USA – Tag 15 – Alleine in der Wüste

Heute müssen wir leider Lebewohl zum Zion Nationalpark sagen. Unsere vorletzte Station der Reise führt uns wieder an den Grand Canyon, nun allerdings an das wenig besuchte North Rim. Genauer gesagt ist der Toroweap Point unser Ziel. Vom Highway 389 geht es irgendwo zwischen Colorado City und Fredonia rechts ab. Ein großes Schild von “Kanab Tire” heißt uns schon einmal willkommen. Das ganze kann aber auch als Warnung verstanden werden: Laut Angaben der Parkverwaltung erleiden 25 Prozent aller Besucher mindestens einen Plattfuß auf der rund 200 Kilometer langen Schotterstrecke zum Toroweap Point und wieder zurück. Ein Abschleppwagen schlägt mit 1.000 bis 2.000 Dollar zu Buche.

Kanab Tire

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Ich kenne die Route und mache mir wenig Gedanken, schließlich wird nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird. Anfangs ist die Straße in gutem Zustand, erst ab der Ranger-Station wird es erwartungsgemäß etwas holpriger. Zu meiner Überraschung ist die Station sogar besetzt. Wir werden ein letztes Mal eindringlich vor Klapperschlangen und den schlechten “Roadconditions” gewarnt. Nichts davon kann uns aufhalten. Ganz so unwegsam hatte ich die Piste zwar wirklich nicht in Erinnerung, am Ende erreichen wir den Campground aber unbeschadet. Der Toroweap Point gehört uns – und wir werden den kompletten Campground mit seinen neun Stellplätzen heute Abend ganz alleine für uns haben.

Wir rangieren den Wagen noch das letzte steile Stück hinab zum Campground und machen uns in der Hitze auf zum North Rim. Nach einer guten halben Stunde stehen wir vor dem imposanten Abgrund. Die Felswände stürzen im 90-Grad-Winkel fast 900 Meter in die Tiefe – nur das Rauschen des Colorado River ist zu hören.

Model am Toroweap Point Florian Westermann am Toroweap Point

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Nach diesem kurzen Ausflug wandern wir zum Auto zurück und holen erst einmal etwas Schlaf nach. Ein Geräusch weckt mich plötzlich. Es ist Larry, der hier in der Gegend als Volunteer Ranger dafür sorgt, dass alles seinen gewohnten Gang geht. Larry erzählt uns schließlich auch, dass die Besucher derzeit wegen der brütenden Hitze fernbleiben.

Zum Sonnenuntergang stehen wir wieder am Grand Canyon – inzwischen hat sich allerdings direkt am Rim eine kleine Gruppe Fotografen aus Las Vegas niedergelassen, die wegen des Super-Mondes heute Nacht angereist ist. Die untergehende Sonne taucht die Canyon-Wände in magische Orangetöne. Es dauert nicht lange, bis sich der Himmel lila verfärbt und die Landschaft einem Ölgemälde gleicht. Inzwischen ist auch der Mond aufgegangen – und er ist wirklich rießig

Toroweap Point Toroweap Point2 Supermond am Grand Canyon

Wir suchen uns schließlich ein Plätzchen nahe am Rim und genießen die Stille, den grandiosen Ausblick und den klaren Sternenhimmel.

Florian Westermann am Toroweap Point2

Zum Ausklang des Tages gibt es noch einmal etwas – zumindest für uns – Besonderes: Würzige Doritos mit Guacamole und Frischkäse-Dip.

Weitere Bilder, Termine zu Ausstellungen und Foto-Workshops gibt es wie immer auf meiner Foto-Website Westermann Photography

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