USA – Tag 15 – Die Hillbillis im Jogiland

Reifenpanne in der Wüste

Hätte ich geahnt, was uns im Laufe des Tages alles erwartet, wäre ich lieber im Bett geblieben. Nach einem Zwischenstopp in der Fashion Mall steuern wir den Zabriskie Point im Death Valley an. Das Termometer zeigt 120 Grad Fahrenheit – das sind fast 50 Grad Celsius. Im Freien ist es kaum auszuhalten.

Zabriskie Point

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Auf der Weiterfahrt durch das Death Valley überholen wir eine Fata Morgana. Oder ist es gar keine Sinnestäuschung? Nein, da joggt tatsächlich jemand durchs Death Valley! Offenbar ein Wahnsinniger. Ein Kommunikationsversuch scheitert. Wahrscheinlich leidet der Arme bereits unter Wassermangel und der Hitze. Der Jogger ist aber kein Einzelfall, wie wir verdutzt feststellen. Auf der Route durch das Tal des Todes treffen wir auf drei weitere Läufer sowie einen Radfahrer. Was die Menschen zu solchen Quälereien anstachelt, wird sich mir wohl nie erschließen.

Jogger im Death Valley

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Nach rund 200 Meilen haben wir einen der heißesten Orte der Welt durchquert und dabei einige tausend Höhenmeter zurückgelegt. Am späten Nachmittag treffen wir in Lone Pine ein – hier stehen die Alabama Hills auf der Agenda.

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Alabama Hills Alabama Hills2 Alabama Hills3

Wir verschaffen uns gerade einen kurzen Überblick über das Gebiet, als plötzlich die Reifanwarnanzeige aufleuchtet. Nach einem kurzen Check unserer Pneus die bittere Gewissheit: Wir haben ein dickes Loch im linken Hinterreifen, aus dem unerbittlich Luft entweicht. Schnellstmöglich machen wir uns auf dem Weg zur Hauptstraße. Das klappt auch, einen Kilometer vor Lone Pine ist dann aber Schicht im Schacht. Also heißt es, das Auto mit dem Wagenheber hochkurbeln und das Rad wechseln

Reifenpanne

Leider haben wir nur ein Notrad an Bord. Bis nach San Francisco kommen wir so sicher nicht. Wir legen einen Zwischenstopp bei der nächsten Tankstelle ein. Hier treffen wir auf einen Typen, der die Betreiber der einzigen Werkstatt in dem Wüstennest kennt. Das Prekäre: Es ist Samstagabend und am kommenden Montag haben die Geschäfte wegen des “Independence Day”-Feiertags geschlossen. Wir haben Glück im Unglück: Um diese Uhrzeit sei die Werkstatt normalerweise schon geschlossen, aber zufälligerweise ist noch jemand vor Ort. Wir sollen uns beeilen. Diesen Rat beherzigen wir. 

Es dauert nur rund eine halbe Stunde, bis die sehr schweigsamen Jungs – Rednecks, wie einige provokante Tatoos verraten – den Reifen geflickt und uns wieder straßentauglich gemacht haben. Der ganze Spaß kostet uns zwar nur 30 Dollar, den Sonnenuntergang in den Alabama-Hills können wir aber vergessen. Stattdessen machen wir uns auf in das zweieinhalb Stunden entfernte Örtchen Mammoth Lakes. Auf dem Weg dürfen wir einen Sternenhimmel bewundern, wie es ihn in Europa kaum noch gibt. Abermillionen funkelnder Sterne machen den Himmel zu einem wahren Feuerwerk der Natur. 

In Mammoth Lakes lernen wir die Natur auch noch von einer anderen Seite kennen: Wir sind im Bärenland angekommen. Die zotteligen Zeitgenossen aus den Bergen begeben sich regelmäßig auf Tour durch die Ortschaften und brechen Autos auf, sobald ihre feine Nase etwas Essbares erschnüffelt. Dieses Schicksal bleibt uns heute zumindest erspart.

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