USA – Tag 13 – Magie im Antelope Canyon

Der Antelope Canyon: magische Momente garantiert

Der Antelope Canyon ist ein Highlight auf jeder Reise durch den Südwesten der USA

Der Wind pfeifft noch bis tief in die Nacht. Entgegen meiner schlimmsten Befürchtungen werde ich aber nicht mitsamt Auto über die steilen Klippen in den Lake Powell geweht. Mein Wecker reißt mich schon lange vor Sonnenausgang aus dem Schlaf. Der Wind hat sich inzwischen gelegt und mir weht nur noch eine leichte Brise um die Nase. Ich schnappe mir meine Kamera und warte darauf, dass die Sonne am Horizont hervorkommt. Der Himmel leuchtet in den schönsten Farben, aber leider ist einziges Wölkchen zu sehen. Es ist noch ein wenig frisch. Das ändert sich aber, sobald die ersten Sonnenstrahlen die Landschaft erleuchten. Ich genieße die Stille und den atemberaubenden Ausblick vom Altrom Point.

Alstrom Point4

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Ich lasse die Szenerie eine Weile auf mich wirken und beschließe, den Grill anzuwerfen. Also Burger zum Frühstück. Nach dem spärlichen Abendessen lässt der Duft der Holzkohle meine Freude auf frisch gebrutzelte Burger ins Unermessliche steigen. Leider kommt mein Drei-Dollar-Grill nicht auf Touren und so bleibt die Küche wieder kalt. Völlig ausgehungert – die Eiscreme vom Vorabend ist auch nicht mehr genießbar – mache ich mich auf den Rückweg in Richtung Page und Upper Antelope Canyon. Meter für Meter, Steinplatte für Steinplatte kämpfe ich mich durchs Gelände. Mir kommt sogar ein großer Jeep entgegen. Ein paar Touristen, die sich von einem Guide zum Alstrom Point chauffieren lassen. Den Sonnenaufgang haben sie aber schon lange verpasst – und damit die einzigartige Stimmung zum Sonnenaufgang am Alstrom Point.

Auf dem Weg zum Alstrom Point6

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Gestern habe ich mich für die Foto-Tour im Upper Antelope Canyon angemeldet (Parkplatz GPS: N 36 53.820, W 111 24.468 – Google Maps). Mit 90 Dollar (Stand: Sommer 2012) ist das kein billiges Vergnügen. Anders ist es aber nicht möglich, im Upper Antelope Canyon schöne Fotos zu schießen. Nur bei der teuren Foto-Tour darf man sein Stativ aufbauen. Außerdem wissen die Guides genau, wann an welcher Stelle die Sonne in den Canyon scheint und an welcher Stelle die magischen Lightbeams erscheinen. Die Guides sorgen auch dafür, dass keiner durchs Bild rennt. Viel Zeit bleibt nämlich nicht, wenn die Sonne durch die engen Canyonwände fällt und die bekannten Lightbeams entstehen. Nach zwei, drei Minuten ist der ganze Spuk schon wieder vorbei und die Guides eilen zum nächsten Spot. Die Bilder, die hier entstehen, sind wirklich atemberaubend.

Allerdings geht es im Upper Antelope Canyon zu wie auf dem Rummel. Tausende Besucher werden Tag für Tag durch den engen Canyon geschleust. Das liegt auch daran, dass die Betreiberfamilie des Canyons die Besucher sogar direkt im Hotel abholt. Das letzte sandige Stück der Strecke zum Eingang des Canyons, das kein normaler Pkw schafft, wird mit einem dicken Pickup mit Allradantrieb zurückgelegt. So schön es im Upper Antelope Canyon auch ist: Zeit zum Innehalten hat man keine – das ganze artet eigentlich nur in Stress aus. Für mich wird das mein erster und letzter Besuch im Upper Antelope Canyon gewesen sein.

Eine Alternative ist der Lower Antelope Canyon, also der untere Teil des Canyons. Der Parkplatz (GPS: N 36 54.149, W 111 24.666 – Google Maps) befindet sich von Page aus kommend kurz vor dem riesigen Kraftwerk, das schon Meilen vorher zu sehen ist. Der Eingang liegt mit dem Auto nur etwa eine Minute vom Upper Antelope Canyon entfernt. Der Lower Antelope Canyon ist sehr viel enger als der obere Teil und an einigen Stellen hat der eine oder andere Besucher schon Probleme. Das geht gleich am Eingang los, der recht eng ist und wo Eisentreppen nach unten führen. Leider ist auch der Lower Antelope Canyon inzwischen sehr voll. Aufgrund der Enge des Canyons geht es hier aber trotzdem noch gesitteter zu. 

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Upper Antelope Canyon Upper Antelope Canyon2 Upper Antelope Canyon3 Upper Antelope Canyon4 Upper Antelope Canyon5 Upper Antelope Canyon6

Der Buckskin Gulch – der krasse Gegensatz zum Antelope Canyon

Nach der Foto-Tour durch den Upper Antelope Canyon bin ich ziemlich genervt und ich suche schnell das Weite. Mein nächstes Ziel ist der Buckskin Gulch auf. Der Canyon schlängelt sich auf einer Länge von mehr als 21 Kilometern durch die Landschaft und die Wände ragen zum Teil mehrere hundert Meter in die Höhe. Nach gut acht Meilen über die House Rock Valley Road (BLM 700) erreiche ich den Parkplatz. Von hier geht es zu Fuß weiter. Der Weg führt mich rund zwei Meilen weit durch ein sandiges Wash, bevor ich zum Wire Pass gelange, einem Zugang zum Bukskin Gulch. Am Anfang begegnen mir noch ein paar Menschen, aber je weiter ich in den Canyon vordringe, desto einsamer wird es um mich herum. Im Buckskin Gulch bin ich dann schließlich vollkommen alleine – was für ein krasser Gegensatz zum Upper Antelope Canyon.

Achtung vor Flashfloods

Wie in jedem Slotcanyon ist es auch im Buckskin Gulch überlebenswichtig, die Wetterlage genau im Auge zu behalten. Platzregen sind für den Südwesten der USA nichts ungewöhnliches. Das Wasser kann dann oft nicht versickern und durch die engen Canyons schießen in Sekunden riesige Wassermassen, die alles mitreißen. Wer von einer Flashflood in einem Slotcanyon überrascht wird, hat so gut wie keine Überlebenschance. Das Unwetter muss dazu nicht einmal direkt über euch wüten. Das Unglück kann seinen Lauf nehmen, wenn über euch die Sonne scheint und viele Kilometer entfernt ein Unwetter wütet. 1997 etwa gab es elf Tote im Antelope Canyon durch eine Flashflood. Seitdem sind die Sicherheitsbedingungen hier natürlich angepasst worden. Wenn ihr auf eigene Faust unterwegs seid, seid ihr aber vollkommen auf euch gestellt.

Buckskin Gulch Buckskin Gulch3 Buckskin Gulch2

In allen Slotcanyons gilt höchste Vorsicht! Flashfloods können hier zur tödlichen Gefahr werden. Checkt bitte immer die Wetterlage, bevor ihr in einen Slotcanyon steigt. Auch Unwetter in großer Entfernung können zum Verhängnis werden. Was eine Flashflood anrichten kann, haben wir selbst in der Wave erlebt. Hier gibt es das Video

Die Toadstool Hoodoos im Abendlicht

Ich habe leider nicht sehr viel Zeit und muss nach ein paar Kilometern im Buckskin Gulch umkehren. Schließlich warten am Abend die Toadstool Hoodoos, die offiziell Paria Rimrocks heißen, auf mich. Ich nehme die Beine unter die Arme und eile zurück zum Auto. Vom Parkplatz des Buckskin Gulch ist es nicht weit bis zum Trailhead der Toadstool Hoodoos (GPS: N 37 06.057, W 111 52.409 – Google Maps), der 29 Meilen nordwestlich von Page direkt am Highway 89 liegt. Am Eingang warnt mich ein Schild vor Mountain Lions – also Pumas. Obwohl Pumas nicht zu den Großkatzen zählen, sind Pumas mächtige Raubtiere, die einem Menschen sehr gefährlich werden können. Es geht durch ein ausgetrocknetes Flußbett, der Weg ist nicht zu verfehlen. Nach 20 Minuten erreiche ich die ersten Hoodoos – das sind auch gleich die beeindruckendsten im gesamten Gebiet. Hier umzukehren wäre aber ein großer Fehler. Es lohnt sich, das gesamte Gebiet zu erkunden und dafür ein bis zwei Stunden einzuplanen. Orientiert man sich etwa nach Westen beziehungsweise nach links, erreicht man nach einem kurzen Fußweg noch eine ganze Reihe weiterer Hoodoos. Im Licht der untergehenden Sonne sind die Toadstool Hoodoos natürlich besonders beeindruckend. Das lasse ich mir nicht entgehen und trete den Rückweg erst bei Dunkelheit an.

Mountain Lion Toadstool Hoodos Toadstool Hoodos2 Florian Westermann bei den Toadstool Hoodos

 

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