USA – Tag 5 – 117 °F

Die Nacht ist wieder kurz und so brechen wir in der Dunkelheit auf zum Mono Lake. Nach einer knappen Stunde Fahrzeit parken wir unseren Wagen in der Nähe des Sees. Außer einem Wohnmobil ist bis jetzt noch niemand hier. Das soll sich aber ändern, schließlich zählt der Mono Lake mit seinen Tuffsteinen und den Bergen im Hintergrund zu den Highlights eines jeden Fototrips durch Kalifornien. Man bekommt fast den Eindruck, auf einem fremden Planeten gelandet zu sein.

Mono Lake

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Nach getaner Arbeit lassen wir es entspannter angehen und machen in Mammoth Lakes in einem Frühstückslokal Rast. Die Pancakes mit Ahornsirup sind ein Genuss für den Gaumen und auch das frische Omelett mit Käse und Kartoffeln steht dem in nichts nach. Die weitere Route führt uns über den Highway 395 nach Süden direkt nach Lone Pine in das Gebiet der Alabama Hills. Viel Zeit haben wie leider nicht und so begnügen wir uns mit einem kurzen Abstecher zum Mobius Arch. Nach diesem kurzen Zwischenstopp geben wir die Koordinaten N 36 41.600, W 117 34.124 ins Navigationsgerät ein – der Racetrack Playa im Death Valley.

Alabama Hills

Je weiter wir uns dem Tal des Todes nähern, desto weiter schnellt die Temperatur in die Höhe. Zeitweise zeigt die elektronische Anzeige im Auto 117 °F oder umgerechnet 47 °C an. Hier ist allerdings noch Luft nach oben: Am 10. Juli 1913 wurde bei der Furnace Creek Ranch eine Temperatur von 134 °F (56,7 °C) gemessen. Die auffälligen Warnungen am Straßenrand, auf den teils langen Steigungen die Klimaanlage auszuschalten, ignorieren wir – allerdings lassen wir dabei die Kühlwasseranzeige nie aus den Augen.

Im Death Valley angekommen werden wir von einem Sandsturm empfangen. Davon unbeeindruckt machen wir uns nach einem kurzen Abstecher zu den Mesquite Sand Dunes auf den Weg zur Racetrack Playa. Allerdings gilt es, ab dem Ende der asphaltieren Strecke 27 Meilen über eine von spitzen und messerscharfen Steinen übersäte Schotterpiste zu meistern. Nach sieben Meilen brechen wir ab. Nicht etwa, weil wir nach der eindringlichen Warnung eines Rangers nicht an den Erfolg unserer Mission glauben würden oder weil wir bereits an einem mit einem Reifenplatzer außer Gefecht gesetzten SUV vorbeifahren, sondern weil uns die Zeit bis zum Sonnenuntergang davonläuft und wir es bei diesem Tempo unmöglich bis zu unserem Ziel schaffen können.

Mesquite Sand Dunes

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Mit gesenkten Häuptern machen wir uns schließlich auf den Rückweg und steuern das Badwater Basin an. Mit 85,5 Metern unter dem Meeresspiegel handelt es sich bei Badwater um den tiefsten Punkt der USA. Mit etwas Unbehagen lassen wir das Auto auf dem Parkplatz stehen – einige Glassplitter zeugen davon, dass hier schon die eine oder andere Autoscheibe zu Bruch gegangen sein muss. Wir haben den Parkplatz ab jetzt zwar immer im Blick, allerdings laufen wir so weit ins Gelände, dass wir für einen Autoknacker kein Hindernis wären – wenn er uns denn mit dem bloßen Auge überhaupt noch erkennen würde.

Die wenigsten Besucher machen sich die Mühe, zwei bis drei Kilometer in das Gebiet vorzudringen – dabei entgeht ihnen die wahre Pracht, die das Death Valley an dieser Stelle zu bieten hat. Die sechseckigen Salzpfannen – die beinahe so hart und scharf sind wie Glas – erreichen einen Durchmesser von mehr als zwei Meter und sind Teil einer größeren und ebenfalls sechseckigen Struktur, die vom in 1.669 Meter Höhe gelegenen Dante’s View aus beobachtet werden kann.

Inzwischen ist die Sonne hinter den Bergen verschwunden und der Himmel färbt sich lila. Der Wind nimmt noch einmal spürbar zu, bringt allerdings keine Abkühlung. Ganz im Gegenteil: Wir haben das Gefühl, inmitten eines Backofens zu stehen. Das macht den Rückweg zum Parkplatz nicht einfacher, aber immerhin steht unser Auto noch unversehrt an Ort und Stelle.

Sonnenuntergang im Death Valley

Die Nacht verbringen wir ein Stück weiter nördlich auf dem Texas Spring Campingplatz, der zum Glück über mehr als ausreichend Stellplätze verfügt. An Schlaf ist angesichts der Temperatur, die noch immer bei fast 40 Grad liegt, allerdings kaum zu denken.

Death Valley

Weitere Bilder, Termine zu Ausstellungen und Foto-Workshops gibt es wie immer auf meiner Foto-Website Westermann Photography

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