USA – Tag 10 – Der “King of Wings”

Nach einer gewohnt kurzen Nacht erwartet uns das nächste Highlight: Der Sonnenaufgang über dem Monument Valley. Wir erleben ein unbeschreibliches Spektakel aus Schatten- und Licht, in der Ferne liegen die berühmten Buttes im Dunst der Wüste.

Hunts Mesa am Morgen

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Das Frühstück kommt heute Morgen aus der Tüte: Nüsse und Trockenmüsli. Aber das ist garnicht einmal zu verachten – in den kommenden Tagen werden wir uns des Öfteren damit eindecken. 

Obwohl wir eine andere Route wählen, ist die Rückfahrt nicht weniger spektakulär. Für Duffy ist das ganze ein Kinderspiel, wie er uns mit einem Lachen wissen lässt. Mit seinen Trucks ist er sonst auf ganz anderen Pfaden unterwegs. Wir glauben es sofort, so unbeschwert, wie er hinter dem Steuer sitzt. 

Auf dem Rückweg will uns Duffy unbedingt eine versteckte Double-Arch zeigen – wir sind beeindruckt. So etwas habe ich zuvor nur im Arches Nationalpark gesehen, wo sich allerdings unzählige Touristen tummeln.

Double-Arch Monument Valley

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Wir machen außerdem Halt an einer alten Navajo-Ruine, die ein wenig an das bekannte “House on Fire” erinnert. Hier dasselbe Bild: Wir sind weit und breit die einzigen Menschen. Wir können sogar in das Innere der Ruine klettern, die im Hang einer majestätischen Felswand liegt.

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Navajo-Ruine Monument Valley

Auf unserer Fahrt passieren wir tiefe Sanddünen und beeindruckende Steilwände. Sogar Kühe mit ihren Kälbchen weiden friedlich an der Piste. Vorher schlittern wir aber noch einen Hang herab, der laut Duffy so steil ist, dass kein Fahrzeug auf dieser Welt in der Lage ist, diesen in die andere Richtung zu passieren. Wir erreichen schließlich unseren Parkplatz. Der Abschied fällt nicht leicht, schließlich haben wir mit Tracey und Duffy einen unvergesslichen Trip erlebt.  

Gegen Mittag – ich kaufe mir zuvor noch einen echten Cowboy-Hut wie Duffy einen trägt – machen wir uns mit unserem SUV auf, das Monument Valley zu durchqueren. Die Strecke ist natürlich kein Vergleich zu der tollen, erlebnisreichen Fahrt mit Duffys Chevy. Nach eineinhalb Stunden brechen wir auf zu neuen Ufern. Wehmütig blicken wir noch einmal zurück in Richtung Hunts Mesa.

Doch der nächste interessante Spot wartet bereits auf uns. Wir machen uns auf den Weg nach New Mexico, genauer gesagt nach Farmington. Hier erleben wir eine echte Enttäuschung: Unser Motel stellt sich als regelrechte Bruchbude heraus. Von einem Loch im Waschbecken, siffigen Handtüchern bis hin zu netten Mitbewohnern – tote und lebendige Spinnen und anderes Getier in der Badewanne – ist alles dabei, was uns den Aufenthalt vermiest. Etwas verärgert springen wir ins Auto, bereit für ein nächtliches Abenteuer. Südlich der Bisti Badlands liegt der “King of Wings” – unser Ziel für heute Abend. Fast unberührt von Besuchern liegt dieser beeindruckende Felsen inmitten einer Stein- und Sandschotterdünenlandschaft, die nicht von dieser Welt scheint. Noch kann der “King of Wings” als Geheimtipp eingestuft werden. Dementsprechend können wir auch keinem Trail folgen, sondern müssen uns mit den Koordinaten im GPS durch die unübersichtliche Landschaft kämpfen.

Wir parken unseren Wagen etwas versteckt hinter einem Hügel und klettern durch einen Stacheldrahtzaun. So oder so ähnlich muss es auf dem Mars aussehen. Über Hügel und durch tiefe Gräben führt uns das GPS – einige Schürfwunden bleiben nicht aus. Nach einer gefühlten Ewigkeit erspähen wir endlich das erstaunliche Gebilde. Durch Erosion sind hier unterschiedlichste Formen entstanden, die alles, aber nicht irdisch wirken. Der Sonnenuntergang taucht die Landschaft in magisches Licht. Fasziniert von diesem Spektakel bleiben wir bis tief in die Nacht. Den Rückweg müssen wir mit  unseren Taschenlampen antreten. Kein einfaches Unterfangen. Ohne das GPS wären wir hier vollkommen aufgeschmissen, wir würden nie und nimmer zurück zum Auto finden. Etwas mulmig wird es uns, als wir nicht allzuweit entfernt für einige Sekunden ein Licht erblicken. Dank der modernen Technik erreichen wir aber letzendlich unbeschadet unseren Parkplatz.

King of Wings King of Wings2

Farmington erreichen wir erst gegen 23 Uhr. Zu so später Stunde haben bereits alle Restaurants geschlossen. Die einzige Alternative ist das Wal-Mart Supercenter, das zu dieser Uhrzeit fast menschenleer ist. Noch auf dem riesigen Parkplatz stürzen wir uns auf die Käsesticks, frische Tomaten und labbriges Weißbrot  –  mittlerweile sind wir große Fans davon.

Weitere Bilder, Termine zu Ausstellungen und Foto-Workshops gibt es wie immer auf meiner Foto-Website Westermann Photography

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