USA – Tag 6 – Sin City

Durch unsere exponierte Lage mitten im Death Valley können wir es heute etwas ruhiger angehen lassen und so klingelt der Wecker erst um halb fünf. Nach einer Katzenwäsche räumen wir schnell unsere Koffer aus dem vorderen Teil des Autos nach hinten und brechen auf zum Zabriskie Point.

Schon am Morgen glüht die Luft, im Vergleich zu gestern Abend hat es aber doch etwas abgekühlt. Am Overlook sind wir um diese Uhrzeit nicht mehr ganz alleine. Einige Fotografen haben bereits ihre Stative aufgebaut und warten darauf, dass die Sonne die unwirklich anmutende Landschaft zum Leuchten bringt. Lange dauert es nicht, bis die ersten Lichtstrahlen hinter dem Horizont hervorbrechen.

Zabriskie Point

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Zabriskie Point

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Nach diesem Spektakel nehmen wir uns Zeit für ein fruchtiges Frühstück. Zum Glück hatten wir unsere Kühlbox auf dem Weg ins Death Valley noch mit frischen Eiswürfeln und jeder Menge Obst bestückt.

Noch während wir unsere zuckersüßen Erdbeeren genießen, hören wir eine Stimme: “Hey, wo kommt ihr denn her?” Die beiden Jungs im Wagen neben uns machen sich gerade einen frischen Kaffee, auf dem Beifahrersitz schläft eine junge Frau. Wie sich herausstellt, haben sich die drei zufällig kennengelernt und sind gemeinsam ins Death Valley aufgebrochen, um weiter nach Las Vegas zu fahren. Einer der drei kommt aus Deutschland und hat sich jetzt, kurz vor dem Studium, von Kanada in die USA durchgekämpft – ohne großes Budget, alles per Anhalter. Der andere kommt aus Israel und bietet uns einen frischen Kaffee nach traditioneller Machart an. Das ist genau das richtige um diese Uhrzeit.

Bald trennen sich unsere Wege wieder. Unser nächster Zwischenstopp: Las Vegas – die Stadt der Sünde. Ich bin jedes Mal zwiegespalten, wenn ich hierher komme. Die Metropole ist der krasse Gegensatz zur Stille in der unendlichen Weite des Südwestens. Tausende Menschen drängen sich am Strip entlang und durch die riesigen Casinos, in denen man jegliches Zeitgefühl verliert. Auf der anderen Seite locken mich der Glamour und das schnelle Glück an den einarmigen Banditen oder am Roulette-Tisch. Dennoch: Lange halte ich es hier nicht aus, ich will zurück in meine Wüsten, wo in der Nacht Millionen von Sternen am Himmel leuchten. Und doch hat uns die Stadt wieder in ihren Bann gezogen und so wird es wieder spät, bis wir endlich in unser Bett im 16. Stock des Excalibur fallen.

Weitere Bilder, Termine zu Ausstellungen und Foto-Workshops gibt es wie immer auf meiner Foto-Website Westermann Photography

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