USA – Tag 14 – Die Narrows

Wir verschätzen uns mit der Uhrzeit und stehen viel zu früh im Zion Nationalpark vor The Temples and Towers of the Virgin. Sei’s drum, ein paar Minuten Schlaf können nicht schaden. Wie durch ein Wunder werde ich gerade noch rechtzeitig wach, um den Sonnenaufgang nicht zu verpassen.

The Temples and Towers of the Virgin

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Fasziniert von der grandiosen Landschaft brechen wir fast zu spät in die Narrows auf. Nach einem kurzen Hike heißt es, die Neoprensocken auspacken und anziehen. Der Hintergrund ist schnell erklärt: Etwa zwei Drittel des Trails durch die Narrows liegen im Wasser des Virgin River, der heute zum Glück nicht allzutief ist. Zur Sicherung der Kameraausrüstung habe ich im Vorfeld jedes Objektiv und natürlich die Kamera selbst in Plastiksäcken verstaut. Dann stürzen wir uns in die Fluten. Das eiskalte Wasser reicht uns teilweise bis zu den Oberschenkeln. Wer hier ohne Wanderstock unterwegs ist, hat schon verloren. Daher der Tipp: Für fünf Dollar gibt es robuste Wanderstöcke aus Holz in allen Outdoorgeschäften in Springdale zu mieten. 

Wir kämpfen uns gegen den Strom des Virgin River nach Norden – und haben ganz nebenbei einen Heidenspaß. Je weiter wir vordringen, desto näher rücken die Canyonwände zusammen – absolut beeindruckend, zumal wir hier am Morgen fast alleine unterwegs sind. Unser Ziel, die sogenannte Wall Street – die engste Stelle des Canyons – erreichen wir schneller als gedacht. Die imposanten Wände des Canyons ragen hier mehrere hundert Meter in den Himmel und lassen kaum Sonnenlicht bis zum Boden durchdringen. Wir sind überwältigt von diesen grandiosen Eindrücken. 

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Gegen Mittag verwandeln sich die Narrows langsam aber sicher in ein Freibad. Trotz der kräftezehrenden Wanderung strömen hunderte Menschen in Richtung Wall Street – viele davon in Badesachen. Im Orderville Canyon – einem Seitenarm der Narrows – geht es etwas ruhiger zu. Das mag auch daran liegen, dass hier einige kleinere Kletterpassagen zu überwinden sind. Wir kämpfen uns so weit es geht in den Canyon vor – an einem Wasserfall ist unsere Reise dann aber zuende. Ohne Kletterausrüstung geht hier nichts mehr.

Narrows Zion Nationalpark2 Narrows Zion Nationalpark3

So schnell, wie wir an der Wall Street angelangt sind, so zäh ist der Rückweg. Unsere Beine sind inzwischen schwer wie Blei und jede der unzähligen Durchquerungen des Virgin River zehrt an unseren Kräften. Gefühlt sind wir mindestens drei Mal so lange unterwegs wie auf dem Hinweg. Es hilft alles nichts, wir reißen uns zusammen und erreichen völlig erschöpft den rettenden Shuttle-Bus. Zur Belohnung machen wir am Abend noch einmal Rast im Cafe Soleil. Angesichts der einzigartigen Eindrücke überlegen wir sogar kurz, Morgen früh noch einmal einen Abstecher in die Narrows zu wagen – unsere Beine raten davon aber dringend ab. 

Trotz der Strapazen: Die Wanderung durch die Zion Narrows zählt definitiv zu den absoluten Highlights unserer Reise.

Weitere Bilder, Termine zu Ausstellungen und Foto-Workshops gibt es wie immer auf meiner Foto-Website Westermann Photography

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