USA – Tag 2 – Stadtgeschehen

Die Nacht ist kurz – zumindest für uns. Um vier Uhr reißt uns der Wecker aus dem Schlaf. In tiefster Dunkelheit machen wir uns auf den Weg zum Wahrzeichen der Stadt: der Golden Gate Bridge. Am Vorabend habe ich unser Auto im Internet bereits für die Überfahrt registriert. Die Zeiten, in denen man an den kleinen Kassenhäuschen bezahlen konnte, sind vorbei, die Technik ist auch hier eingezogen. Zu so früher Stunde gehört uns die Brücke fast alleine – schade aber, dass das 1937 fertiggestellte Bauwerk im dichten Nebel verschwindet. Wir hatten so etwas allerdings schon erwartet und so machen wir uns davon unbeeindruckt auf zum Hendrik Point, von dem aus man bei gutem Wetter eine fantastische Aussicht auf die Brücke und die Stadt hat. Trotz des eisigen Windes und des Sprühregens treffen wir hier oben zu so früher Stunde auf einige Fotografen. Selbst eine Gruppe Jugendlicher – allesamt in rote Decken gefüllt – will den Sonnenaufgang hier erleben. Leider schafft es kein einziger Sonnenstrahl durch die dicke Nebel- und Wolkenfront.

Golden Gate Bridge im Nebel

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Auf dem Rückweg ins Motel lassen wir uns zur Stärkung bei Star Bagel in der Polk Street nieder. Von außen eher unscheinbar, gibt es hier fantastische Bagels – wir wählen als Belag Ei und Käse – und ein Gedicht von einem Kakao. Als ein Obdachloser den Laden betritt, schlägt die Stimmung schlagartig um. Die asiatische Besitzerin geht sofort auf Konfrontationskurs und will den armen Schlucker loswerden – als dieser unvermittelt ein paar Pennys aus seiner Unterhose zaubert und auf die Theke wirft, speist sie ihn mit einem riesigen Muffin ab.

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Mit vollgeschlagenen Mägen machen wir uns zu Fuß auf nach Downtown. Unser Weg führt uns an der beeindruckenden City Hall entlang in die Market Street. In diesem Teil der Stadt könnten die Gegensätze krasser kaum sein. Immer mit einem offenen Auge schlafen um diese Uhrzeit noch dutzende Obdachlose dick eingemummelt in ihren Decken und Schlafsäcken im Park vor der City Hall. In der Market Street angekommen steigt uns der Geruch von Marijuana in die Nase. Der südliche Teil wird augenscheinlich von einigen Gangs beherrscht. 

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Ab der Powell Station, von wo aus eine der Cable-Car-Linien startet, ändert sich die Atmosphäre schlagartig. Hier haben die Touristen die Überhand, die Geschäfte verkaufen auch am Sonntag teure Designer-Klamotten und edlen Schmuck. Straßenverkäufer bieten ihre Waren feil und Musiker versuchen bei den Touristen ihr Glück. Dabei gibt es durchaus einige Talente mit einer grandiosen Stimme.

Straßenmusiker in San Francisco

Schließlich landen wir in einem der Doppeldecker-Buse einer der zahlreichen Hop on Hop off Touren – diese Art der Stadterkundung sagt uns allerdings wenig zu und so steigen wir schon am Fisher Men’s Wharf wieder aus. Der Pier 39 mit den Robben darf bei einem Besuch in San Francisco nicht fehlen und auch ein Besuch im Hard Rock Cafe gehört auf die To-Do-Liste. Unsere Tour führt uns weiter zum Coit Tower. Von hier genießen wir einen herrlichen Blick über die Stadt im Nebel. Fußläufig zu erreichen ist von hier aus auch die berühmte Lombard Street. Die engste, kurvenreichste Straße in San Francisco – oder gar der Welt? Sicher ist: Es ist spektakulär anzusehen, wie sich die Touristen das Geschehen geben. Kult!

Blick auf die Lombard Street

Unser Plan, mit der Cable Car zurück in die Market Street zu fahren, scheitert an der maßlosen Überfüllung der Bahn. Letztendlich steigen wir in den Stadtbus, der uns schnell wieder zurück bringt. Jetzt ist es auch nicht mehr weit bis zu unserem Motel. Inzwischen bevölkern zahlreiche Opernbesucher in edlen Outfits die Straßen. San Francisco ist eben abwechslungsreich und immer wieder für eine Überraschung gut.

Weitere Bilder, Termine zu Ausstellungen und Foto-Workshops gibt es wie immer auf meiner Foto-Website Westermann Photography

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