieren ja oft doch etwas anderes. Mit unseren Camping-Tipps wirst du dich sicher gut zurecht finden auf der Isle of Skye.

Und dann wird es dir so gehen wie uns: Als ich am Morgen das Zelt öffnete, stand direkt vor mir ein kleines Lämmchen. Oder du findest den ultimativen Spot. Du baust dein Zelt mit Blick aufs Meer auf, kochst dir etwas leckeres und trinkst ein Bierchen. Wir sind auch öfter mal aufgewacht und es hat nicht geregnet – es sind die kleinen Dinge, die das Zelten auf der Isle of Skye so besonders machen. An einem Tag war es morgens sogar so mild, dass wir Lust hatten, uns zu waschen. Ja, Zelten ist nicht für Jedermann. Und schon gar nicht auf der Isle of Skye. Aber wenn du erst einmal ein paar Spots zum Campen kennst und dann auch noch etwas Glück mit dem Wetter hast, wird es zum ultimativen Erlebnis.

Blick aus dem Zelt
Du machst das Zelt auf ind ein kleines Lämmchen schaut dich mit großen Augen an – einfach unvergesslich

Fototipp: Wer kennt sie nicht, diese tollen Fotos vom Zeltinneren nach draußen. Um das zu realisieren, solltest du das Außenzelt abbauen, damit einfach mehr von der Landschaft auf dem Bild ist. Das setzt aber voraus, dass es nicht in Strömen regnet. Dieses Glück hatten wir auf unserem Roadtrip auf der Isle of Skye nicht. Wir waren einfach immer heilfroh, das Zelt nicht im schlimmsten Regen abbauen zu müssen.

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