Alle Ultra-Weitwinkel-Objektive im Überblick + Tipps & Kaufberatung

Der große Vergleich: Ultra-Weitwinkel-Objektive im Überblick

Ultra-Weitwinkel-Objektive zaubern Landschaftsfotos mit atemberaubenden Perspektiven

Mit einem guten Ultra-Weitwinkel-Objektiv und ein paar einfachen Foto-Techniken hebst du deine Landschaftsbilder auf ein völlig neues Niveau. Wer noch nie ein Ultra-Weitwinkel-Objektiv benutzt hat, wird aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Es gibt aber ein paar Regeln, die du unbedingt beachten musst, wenn du mit einem Ultra-Weitwinkel-Objektiv auf Foto-Pirsch gehst. Mit einem Ultra-Weitwinkel-Objektiv gelingt es dir, scheinbar unwichtige Details in den Fokus des Betrachters zu rücken und dem Foto eine völlig neue Wirkung zu verleihen. Gegenstände im Vordergrund erscheinen riesig, während im Hintergrund ganze Berge zu verschwinden scheinen. Der Unterschied zwischen einem normalen Weitwinkel und einem Ultra-Weitwinkel-Objektiv ist immens. Mit einer Brennweite von 24mm wirst du nie solche Resultate erzielen wie mit einer extremen Brennweite von 14mm bis 17mm am Kleinbildformat.  Eine Übersicht über die verschiedenen Brennweiten findest du hier. Es gibt sogar noch extremere Ultra-Weitwinkel-Objektive mit einer Brennweite von 11mm – und das ohne den Fischaugeneffekt. An diese neue Art der Perspektive musst du dich aber erst gewöhnen. Du wirst jedoch schnell erkennen: so schwer ist das garnicht.

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Regel Nummer 1 – Der Vordergrund

Such dir unbedingt einen markanten Vordergrund. Das kann ein Fels oder ein Blütenfeld sein, genauso aber auch ein Steg, der den Betrachter in das Bild zieht oder jedes andere interessante Detail in der Landschaft. In der Regel solltest du es vermeiden, zuviel vom Himmel auf dem Foto zu zeigen. Der Vordergrund ist das A und O. Ein guter Anhaltspunkt ist die Drittel-Regel. Ein Drittel Himmel und zwei Drittel Vordergrund und Landschaft. Übrigens: noch mehr Tipps und Tricks gibt’s in unserem eBook 101 Fotografien und die Geschichte dahinter“.

Welches Ultraweitwinkelobjektiv ist das richtige

Aufgenommen mit einem Canon 17-40mm F4/L @ 17mm

Regel Nummer 2 – Die volle Schärfe

Wenn du ein Ultra-Weitwinkel-Objektiv benutzt, ist es unabdingbar, dass das Foto von vorne bis hinten absolut scharf dargestellt wird. Der eine oder andere wird jetzt sagen, dann schließe ich die Blende so weit es geht, wähle also einen möglichst hohen Blendenwert. Leider funktioniert das wegen der sogenannten Beugungsunschärfe nicht. Es  gibt leider keine allgemeingültige Regel, ab welcher Blende die Beugungsunschärfe störend wird. Das hängt sehr stark von der Kamera und dem Objektiv ab. Grob kann man aber sagen, dass man an einer Kamera mit APS-C-Sensor problemlos bis Blende 11 gehen kann. Eine Kamera mit Kleinbildsensor (Vollformat) verkraftet auch Blende 18, bevor die Beugungsunschärfe störend wird. Am besten testest du das aber selbst mit deiner eigenen Kamera-Objektiv-Kombination. Um die maximale Schärfe aus dem Bild zu holen, solltet ihr den Fokus manuell auf die hyperfokale Distanz einstellen. Einen sehr guten Rechner zur Ermittlung der hyperfokalen Distanz gibt es bei  DOFMaster.

Regel Nummer 3 – Niemals ohne Filter

Wenn du dir ein Ultra-Weitwinkel-Objektiv zulegst, kommst du nicht an Filtern vorbei. Ein Polfilter hilft dir etwa dabei, die Spiegelung in einem See verschwinden oder Farben satter erscheinen zu lassen. Probleme kann es allerdings dann geben, wenn du blauen Himmel mit auf dem Foto hast. Durch den Einsatz des Ultraweitwinkelobjektivs stößt der Polfilter an seine Grenzen und es wird nur ein Teil des Himmels polarisiert. So ein Foto taugt dann leider nur noch als Erinnerung. Unabdingbar sind auch Grauverlauffilter, mit denen du den Kontrast zwischen hellem Himmel und dunklen Vordergrund in den Griff bekommst. Ein Graufilter hilft dir indes dabei, die Belichtungszeit zu verlängern.  Welche Filter genau ich empfehle, liest du hier.

Für welches Ultra-Weitwinkel-Objektiv du dich letztendlich entscheidest, hängt natürlich von deinem Kamerasystem und deinem Budget ab. Du musst kein Vermögen ausgeben, um in den Bereich der extremen Weitwinkel vorzustoßen. Die günstigsten Objektive für Canon fangen bei gut 200 Euro an. Bei Nikon geht es erst bei etwa 700 Euro los. Aber es gibt natürlich auch Drittanbieter wie Sigma, Tamron und Tokina, die deutlich günstigere Objektive im Angebot haben. Bei vergleichsweise günstigen Objektiven sind natürlich Abstriche bei der Schärfe und der optischen Qualität zu machen – gute Bilder sind aber auch mit solchen Objektiven zu machen. Trotzdem lohnt es sich, nicht auf jeden Euro zu achten und lieber ein teureres Objektiv zu kaufen. Ihr werdet den Unterschied sehen.

Hier eine Liste der gängigen Ultraweitwinkelobjektive (Stand Dezember 2015)

Canon EOS M
EF-M 11-22mm f/4-5.6 IS STM* (ca. 330 Euro)

Canon APS-C
EF-S 10-18mm F4-5.6 IS STM* (ca. 220 Euro)
EF-S 10-22mm f3.5-4.5 USM* (ca. 600 Euro)

Canon Vollformat
EF 11-24mm f/4L USM (ca. 3000 Euro)
EF 16-35mm f/2.8L II USM* (ca. 1300 Euro)
EF 16-35mm f/4L IS USM* (ca. 900 Euro) – Mein persönlicher Tipp für Canon-Vollformat-Kameras
EF 17-40mm F/4L USM* (ca. 650 Euro)

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Fujifilm APS-C
XF 10-24mm f/4 R OIS (ca. 1000 Euro)

Nikon CX
1 Nikkor 6.7-13mm f/3.5-5.6 VR* (ca. 450 Euro)

Nikon DX
AF-S DX Nikkor 10-24mm f/3.5-4.5G ED* (ca. 730 Euro)

Nikon FX
AF-S Nikkor 14-24mm f/2.8G ED* (ca 1600 Euro) – Mein persönlicher Tipp für Nikon-Vollformat-Kameras
AF-S Nikkor 16-35mm f/4G ED VR* (ca. 950 Euro)
AF-S Nikkor 18-35mm 7/3,5-4,5G ED* (ca. 800 Euro)

Olympus Micro Four Thirds
M.Zuiko ED 7-14mm f/2.8 Pro* (ca. 1300 Euro)

Panasonic Micro Four Thirds
Lumix G Vario 7-14mm f/4.0 ASPH* (ca. 850 Euro)

Sigma APS-C für Canon, Nikon, Pentax, Sigma und Sony
8-16mm F4.5-5.6 DC HSM* (ca. 650 Euro)
10-20mm F3.5 EX DC HSM* (ca. 430 Euro)

Sigma Vollformat für Canon, Nikon, Pentax, Sigma und Sony
12-24mm F4.5-5.6 DG HDMII* (ca. 650 Euro)

Sony APS-C A-Mount
DT 11-18mm F4.5-5.6* (ca. 480 Euro)

Sony APS-C E-Mount
E10-18mm F4 OSS* (ca. 680 Euro)

Sony Vollformat A-Mount
Vario-Sonnar T*16-35mm F2.8 ZA SSM* (ca. 2350 Euro)

Sony Vollformat E-Mount
Vario-Tessar T* 16-35mm F4 ZA OSS* (ca. 1200 Euro)

Tamron APS-C für Canon, Nikon, Pentax und Sony
SP 10-24mm F/3.5-4.5 Di II* (ca. 380 Euro)

Tamron Vollformat für Canon, Nikon, Pentax und Sony
SP 15-30mm F/2.8 Di VC USD* (ca. 980 Euro)

Tokina APS-C für Canon und Nikon
AT-X 11-20 F2.8 Pro DX* (ca. 600 Euro)

Fazit

Wir hoffen, dir mit unseren Tipps und dem Überblick über die gängigen Ultra-Weitwinkel-Objektive ein wenig geholfen zu haben. Willst du öfters Landschaften fotografieren, wirst du mit einem Weitwinkel-Objektiv tolle Ergebnisse erzielen. Unser Tipps für Canon-Vollfotmat-Kameras ist übrigens das  EF 16-35mm f/4L IS USM*. Für Nikon Vollformat-Kameras bietet sich das  AF-S Nikkor 14-24mm f/2.8G ED* an. Das Objektiv ist groß und schwer, zaubert aber beeindruckende Landschaftsfotos.

 

 

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8 replies
  1. Bodo Zentner
    Bodo Zentner says:

    Hi :o)
    Ich bin gestern über eure Seite gestolpert, da ich auf der Suche nach Fotospots im Südwesten der USA war.
    Erst mal: wirklich fantastische Bilder! Ich war 2013 auch im Südwesten und habe als ambitionierter Knipser ein paar passable Aufnahmen gemacht, aber die Qualität ist weit enfernt von den hier veröffentlichten Fotos.

    Mir ist ein offenbarer Widerspruch aufgefallen. Du empfiehlst z.B. das Nikon 14-24mmm f/2.8 und wirst ebenfalls nicht müde auf die Relevanz von Verlaufsfiltern hinzuweisen. Frage: wie befestigst du diese am genannten Objektiv? Meines Wissens ist es aufgrund der Objektivwölbung nicht möglich einen Filter bzw. eine Filterhalterung aufzuschrauben.
    Ich frage deshalb so interessiert, weil ich gerade auf der Suche nach einem Weitwinkel für meine gerade gekaufte D750 bin. Es wäre toll wenn du mein eventuell bestehendes Missverständnis aufklären könntest.
    Dein ebook habe ich schon geladen, aber leider noch nicht gelesen. Bin schon sehr gespannt.
    Grüße aus dem Norden!
    Bodo

    Reply
    • Florian Westermann
      Florian Westermann says:

      Hallo Bodo,

      danke für die Blumen 🙂 Im Laufe der kommenden Monate kommen, sofern ich es zeitlich schaffe, übrigens noch sehr viel mehr Bilder auch in die älteren Beiträge, also auch in unsere USA-Berichte

      In der Tat kann man für das 14-24 keinen Standardhalter benutzen, aber es gibt natürlich auch hier Möglichkeiten. Zum einen gibt es einen Halter von Lee, natürlich Lee-typisch nicht ganz preisgünstig http://www.leefilters.com/index.php/camera/system-sw150

      Ich selbst nutze den Haida 150er Filterhalter. Der Filterhalter funzt ganz hervorragend und man kann problemlos drei Filter hintereinander einschieben. Man muss bei dem 14-24 allerdings auch die sehr teuren 150er Filter anschaffen. Mit Filterhalter und ein paar Grau- und Grauverlaufsfiltern sowie einem Polfilter ist man da ganz schnell 1000 Euro oder mehr los.

      Viele Grüße in den Norden
      Florian

      Reply
      • Bodo Zentner
        Bodo Zentner says:

        Hallo nochmal :o)

        Vielen Dank für deine Antwort. Ja, die Lee Filter sind schon ziemlich heftig. Und auch nicht so leicht erhältlich wie ich feststellen musste. Mal sehen…

        Viele Grüße,
        Bodo

        Reply
        • Florian Westermann
          Florian Westermann says:

          Hi Bodo,

          ja, die Lee Filter zu besorgen ist nicht so einfach. In der Regel muss man die direkt bei einem Händler in UK bestellen. Dank des schwachen Pfunds ist das derzeit sogar fast ein Schnäppchen.

          Aber Lee ist ja auch kein absolutes Muss. Wie gesagt, ich nutze die Glasfilter von Formatt Hitech. Die haben auch ihre Vorteile, aber auch ihre Nachteile. So große Glasfilter sind eben sehr schwer und auch nicht eben einfach zu händeln. Wenn die Glasfilter mit der Zeit weniger werden sollten (Bruch durch runterfallen, ist mir schon passiert), werde ich die aber wohl mit Lee ersetzen. Ich hasse nichts mehr als viel zu schleppen auf langen Touren.

          Viele Grüße
          Florian

          Reply
  2. Pascal Betke Photography
    Pascal Betke Photography says:

    Moin, auf der Suche nach einem Weitwinkelobjektiv für Cropkameras (habe die Canon 70D), bin ich auf diverse Objektive gestoßen. Dabei wollte ich dann aber doch bei Canon bleiben weil ich denke das die für die eigene Kamera optimierter sind. Aber eventuell kann ich mich da auch etwas täuschen.

    Nun habe ich deinen tollen Bericht gelesen und bin wieder am zweifeln ob ich das Canon 10-22mm oder das “neue” 10-18mm (einen kurzen Entscheidungsbericht habe ich hier verfasst: http://www.pascalbetke.de/allgemein/soll-ich-mir-das-canon-ef-s-10-18mm-14-5-5-6-is-stm-objektiv-kaufen ) nehmen soll.

    Was meinst du? Das 10-18mm ist so schön günstig, aber mich stört etwas das Kunststoffbajonett.

    Viele Grüße, Pascal

    Reply
    • Florian Westermann
      Florian Westermann says:

      Hi Pascal,

      das ist eine gute Frage. Wer aufs Geld schaut, greift beim 10-18mm zu. Ich wäre aber eher der Typ für das 10-22mm. Das kostet zwar das Doppelte, aber an den Objektiven sollte man nicht sparen. Prinzipiell sollte man eigentlich bei den Objektiven immer zur besten und damit leider oft teuersten Lösung greifen. Wer aber nur 3x im Jahr am Strand fotografiert, wird sicher auch mit dem 10-18mm glücklich. Ich spreche halt immer aus der Sicht eines Profis.

      Viele Grüße
      Florian

      Reply
      • Pascal Betke Photography
        Pascal Betke Photography says:

        Aber ist es denn von der Bildqualität besser als das günstige 10-18mm? Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass neue 10-18mm soll etwas schärfer sein und weniger Chromatische Aberrationen vorhanden sein.

        Reply
        • Florian Westermann
          Florian Westermann says:

          Hi, ich würde sagen, die beiden nehmen sich nicht sehr viel bei der Bildqualität. Die Haptik ist beim 10-22 aber eine bessere. Wenn dich das nicht stört, kannst du sicher bedenkenlos beim 10-18 zugreifen.

          Reply

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