USA – Tag 4 – Der 4-Mile-Trail

Noch lange vor Sonnenaufgang stehen wir im Yosemite Valley mit einem sagenhaften Blick auf El Capitan, dessen steile Felswände bis zu 1.000 Meter in die Höhe ragen. Noch ist es ruhig im Valley, lediglich das Plätschern des Virgin Rivers und sanftes Vogelgezwitscher ist zu hören.

El Capitan am Morgen

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Yosemite Nationalpark

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Nach einem unvergesslichen Sonnenaufgang machen wir uns startklar, den 4-Mile-Trail zu bezwingen. Das Frühstück fällt etwas mager aus – außer Erdbeeren und einigen Energieriegeln bleibt die Küche heute kalt. Obwohl fast 1.000 Höhenmeter überwunden werden müssen, halten uns die steilen Serpentinen hoch zum Glacier Point nicht allzu lange auf. Das mag auch daran liegen, dass sich der Trail in einem hervorragenden Zustand befindet und die Luft so früh am Morgen noch kühl ist. Zudem entschädigt uns der Ausblick auf das Yosemite Valley für die Strapazen.

Four Mile Trail im Yosemite Nationalpark

Am frühen Nachmittag erreichen wir schließlich den Glacier Point. Da wir hier aber bereits gestern Abend standen, machen wir uns nach einer kurzen Pause auf den Rückweg – allerdings wählen wir für den Abstieg den Panorama Trail. Von hier aus genießen wir einen herrlichen Blick auf den Half Dome – den wir bei einem kommenden Besuch bezwingen werden.

Panorama Trail im Yosemite Nationalpark

Unsere Route führt uns vorbei an riesigen Redwoods wieder ein ganzes Stück weit nach unten. Auf dem Weg passieren wir auch den Illilouette Fall, der mit Getöse über 100 Meter in die Tiefe stürzt.

Illilouette Fall

Unsere Wanderung nähert sich damit aber noch lange nicht dem Ende. Jetzt gilt es noch einmal, rund 300 Höhenmeter in der sengenden Sonne zu überwinden. Nach dem anstrengenden Aufstieg ist das kein leichtes Unterfangen. Es kostet uns viel Schweiß, auch diese Passage zu überwinden. Auf der anderen Seite erwartet uns der gigantische Nevada Fall, der 180 Meter in die Tiefe rauscht . Beim Blick nach unten wird einem regelrecht schwindelig – wohl auch deshalb sind einige Stellen mit Geländern gesichert. Der Abstieg nahe am Wasserfall  gestaltet sich äußerst kraftzehrend – der Trail ist kaum noch als solcher zu erkennen, jeder Schritt löst ein brennendes Feuerwerk in unseren Schenkeln aus.

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Florian Westermann at Nevada Fall Nevada Fall

Der untere Teil des Trails führt uns direkt am Vernal Fall vorbei, der trotz seiner “nur” knapp 100 Metern dennoch überaus beeindruckend ist. Die Gischt hat hier inmitten der Felslandschaft eine grüne Oase erschaffen. Wer nicht darauf vorbereitet ist, wird auf diesem Teilstück komplett durchnässt.

Yosemite Nationalpark2

Nach der anstrengenden Tour ist das allerdings eine angenehme Erfrischung. Auch nach dem steilen Abstieg über den Mist Trail kommen wir nicht zur Ruhe, der Weg zieht sich jetzt noch einige Kilometer durch die Landschaft. Am Ende unserer Wanderung zeigt das GPS eine Strecke von knapp 24 Kilometern und 1.250 Höhenmeter an.

Wer jetzt immer noch nicht genug hat, kann die Strecke zurück zum Trailhead erwandern und die Route so um einige Kilometer ausbauen. Wir entschließen uns allerdings für die bequeme Variante und nehmen den kostenlosen Shuttle-Bus.  

Inzwischen sehnen wir uns nach einer kräftigen Stärkung. Doch leider ist es noch nicht ganz so weit – mit dem Auto winden wir uns den Tioga-Pass hinauf, der in diesem Jahr bereits seit Mai befahrbar ist. Unser Ziel für den Abend: Der auf fast 2.500 Metern Höhe gelegene Tenaya Lake. Nach gut eineinhalb Stunden mit dem Auto sehen wir den See in der Ferne zwischen Bäumen und Bergen funkeln. Wir parken den Wagen am Straßenrand und stürmen los. Was uns dabei entgeht: Der See wird bevölkert von schätzungsweise einer Milliarde blutdrünstiger Moskitos, die nur auf unachtsame Abenteurer warten – in diesem Fall auf uns. So schnell, wie wir aus dem Auto gesprungen sind, so schnell flüchten wir auch wieder hinein. Ohne Vollkörperschutz sollte man sich hier am Abend nicht hinauswagen. 

Zum Glück haben wir auf der Herfahrt ganz in der Nähe einen interessanten Spot ausgemacht, zu dem wir jetzt noch aufbrechen. Wohl als Belohnung für die heutigen Strapazen werden wir Zeugen eines atemberaubenden Sonnenuntergangs.

Half Dome am Abend

Weitere Bilder, Termine zu Ausstellungen und Foto-Workshops gibt es wie immer auf meiner Foto-Website Westermann Photography

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