USA – Tag 12 – Sonnenuntergang am Alstrom Point

Abgelegen und einsam: der Alstrom Point

Der Alstrom Point in Utah ist nur nach einer langen und beschwerlichen Anfahrt zu erreichen

Ich zögere lange, ob ich mich um vier Uhr aus dem Bett quälen und zum Monument Valley aufbrechen soll. Ich lasse es schließlich etwas ruhiger angehen und schlafe aus. Ich breche erst recht spät in Richtung des kleinen Wüstenstädtchens Page auf. Mein Plan ist, am Abend am Alstrom Point, der hoch über dem Lake Powell liegt, zu fotografieren. Bis dahin ist es aber noch Zeit und ich mache am Antelope Canyon Halt. Für den Upper Antelope Canyon, der für seine beeindruckenden Lightbeams bekannt ist, ist die Fototour heute leider schon ausgebucht. Ich versuche es noch am Lower Antelope Canyon, den ich allerdings schon kenne. Vor zwei Jahren waren natürlich auch einige Leute im Canyon, heute bildet sich vor dem Kassenhäuschen aber eine lange Schlange. Mir bleibt ja nicht viel übrig und so geselle ich mich unauffällig dazu. Nach einer halben Stunde stehe ich endlich vor dem alten Indianer, der hier kassiert. Kreditkarten akzeptiere man nicht, lässt er mich wissen – und Bargeld habe ich leider nicht genügend dabei. Also gut, dann fällt der Antelope Canyon heute ins Wasser.

Bei McDonald’s komme ich mit vier Deutschen ins Gespräch, die auf der Durchreise und ganz begeistert von der Gegend sind. Um am Abend am Alstrom Point nicht ohne Abendessen dazustehen, fülle ich meine Vorräte noch beim benachbarten Wal Mart auf. Ein Burgerbrötchen, Burgerfleich und ein Einweggrill wandern in den Einkaufswagen. Das wird ein unvergessliches Erlebnis, ganz alleine hoch über dem Lake Powel zu grillen und die spektakuläre Aussicht zu genießen. Leider kommt alles ganz anders.

Auf dem Weg zum Alstrom Point

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Anfahrt zum Alstrom Point

Mit meinen bis zum bersten gefüllten Vorräten mache ich mich auf den Weg zum Alstrom Point. Rund 17 Meilen hinter Page in nordwestlicher Richtung geht vom Highway 89 in Big Water gegenüber dem Visitor Center die Straße zum Alstrom Point ab. Ein paar hundert Meter weiter geht es rechts auf die Smoky Mountain Road (BLM Road 300) ab. Vergest nicht, den Meilenzähler auf null zu stellen. Wenn ihr nun bald ein ausgetrocknetes Wash passiert, seid ihr richtig. Wie bei jedem Wash solltet ihr darauf achten, dass nicht gerade eine Flashflood angerauscht kommt. Die nächsten 14 Meilen sind mit jedem normalen Pkw problemlos zu fahren. Die Schotterpiste ist breit und gut zu fahren. Das gilt jedenfalls, solange es nicht regnet. Wer hier in ein Unwetter gerät, sitzt mitunter tagelang fest. Nach 13 Meilen fahrt ihr an einem Schild rechts in Richtung Smoky Mountain Road und Grand Bench. Nach einer weiteren Meile kommt ein weiterer Wegweiser – hier biegt ihr wieder rechts ab in Richtung Grand Bench. Von nun an wird die Strecke rauer und ihr werdet ordentlich durchgeschüttelt. Dafür entschädigt die großartige Landschaft – es geht durch wirklich sehenswerte Badlands. Achtet vor allem auf spitze Steine, die euch die Reifen aufschlitzen können. Ein Highlight ist der Moon Butte, den ihr schon aus der Ferne erkennt. Hier lohnt es sich Halt zu machen und die Gegend ein wenig zu erkunden. Nach 17 Meilen erreicht ihr eine Gabelung – diesmal haltet ihr euch links. Bei Meile 18 erreicht ihr ein Schild mit dem Hinweis Alstrom Point – fünf Meilen. Hier biegt ihr rechts ab und folgt der Schotterpiste, die alsbald in eine schmale Sandpiste übergeht. Aber keine Sorge, der Sand ist an keiner Stelle so tief, dass ihr euch festfahren könntet. Kurz vor dem eigentlichen Ziel wird die Strecke steinig und und ihr erreicht ein riesiges Plateu. Wer jetzt kein SUV mit Allradantrieb hat, stellt sein Fahrzeug hier ab und wandert das letzte Stück – eine Dreiviertelstunde bis Stunde solltet ihr dafür einplanen.

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Das große Problem an dieser Stelle ist ein recht kurzer, aber steiler sandiger Hang. In den USA sind viele SUV mittlerweile auch nur noch mit einem AWD ausgestattet. Hier werden zwar auch alle vier Räder angetrieben – sobald eines duchdreht, steckt ihr aber fest. Und genau das passiert mir. Ich merke schnell, dass mit meinem AWD-Fahrzeug nicht mehr weiterkomme. Ich steige aus und sammle fleißig Steine, um die Stelle etwas zu entschärfen. Nach unzähligen erfolglosen Versuchen will ich aufgeben und zu Fuß weitergehen. Dann entdecke ich aber eine Umfahrung. Zugegeben, die sieht auch nicht viel besser aus und so sammle ich wieder Steine. Nach einigen Rangiermanövern, mehreren Versuchen und viel Anlauf überwinde ich die Stelle mit größter Mühe. Jetzt wird es richtig übel. Ein Weg ist kaum noch zu erkennen und die Felsplatten sind für mein SUV grenzwertig. Ich muss immer wieder aussteigen und die optimale Spur suchen, um nicht mit dem Unterboden aufzusetzen. Doch die Mühe lohnt sich.

Am Alstrom Point wird mir schnell klar, dass das Abendessen ausfällt. Hier oben pfeifft der Wind mit 80 bis 100 Stundenkilometern. Statt Burger gibt es leckeres Eis von Ben & Jerries – leider schon halb geschmolzen – und ein paar Erdbeeren. Draußen fällt es mit mitunter schwer, mich auf den Beinen zu halten. Dafür bin ich hier ganz alleine. Ich genieße die atemberaubende Aussicht, die ich das erste Mal vor zwei Jahren erleben durfte. Im Licht der untergehenden leuchtet die Landschaft rund um den Lake Powell in den schönsten Farben – ein unvergessliches Erlebnis.

Auf dem Weg zum Alstrom Point

 

Florian Westermann4

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