USA – Tag 11 – False Kiva

Nach den gestrigen Strapazen sind wir heute Morgen ziemlich am Ende – und so lassen wir den Sonnenaufgang in den Bisti Badlands ausfallen. Auf dem Weg nach Moab gibt’s im Auto Emerald’s Breakfast on the go! – ein leckerer Mix aus Nüssen und Cerealien – und dazu einen Kakao aus dem Kühlregal. Unser Ziel, den Arches Nationalpark, erreichen wir gegen Mittag. Viel Zeit bleibt also nicht, schließlich haben wir hier nur einen Tag eingeplant. So stürmen wir in der brütenden Mittagshitze von Arch zu Arch. Neben dem Balanced Rock dürfen natürlich auch die Windows-Sektion und der Double Arch nicht fehlen, bevor wir zum Wahrzeichen Utahs, dem Delicate Arch, aufbrechen.

Arches Nationalpark Windows-Sektion

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Arches Nationalpark Double Arch

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Von Rachel Joyce
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Joyce, Rachel: Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry. Roman. Aus dem Englischen von Maria Andreas. Frankfurt, Krüger / Fischer 2012. 8°. 378 Seiten. Pappband mit Originalumschlag. Sehr gut erhalten.

Ohne Rücksicht auf Verluste stürmen wir den Trail nach oben und hängen Heerscharen von Touristen aus aller Welt ab. Mit gutem Schuhwerk, Sonnenschutz und viel Wasser ist der Hike gut zu meistern. Viele Besucher ignorieren den eindringlichen Hinweis der Parkverwaltung, dass es sich um einen anstrengenden Hike handelt und angesichts der Temperaturen um die 40 Grad genügend Wasser mitgeführt werden muss – mindestens eine Gallone pro Person. Wir sehen genügend Menschen, die den Trail in Flip Flops und teilweise ohne Wasser in Angriff nehmen. Oben angekommen müssen wir auch einem älteren chinesischen Ehepaar mit einem Liter Wasser aushelfen – die beiden sind völlig am Ende und haben die Wanderung und die Hitze offenbar vollkommen unterschätzt.

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Dann können wir ihn endlich genießen, den Delicate Arch! 14 Meter ragt der imposante Steinbogen in den Himmel, im Hintergrund erstrecken sich die La Salle Mountains. Die höchste Erhebung der Gebirgskette ist der 3.877 Meter hohe Mount Peale.

Delicate Arch

Nach der kurzen Exkursion in den Arches Nationalpark, der mehr als 2.000 Steinbögen mit einer Öffnung von mindestens 90 cm zählt, nehmen wir Kurs auf den rund 30 Meilen entfernten Canyonlands Nationalpark. Wir parken unseren Wagen am Alcove Spring Trailhead. Von hier aus geht es die Straße wieder ein Stück zurück, rechterhand biegen wir schließlich auf einen inzwischen gut sichtbaren Trampelpfad ab. Jegliche Hinweise zur False Kiva – auch in der Map des Parks – fehlen nach wie vor. Zu Recht, schließlich würden Unmengen an Touristen diesem einzigartigen Stück Natur mit Sicherheit schwer zusetzen. Wir folgen dem Trail eine ganze Weile, passieren eine steinige Passage – hier ist etwas Orientierungssinn gefragt – und klettern schließlich ein Stück nach unten. Bald stehen wir vor einer riesigen Felswand. Wer nicht weiß, wo sich die False Kiva befindet, dürfte spätestens an dieser Stelle wieder umkehren. 

Wir folgen dem Pfad weiter nach unten und kämpfen uns durch unwegsames Gelände – auch wenn es auf den ersten Blick so erscheint, dem Abgrund kommt man dabei zu keinem Zeitpunkt gefährlich nahe. Zum Schluss folgt noch ein steiler Aufstieg durch ein riesiges Geröllfeld. Die letzten Meter erfordern etwas Geschick – dann  stehen wir inmitten einer riesigen Alcove, die schon vor langer Zeit von einem indianischen Volk genutzt wurde. Der einstige Zweck des Steinkreises, der hier bewundert werden kann, ist bis  heute ein Rätsel. 

Dies ist mein dritter Besuch der False Kiva – bislang habe ich hier noch keine Menschenseele getroffen. In Foren habe ich allerdings auch schon anderslautende Berichte gelesen, wonach es bisweilen hoch hergeht auf dem Trail – selbst von Überlegungen, das ganze Areal wegen des Besucherstroms komplett zu sperren, ist offenbar die Rede. Damit das nicht passiert, kann ich nur appellieren: Haltet bitte Abstand von den Ausgrabungen!

Wir sind überwältigt vom traumhaften Ausblick und der mystischen Stimmung, die von diesem magischen Ort ausgeht. Langsam verschwindet die Sonne hinter dem Horizont und der Himmel färbt sich lila. Der aufgehende Mond taucht die Landschaft in fahles Licht, am Himmel erscheinen die ersten Sterne. Ab und an ziehen zwei Krähen ihre Bahnen und unterbrechen die unbeschreibliche Stille mit ihren Rufen. Wir fühlen die Magie, dem die früheren Bewohner dieses Ortes auch verfallen gewesen sein müssen. Und ganz alleine sind wir schließlich auch nicht: Aus einer Felsspalte starrt ein kleines Mäuschen, das es auf unsere Käsesticks abgesehen hat.

Canyonlands Nationalpark2 False Kiva 2 False Kiva am Abend

In völliger Dunkelheit – bewaffnet mit zwei Taschenlampen – machen wir uns auf den steinigen Rückweg. Unser Motelzimmer in Moab lassen wir verfallen – wir ziehen es vor, in der freien Natur zu übernachten.

Weitere Bilder, Termine zu Ausstellungen und Foto-Workshops gibt es wie immer auf meiner Foto-Website Westermann Photography

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