USA – Tag 11 – House on Fire und Monument Valley

Das House on Fire steht in Flammen

Zum House on Fire im Lower Mule Canyon führt eine schöne Wanderung

Am Morgen zieht es mich noch einmal zum Spider Rock. Ich treffe ein junges Paar, das wie ich auf der Reise durch den Südwesten der USA ist. Mit meiner Kamera und dem Stativ erwecke ich natürlich Aufsehen. Wir kommen kurz ins Gespräch, bevor die beiden weiterziehen. Leider sind die Lichtverhältnisse so schlecht, dass kein vernünftiges Bild auf der Kamera landet. Nach der gestrigen Ausbeute macht das aber nichts. Ich genieße einfach die unbeschreibliche Ruhe und die grandiose Aussicht auf den Spider Rock, der mir sprichwörtlich zu Füßen liegt. Vom Canyon de Challey soll es heute ins 90 Meilen entfernte Monument Valley gehen. Ich nehme aber einen Umweg in Kauf, um das House on Fire im Lower Mule Canyon zu besuchen. Beim sogenannten House on Fire handelt es sich um eine alte Ruine der Anasazi-Indianer, die lichterloh brennt, so scheint es zumindest. Bevor ich aber am Parkplatz ankomme, mache ich einen kurzen Stopp in Bluff. Besonders sehenswert ist hier der alte Cow Canyon Trading Post, der an der Kreuzung von Highway 163 und Highway 191 liegt. Errichtet wurde der bestens restaurierte Handelsposten um 1949 herum von Rusty Musselman, dem ersten Sheriff von San Juan County.

Cow Canyon Trading Post

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Wanderung zum House on Fire

Von Bluff aus ist es nicht mehr weit bis zum Wanderparkplatz (GPS: – google Maps) zum House on Fire. Am Milmarker 102 auf dem Highway 95 geht eine kleine Dirtroad, die San Juan County Road 263 nach Norden, ab. Ich folge der Schotterpiste einen halben Kilometer. Ein paar Autos stehen schon hier, ganz alleine werde ich wohl nicht sein am House on Fire. Schnell die Wanderschuhe angezogen und los gehts. Es geht links hinunter in den Lower Mule Canyon. Am Trailhead steht eine kleinen Register Box. Der Lower Mule Canyon ist ungewöhnlich grün für diese Region. Der schmale Pfad führt an Wiesen und Bäumen vorbei und schlängelt sich in den immer schmaler werdenden Canyon. Ich quere immer wieder das Bachbett, das nie ganz ausgetrocknet ist. Meist geht es über rote Felsplatten, ab und an auch durch Schlamm. Nach 1¼ Meilen erblicke ich rechts oben unter einem Felsüberhang das House on Fire. Man könnte die alten Wohn- und Vorratsräume leicht übersehen, wenn hier nicht schon ein Dutzend Fotografen am Werke wären. Ich verbringe einige Zeit hier am House on Fire, bevor ich den Rückweg antrete. Besonders sehenswert ist das House on Fire am späten Vormittag. Durch die Strukturen im Sandstein und die Farbe scheinen riesige Flammen aus dem Dach der Ruine zu schlagen.

House on Fire House on Fire2

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Zwischenstopp in Mexican Hat

Bevor es weiter ins Monument Valley geht, mache ich Stopp in Mexican Hat. Der Name der Siedlung stammt vom Mexican Hat Rock, einem Felsen drei Kilometer nordnordöstlich gelegen. Die Form des Felsens erinnert ein wenig an einen Sombrero. Mexican Hat ist nicht mehr als ein kleines Wüstenkaff, das außer einer Shell-Tankstelle, die gleichzeitig auch Supermarkt ist, nicht viel Infrastruktur besitzt. Mein Frühstück fällt heute deswegen etwas spärlich aus. Die Pizza-Slices sehen leider genauso wenig einladend aus wie die Hotdogs. Ich entscheide mich für Nüsse, Chips und Eis. Eine schlechte Entscheidung – auf der Weiterfahrt Richtung Monument Valley wird mir wirklich übel von dieser eher ungewöhnlichen Mixtur.

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Frühstück

Der Scenic Drive im Monument Valley

Im Monument Valley steuere ich als erstes wie jeder Besucher das Visitor Center an. Ich will aber eigentlich nach Hunts Mesa, einem der beeindruckendsten Aussichtspunkte über das Monument Valley. Leider – oder angesichts der Menschenmassen wohl zum Glück – darf man sich im Monument Valley nur sehr eingeschränkt alleine bewegen. Ich frage einen Guide, was die Tour zu Hunts Mesa kosten soll – und es haut mir die Kinnlade runter. 400 Dollar soll ich bezahlen – und das ist nur die Abendtour ohne Übernachtung. Das lässt mein Budget leider nicht zu und so bleibt mir nur die bekannte Standardstrecke übrig. Wie immer fegt der Wind mit aller Kraft durch das Monument Valley und wirbelt Unmengen an Staub auf. Kurioserweise treffe ich hier den Belgier Mark wieder, der gestern schon am Spider Rock sein Unwesen trieb. Viele Grüße an dieser Stelle. Also breche ich auf und folge dem 17 Meilen langen Scenic Drive, auf dem das Auto schon ganz ordentlich durchgeschüttelt wird. 

Ich wage auch einen Abstecher zum John Ford’s Point. Die Staße geht direkt am Scenic Drive ab und führt mich auf ein Plateau mit einer tollen Sicht auf den Tafelberg Merrick Butte. Ein paar Indianer haben Stände aufgebaut und verkaufen Schmuck an Touristen – außer mir ist aber sonst niemand hier. Wegen dem Schmuck bin ich eigentlich auch nicht hier – vielmehr will ich ein Foto mit einem Reiter vor dem Merrick Butte. Auch das ist kein Problem. Für ein kleines Trinkgeld schnappt sich einer der Indianer sein Pferd, trottet ein Stück weit raus und possiert für meine Kamera. Ich gebe zu, das ist ein richtiges Klischee – aber das gehört einfach zum John Ford’s Point dazu.

Monument Valley Monument Valley2

 

Monument Valley3 Monument Valley4 Monument Valley5

Auf dem Scenic Drive ist heute nicht viel los – womöglich ist es vielen einfach zu heiß. Am Himmel ist keine Wolke zu sehen und die Sonne brennt gnadenlos herunter. Für mich ist das ein Glücksfall, habe ich das Monument Valley doch fast ganz für mich alleine. Ich halte immer wieder an, bewundere die karge Landschaft und genieße die Ruhe. Mit dieser Ruhe ist es am Abend vorbei. Am Visitor Center stehen schon ganze Heerscharen von Fotografen, die auf den Sonnenuntergang warten. Das beliebteste Motiv sind die zwei mannshohen Felsen mit den drei Tafelbergen West Mitten Butte, East Mitten Butte und Merrick Butte im Hintergrund. Eine asiatische Reisegruppe hat sich schon lange vor Sonnenuntergang positioniert und weicht keinen Zentimeter. Selbst lange nach Sonnenuntergang stehen die gleichen Gestalten noch immer an der gleichen Stelle – Kreativität geht irgendwie anders. Wer ein paar Minuten Fußweg investiert, erhält schon einen ganz anderen Blick auf das Monument Valley.

Fotografen am Monument Valley

Dabei geht es auch anders:

Monument Valley7 Monument Valley6

 

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